In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Ursprünge der Sportart MMA und der UFC, ihre Regeln und wo Sie die Kämpfe im Livestream sehen können.
Was ist MMA? Ursprung, Kritik, Unterschiede
MMA steht für Mixed Martial Arts und ist eine Vollkontaktsportart, die ihre Ursprünge in altgriechischen Olympia-Wettbewerben hat. Dabei stand die Frage im Vordergrund, ob Boxer oder Ringer die insgesamt besseren Kämpfer seien. Diese Frage beschäftigt die MMA bis heute: Ein Vergleich zwischen verschiedenen Kampfstilen und die Kombination derer.
Schläge, Tritte, Würfe und Ringen sind erlaubt, was der Kampfsportart später den Namen Free Fight einbrachte. Unter diesem Namen verbreiteten sich die MMA vor allem in den USA und Brasilien, ehe der Sport über den Atlantik nach Europa schwappte und dort zuerst in den Niederlanden Fuß fasste.
Die oftmals sehr blutigen Kämpfe wurden in Europa lange kritisch beäugt, haben sich aber inzwischen ein besseres Ansehen erarbeitet. Vergleiche mit den Gladiatorenkämpfen aus dem alten Rom sind seltener geworden, zumal die MMA in den USA inzwischen oftmals ein größeres Publikum erreichen als der Boxsport.
Was ist die UFC? Gründung, Regeln, Octagon
Die UFC (Ultimate Fighting Championship) wurde 1993 gegründet und ist inzwischen der größte Veranstalter von MMA-Kämpfen. Das Unternehmen setzt auf eine klare Regulierung der freien MMA-Kämpfe, um für verbesserte Sicherheit der Sportler und eine damit gesellschaftlich breitere Akzeptanz zu sorgen.
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Gekämpft wird im sogenannten Octagon, einem Käfig mit acht Ecken. Die Kontrahenten stehen sich, je nach Ansetzung, in drei oder fünf Runden à fünf Minuten gegenüber und kämpfen bis zu einem K.o, einem technischen K.o, einer Aufgabe oder dem Zeitlimit. Nach voller Dauer entscheiden drei Ringrichter per Wertung über den Sieger.
Dabei sind im Grunde alle Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten erlaubt. Die UFC hat allerdings einige Manöver unter Strafe gestellt. Typische Fouls sind Würgen, Einhaken von Fingern, Schläge auf den Hinterkopf, Tritte auf liegende Gegner oder das Festhalten an der Kleidung des Gegners.
Die aktuellen männlichen Titelträger der UFC
Hier ist eine Übersicht der aktuellen männlichen Titelträger der UFC:
| Gewichtsklasse | Titelträger | Seit |
|---|---|---|
| Fliegengewicht | Henry Cejudo | 4. August 2018 |
| Bantamgewicht | TJ Dillashaw | 4. November 2017 |
| Federgewicht | Max Holloway | 26. November 2016 |
| Leichtgewicht | Khabib Nurmagomedov | 7. April 2018 |
| Weltergewicht | Tyron Woodley | 30. Juli 2016 |
| Mittelgewicht | Robert Whittaker | 4. November 2017 |
| Halbschwergewicht | Daniel Cormier | 29. Juli 2017 |
| Schwergewicht | Daniel Cormier | 7. Juli 2018 |
UFC in Deutschland: Verbot und Expansion
Die größeren Events der UFC, die nach Nummern sortiert werden, finden mit wenigen Ausnahmen in den USA statt. Die UFC trägt allerdings kleinere Fight Nights aus, die auch schon ihren Weg nach Europa und Deutschland (zuletzt Hamburg) fanden.
Dabei wurde die UFC in Deutschland lange kritisch beäugt und war sogar eine Zeit lang verboten. Im März 2010 wurde die Übertragung von UFC-Events in Deutschland verboten. Die UFC ging gegen das Verbot vor und führte einige Events in Deutschland durch. Das Verbot wurde inzwischen aufgehoben, seit 2015 werden wieder Events der Organisation in Deutschland ausgestrahlt.
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Ab Oktober 2018 hält der Streaming-Anbieter DAZN die Rechte für Deutschland und Österreich.
Kampf zwischen Khabib und McGregor: Bedeutung für die UFC
Das nächste große Event der UFC ist UFC 229, das in der Nacht vom 6. Oktober auf den 7. Oktober deutscher Zeit stattfindet. Main Event des Abends ist der Kampf zwischen Khabib Nurmagomedov und Conor McGregor, der für die UFC laut Präsident Dana White das größte Event der bisherigen Geschichte darstellt.
Khabib ist Titelträger im Leichtgewicht und gilt als die bislang schwerste Herausforderung für McGregor. Der Ire wurde im Sommer 2017 der erste Kämpfer der UFC-Geschichte, der Titel in zwei Gewichtsklassen vereinte. Aufgrund von Inaktivität in Folge eines Boxkampfes gegen Floyd Mayweather wurden McGregor inzwischen beide Titel aberkannt.
Dennoch ist der Kämpfer weiterhin als größtes Zugpferd der UFC bekannt, verbuchten seine Kämpfe doch die bislang größten Zuschauerzahlen.
Khabib gegen McGregor: Livestream, TV-Übertragung
Den Kampf zwischen Khabib Nurmagomedov und Conor McGregor sehen Sie in Deutschland und Österreich live auf DAZN.
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Was ist DAZN?
DAZN ist ein Streaming-Portal, das jeden Tag eine große Vielzahl von Live-Sport-Events anbietet. Neben der UFC zeigt DAZN auch viele Partien der Premier League, Ligue 1, Serie A, Primera Division und Champions League sowie Spiele der UEFA Europa League und alle Partien der UEFA Europa League live und exklusiv.
Darüber hinaus kommen auch US-Sport-Fans auf ihre Kosten, denn DAZN ist die deutsche Heimat der NBA, NFL, MLB und NHL.
Die Gewichtsklassen in der UFC
Die Gewichtsklassen sind ein grundlegender Bestandteil der UFC, der bekanntesten Mixed-Martial-Arts-Organisation der Welt. Diese Gewichtsbeschränkungen sorgen nicht nur für einen fairen Wettbewerb, sondern fügen den Kämpfen auch eine strategische und erzählerische Dimension hinzu. Gewichtsklassen sind Kategorien, die Kämpfer nach ihrem Körpergewicht unterteilen. Dieses System verhindert, dass Athleten mit großen Gewichtsunterschieden gegeneinander antreten, was ausgewogenere und sicherere Kämpfe gewährleistet. Die UFC unterteilt die Kämpfer derzeit in 12 Hauptklassen, 8 für Männer und 4 für Frauen.
Zu Beginn hatte die UFC keine Gewichtsbeschränkungen. Die Kämpfe waren echte Stilduelle ohne Rücksicht auf Körperbauunterschiede. 1997 revolutionierte die Einführung der ersten Gewichtsklassen den Sport.
Eines der kontroversesten Themen in den Gewichtsklassen ist das sogenannte „Cutting“, also das schnelle Abnehmen, um das Gewichtslimit der eigenen Klasse einzuhalten. Obwohl es eine gängige Praxis ist, kann sie verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit der Athleten haben, wie extreme Dehydrierung und Erschöpfung.
Jede Klasse hat Besonderheiten, die die Kampfstrategien beeinflussen. In den leichteren Klassen sind Geschwindigkeit und Technik entscheidend, während in den schwereren Klassen die Schlagkraft eine zentrale Rolle spielt.
Die Gewichtsklassen variieren leicht zwischen den Organisationen. ONE Championship hat beispielsweise ein auf Hydration basiertes System, das das Gewichtmachen eliminieren soll. Es gibt Diskussionen über die Einführung neuer Gewichtsklassen, wie die Cruisergewichtsklasse (zwischen Halbschwer- und Schwergewicht).
Die Gewichtsklassen sind nicht nur eine sportliche Angelegenheit. Sie spiegeln auch die Vielfalt von Geschlechtern und Körperbauten wider und vermitteln eine Botschaft der Inklusivität.
Die Gewichtsklassen der UFC sind ein wesentlicher Bestandteil für den Erfolg und die Attraktivität des Sports. Seit ihrer Einführung sorgen sie für Fairness und haben die Entstehung legendärer Champions ermöglicht.
Die Geschichte der UFC
Die UFC (Ultimate Fighting Championship) ist heute die führende Organisation für Mixed Martial Arts (MMA) weltweit. Gegründet im Jahr 1993, hat sie sich von einem kontroversen und experimentellen Event zu einer der global bekanntesten Sportplattformen entwickelt.
Die UFC wurde 1993 von Art Davie, Rorion Gracie und Bob Meyrowitz gegründet, mit dem Ziel, ein Turnier zu veranstalten, das verschiedene Kampfkünste gegeneinander antreten lässt, um herauszufinden, welche in einem echten Kampf am effektivsten sind. Die Gracie-Familie aus Brasilien, bekannt für ihren Jiu-Jitsu-Stil, spielte in den frühen Ausgaben der UFC eine entscheidende Rolle. Royce Gracie, ein Mittelgewichtler, dominierte die ersten Turniere, indem er mithilfe von Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ)-Techniken weitaus größere und stärkere Gegner besiegte.
Trotz des anfänglichen Erfolgs wurde die UFC stark kritisiert, da sie als zu gewalttätig wahrgenommen und mangelhaft reguliert wurde. In den USA verboten mehrere Bundesstaaten MMA-Events und bezeichneten sie als „Kämpfe ohne Regeln“. Unter dem politischen und medialen Druck kämpfte die UFC darum, ihre Sichtbarkeit zu erhalten.
Im Jahr 2001 kauften Lorenzo und Frank Fertitta gemeinsam mit Dana White die UFC über ihre Gesellschaft Zuffa LLC. Unter der neuen Führung wurden strengere Regularien eingeführt, die sich teilweise an den Regeln des Boxens orientierten, darunter Gewichtsklassen, Handschuhpflicht und das Verbot gefährlicher Techniken.
2005 startete die UFC die Reality-Show The Ultimate Fighter, in der junge Kämpfer um einen Vertrag mit der Organisation konkurrierten. Die Sendung wurde zu einem großen Erfolg und gipfelte in einem denkwürdigen Finalkampf zwischen Forrest Griffin und Stephan Bonnar, der Millionen Zuschauer anlockte.
Mit wachsender Beliebtheit begann die UFC ihre internationale Ausweitung. Events wurden in Europa, Asien, Südamerika und Australien veranstaltet und zogen Talente aus der ganzen Welt an.
Im Laufe der Jahre hat die UFC zahlreiche legendäre Athleten hervorgebracht, darunter Anderson Silva, Georges St-Pierre, Jon Jones, Ronda Rousey und Conor McGregor.
Die UFC war Vorreiter bei der Nutzung moderner Technologie, um das Fanerlebnis zu verbessern. Die Plattform UFC Fight Pass bietet Zugang zu einem umfangreichen Event-Archiv, während Technologien wie 360-Grad-Aufnahmen und Virtual Reality neue Perspektiven auf die Kämpfe eröffnen. Ein weiterer Schlüsselfaktor für den Erfolg der UFC sind ihre innovativen Geschäftsvereinbarungen. Partnerschaften mit globalen Marken wie Reebok, Venom und ESPN haben dem Sport Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit verschafft. Die UFC ist zu einem kulturellen Phänomen geworden, und Kämpfer treten in Filmen, TV-Serien und Videospielen auf. Besonders die erfolgreiche UFC-Videospielreihe hat dazu beigetragen, MMA einem jüngeren Publikum näherzubringen.
Die Geschichte der UFC zeigt, wie eine kühne Idee durch Innovation, Entschlossenheit und Leidenschaft zu einem globalen Phänomen werden kann. Mit einem ständig wachsenden Eventkalender und einer zunehmenden weltweiten Fangemeinde sieht die Zukunft der UFC sehr vielversprechend aus.
Die Evolution der UFC-Regeln
In der Morgendämmerung der UFC galt es als einzige Regel noch: There are no rules! Trotzdem durfte kein Kämpfer sein Gegenüber beißen oder die empfindlichsten Körperteile, die Augen, beschädigen. Andere Gemeinheiten wie Tritte in die Leistengegend und Haareziehen waren zwar auch nicht besonders gern gesehen, aber man blickte darüber hinweg. Beim legendären Kampf zwischen Joe Son und Keith Hackney hagelte es gleich vier Leistenschläge, sodass bald schon die Regulierungsbehörden auf der Schwelle standen. In 36 von 50 US-Staaten erfolgte ein Totalverbot der UFC und die deutschen MMA-Profis flüchteten ins Ausland. Die "dark days" der UFC begannen - und wurden weitgehend überwunden.
Durch Regelerweiterungen und einer Kooperation mit den zuständigen staatlichen Kommissionen zog sich die Organisation selbst an den Haaren aus dem Sumpf. Das Risiko für schwere Verletzungen hat sich seitdem deutlich gesenkt, ohne dass der Sport im Kern verändert wurde. Zur zwölften Großveranstaltung erhielten die Kämpfer unterschiedliche Gewichtsklassen, das vierzehnte Event bildete den Startpunkt für die noch heute verwendeten Knöchelpolster der Hände. Zur UFC15 hagelte es Verbote für gefährliche Techniken, bald darauf wurden die einzelnen Runden auf 5 Minuten gekürzt.
Die UFC machte also im Laufe der Jahre eine enorme Metamorphose durch, um gesellschaftsfähig zu werden. Das einheitliche Regelwerk aus dem Jahr 2000 (Unified Rules) bildet eine wichtige Zwischenstation in dieser Entwicklung: Der MMA-Sport war endlich erwachsen und fair geworden. Nun begann sich der Mainstream einzuklinken.
UFC-Begriffe
Ähnlich wie in der NFL wird im MMA mit englischsprachigen Begriffen nur so um sich geworfen. Hier eine kleine Übersicht, welche Wörter man drauf haben muss, um im nächsten Gespräch mit Fachwissen glänzen zu können.
- Takedown: Den Gegner aus der Balance bringen und auf den Boden werfen.
- Submission: Bestimmte Hebel und Griffe, mit denen der Gegner zur Aufgabe gezwungen werden soll. Es gibt Hebelgriffe am Arm, Bein oder der Schulter, mit bestimmten Griffen kann auch die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn gestoppt werden. Entweder der Fighter gibt auf, oder er wird ohnmächtig und der Schiedsrichter beendet den Kampf.
- Knockout: Der Schiedsrichter stoppt den Kampf, wenn der Fighter durch einen Schlag oder Kick ohnmächtig wird. Ein technischer Knockout (TKO) liegt vor, wenn der Schiedsrichter den Kampf abbricht, weil der Kämpfer zu viel Schaden einnimmt, sich in einer aussichtslosen Position findet oder verbal aufgibt.
- Ground and Pound: Schläge aus der Oberlage, während der Gegner auf dem Rücken liegt.
- Judges: In der UFC sitzen bei jedem Kampf drei Punkterichter neben dem Käfig und bewerten den Kampf pro Runde. Der Kämpfer, der bei allen drei Richtern die meisten Runden gewonnen hat, gewinnt den Kampf.
- Decision: Punktentscheidung, die eintritt, nachdem der Kampf die volle Distanz erreicht hat. Die einstimmige Entscheidung (Unanimous decision) besagt, dass alle drei Richter den gleichen Kämpfer als Sieger sehen. Geteilte Entscheidung (Split decision) heißt, dass zwei Richter den gleichen Fighter vorne haben.
- Main Card: Die Hauptkarte eines Events. Durchschnittlich gibt es zehn bis 13 Kämpfe pro UFC-Event, aufgeteilt in Undercard und Main Card. Die Kämpfe steigen in Relevanz, wobei der Hauptkampf (Main Event) dann die Hauptattraktion des Abends ist.
- Weight Cut: Vor einem Event müssen alle MMA-Fighter zum Einwiegen. Die Kämpfer müssen das vorgegebene Kampfgewicht erreichen, um zum Kampf antreten zu dürfen.
