Judo Gelber Gurt: Wurftechniken und Prüfungsinhalte

Der weiss-gelbe Gurt ist der erste Gurt, den man im Judo erreichen kann. Für die Altersklasse U12 darf man ab diesem Gurt bereits an offiziellen Wettkämpfen teilnehmen. Für die anderen Altersklassen ist dies der Gelbe Gurt.

Prüfungsbestimmungen

Bitte üben Sie auf Judo- oder ähnlichen Turnmatten.

Fallschule

Bei den Ukemi kann nunmehr eine Differenzierung rechts-/links erwartet werden, sodass alle isolierten Falltechniken beidseitig gemacht werden sollen. Beim Rückwärtsfallen soll eine Rolle über die linke bzw. rechte Schulter demonstriert werden. Die Judorolle (Mae-mawari-ukemi) fällt nicht jedem gleichermaßen leicht.

Fallschule Rückwärts

Bewegungsbeschreibung: Aus der eigenen Rückwärtsbewegung geht man in die Hocke, Kinn auf die Brust, und rollt sich auf den Rücken. Übermäßige Energie wird durch ein Abklatschen auf der Matte abgefedert.

Fallschule Seitwärts

Bewegungsbeschreibung: Aus der eigenen Seitwärtsbewegung fällt man auf die Seite entgegengesetzt der Bewegungsrichtung. Übermäßige Energie wird durch ein Abklatschen auf der Matte abgefedert.

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Wurftechniken

Wurftechniken sind immer zu zwei Seiten ausführbar. Die Bewegungsbeschreibungen hier sind allgemein gehalten und deswegen eventuell schwerer verständlich als die detaillierteren in den Ausführungshilfen für die Seiten.

Uki-Goshi (Hüftschwung)

Bewegungsbeschreibung: Tori fasst um Ukes Rücken und mit dem verbleibenden Arm hoch an Ukes gegenüberliegendem Arm. Es herrscht Rücken-Bauch-Kontakt, Blickrichtung (und damit auch Richtung der Füße) ist gleich. Tori wirft ihn durch ein Verdrehen seiner Schultern auf den Rücken.

O-Goshi (großer Hüftwurf)

Bewegungsbeschreibung: Tori fasst um Ukes Rücken und mit dem verbleibenden Arm hoch an Ukes gegenüberliegendem Arm. Es herrscht Rücken-Bauch-Kontakt, Blickrichtung (und damit auch Richtung der Füße) ist gleich. Tori hebt Uke aus und wirft ihn durch ein Verdrehen seiner Schultern auf den Rücken.

Haltegriffe

Kuzure-Kesa-Gatame (Schärpenhaltegriff)

Bewegungsbeschreibung: Uke liegt auf dem Rücken, Tori mit seiner Seite auf Ukes Brust. Eine Hand fasst unter der Schulter her, die andere hält Ukes freie Hand fest.

Mune-Gatame (Brusthaltegriff)

Bewegungsbeschreibung: Uke liegt auf dem Rücken, Tori mit dem Bauch auf Ukes Brust. Die Befreiungen sind deshalb immer jeweils bei den näheren Informationen der einzelnen Haltegriffe zu finden.

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Stand- und Bodenaufgaben

Standaufgaben: Tori wirft aus einer aktiven Vorwärts- sowie Rückwärtsbewegung von Uke. Wichtig ist hier, dass Tori seinen Wurf an die Bewegungsrichtung anpasst. Die Aufgabe ist zwar sehr offen gestellt, allerdings ist zum Beispiel ein Außensturz aus der Rückwärtsbewegung nicht sinnvoll auszuführen. Wenn Tori vorwärts geht, wirft er/sie O-Soto-Otoshi (da er/sie keinen anderen Wurf zu dem Zeitpunkt kennt). Wenn Tori rückwärts geht, wirft er entweder einen O-Goshi oder einen Uki-Goshi.

Bodenaufgaben: Tori wirft, entwickelt daraus im Boden einen Haltegriff, Uke befreit sich daraus. Hier ist „judotypisches“ Verhalten wichtig. Sobald Uke fiel, sollte er im besten Falle in die Bankposition oder Bauchlage gehen, um sich besser verteidigen zu können.

Randori

Es sollten ca. 4-6 kurze Randori durchgeführt werden. Idealerweise stellt Uke kontrollierte Gegenwehr, damit Tori einen realistischen Umgang mit seinem Partner demonstrieren kann, ohne behindert zu werden. Es ist ausdrücklich erwünscht, dass sich der Prüfling eigene Situationen erstellt und sie demonstriert, damit er über sein eigenes Judo nachdenkt. Auch hier ist wichtig, dass der Haltegriffwechsel nicht zum Tanz wird. Uke versucht sich ernsthaft zu verteidigen und dem Haltegriff zu entkommen, und Tori nutzt diese aus, um seine Position im Idealfall zu stärken. Tori muss aus der Situation heraus in der Lage sein abzuschätzen, wo gerade seine Schwächen sind, die Uke ausnutzen möchte. Es gibt dementsprechend keine definitive Anleitung für diese Aufgabe. Ermuntern Sie Ihre Judoka im Randori, passende Wechsel auszuprobieren und zu schauen, was funktioniert und was nicht. Nicht selten wird dieser Punkt auch im Randori während der Prüfung abgearbeitet.

Es ist sinnvoll, die Anwendungsaufgaben im Block mit den Grundformen zu üben und vorzuzeigen.

Erläuterungen zum Prüfungsprogramm

  • Auf den grundlegenden Erfahrungen des 8. Kyu aufbauen.
  • Auf dieser Stufe sollte unbedingt der Wurf von O-goshi/Uki-goshi geübt werden, der zum 8. Kyu geübt wurde.
  • Unter Seoi-otoshi verstehen wir eine mit breitem Stand ausgeführte Form des Ipponseoi-nage.

Weitere Techniken

Das Werfen erweitert sich auf sechs wählbare Beispiele aus derselben Grundmenge an Techniken. Die Prüflinge sollten vor allem die Begriffe kennen, die zum Bestehen der Prüfung notwendig sind.

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  • - zwei Lösungen für Standardsituationen: -- Wiederholung vom 7. Kyu
  • mit der Zughand über Ukes Arm am Kragen greifen.
  • Körperschwerpunkt vor dessen Füssen befindet.
  • Würfe nach hinten (z.B.

Begriffe

  • Ippon-seoi-nage = Punkt-Schulterwurf
  • Tai-otoshi = Körpersturz
  • De-ashi-barai = Den vorne stehenden/ nach vorne kommenden Fuß fegen; Fußfeger
  • Ko-uchi-gari = Kleine Innensichel
  • Ko-soto-gari = Kleine Aussensichel

Nach dem 7. Kyu steht zum 6.

Wichtig: Nicht nur die Rolle von Tori demonstrieren, sondern auch ein guter (d.h. versucht ernsthaft zu halten) und Uke (der versucht sich ernsthaft zu befreien bzw. korrekten Endposition oder mit Aufstehen gezeigt werden.