Karat oder auch Carat, bezeichnet Maßeinheiten, die bei der Schmuckherstellung von größter Wichtigkeit sind. Zum einen bezeichnet Karat, das mit kt. oder C. oder ct. abgekürzt wird, den Gehalt reinen Goldes in einer Legierung und zum anderen wird mit dem metrischen Carat die Masse von Edelsteinen beziffert.
Herkunft des Wortes Karat
Die Herkunft des Wortes Karat geht auf die französische Sprache zurück. Hier basiert es auf der Bezeichnung „le carat“. Im Mittellateinischen wurde auch mit dem Begriff „carratus“ gearbeitet.
Das Wort Karat wurde aus dem französischen „le carat“ entlehnt. Seinen Ursprung hat das Wort allerdings im Griechischen, wo „kerátion“ der Diminutiv von Horn ist. Das Wort „keras“ diente dabei als Hinweis auf die Früchte des Johannisbrotbaumes.
Interessant ist, dass die Entstehung des Wortes auf der griechischen Bezeichnung für Horn basiert. Die Hülsenfrüchte haben die Form von einem Horn. Die für das Karat relevanten Hörnchen sind die Hülsenfrüchte des Johannisbrotbaumes, die früher als Maßeinheiten beim Wiegen genutzt wurden, weil sie angeblich über stets gleiche Größe und gleiches Gewicht verfügten.
Im Mittelmeerraum ist der Johannisbrotbaum ein weit verbreitetes Gewächs, dessen längliche braune Schoten süßlich schmecken und schon Johannes dem Täufer als Nahrung gedient haben sollen. Aber auch die getrockneten Samen, die heutzutage gern in zermahlener Form als Kakaoersatz verwendet werden, hatten bereits vor langer Zeit einen Nutzen - da ihr Gewicht gleichmäßig 0,18 g beträgt, verwendeten Juweliere sie früher als zuverlässiges Maß für das Gewicht von Gold und Edelsteinen.
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Das Karat als Gewichtseinheit
Ursprünglich war das Karat das Gewicht eines getrockneten Samenkerns des Johannisbrotbaums (Ceratonia siliqua). Ein Karat war nun das spezifische Gewicht von einem getrockneten Samenkorn dieser Frucht.
Die Hülsenfrüchte selbst wurden die Samen entnommen und kamen als Gewichtssteine zum Einsatz. Verwendet wurden sie, weil sie alle eine einheitliche Größe aufweisen. Das durchschnittliche Gewicht der Samen lag, nach vergangenen Meinungen, bei 0,2 g.
Die Samen aus den hörnchenförmigen Früchten des Johannisbrotbaums Ceratonia siliqua haben bereits eine lange Geschichte als Namensgeber für Gewichtseinheiten hinter sich. So kannten beispielsweise die Griechen ein kleines Gewichtsmaß namens Kerat, und auch die Römer verwendeten mit der Siliqua eine Wiegeeinheit, deren Namen von den harten, dunklen Kernen abgeleitet ist.
Das metrische Karat entspricht heute 200mg. Das metrische Karat entspricht 200 Milligramm bzw. 0,2 Gramm.
Als Gewichtseinheit für Schmucksteine ist die offizielle (?) Bezeichnung „metrisches Carat“ (Abkürzung: ct). Das „metrische Karat“ ist in Deutschland eine gesetzliche Einheit im Messwesen bei der Angabe der Masse von Edelsteinen und in DIN 1301-1, Ausgabe Oktober 2002, genormt. Das metrische Karat hat kein international vereinbartes Einheitenzeichen, üblich war das Zeichen Kt. In der Schweiz ist "ct" als Einheitenzeichen festgelegt.
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Das Karat ist eine Maßeinheit der physikalischen Größe Masse, die auf verschiedene Weisen gebraucht wird bzw. Das metrische Karat ist eine Gewichtseinheit zur Bestimmung von Edelsteinen (1 Kt = 0,2 g), wohingegen die Karat-Angabe bei Goldlegierungen den Feingehalt von Schmuckstücken definiert. Die Maßeinheit des metrischen Karats trägt in Deutschland die Abkürzung Kt (in Österreich und der Schweiz ist ct üblich).
Um einen Diamant oder andere Edelsteine heute zu messen, nutzt man eine spezielle Karat-Waage. Diese wird vor der Messung auf ihre Genauigkeit getestet, so dass keine größeren Abweichungen vorkommen können (normal ist eine Genauigkeit von ca. 0,01 bis 0,001 Karat). Neben der Vermeidung von Erschütterungen muss beim Wiegen auch darauf geachtet werden, dass Wärmequellen oder Luftzüge das Messergebnis nicht verfälschen. Schließlich wird die erzielte Karatzahl nicht gerundet, außer es handelt sich um die dritte 9 hinter dem Komma (z.B.
Statt in Karat erfolgt die Angabe auch häufig in Punkten: 100 Punkte entsprechen dabei einem Karat. Ein Halbkaräter hat also eine Punktzahl von 50. Dann spricht man auch von einem 50 Punkter oder bei einem Viertelkaräter z.B. von einem 25 Punkter. Diese Punkte-Angabe wird vor allem genutzt, wenn es sich um einen Edelstein-Masse unter 0,2 g handelt.
Das Karat als Reinheitsangabe bei Gold
Karat wird als Angabe des Feingehalts von Gold genutzt, wobei Gold mit einem Karat zu 1/24 des Gesamtgewichts aus Gold besteht. 24 karätiges Gold wird auch 999er Gold genannt und besteht zumindest theoretisch aus 99,9% reinem Gold. Gebräuchlich in der Schmuckherstellung sind 333er (8 Karat), 375er (9 Karat), 585er (14 Karat), 750er (18 Karat) Gold.
Die Gehaltsangabe von Gold beurteilt, in welchem Verhältnis Gold zu anderen Materialien in einem Metall steht. Sie wird in 24er Teilung angegeben. Einkarätiges Gold enthält 1/24 Anteil Gold (= 4,166 Prozent oder 41,66 Promille) und 23/24 Anteile andere Stoffe.
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Auch heute noch entspricht die Angabe in Karat dem Anteil in Höhe von 1/24. Das heißt, Gold mit einem Karat enthält den Reinanteil von 1/24. In Prozent umgerechnet entspricht dies einer Angabe in Höhe von 4,167 %. Gold mit 24 Karat ist also ein reines Gold. Allerdings ist es kaum möglich, alle Verunreinigungen bei der Verarbeitung von Gold auszuschließen. Das heißt, die Reinheit bei 24 Karat wird nicht mit 100 % angegeben.
Um den Gewichtsanteil reinen Goldes an der Gesamtmasse einer Legierung anzugeben, verwendet man ebenfalls den Begriff "Karat". Goldlegierungen werden hauptsächlich mit Kupfer und Silber hergestellt. Der Feingehalt in Karat wird in x/24-Teilen angegeben. Einkarätiges Gold entspricht also einem 1/24 Gewichtsanteil Gold (= 4,167%). Eine hundertprozentige Reinheit (24/24) ist quasi ausgeschlossen, da mögliche Verunreinigungen nie ganz zu eliminieren sind.
Tatsächlich wird die Reinheit des Goldes in einer Legierung nicht ausschließlich durch Karat angegeben. Stattdessen gibt es noch die Bezeichnung in 1/1000 Teilen. Dies ist vor allem aus dem Schmuckbereich bekannt. Hier gibt es Benennungen, wie das 585 Gold. Diese Angabe macht deutlich, dass der Anteil des Goldes in einem Wert von 1.000 bei 585 liegt. Das Schmuckstück hat also einen Anteil von Gold in Höhe von 58.5 %. Hat ein Schmuckstück 24 Karat, so wäre die Bezeichnung 999,9.
Bei der Einteilung in Karat haben sich einige gebräuchliche Größen durchgesetzt. Die Facetten sind natürlich vielseitig, dennoch zeigt sich, gerade im Bereich von Schmuck und Münzen, eine Tendenz zu häufigen Verwendungen. 24 Karat sind 999er Gold bzw. Gold mit 21 Karat ist in Deutschland nicht so weit verbreitet. Es kommt eher in den arabischen Ländern zum Einsatz, um Schmuckstücke zu fertigen. Das Gold mit 22 Karat ist vor allem in England, Indien, Südafrika und in den arabischen Ländern für die Verarbeitung von Schmuck bekannt.
Auch die Geschichte des Karat-Begriffs für Goldlegierungen geht auf die griechischen und römischen Vorbilder der Johannisbrotbaum-Samen zurück (siehe oben). In Deutschland gab es früher das Karat als kleines Gegengewicht, mit dem man die Feinheitsbestimmung des Goldes vornahm. Dieses Gewicht entsprach dem 24.Teil einer Mark, 1 Karat wiederum teilte sich in 12 Grän als Untereinheiten auf. Auch heute noch wiegt man Schmuckstücke aus Gold, um ihren Karat-Wert zu ermitteln und damit eine Aussage über deren Feingehalt zu treffen.
Nicht überall ist Gold gleich Gold. Unterschiedliche Länder definieren den Mindest-Reinheitsgrad, den ein Schmuckstück haben muss, um als Gold verkauft zu werden, verschieden. In Deutschland gilt für Goldlegierungen eine Mindestgrenze der Reinheit von 8 Karat. Das entspricht einer 333er Feinheit. Diese Werte sind nicht nur auf staatliche Festlegungen zurückzuführen, sondern auch auf kulturelle Vorlieben. So schätzt man auf dem amerikanischen Kontinent besonders Legierungen mit einem 585% Goldanteil, im Nahen Osten erfreuen sich Schmuckstücke ab Feingehalten von 20 bis 22kt großer Beliebtheit. Im Südasiatischen Kulturkreis legt man auf sehr hochprozentige Goldanteile wert und so begegnet man z.B. häufig thailändischem oder chinesischem Schmuck aus Feingold. In Deutschland gibt es für jeden Geschmack die passende Legierung.
Unterschiede zwischen Goldlegierungen
Je höher die Karatzahl, desto reiner ist das Gold. Traditioneller und hochwertiger Schmuck verwendet viel 18 Karat, aber 9 Karat taucht immer mehr auf. Goldgehalt, Stärke, Haltbarkeit... Aber was sind dann die Unterschiede zwischen all diesen Karat?
- 24 Karat Gold: Besteht zu 99,99 % aus Gold und hat eine einzigartige, leuchtend gelbe Farbe. Es ist weniger hart und eignet sich nicht für Ringe oder regelmäßige Schmuckformen.
- 22 Karat Gold: Enthält 91,67 % reines Gold und 8,33 % andere Metalle. Es ist haltbarer, aber nicht für Diamantschmuck geeignet.
- 18 Karat Gold: Entspricht 75 % reines Gold und 25 % andere Metalle. Es ist das am häufigsten verwendete Gold für hochwertigen traditionellen Schmuck.
- 14 Karat Gold: Enthält 58,5 % reines Gold und ist preisgünstiger als 18 Karat Gold.
- 9 Karat Gold: Enthält 37,5 % reines Gold und ist tendenziell etwas härter, aber weniger stabil und anfälliger für Oxidation.
- 8 Karat Gold: Eine noch günstigere Legierung als 9 Karat Gold, oxidiert aber oft zu schnell.
Der Wert von Diamanten
Wie anfangs bereits erwähnt, hängt der Wert eines Steins von den 4cs ab: carat, color, clarity und cut. Die Reinheit (clarity) beschreibt die Sichtbarkeit vorkommender Einschlüsse im Edelstein. Dessen Farbe kann von weiß bis gelblich eingestuft werden und erhöht den Wert eines Diamanten je heller sie ist. Eine Ausnahme sind Steine, welche in allen Regenbogenfarben schimmern. Diese sogenannten "fancy colored diamonds" erhalten ihre Farbgebung aber auch durch den besonderen Schliff (cut).
Die Eigenschaft des Schliffgrads bestimmt die Brillanz eines Steins. Je höher also hier die Qualität, umso strahlender funkelt z.B. Zwar herrscht nicht direkt eine Beziehung zwischen Größe und Wert eines Steins, aber durchaus zwischen dessen Gewicht und seinem Wert. Die Preissteigerung erfolgt allerdings nicht gleichmäßig mit steigender Karat-Zahl, sondern es ergeben sich exponentielle Sprünge. Beispielsweise zwischen einem 0,95 Karäter und einem Einkaräter. Diese Preisentwicklung begründet sich durch die Seltenheit großer Diamanten. Je größer die Karatzahl, umso sprunghafter steigt der Preis, zwischen einem Stein mit drei und vier Karat liegt ein weitaus höherer Preisunterschied als zwischen zwei Steinen mit ein und zwei Karat.
Faktoren, die die Wahrnehmung der Größe beeinflussen
Die Wirkung eines wertvollen Diamanten ergibt sich aus mehreren Faktoren: dem Karat-Gewicht und seiner augenscheinlichen Größe. Das menschliche Auge tendiert jedoch dazu, diesen zweiten Faktor zu verzerren.
- Edelsteine können unterschiedlich tief sein. Je tiefer ein Stein ist, umso kleiner wirkt er oft. Dagegen sehen flachere Steine größer aus.
- Wie bereits oben beschrieben, bestimmt der Schliff die Brillanz. Diese kann auch über die wirkliche Größe des Steines hinwegtäuschen, da mehr Licht auf das Auge zurückfällt.
- Als Tafel bezeichnet man den sichtbaren Bereich des Edelsteins bei Draufsicht.
Die Legende der Johannisbrotbaumsamen
Die Samen des Johannisbrotbaums gelten als Ursprung der Gewichtseinheit Karat und wurden der Überlieferung nach ausgewählt, weil ihr Gewicht ungewöhnlich einheitlich ist. Doch letzteres ist wohl eher eine Legende, glauben Wissenschaftler aus Spanien und der Schweiz nach einer Analyse solcher Samenkerne: Das Gewicht der einzelnen Samen variiert beim Johannisbrotbaum nämlich ebenso stark wie bei vielen anderen Baumarten.
Entscheidend für die Auswahl der Kerne war daher wahrscheinlich, dass sich Gewichtsunterschiede zwischen einzelnen Samenkörnern bei ihnen sehr gut schätzen lassen, vermuten die Forscher.Die Samen aus den hörnchenförmigen Früchten des Johannisbrotbaums Ceratonia siliqua haben bereits eine lange Geschichte als Namensgeber für Gewichtseinheiten hinter sich.
Doch die Kerne haben eine andere Besonderheit, die möglicherweise ihren Erfolg als Maßeinheit erklären könnte, entdeckten die Forscher bei einem weiteren Test. Sie ließen zwanzig Freiwillige bei Paaren von Johannisbrotsamen schätzen, welcher der Kerne der schwerere ist ? mit einem überraschend deutlichen Ergebnis: In mehr als siebzig Prozent der Fälle lagen die Probanden richtig, selbst wenn der Unterschied im Gewicht nur etwa fünf Prozent betrug.
Die Wissenschaftler vermuten daher, dass die Menschen früher lediglich eine Auswahl an Kernen mit sehr ähnlichem Gewicht als Maß einsetzten.
