In der ProSieben-Show "Joko gegen Klaas - Das Duell um die Welt" liefern sich Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf ein Duell der Selbstverletzung. Sinn (oder Unsinn) der Pro7-Weltmeisterschaft: Joko und Klaas quälten sich gegenseitig und stellten sich in diversen, mehr oder minder anspruchsvollen, Aufgaben auf die Probe. Um die freiwillige Folter noch interessanter zu machen, zog es die Moderatoren in die Ferne.
Mit der neuen ProSieben-Show des Entertainer-Duos Joko und Klaas ist die Entfremdung sogar noch größer geworden. Sie stößt vor in eine neue Dimension des Staunens und des Schwachsinns, auch: des Staunens über Schwachsinn.
Die Aufgaben und Drehorte
Um seinen Titel zu verteidigen schickt er seinen Kontrahenten Klaas nach Ungarn und auf die Philippinen. In Budapest heißt es für Klaas zunächst, die Stadt zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu durchqueren - im Taucheranzug. Mehrere schräge Blicke und Ermahnungen der Polizei später, erreicht er sein Ziel: Den Eingang einer alten Mine unter der Hauptstadt Ungarns.
Jokos Mission in Russland geht indes buchstäblich unter die Haut: Extremsport trifft auf "Body Modification". Auf den ersten Blick normales Bungee-Jumping. Auf den zweiten Blick hat die russische Bungee-Variante aber einen Haken. Bei "Body Carabiner" werden Karabinerhaken in der Haut befestigt. An den Haken erfolgt dann die Sicherung für den Sprung. "Was ist das Absurdeste an was du denken kannst? Dann kannst du dir sicher sein: In Russland musst du es mit Zehn multiplizieren", so Joko.
In Grönland kreuzen sich schließlich die Wege der beiden Weltreisenden. Auf einer Eisscholle begegnen sie dem Wrestler "Herman the German".
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Klaas zwang seinen Kollegen Joko - der unter panischer Höhenangst leidet - dazu, auf dem Dach eines Doppeldeckerflugzeuges festgeschnallt einen Haggis (eine schottische Spezialität - mit Innereien gefüllter Schafsmagen) zu essen. Im Gegenzug verschlug es Klaas nach China - ins HuangShan Gebirge. Hart traf des Joko, als Klaas ihn zum Wrestling nach Mexiko schickte. Aber auch Klaas musste Schläge einstecken. In Thailand stellte er sich beim Thai Boxen mit verbundenen Augen in den Ring.
Die Studiospiele
Neben den Aufgaben rund um die Welt gab es auch diverse Studiospiele:
- Nasenblasen
- Kletteraffe
- Indian Shitstorm
- Ping Pong
- Den Gürtel enger schnallen
- Eiskaltes Händchen
- Joko, wende gescheit!
- Kopfnuss-Gong
- Hautsauger
- Strom sortieren
- Gesichts-Bungee
- Brennnessel essen
- Living PacMan
Weitere Herausforderungen
Die Aufgaben führten Joko und Klaas an die unterschiedlichsten Orte der Welt, wo sie sich skurrilen und oft schmerzhaften Herausforderungen stellen mussten:
- Joko: Wheel Chair Rugby in Alabama, Dschungel-LSD in Ecuador, Eskimo Olympiade in Alaska, Coconut Leo in Belize, Haggis essen in England, Alligator knutschen in Florida, Eselrennen in Jamaika.
- Klaas: Lebende Delikatesse in Korea, Bungee-Sprung in Hong Kong, Bagel-Head in Tokio, Karaoke in der Kapsel in Russland, Wanderung in luftiger Höhe in China, Boot fahren in Malaysia, Thai-Boxkampf in Thailand.
Die Faszination des Schmerzes
Was das "Duell um die Welt" beweist: Das Prinzip "Jackass" ist noch lange nicht aus der Mode. Es macht immer noch Spaß, andere dabei zu beobachten, wie sie sich quälen und Schmerzen zufügen. Sehenswerte Gesichtsverzerrungen - von panisch über schmerzhaft bis zu ängstlich - bot "Joko gegen Klaas" definitiv, denn wer schon jahrelang zusammen arbeitet, der kennt auch die Schwächen des anderen.
Die Inszenierung und die Emotionen
"Joko gegen Klaas - Das Duell um die Welt" ist immer dann am stärksten, wenn die Kontrolle über das Spiel am schwächsten ist. Ungeschminkte Emotionen sind im Unterhaltungsfernsehen selten. Bei "Joko gegen Klaas" blitzen sie in einigen Szenen auf. Das war schön und manchmal ziemlich lustig, doch die Inszenierung überwiegt.
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Dieses Duell versucht, die Limits neu zu setzen. Die persönlichen der Kandidaten, aber auch die geografischen, mit dem "größten Spielfeld aller Zeiten", also der Welt. Man fliegt mal eben von einer Ecke der Erde in die andere wie auf Google Maps, um sich etwa in Tokio eine Spritze in die Stirn setzen zu lassen, die daraufhin zu einer Art Donut anschwillt. Ist das jetzt irgendwie crazy oder nicht doch einfach nur obszön?
Das Konzept und die Zielgruppe
Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf sind schlau genug, um genau zu wissen, was sie tun. Sie nehmen mit ihrer Selbstironie die Generation Neon mit und lassen an ihrer Stelle mal so richtig die Sau raus. Und sie sprechen die Gamer an, die in ihrer virtuellen Welt ohnehin keine Limits, nur Levels kennen und die Scripted Reality für den Normalzustand halten. Das klingt nach einem stimmigen Konzept.
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