Ringen: Definition und Bedeutung des Kampfsports

Ringen ist eine dynamische Kampfsportart, die den urmenschlichen Trieb, sich zu messen und zu vergleichen, unmittelbar zum Ausdruck bringt.

Was ist Ringen?

Wrestling (engl. Ringen), im deutschen Sprachraum auch als Catchen bezeichnet (letztere Bezeichnung lehnt sich an den älteren Begriff Catch Wrestling an), ist eine populäre Schaukampf-Sportart, die besonders in Japan, den USA und Mexiko eine große Fangemeinde hat. Wrestling bedeutet auf Deutsch zunächst einfach Ringen. Im englischen Sprachraum werden jedoch das olympische Freistilringen und griechisch-römische Ringen Amateur Wrestling genannt, während das in diesem Artikel beschriebene Wrestling eine Sonderform ist und dort mit Professional Wrestling (deutsch Berufsringen) bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus Sport und Theater, welche Athletik und Choreografie vereinigt.

Bei den antiken Kulturvölkern war der Ringkampf sehr populär. Dies belegen zahlreiche Überlieferungen der alten Ägypter, Perser, Griechen und Römer. Ringen gehörte von Anfang an zu den olympischen Sportarten.

Ringen heute

Heute figurieren zwei Stilarten im Programm der Olympischen Spiele:

  • Freistilringen (Männer und Frauen)
  • Griechisch-römisch oder kurz Greco-Ringen (Männer)

Im Freistil wird unter Einsatz des ganzen Körpers gekämpft, während im Greco Griffe nur oberhalb der Taille angesetzt werden dürfen. Oberstes Ziel ist es immer, den Gegner für einen sichtbaren Moment auf die Schultern zu zwingen. Gelingt dies nicht, bestimmt das Kampfgericht nach Ablauf der Kampfzeit den Sieger aufgrund der bewertenden Aktionen.

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Durch ständige Weiterentwicklung der Regeln will das Ringen ein attraktiver, spektakulärer Kampfsport bleiben, der beiden Geschlechtern offen steht. Die Wettkämpfe werden in verschiedenen Gewichtsklassen ausgetragen. So haben alle eine Chance, Grösse und Gewicht sind nicht entscheiden für den Erfolg. Dies im Unterschied etwa zum schweizerischen Nationalsport, dem Schwingen, welches keine Gewichtsklassen kennt.

Zwar gibt es Athleten, welche sowohl ringen als auch schwingen, und die beiden Sportarten werden häufig im gleichen Atemzug genannt.

Ringen in der Welt

In den USA ist es ein Schulsport, in Russland und den Ex-Sowjetstaaten eine Trendsportart, in der Schweiz geriet es in den letzten Jahren zunehmend in Vergessenheit.

«Wir sind die Einzigen im Raum Zürich, die Ringen anbieten. Doch nebst uns gibt es rund 20 MMA-Center», sagt Rafael Perlungher, Inhaber und Trainer der Zürcher Ringerclubs in Schlieren. Er startete den Club vor drei Jahren erneut, nachdem der Zürcher Ringerclub in den 1950er-Jahren eingeschlafen war.

«Erst in letzter Zeit gab es eine langsame Trendwende, das Ringen kommt wieder zurück in die Städte», sagt Werner Bossert, Präsident von Swiss Wrestling Federation. Damit die Sportart wieder bekannter wird, braucht es noch viel Aufklärungsarbeit. «Das Schwingen beispielsweise ist eine reine Schweizer Tradition - Ringer können sich hingegen auch international messen», sagt Bossert.

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Beim Ringen gehe es um einen harten, aber fairen Zweikampf, der sich für alle Altersgruppen und Geschlechter eignet, so seine kurze Definition. «Zudem ist Ringen olympisch. Über 160 Nationen sind im Weltringerverband organisiert. Keine andere Sportart hat weltweit ein so grosses Einzugsgebiet.» Damit die Schweizer Ringer im Kampf gegen Ringernationen wie die USA, Russland oder Iran bestehen können, stehen ihnen viele Stunden Training bevor. Das Ziel sei, dass nach zwei verpassten Olympiaden 2020 wieder ein Schweizer teilnehmen könne, so Bossert.

Warum Ringen?

Um sich diese Eigenschaften anzutrainieren, haben sich in letzter Zeit auch wieder vermehrt moderne Kampfsportler wie Boxer oder MMA-Kämpfer der Mutter des Zweikampfs, dem Ringen, zugewendet. «Ringen ist die älteste olympische Sportart, die es gibt», so Perlungher. Mit seinem Club will er die Sportart wieder unter die Jugendlichen und Kinder bringen. «Immer wieder werden Kinder zu uns geschickt, die in der Schule als sogenannte Problemkinder gelten. Bei uns lernen sie, mit ihren Emotionen umzugehen», so Perlungher.

Als Erstes müssten die Kinder dann lernen, dass die Fortschritte nicht «instant», also sofort erreicht werden können. Doch die Früchte seien klar sichtbar: «Ein guter Ringer wird beispielsweise nicht gemobbt in der Schule», so Perlungher.

«Ringen ist instinktiv»Doch Ringen sei ganz anders als andere Sportarten. «Ringen ist etwas, was den meisten instinktiv gegeben ist. Es ist ein Sport, der tief im Verhalten der Menschen verwurzelt ist.»

Wrestling als Showkampf

Um beim Publikum den Eindruck eines echten Kampfsports zu erwecken, existieren im Wrestling zahlreiche Griffe, Würfe und andere Aktionen, die teilweise aus Kampfsportarten entlehnt sind. Die saubere und dadurch auch sichere Durchführung dieser Manöver erfordert jahrelanges professionelles Training. Alle hier beschriebenen Techniken sind für Laien gefährlich und erfordern ein professionelles Training. Diese Art von Moves wird vor allem in Tag Team-Matches benutzt und zeichnet sich dadurch aus, dass dafür zwei ausführende Wrestler nötig sind.

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