Der Hit von Karat aus dem Jahr 1981 und die Erfolgsgeschichte der Band

Die 1980er-Jahre sollten das Jahrzehnt für die Band KARAT werden. Gleich zu Beginn tüftelte die Gruppe an einem neuen Album.

Der Song "Der blaue Planet" der Gruppe KARAT entstand im Jahr 1981 und wurde 1982 auf dem gleichnamigen Album veröffentlicht. 1982 kam mit „Der Blaue Planet“ der größte Erfolg der Bandgeschichte in die Läden.

Keyboarder Ulrich „Ed“ Swillms war der kreative Kopf der Band von Beginn an und hat alle die Songs komponiert, die bis in die heutige Zeit alle Live-Konzerte der Band bestimmenden Titel.

Angefangen beim „König der Welt“, selbstverständlich „Über sieben Brücken“, der immer noch hoch aktuelle „Blaue Planet“ und „Jede Stunde“.

Ed Swillms komponierte die meisten Songs basierend auf seiner Prägung durch sein Studium in Cello und Klavier, in dem er mit klassischer Musik in Berührung kam.

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„Ich glaube, dass wir eine zeitlose Musik machen. Die Ur-Seele ist natürlich damals durch das Feeling von Ulrich „Ed“ Swillms geprägt worden.

Ihre Musik ist publikumsnah und inhaltlich anspruchsvoll. Ein Spagat, der bei KARAT nicht peinlich berührt. Teilweise Pop und Schlager, hauptsächlich aber Deutsch-Rock mit klassischen Elementen.

Die Musik und die Texte von KARAT treffen auf ein Lebensgefühl und erreichen die Leute: Ihre Songs begleiten viele Menschen schon ihr Leben lang und wecken Erinnerungen. Aber auch junge Leute entdecken die Musik von KARAT für sich und füllen die Konzertsäle. Musik als Kraftspender in schwierigen Zeiten. Dinge, die nicht gesagt werden durften und Befindlichkeiten mit und gegen den Staat in lyrischen Worten ausdrücken. So entstehen ganze Welten mit ihren Liedern, und die Gruppe muss kreativ sein und bleiben, um Dinge auf Umwegen und verklausuliert zu sagen.

Wie vielen Künstler*innen in der DDR, hatte auch die Gruppe KARAT mit der Bürokratie zu kämpfen. Es wurde darauf geachtet, dass sie auch im Sinne des Sozialismus unterwegs waren. Vieles, was gesagt werden musste, konnte nur verschlüsselt gesungen werden.

So geht es bei dem Lied „Albatros“ sicher nicht nur um diesen Seevogel. Das Lied trifft einen Nerv der DDR-Jugend und ihrer Sehnsucht nach Freiheit. Die Songs der Gruppe KARAT sind auch in Rügen bei den Störtebeker-Festspielen 2025 präsent. „Albatros“ beispielsweise ist für mich eine der schönsten Balladen gegen Unterdrückung und der Sehnsucht nach Freiheit.

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KARAT verstand sich nicht als politische Band im Auftrag der Partei, war aber auch nie Opposition. Sie waren und sind auf Themen konzentriert, die alle angehen. Lieder allein werden die Welt nicht veränderen, aber sie tragen zum Nachdenken bei und das ist bei der Gruppe KARAT garantiert.

Die Bandmitglieder sind ein streitbares Völkchen und ringen gemeinsam um den richten Sound, die passende Liedzeile. „KARAT ist man nicht nur auf der Bühne. KARAT muss man leben.“ (Adele Walter, Managerin) Die Bandmitglieder bleiben aktiv und neugierig und stehen mitten im Leben.

KARAT hat im Laufe der Jahre mehrere Besetzungswechsel erlebt.

In den Folgejahren kamen weitere Hits dazu - die großen Erfolge blieben allerdings aus. Trotzdem gehören sie nach wie vor zu den Top-Bands des Ostens.

2004 dann die Hiobsbotschaft: Sänger Herbert Dreilich erkrankt schwer und stirbt im Dezember im Alter von 62 Jahren an seiner Krebserkrankung, und sein Sohn Claudius steht vor der wichtigsten Entscheidung seines Lebens: Manager in Shanghai werden oder Sänger von KARAT.

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"Das ist ein Zufallsprodukt gewesen", erinnert sich Claudius: „Das war zum 25-jährigen Jubiläum von KARAT in der Berliner Wuhlheide. Da wurden die Kinder der Kollegen gefragt, ob wir die Band nicht überraschen wollen und einen Song von KARAT spielen. Ich sollte dann die Abendstimmung singen. Und ich fing an zu singen, doch da war Ruhe im Publikum. Ich dachte, da habe ich irgendwas falsch gemacht. Zum Glück merkte das ein Redakteur hinter der Bühne und sagte zu meinem Vater: Du musst da jetzt rausgehen und die zweite Stimme singen, denn die denken sonst alle, der tut nur so.

Schon als Kind wohnte Claudius Konzerten der Rockband bei. Claudius Dreilich, der seit mittlerweile 20 Jahren Teil von KARAT ist, erklärt: „Es hat sich letztlich für die Band immer nur in eine Richtung entwickelt, und das ist die, die wir wollen: Nämlich nach vorne.

Die politischen Entwicklungen auf der Welt, aber auch in Deutschland gehen nicht spurlos an den Rockern vorbei, gibt Bernd Römer zu: „Wir sollten uns immer daran erinnern, dass wir Menschen sind.

Wie schon des Öfteren, blicken die Mitglieder der Band auch im 50. Jahr nach vorne. Anstatt eines großen Best-of-Albums gibt es zum Jubiläum ein weiteres, das 16. Studioalbum. Dennoch, auf „Hohe Himmel“, so der Titel, klingen auch die Wurzeln der Band durch.

„Wir haben hier stark mit alten Soundelementen gearbeitet. Aber trotzdem, glaube ich, dass wir es auch geschafft haben, im Jetzt zu sein“, sagt der Sänger Claudius Dreilich. „Wir wollten nicht zurückgucken, weil wir immer nach vorne gucken - da muss man sich ein bisschen orientieren. Deswegen ist es ein Album, was vielleicht die Leute in dieser Art und Weise erst mal überrascht.

„Die Konstante bei KARAT ist die ständige Veränderung!“ so ein Mitglied der Band beim Blick zurück auf 50 Jahre und behaupten selbstbewusst von sich und ihrer Musik: „Wir waren gestern da. Wir sind heute da.

Am Samstag, den 22. 1980 covert Peter Maffay den Song "Über sieben Brücken", der bis heute zu seinen erfolgreichsten gehört.

Eines schönen Tages, irgendwann im Frühjahr 1980, hörte Peter Maffay zufällig ein Lied im Radio, das ihn sofort begeisterte und nicht mehr losließ: "Und ich hab gesagt: Was ist das für ein schönes Lied! Wer hat das gesungen? Aber das konnte mir in meinem Bekanntenkreis niemand sagen", erzählte Maffay 2014 dem MDR-Hörfunk. Er recherchierte weiter und erfuhr schließlich, dass das Lied von Karat, einer Band aus der DDR, stammt.

Zwei Jahre zuvor, an einem Sonntagabend im April, hatte das DDR-Fernsehen einen Spielfilm gesendet: "Über sieben Brücken musst du gehn". Der Film erzählte die Geschichte einer traurigen Liebe zwischen einem polnischen Mann und einer Frau aus der DDR. Am Ende des Films, über dem Abspann, lief ein Lied: "Über sieben Brücken musst du gehn, / sieben dunkle Jahre überstehn, / siebenmal wirst du die Asche sein, / aber einmal auch der helle Schein..."

Noch am Abend riefen beim Fernsehen der DDR in Berlin-Adlershof Zuschauer an und fragten, wie das Lied heißt und wo sie die Schallplatte kaufen könnten. Den Text des Liedes schrieb der Leipziger Schriftsteller Helmut Richter, die Musik Ulrich "Ed" Swillms, Keyboarder der Ost-Berliner Band Karat. Als Richter den Song zum ersten Mal im Tonstudio hörte, prophezeite er überschwänglich: "Das wird ein Welthit!"

Noch 1978 gewann Karat beim Internationalen Schlagerfestival in Dresden mit "Über sieben Brücken" den "Grand Prix". 1979 erschien dann die LP "Über sieben Brücken musst du gehn" beim DDR-Plattenlabel "Amiga" und war umgehend vergriffen. Zeitgleich wurde die LP unter dem Titel "Albatros" auch in der Bundesrepublik veröffentlicht.

1980 reiste Karat zu einem Konzert nach Wiesbaden. Peter Maffay machte sich ebenfalls auf den Weg in die hessische Landeshauptstadt. Einige Monate waren seit dem Tag vergangen, als er im Radio "Über sieben Brücken" gehört hatte. Maffay wollte die Musiker aus der DDR unbedingt treffen.

"Wir haben uns in einem verräucherten Club kennengelernt. Und das war ja keine alltägliche Geschichte - eine ostdeutsche Band und ein westdeutscher Sänger", erinnert sich Maffay im MDR-Gespräch. "Aber das war eine schöne Begegnung, die anfangs etwas angespannt war, denn ich wusste nicht, wem ich da begegne, und die wussten nicht, wie ich ticke.

Peter Maffay nahm nach dem Treffen mit Karat schnell eine eigene Version des Karat-Songs auf, die er mit einem ebenso markanten wie einprägsamen Saxophon-Solo versah. Komponist "Ed" Swillms war begeistert. Noch 1980 veröffentlichte Maffay seine Version von "Über sieben Brücken" auf dem Album "Revanche", das sich mehr als zwei Millionen Mal verkaufte.

Da das Kulturministerium der DDR Karat Anfang der 1980er-Jahre untersagt hatte, im bundesdeutschen Fernsehen aufzutreten, war nun fast ausschließlich die Interpretation Maffays präsent. Und der machte das Lied bei zahlreichen Konzerten auch im Ausland bekannt. Das alles führte schließlich dazu, dass viele im Westen meinen, "Über sieben Brücken" sei sein Lied.

Nach 1990 sangen Peter Maffay und Herbert Dreilich einige Male gemeinsam ihren berühmten Song.

Wer unsere WBS 70-Plattenbauwohnung betritt, fühlt sich schnell in den Alltag der DDR zurückversetzt - vom Sofa über die Carat-Schrankwand bis zum Esstisch direkt an der charakteristischen Küchendurchreiche. Ob Puhdys, Karat oder Veronika Fischer, die Musikwelt der DDR war vielfältig und emotional. Viele Besucher*innen verweilen lange an der Station, lassen Erinnerungen aufleben oder entdecken die Musik dieser Zeit ganz neu. Deshalb stellen wir hier die Top 20 der DDR-Hitparade unserer Hörstation in diesem Beitrag vor.

1970 landete Sonja Schmidt mit ihrem Schlager »Ein himmelblauer Trabant« einen echten Hit. 1981 war dieser Pop/Rock-Song seiner Zeit voraus. 1987 präsentierte die Kultfigur des DDR-Fernsehens einen humorvollen Schlager über ihre Heimatstadt. 1983 brachte Udo Lindenberg mit seinem frechen Pop/Rock-Song die Mauer musikalisch zum Wackeln. Ein ungarisches Original, das 1969 auch in der DDR begeisterte. 1985 landete Inka Bause mit diesem Schlager einen echten Ohrwurm, der mit keckem Ton und tanzbarem Rhythmus bis heute in den Köpfen bleibt. Der wohl bekannteste Schlager für die Kleinsten stammt aus dem Jahr 1959 und begleitet Generationen von Kindern bis heute ins Bett. 1988 veröffentlicht, bringt dieser Punk-Track anarchischen Charme und wilde Spielfreude auf den Punkt. 1987 erschien dieser Pop-Titel, der bis heute als eine der emotionalsten DDR-Balladen mit Gänsehaut-Faktor gilt. Der Text stammt von Gisela Steineckert, die zu dieser Zeit Präsidentin des Komitees für Unterhaltungskunst der DDR war. 1979 thematisierten die Pop/Rock-Legenden in diesem Song systemkritisch die Sprachlosigkeit im Alltag. Mit emotionaler Tiefe und poetischer Kraft begeisterte dieser Song 1986 die Fans der Rock-Band Silly mit Tamara Danz als Frontfrau. Mit ordentlich Punk-Power und West-Ost-Ironie veröffentlichte die Düsseldorfer Band 1986 diesen Ohrwurm. Ein Klassiker von 1953 und einer der bekanntesten Schlager der DDR. 1987 erschien dieser charmante Schlager, der mit lockerer Melodie und Kinderchor-Sound die Herzen der Fans eroberte.