Seit Jahrtausenden übt Gold eine große Faszination auf uns Menschen aus. Das Edelmetall mit dem satten, warmen Schimmer wurde erstmals in der Jungsteinzeit zu Schmuck verarbeitet und bis heute hat es nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt. Karat oder auch Carat, bezeichnet Maßeinheiten, die bei der Schmuckherstellung von größter Wichtigkeit sind. Zum einen bezeichnet Karat, das mit kt. oder C. oder ct. abgekürzt wird, den Gehalt reinen Goldes in einer Legierung und zum anderen wird mit dem metrischen Carat die Masse von Edelsteinen beziffert.
Das Wort Karat wurde aus dem französischen „le carat“ entlehnt. Seinen Ursprung hat das Wort allerdings im Griechischen, wo „kerátion“ der Diminutiv von Horn ist. Die für das Karat relevanten Hörnchen sind die Hülsenfrüchte des Johannisbrotbaumes, die früher als Maßeinheiten beim Wiegen genutzt wurden, weil sie angeblich über stets gleiche Größe und gleiches Gewicht verfügten. Ein Karat war nun das spezifische Gewicht von einem getrockneten Samenkorn dieser Frucht. Das metrische Karat entspricht heute 200mg.
Was bedeutet Karat?
Karat wird als Angabe des Feingehalts von Gold genutzt, wobei Gold mit einem Karat zu 1/24 des Gesamtgewichts aus Gold besteht. 24 karätiges Gold wird auch 999er Gold genannt und besteht zumindest theoretisch aus 99,9% reinem Gold. Gebräuchlich in der Schmuckherstellung sind 333er (8 Karat), 375er (9 Karat), 585er (14 Karat), 750er (18 Karat) Gold.
Für die Bestimmung der Masse von Edelsteinen wird Karat als gesetzliche Maßeinheit genutzt. Dabei ist ein metrisches Karat 0,2g, was 2*10-4 kg entspricht.
Goldlegierungen und ihre Eigenschaften
Heute wird Gold in der Schmuckherstellung immer als Legierung verwendet, um seine Eigenschaften zu optimieren, aber auch seine Farbe zu verändern. Die verschiedenen Goldlegierungen werden mit einem Prägestempel, der Punze, versehen, um damit den Feingehalt an Gold zu kennzeichnen. Dabei gibt es die in Europa gebräuchlichen Angaben des Feingehalts in Teilen von 1000 und die Karat-Angaben, die in Teilen von 24 angegeben werden.
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Eine Goldlegierung für Schmuckstücke sollte das Beste aus zwei Welten vereinen: Als Edelmetall reagiert Gold nur sehr träge und nur mit wenigen Stoffen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass es getragen werden kann, ohne anzulaufen und auf die Haut abzufärben. Allerdings ist reines Gold ein sehr weiches Metall und deshalb ohne weitere Beimischungen nicht für die Schmuckfertigung geeignet - der Goldschmuck würde leicht verbiegen und schon von geringen Belastungen Kratzer und Dellen davontragen.
Für Schmuckstücke liegt in unserem Kulturkreis dieser „Mittelweg“ bei einem Legierungsanteil zwischen 375er und 750er Gold. 375er Gold eignet sich aufgrund der höheren Härte sehr gut für Alltagsschmuck, der tagtäglich getragen wird. Allerdings sollte hier beachtet werden, dass wegen des verhältnismäßig geringen Feingoldgehaltes der Schmuck minimal nachdunkeln kann. 585er Gold ist ein guter Mittelweg, wenn man ein wertvolles Stück besitzen möchte, aber dieses auch regelmäßig tragen möchte. Gerade für Eheringe bietet sich diese Legierung an. 750er Gold ist eine sehr hochwertige Goldlegierung, die feine Schmuckstücke ergibt und edle Brillanten und Farbsteine und Goldschmiedekunst vervollkommnet, dabei aber noch widerstandsfähig genug gegen übliche Belastungen bleibt. Noch höhere Legierungen werden hauptsächlich in außer-europäischen Kulturkreisen getragen, vornehmlich als Statussymbol.
Verschiedene Goldfarben und ihre Zusammensetzung
Gold ist zunächst einmal ein Element, das in der Natur auch in Reinform vorkommt. Das Edelmetall mit der satt-orangegelben Farbe ist in purer Form allerdings sehr weich - zu weich, um es als Schmuck zu verwenden, denn es würde rasch verformen und durch Kratzer und Abdrücke unansehnlich werden. Deshalb wird Gold für Schmuckstücke immer mit anderen Metallen in einer Schmelze gemischt, um seine Eigenschaften zu optimieren.
- Gelbgold ist die üblichste Gold-Legierung für Schmuckstücke. Hier wird das Feingold mit Silber und Kupfer vermengt, um die gelbe Farbe beizubehalten, aber eine höhere Härte und bessere Bearbeitbarkeit zu erreichen.
- Bei Roségold wird der Anteil von Silber zugunsten des Kupfers verringert. Die größere Beimengung von Kupfer gibt dem Gold eine zarte, pastellige rosenfarbene Tönung.
- Rotgold enthält nur sehr wenig oder gar kein Silber mehr. Die Beimengung von Kupfer gibt der Legierung eine kräftig rötliche Färbung.
- Weißgold enthält kein Kupfer, stattdessen wird das Feingold mit Silber, Palladium und geringen Mengen Zink legiert. Oft wird Weißgoldschmuck rhodiniert, also mit einer dünnen Schicht Rhodium überzogen, um einen noch strahlenderen weißen Glanz zu erreichen.
- Graugold ist eine Legierung aus Feingold und Palladium und Silber. Der Verzicht auf Zink verschiebt die Farbe durch den hohen Palladium-Anteil deutlich ins Graue.
Auch innerhalb einer Goldfarbe wie Gelbgold und Roségold gibt es feine, aber sichtbare Unterschiede im Goldton. Allerdings ist jede Legierung eine eigene Rezeptur des Herstellers, da lediglich der Goldgehalt festgeschrieben ist, nicht jedoch das Verhältnis der anderen Materialien. Daher sind die Färbungen der Goldlegierungen auch nicht einheitlich. Lediglich eine Tendenz lässt sich erkennen: Ein höherer Feingoldanteil in der Mischung ergibt eine deutlichere Gelbtönung. Der dunkel-orangegelbe Farbton gediegenen Goldes ist bei den Metallen einzigartig und beeinflusst die Farbe der Legierung umso deutlicher, je mehr davon beigemischt wird.
So erkennt man beispielsweise eine Farbunterschied zwischen 585er Gold zu 750er, wenn man beide Goldlegierungen direkt nebeneinander betrachtet. Das 750er Gold ist etwas satter gelb, weil der Goldanteil hierin höher ist.
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Der Einfluss des Goldanteils auf den Preis
Der verschieden hohe Goldanteil beeinflusst auch den Preis von Goldlegierungen. Für reines Feingold gibt es tagesaktuelle Ankaufspreise (an der Börse gelten hierbei andere Preise als für den Goldschmied, aktuell liegt der Börsenpreis für Feingold bei rund 60 - 70 Euro pro Gramm) und von diesen abhängig ist dann auch der Preis der daraus gefertigten Goldlegierung: Je mehr Feingold enthalten ist, desto teurer ist auch die Legierung.
So sind Schmuckstücke aus 375er Gold auf das Goldgewicht gerechnet günstiger als Schmuck aus 750er Gold, das durch die größere Goldmenge das hochwertigere Material ist. Dennoch eignet sich das 375er Gold gerade aufgrund der hohen Beimischungen anderer Legierungsmetalle hervorragend für Alltagschmuck: Da das Gold sehr hart ist, kann es Tag für Tag getragen werden und ist dabei verhältnismäßig unempfindlich, durch den relativ niedrigen Anschaffungspreis ist auch ein neues Trend-Piece absolut erschwinglich und durch geschickte Legierungstechniken strahlt auch dieser Goldschmuck wunderschön und edel. Die Legierungen mit deutlich höherem Goldanteil bis zu 750er Gold sind deutlich teurer und werden häufig für zeitlose Klassiker, die auch in etlichen Jahren noch stilvoll und edel wirken sollen, verwendet. Am wichtigsten ist aber immer die persönliche Bedeutung und der ideelle Wert, die dein Lieblingsschmuckstück für dich haben.
Karat-Tabelle und Umrechnung
Wer wissen möchte, welche Gold Karatzahl welchen Feingehalt hat, kann unsere große Gold Karat Tabelle nutzen und den passenden Wert ablesen. Es sind auch einige eher selten vorkommende Goldlegierungen mit aufgeführt.
Sie haben Goldschmuck, in dem eine Karat Angabe gestempelt ist und würden nun gerne wissen, wie hoch der Feingehalt ist? Hier finden Sie die passende Gold Karat Tabelle, in der alle gängigen Karatzahlen in Feingehalt und Prozent angegeben sind.
Gold Karat Tabelle
Welcher Wert entspricht welcher Feinheit?
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| Karat (kt) | Feingehalt in Tausendsteln | Goldanteil in Prozent* |
|---|---|---|
| 8 kt | 333er Gold | 33,3 % |
| 9 kt | 375er Gold | 37,5 % |
| 10 kt | 417er Gold | 41,7 % |
| 14 kt | 585er Gold | 58,5 % |
| 18 kt | 750er Gold | 75 % |
| 20 kt | 833er Gold | 83,3 % |
| 21 kt | 875er Gold | 87,5 % |
| 22 kt | 916,66er Gold | 91,666 % |
| 24 kt | 999er Gold | 99,9 % |
*Anmerkung zur Karat Goldtabelle: Prozentangaben nur zur Veranschaulichung. Prozentwerte sind in der Edelmetallbranche unüblich
Wo finde ich Angaben zum Karat Wert?
Der Goldgehalt wird bei Schmuckstücken durch eine Punzierung angezeigt - ein kleiner Stempel an einer unauffälligen Stelle des Schmuckstücks. Diese Punze war früher nicht zwingend vorgeschrieben, aber heute ist sie bei den meisten Goldwaren üblich. Die Angaben auf Schmuckstücken sind jedoch nicht immer einheitlich: Der Goldgehalt kann entweder in Karat oder als Feingehalt in Promille angegeben werden.
Beispiele für Punzierungen:
- 333 / 8k = 333er Feingehalt / 8 Karat Gold
- 375 / 9 ct = 375er Feingehalt / 9 Karat Gold
- 585 / 14c = 585er Feingehalt / 14 Karat Gold
- 0.750 / 18 kt = 750er Feingehalt / 18 Karat Gold
Bei Goldbarren und Goldmünzen gibt in der Regel eine deutlich sichtbare Prägung Auskunft über den Feingehalt. Auch hier gibt es allerdings Besonderheiten bei der Schreibweise. So trägt zum Beispiel die Maple Leaf Goldmünze die Prägung „9999“, obwohl der Feingehalt korrekt als 999,9 Promille angegeben werden müsste. Diese Reinheitsangabe wird umgangssprachlich oft als „four nine fine“ bezeichnet.
Karat: Goldanteil in Gramm selber berechnen
Angenommen, eine Goldkette hat ein Gesamtgewicht von 15 Gramm. Wenn die Punzierung nur eine Karat-Angabe enthält, können Sie in der Goldtabelle nachsehen, welcher Karat-Wert welcher Feinheit in Promille entspricht. Um den reinen Goldanteil in Gramm zu berechnen, multiplizieren Sie das Gesamtgewicht mit dem entsprechenden Promille-Wert. So ermitteln Sie den exakten Anteil des reinen Goldes im Schmuckstück.
Goldanteil Berechnung am Beispiel von 15g Goldschmuck:
- 8 Karat Goldschmuck
- 8 Karat Gold entspricht einen Feingehalt von 333:
- 15 g × 0,333 = 4,995
- Der Goldanteil beträgt also 4,995 Gramm
- 14 Karat Goldschmuck
- 14 Karat Gold entspricht einen Feingehalt von 585:
- 15 g × 0,585 = 8,775
- Der Goldanteil beträgt also 8,775 Gramm
- 18 Karat Goldschmuck
- 18 karat Gold entspricht einen Feingehalt von 750:
- 15 g × 0,750 = 11,52
- Der Goldanteil beträgt also 11,52 Gramm
Landestypische Karat-Werte
Weltweit gibt es unterschiedliche Vorlieben bei den Reinheitsgraden von Gold. Auf dem nordamerikanischen Kontinent ist das eher blasse, aber kratzfeste 585er Gold (14 Karat) besonders populär. Im arabischen Raum bevorzugt man 21 Karat Gold für die Schmuckherstellung, während in Indien oft 22 Karat verwendet werden. In China findet man sogar 24 Karat Goldschmuck, der als „Chuk Kam“ (volles Gold) bezeichnet wird.
In Deutschland ist Goldschmuck zwischen 8 und 18 Karat typisch, was einem Feingehalt von 333 bis 750 in Tausendsteln entspricht. Außerdem gibt es hierzulande gesetzliche Regelungen, die einen Mindest-Goldgehalt vorschreiben, damit Schmuck als Gold verkauft werden darf.
