Asiatische Kampfsportarten: Eine umfassende Übersicht

Es gibt die unterschiedlichsten, asiatischen Kampfsportarten. Einige zielen auf schnelle praktische Anwendbarkeit, während andere erst nach Jahren der Perfektionierung einsetzbar sind, dann aber sehr effektiv. Einen Überblick finden Sie hier.

Die bekanntesten asiatischen Kampfsportarten

Die bekanntesten asiatischen Kampfsportarten sind ohne Zweifel Judo und Karate. Beide stammen aus Japan und zielen auf eine effektive Entwaffnung des Gegners ab. Für beide benötigen Sie viel Selbstbeherrschung. Insbesondere im Judo liegt der Fokus darauf, wenig bis keine Verletzungen zu erzeugen und sich dennoch effektiv zu verteidigen.

Judo heißt übersetzt: Der sanfte Weg. Es wurde im 19. erfunden. Karate ist deutlich älter als Judo. Erfunden wurde die Kampftechnik im Wesentlichen auf der japanischen Insel Okinawa im 16. Jahrhundert. Im Gegensatz zum Judo verfolgt das Karate einen deutlich massiveren Ansatz. Allerdings ist es ausschließlich als Selbstverteidigungstechnik gedacht.

Körperliche wie geistige Fokussierung und Konzentration stehen bei vielen Kampfsportarten im Vordergrund. Kämpfende sollen nicht blindlings oder im Zorn auf einander losgehen. Die Bewegungsabläufe werden ähnlich wie Tänze einstudiert. Daher - und um ihrer Effektivität im Akutfall Willen - werden die Kampftechniken bis zur Perfektion studiert.

Wenig Kraft, viel Technik

Bei vielen asiatischen Kampfsportarten spielt Körperkraft nur eine untergeordnete Rolle. Mit Hilfe von Hebelwirkungen, Schwung und dem Einsatz von Körpergewicht befähigen sie Frauen wie Männer dazu, auch körperlich überlegene Gegner besiegen zu können. Beispielhaft hierfür sind unter anderem:

  • Ju-Jutsu - Der Name bedeutet so viel wie "ausweichen" oder "nachgeben". Bei dieser Kampfsportart wird die Kraft des Gegeners anstelle der eigenen Kraft genutzt, indem sie umgelenkt wird. Beispielsweise kann so der Schwung eines Schlags den Schläger selbst zu Fall bringen. Jiu-Jitsu ist die älteste, japanische Kampfsportart. Ihr Ursprung liegt bei den Samurai. Heute ist sie Teil der polizeilichen Ausbildung.
  • Auch Aikido legt keinen Wert auf Muskelmasse.

Selbstbeherrschung auf allen Ebenen

Asiatische Kampfsporten verfolgen immer eine Mentalität. Diese wird in der Regel gemeinsam mit den praktischen Techniken unterrichtet. Besonders spürbar wird das beim Wing Tsun. Der Name dieses chinesischen Kung-Fu-Stils bedeutet "Schöner Frühling".

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Beim Wing Tsun werden nicht nur Verteidigungs-, sondern auch Kommunikationsstrategien gelehrt. Insofern setzt das die Technik, die im frühen 19. Jahrhundert entstand, noch vor dem Kampf an. Denn hier geht es nicht nur darum, Kämpfe im Zweifelsfall zu gewinnen.

Muay Thai und mehr

Doch nicht nur Japan und China sind Herkunftsländer großer Kampfsportarten. Aus Thailand beispielsweise wurde das Muay Thai Boran sowie das ebenfalls waffenlose Thai-Boxen bekannt. Es hat seinen Ursprung in der ebenfalls thailändischen, allerdings bewaffneten Kampfkunst des Krabi Krabong.

Ähnlich dem Mixed Martial Arts (gemischte Kampfsportarten) entstand auf den Phillippinen Filipino Martial Arts. Eine gemischte Kampfkunst der unterschiedlichen regionalen Stile, wie Panantukan, Suntukan, Arnis, Eskrima und Kali. Auch die koreanischen Techniken des Hapkido und des Taekwondo arbeiten effektiv und stilübergreifend, etwa mit unterschiedlichen Schlag- und Trettechniken.

Weitere asiatische Kampfsportarten im Überblick

Hier ist eine Liste weiterer bemerkenswerter asiatischer Kampfsportarten:

  • Shinson Hapkido: Eine ganzheitliche Kampfkunst, die von Großmeister Ko Myong entwickelt wurde.
  • Xingyiquan (Xing Yi Quan): Eine traditionelle chinesische innere Kampfkunst mit geradlinigen, explosiven Techniken.
  • Wushu: Ein außergewöhnliches Erbe Chinas, das Körpertüchtigkeit und Charakterentwicklung fördert.
  • Wing Chun: Eine effektive chinesische Kampfkunst mit direkten Bewegungen und effizienten Techniken.
  • Vovinam: Eine vietnamesische Kampfkunst, die auch mit Waffen trainiert.
  • Tai Chi Chuan (Taijiquan): Eine chinesische Bewegungskunst, auch bekannt als Schattenboxen.
  • Taekwondo: Ein moderner Wettkampfsport, bei dem vorzugsweise mit Fußtechniken gekämpft wird.
  • Shaolin Kung Fu: Die chinesische Kampfkunst der Shaolin Mönche, die durch harte Arbeit und Präzision besticht.
  • Ninjutsu: Die Kampfkunst der Ninja, die früher zur Spionage eingesetzt wurde.
  • Modern Arnis: Die Weiter- und Zusammenführung der vielen Filipino Martial Arts Unterstile.
  • Lethwei: Ein Vollkontakt Boxkampfstil aus Myanmar (Burma) mit erlaubten Kopfstößen.
  • Kyusho Jitsu: Die Kunst der Vitalpunkte, die in einigen Kampfsportarten angewandt wird.
  • Kyudo: Die japanische Kunst des Bogenschießens, die durch präzise Bewegungsabläufe und Zeremonien beeindruckt.
  • Kyokushin Kaikan: Eine Karate Organisation, welche sich auf den Vollkontakt konzentriert.
  • Kung Fu: Ein Oberbegriff für chinesische Kampfkünste / Stile.
  • Kendo: "Der Weg des Schwertes", basierend auf dem Kenjutsu der japanischen Samurai.
  • Kali (Arnis/Escrima): Eine philippinische Kampfkunst, die sich hauptsächlich auf die Auseinandersetzung mit Waffen spezialisiert hat.
  • Iaido: Die japanische Kunst des Schwertziehens mit dem Ziel, bereits während des Ziehens einen Angriff zu starten.
  • Kalarippayat (Kalaripayattu): Ein Kampfstil aus dem südindischen Kerala.

Die Entwicklung der Kampfkünste in Asien

Die Wiege der Kampfkunst liegt vermutlich in China. Die ältesten Hinweise auf standardisierte Kampftechniken für den Krieg stammen aus dem Jahr 2698 vor Christus. Die Truppen sollten die Verteidigungs- und Angriffstechniken beherrschen, um dem Gegner überlegen zu sein. Heute, mehr als 4700 Jahre später, geht es in den Kampfkünsten aus Asien nicht mehr ums nackte Überleben.

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Statt dessen betreiben viele eine Kampfkunst wegen der Philosophie, die dahinter steckt, und deren Konzept sich häufig an den Konfuzianismus oder den Buddhismus anlehnt. Ein Kampfkünstler soll nach Frieden streben und das eigene Ich finden. Dass er auch Techniken erlernt, mit denen er Menschen töten kann, scheint ein Widerspruch zu dieser Sinnsuche zu sein.

Die Entwicklung der Kampfkünste in China ist eng mit der des Militärs verknüpft. 702 gab es hier die ersten Kampfkunstprüfungen, nach denen die Soldaten ihren Rang erhielten. Bis zum Ende der republikanischen Periode im Jahre 1949 blieb die Kampfkunst mehr oder weniger ein Privileg der Soldaten. Erst dann ging Chinas Regierung dazu über, die Kampftechniken als Nationalkunst zu bezeichnen, und machte diese einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Die Kampfkunst erlebte jedoch nur eine kurze Blüte: Nach der Gründung der Volksrepublik China am 1. Die Regierung in China erkannte lange nur das moderne Wushu an, das sie in den 1950ern entwickeln ließ. Diese Kampfkunst kombiniert verschiedene Stile miteinander. Viele Kampfkünstler lehnen Wushu daher ab.

Auch in Nord- und Südkorea ist Kampfkunst sehr populär. Die verschiedenen Varianten sind vor allem durch den Buddhismus beeinflusst. Ein traditioneller Stil ist das Taekgyeon, eine Kampfkunst mit tänzerischer Anmutung, deren Bewegungen sich in keinem anderen asiatischen Stil wiederfinden. Taekgyeon war bis zur Besatzung durch die Japaner im Jahre 1910 sehr verbreitet.

Während der Besatzungszeit (1910 bis 1945) entwickelte sich aus dem japanischen Karate das Taekwondo. Tae heißt Fuß, Kwon steht für Faust und Do für Weg. Der Begriff für den neuen Stil wurde allerdings erst 1955, zehn Jahre nach Ende der japanischen Kolonialherrschaft, durch den südkoreanischen General Choi Hong-hi geprägt. Seit 2000 ist Taekwondo eine olympische Disziplin.

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In den Kämpfen geht es darum, den Gegner mit kraftvollen Tritten und Fauststößen zu treffen - vor allem Tritte gegen den Kopf bringen viele Punkte.

Japanische Kampfkünste im Detail

Die weltweit bekanntesten Kampfstile aus Japan sind Judo, Karate und Aikido. Diese Disziplinen sind noch relativ jung. Das Judo (japanisch für "sanfter Weg") stammt etwa aus dem 19. Jahrhundert. Sein Begründer Jigoro Kano führte die farbigen Gürtel ein, die den Entwicklungsstand eines Schülers symbolisieren. Kano systematisierte das Judo, indem er Würfe aus dem Ju-Jutsu mit anderen Techniken kombinierte.

Lange vor dem Judo prägten vor allem die Krieger aus der Oberschicht - die Samurai (Diener) - die Kampfkunst in Japan. Der Kodex, den sie befolgen, heißt auf Japanisch Buschido, der Weg des Krieges. Ab dem 8. Jahrhundert waren die Samurai zunächst Soldaten im Dienste des Kaisers. Dieser verlor jedoch wegen kriegerischer Auseinandersetzungen innerhalb des Hochadels immer mehr an Macht.

Ab dem 12. Die Samurai entwickelten ihre Kampfkunst stetig fort. Sie waren vor allem für ihre Fähigkeiten mit dem Schwert berüchtigt. Die in ihrer Ära hergestellten Klingen zählen bis heute zu den besten, die jemals gefertigt wurden. Sie waren leicht, extrem hart und scharf. Das Katana etwa ist ein langes, leicht gebogenes Schwert, das die Seele eines Samurai verkörpern soll. Dieser hatte zumindest theoretisch das Recht, jeden zu töten, der ihm nicht den gebotenen Respekt zollte.

Ab dem 17. Jahrhundert bröckelte die Herrschaft der Samurai. 1868 setzten die kaisertreuen Fürstentümer Japans dem Samurai-Regiment ein Ende. Fortan war es verboten, in der Öffentlichkeit ein Schwert zu tragen. Das Verbot beeinflusste die Fortentwicklung der Kampfkunst in Japan.

Kampfsportarten und Gesundheit

Menschen verfolgen mit Kampfsport in der Regel zwei Ziele: Sie möchten ihre Fähigkeit zur Selbstverteidigung steigern und ihre körperliche Fitness verbessern. Tatsächlich trainieren die meisten Kampfsportarten körperliche Fähigkeiten wie Beweglichkeit, Gleichgewicht, Koordination und Kondition. Studien haben positive Effekte von regelmäßigem Kampfsporttraining auf die körperliche Fitness nachgewiesen.

Außerdem scheinen die Bewegungsabläufe bei asiatischen Kampfkünsten die Knochengesundheit besonders gut zu fördern . Studien haben zum Beispiel eine verbesserte Knochendichte bei jungen Menschen nachgewiesen, die Judo, Karate und Taekwondo ausüben. Als Gesundheitssport für Menschen über 60 Jahre sind vor allem „weiche“ Kampfsportarten gut geeignet.

Kampfsport kann sich zudem günstig auf die psychische Gesundheit auswirken. Die Rituale für Achtsamkeit, die Teil traditioneller asiatischer Kampfkünste sind, fördern die Selbstachtung und die Wertschätzung des Gegenübers. Eine neuere Studie liefert Hinweise darauf, dass Menschen, die japanische Kampfkünste über einen längeren Zeitraum regelmäßig ausüben, zufriedener und weniger anfällig für psychische Erkrankungen sind als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Außerdem lassen sich mit Kampfsportarten Aggressionen zielgerichtet abbauen. Und schließlich verleiht Kampfsport Sicherheit. Das Wissen, sich bei Gefahr angemessen verteidigen zu können fördert die Selbstsicherheit und das Selbstbewusstsein.

Zusammenfassung der Vorteile asiatischer Kampfsportarten

Asiatische Kampfsportarten bieten eine Vielzahl von Vorteilen, darunter:

  • Verbesserte körperliche Fitness (Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination)
  • Erlernen von Selbstverteidigungstechniken
  • Förderung der geistigen Gesundheit (Konzentration, Achtsamkeit, Selbstbewusstsein)
  • Achtsamkeit
  • Respekt

Tabelle: Übersicht ausgewählter asiatischer Kampfsportarten

Kampfsportart Herkunft Fokus Besondere Merkmale
Judo Japan Würfe, Griffe, Hebel "Sanfter Weg", wenig Verletzungen
Karate Japan (Okinawa) Schläge, Tritte Massiver Ansatz, Selbstverteidigung
Aikido Japan Ableitung von Angriffen Defensiv, keine Gegenangriffe
Taekwondo Korea Fußtechniken Schnelligkeit, Dynamik, Tritte gegen den Kopf
Wing Chun China Energieableitung "Sanfte" Federtechnik, von einer Frau entwickelt
Kendo Japan Schwertkampf Aggressiv, basiert auf Samurai-Techniken
Kyudo Japan Bogenschießen Meditativ, rituelle Abläufe