Viele Menschen interessieren sich für Mixed Martial Arts (MMA) und möchten diesen Sport professionell betreiben oder als Trainer arbeiten. Hier sind die wichtigsten Aspekte, die du beachten solltest, wenn du eine Karriere als MMA-Trainer in Deutschland anstrebst.
Allgemeine Voraussetzungen für Kampfsporttrainer
Es gibt keine bundesweiten staatlichen Voraussetzungen, um als Kampfsporttrainer zu arbeiten. Wenn dich ein Verein oder eine Schule einstellt, kannst du grundsätzlich als Trainer tätig sein. Allerdings fordern viele Vereine aus versicherungstechnischen Gründen eine Übungsleiterlizenz, beispielsweise vom Landessportbund.
Ein Sportverein verlangt im Allgemeinen die Sportübungsleiter C-Lizenz als Basis. Zusätzlich wird für den Kampfsport eine entsprechende Graduierung oder Trainerlizenz des jeweiligen Verbandes benötigt. Die genauen Bedingungen können je nach Verein variieren.
Bei der Arbeit mit U18-Jährigen ist oft eine Assistenztrainertätigkeit möglich. Für Trainer über 18 Jahre sind in der Regel ein Trainerschein, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis ohne Einträge und ein Pädagogik-Grundkurs erforderlich.
Spezifische Anforderungen für MMA-Trainer
Um als MMA-Trainer der Free Fight Association (FFA) anerkannt zu werden, gibt es verschiedene Lizenzstufen mit spezifischen Anforderungen:
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MMA Basic-Instructor der FFA
- Aktuelle Tätigkeit als MMA-Trainer.
- Trainerschein in einer in die MMA implementierten Sportart.
- MMA-Wettkämpfer Erfahrung.
- Erwerb von Basistechniken der Trainingslehre und Trainingssteuerung.
- Durchführung von MMA-Trainingseinheiten.
- Teilnahme an Fortbildungen.
- Lizenzverlängerung alle zwei Jahre mit Lehrgangsnachweis.
MMA Advanced-Instructor der FFA
- Mindestens ein Jahr nachgewiesene Arbeit als MMA Basic-Instructor.
- Erweitertes Wissen über Trainingslehre und -steuerung.
- Wissen über taktische Konzepte, sportgerechte Ernährung und Wettkampfvorbereitung.
- Durchführung von MMA-Trainingseinheiten.
- Teilnahme an Fortbildungen.
- Lizenzverlängerung alle zwei Jahre mit Lehrgangsnachweis.
MMA Advanced-Instructor der FFA mit Lehrbefähigung
- Mindestens ein Jahr nachgewiesene Arbeit als MMA Advanced-Instructor.
- Durchführung der Ausbildung zum MMA Basic-Instructor.
- Mind. 96 Stunden Ausbildung.
- Teilnahme an Fortbildungen.
- Lizenzverlängerung alle zwei Jahre mit Lehrgangsnachweis.
MMA Full-Instructor der FFA
- Ernennung durch den Vorstand der FFA.
- Erwerb des MMA Advanced-Instructors der FFA mit Lehrbefähigung oder herausragende Leistung als Trainer.
- Durchführung von Schulungen aller Level der MMA Instructor-Ausbildung.
- Durchführung der Ausbildung zum MMA-Referee der FFA.
- Teilnahme an Fortbildungen.
- Lizenzverlängerung alle zwei Jahre mit Lehrgangsnachweis.
- Die Schule oder der Verein des MMA Full-Instructors darf die Bezeichnung FFA Academy führen.
Der Weg zur eigenen Kampfkunstschule
Viele Kampfsportler träumen davon, ihre eigene Kampfkunstschule zu gründen. Hier sind einige Mythen und Schritte, die du auf diesem Weg beachten solltest:
Fünf Mythen über die Gründung einer Kampfkunstschule
- Mythos I: Du brauchst mehrere schwarze Gürtel und >10 Jahre Erfahrung, bevor du gründest. FALSCH.
- Mythos II: Du musst ein Top-Kämpfer / Kampfsportler sein, um eine eigene Schule gründen zu können. FALSCH.
- Mythos III: Eine Kampfkunstschule lohnt sich nicht mehr, gerade seit Corona ist es schwer, mit einer Kampfsportschule Geld zu verdienen. FALSCH.
- Mythos IV: Eine Kampfkunstschule kann man nicht nebenberuflich aufbauen, wenn dann ganz oder gar nicht. FALSCH.
- Mythos V: Eine Kampfkunstschule zu gründen ist jahrelange harte Arbeit und macht wenig Spaß. FALSCH.
Leitfaden: Eine eigene Kampfsportschule gründen
- Lektion 1: Wähle deinen Kampfkunst-Stil: Wähle einen oder mehrere Stile, die dir zusagen.
- Lektion 2: Beginne Schritt für Schritt mit dem Unterrichten: Sammle Erfahrungen durch Kurse für Freunde, Schnuppertrainings im Park oder Unisportkurse.
- Lektion 3: Sei mehr als nur Kampfsportler, sei Lernender, Lehrer, Inspirierer & Businessman: Entwickle einen eigenen Unterrichtsstil und bilde dich weiter.
- Lektion 4: Wähle deine Unternehmensform / deine Rechtsform: Entscheide dich zwischen freiberuflichem Einzelunternehmer oder gemeinnützigem Verein.
- Lektion 5: Rechtliche Risiken ausschließen: Stelle sicher, dass deine Angebote rechtssicher sind und schließe notwendige Versicherungen ab.
- Lektion 6: Diversifikation und Krisen-Resilienz: Erweitere dein Angebot durch verschiedene Trainingsangebote und Online-Training.
- Lektion 7: Gründe aus den richtigen Gründen: Stelle sicher, dass du wirklich etwas bewegen und Menschen begeistern möchtest.
- Lektion 8: Menschen begeistern, Neukunden gewinnen: Fördere einen positiven Team-Spirit und sorge für einen professionellen Online-Auftritt.
Weitere wichtige Aspekte für MMA-Trainer
Neben den formalen Voraussetzungen gibt es weitere wichtige Aspekte, die angehende MMA-Trainer beachten sollten:
- Das richtige Alter, um mit MMA anzufangen: Ideal ist ein Alter von 14 bis 16 Jahren, um mit 18 Jahren an Wettkämpfen teilnehmen zu können.
- Trainingsdauer: Mindestens 2 Jahre regelmäßiges Training (5 Tage pro Woche) sind erforderlich, bevor man an Amateurkämpfen teilnehmen kann.
- Kampfsportarten für MMA: Wähle eine Kampfkunst, die sich auf das Schlagen konzentriert (z.B. Muay Thai oder Boxen) und eine andere für den Bodenkampf (z.B. BJJ).
- Gesundheit und Ernährung: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist wichtig, um das Gewicht zu halten und fit zu bleiben.
- Die Wahl des richtigen MMA Gyms: Achte auf qualifizierte Trainer mit entsprechenden Zertifizierungen und Erfolgen.
Gehaltsaussichten für MMA-Kämpfer
Das Gehalt von MMA-Kämpfern variiert stark und hängt von den Vertragsbedingungen ab. UFC-Kämpfer am unteren Ende der Skala verdienen etwa 10.000 - 30.000 US-Dollar pro Kampf. Top-Kämpfer erhalten zusätzlich Pay-per-View-Zuschläge.
Zusammenfassung
Um eine erfolgreiche Karriere als MMA-Trainer zu starten, sind neben den formalen Qualifikationen auch praktische Erfahrung, Engagement und die Fähigkeit, Menschen zu begeistern, entscheidend. Mit harter Arbeit und der richtigen Vorbereitung kannst du deinen Traum von einer eigenen Kampfkunstschule verwirklichen.
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