Judo in Sankt Petersburg: Vereine und Erfolge

Judo, japanisch für "sanfter Weg", ist ein Kampfsport, der auf Ju-Jutsu basiert. Weil er wegen seiner geringen Größe im Ju-Jutsu (jap. für "sanfte Kunst") nicht so recht weiterkam, entwickelte Jigoro Kano ein neues System: das Judo (jap. für "sanfter Weg"). Es basiert auf Ju-Jutsu. Im Ju-Jutsu ging es anfänglich darum, dass ein Krieger nach Verlust seiner Waffe weiterkämpfen konnte, um sich zu verteidigen. Der Angreifer soll durch verschiedene Techniken unter Kontrolle gebracht werden, etwa durch Schläge, Tritte und Hebel. Die Ju-Jutsu-Kämpfer leiten die Kraft des Angreifers gegen ihn selbst.

Der russische Präsident Wladimir Putin ist ein begeisterter Judoka. Seit früher Jugend interessiert sich Wladimir Putin für den Kampfsport, mit elf Jahren begann er mit Judo, wurde mehrfach Stadtmeister seiner Heimatstadt Sankt Petersburg. Im Oktober 2012 verlieh die Internationale Judo-Föderation IJF ihm den 8. Dan, die dritthöchste Meisterstufe der Kampfsportart. Zudem beherrscht er die russische Kampfsportart Sambo (russ. Abkürzung für „Selbstverteidigung ohne Waffen“) und hat einen schwarzen Gürtel in Karate.

Ein wichtiger Mentor für Putin war sein Judo-Trainer Anatoli Rachlin. Am Mittwoch war der Judo-Trainer nach langer, schwerer Krankheit gestorben, am Freitag nahmen rund 200 Menschen bei einer Trauerzeremonie in St. Petersburg Abschied. Rachlin war für ihn immer ein „starker Mann und fürsorglichen Mentor". Während seiner Jugendjahre in den 1960er und 1970er Jahren hatte Rachlin den begeisterten Judoka Putin elf Jahre lang trainiert. Von 2008 bis 2012 trainierte er als Cheftrainer Russlands Frauen-Auswahl in der japanischen Kampfsportart. Noch im Mai 2012 hatte Putin ihn für seine Arbeitserfolge und das langjährige gewissenhafte Schaffen mit dem „Orden der Ehre“ ausgezeichnet und ihm vor wenige Monaten persönlich zum 75. Geburtstag gratuliert.

Erfolge beim Judo-Europa-Cup in Sankt Petersburg

Beim Judo-Europa-Cup im russischen Sankt Petersburg haben deutsche Athleten beachtliche Erfolge erzielt. Judo-Athleten aus 22 Nationen waren am Start, unter ihnen auch 35 Sportler aus Brasilien. Der Deutsche Judo-Bund mit seinem U-21-Bundeskader kämpfte an zwei Tagen um Medaillenehren. Mit nur 12 Teilnehmern sahnte Japan dieses Mal in acht männlichen und acht weiblichen Gewichtsklassen neun Medaillen ab. Auf Platz zwei im Medaillenspiegel mit drei Goldmedaillen folgte das russische Team mit 122 Startern, gefolgt von Frankreich mit zweimal Gold bei 27 Startern. Das deutsche Team schaffte es auf Platz vier mit einer Goldmedaille durch Wagner und vier Bronzemedaillen. Es gingen 21 deutsche Athleten an den Start.

Anna-Maria Wagner gewinnt Gold

Anna-Maria Wagner vom KJC Ravensburg gewann die Goldmedaille beim Judo-Europa-Cup in Sankt Petersburg. Die Kämpferin des KJC Ravensburg setzte sich gegen die internationale Konkurrenz durch. Souverän kam Wagner in Sankt Petersburg von Sieg zu Sieg. In der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm gewann die amtierende Deutsche Meisterin ihre Auftaktbegegnung gegen Anfisa Kislitsyna aus Russland nach 22 Sekunden mit einem Ippon. Auch im Halbfinale blieb die Deutsche tonangebend. Gegen Ilona Lucassen aus den Niederlanden erzielte Wagner zwei Yuko und einen Waza-ari und zog damit souverän ins Finale ein. Dort traf die Ravensburgerin wieder auf eine Sportlerin aus den Niederlanden. Doch auch Jasmin Lesterhuis hatte das Nachsehen. Mit einem weiteren Ippon sicherte sich Wagner den Sieg und die Goldmedaille. Die Japanerin Erena Yamomoto gewann Bronze.

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Weitere Ergebnisse des European Junior Cup in St. Petersburg

Hier eine Übersicht der Ergebnisse des European Junior Cup in St. Petersburg:

Männer U21

  • -55 kg: 1. Natig Gurbanli, AZE; 2. Sadig Maharramov, AZE; 3. Yago Abuladze, RUS; 3. Wataru Umekita, JPN
  • -60 kg: 1. Ryuju Nagayama, JPN; 2. Zhaksybek Zhenisbek, KAZ; 3. Shapi Surakatov, RUS; 3. Islam Tsikanov, RUS
  • -66 kg: 1. Hidayat Heydarov, AZE; 2. Ramazan Kodzhakov, RUS; 3. Akbar Beisagurov, RUS; 3. Pavel Patokov, RUS
  • -73 kg: 1. Musa Kodzoev, RUS; 2. Didar Khamza, KAZ; 3. Uruskhan Bek Balaev, RUS; 3. Graf Melikov, RUS
  • -81 kg: 1. Toshimasa Ogata, JPN; 2. Igor Dolganov, RUS; 3. Zaur Ramazanov, RUS; 3. Suleyman Vyshegurov, RUS
  • -90 kg: 1. Mikhail Igolnikov, RUS; 2. Alikhan Tcechoev, RUS; 3. Vasif Sharbatli, AZE; 3. Yoshiaki Shirakawa, JPN
  • -100 kg: 1. Soslan Ikoev, RUS; 2. Oleg Abaev, RUS; 3. Shuhei Kawata, JPN; 3. Joseph Terhec, FRA
  • +100 kg: 1. Ruslan Shakhbazov, RUS; 2. Yelaman Yergaliyev, KAZ; 3. Tamerlan Bashaev, RUS; 3. Vladimir Molodykh, RUS

Frauen U21

  • -44 kg: 1. Amber Gersjes, NED; 2. Oksana Agazade, RUS; 3. Sitora Boymatova, RUS; 3. Vladlena Zershchikova, RUS
  • -48 kg: 1. Sephora Corcher, FRA; 2. Miriam Schneider, GER; 3. Daria Bobrikova, RUS; 3. Daria Pichkaleva, RUS
  • -52 kg: 1. Chishima Maeda, JPN; 2. Natsumi Kuroki, JPN; 3. Natalia Golomidova, RUS; 3. Anastasya Turcheva, RUS
  • -57 kg: 1. Dewy Karthaus, NED; 2. Miho Tanigawa, JPN; 3. Nina Rottger, FRA; 3. Anna Starchenko, KAZ
  • -63 kg: 1. Diana Dzhigaros, RUS; 2. Michelle Hürzeler, GER; 3. Aimi Nouchi, JPN; 3. Lara Reimann, GER
  • -70 kg: 1. Sanne Van Dijke, NED; 2. Aleksandra Samardzic, BIH; 3. Kyoka Hataishi, JPN; 3. Giovanna Scoccimarro, GER
  • -78 kg: 1. Iori Suzuki, JPN; 2. Larissa Groenwold, NED; 3. Julie Hölterhoff, GER; 3. Anna Maria Wagner, GER
  • +78 kg: 1. Anna Gushchina, RUS; 2. Jodie Myers, GBR; 3. Aleksandra Khomyn, RUS; 3. Nazgul Maratova, KAZ

Besuch aus Brandenburg in Sankt Petersburg

Die u18 Kader nutzten das lange Wochenende vom 09.-12. Mai zu einem Gegenbesuch in Sankt Petersburg. Haupttrainerin Tatjana Ivanova, selbst Kämpferin in der russischen Nationalmannschaft, kümmerte sich mit hohem Zeitaufwand um Training und Freizeit. Ein nächtlicher Spaziergang mit Stadtführung rundete den Aufenthalt ab. Ohne die zeitaufwendige Unterstützung durch Herrn Volz und die finanzielle Unterstützung des Autohaus Europa wäre diese sportlich interessante Reise nicht möglich gewesen.

Erfolge Berliner Judoka beim Cadet European Judo Cup

Sechs Wochen vor den Europameisterschaften der U 18 in Sarajevo reiste die Nationalmannschaft des DJB zum Cadet European Judo Cup im polnischen Bielsko Biala. Bei diesen letzten Test vor der EM waren auch drei der vier nominierten Berliner Judoka beim EJC. Beide Kämpfer absolvierten ein sehr gutes Turnier. Gesetzt auf zwei und drei starteten sie in der zweiten runde in das Turnier. Dennis traf hier auf Ryoma Tanaka aus Japan. Nach nur 23 Sekunden gewann Dennis diesen Kampf mit Sumi Gaeshi. Nach vorzeitigen Siegen gegen Anthony Vanukevich (IRL) und Robin Garbe (FRA) stand er im Halbfinale. Damitkam es zur Neuauflage des Halbfinales von Berlin. Nach einem hochkarätigen Kampf, war nach vier Minuten im Halbfinale noch keine Entscheidung gefallen. Einmal mehr mußte das Golden Score die Entscheidung bringen. Mateo hatte in Polen das bessere Ende und stand damit im Finale. Im Finale wartete Arek Naguchev (RUS), der Dritte der Weltmeisterschaften der U18 in Santiago de Chile 2017. Auch hier reichten die vier Minuten Kampfzeit nicht aus einen Sieger zu ermitteln. Dennis konnte seinen Kampf gegen Serhii Nebotov aus der Ukraine nach nur 47 Sekunden mit einen Armhebel gewinnen. Vladimir Stark (KK Karow) startete mit Siegen gegen Maksymilian Kadlubowski (POL) und Khirchla Khirchilashvili (FIN). Vladimir mußte sich nach 2:50 gegen Gorgely Nerpel (HUN), Gewinner der EC’s in Follonia und Cluj Napoca, geschlagen geben. Bei den Frauen war Charlotte von Leupoldt (SC Bushido) von der Bundestrainerin nachnominiert wurden.

Insgesamt war das Abschneiden der EM-Kandidaten gut und zeigte, dass sie sich auf einem guten Weg in der Vorbereitung befinden. Neben den vier Berliner Athleten/Innen waren auch drei Berliner Kampfrichter beim EC im Einsatz. Katharina Marzok, Karin Schuncke und Thomas Jüttner konnten an beiden Tagen mit soliden Leistungen überzeugen. Henry Ballaschk war als Co-Trainer des Bundestrainers mit vor Ort.

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