Die Welt des Wrestlings ist vielfältig und faszinierend. Sie vereint sportliche Elemente mit Schauspiel, Artistik und Showelementen. Dabei stehen nicht immer nur die muskelbepackten Stars im Vordergrund. Auch kleinere Wrestler haben sich in dieser Branche einen Namen gemacht und begeistern das Publikum mit ihrem Können und ihrer Leidenschaft. Dieser Artikel beleuchtet einige Aspekte dieser oft übersehenen Seite des Wrestlings.
Stevie Lee Richardson: Ein Zwerg mit großem Namen
Die Wrestling-Szene trauerte um Stevie Lee Richardson, der im Alter von 54 Jahren verstarb. Stevie Lee hatte sich in der US-Liga „Impact Wrestling“, früher bekannt als TNA, einen Namen gemacht. Berühmt wurde er als „Puppet The Psycho Dwarf“ (auf Deutsch: Marionette, der Psycho-Zwerg). Außerdem war Stevie Lee auch bei „Jackass“ zu sehen, er wirkte in einem der Filme mit. In Disneys „Die fantastische Welt von Oz“ aus dem Jahr 2013 hatte Stevie Lee ebenfalls eine Rolle. Er wurde von vielen geliebt und hat viele Freunde, die zur Familie gehörten, Fans, die ihn verehrten.
Maggot: Der Frankfurter Herausforderer
Kann der Frankfurter Wrestler "Maggot" am Samstag in der Batschkapp die Weltmeisterschaft erringen? So kommt es nun am Samstag zum Duell "David gegen Goliath": Maggot, der mit seinen 173 Zentimetern und 70 Kilogramm schmächtig, geradezu zerbrechlich wirkt, und ihm gegenüber: der schier übermächtige Titelträger Robert Dreissker, ein 135-Kilogramm-Hüne aus Österreich. Maggots Chancen? Sie scheinen gering, doch ein Blick zurück in die Vergangenheit der beiden Kontrahenten könnte dem Frankfurter Mut machen.
Im September 2021 kam es zum ersten Aufeinandertreffen der beiden Wrestler. Klar ist: Gewinnt Dreissker im Kampf früh die Oberhand, bringt er all seine Kraft zum Einsatz und macht kurzen Prozess. Doch je länger der Kampf geht, desto mehr dürfen sich die Fans Hoffnungen auf einen Sieg von Maggot machen. Dann muss der 29-Jährige wach sein und jede noch so kleine Unkonzentriertheit seines Gegenübers ausnutzen. Eine gängige Erzählung im professionellen Ringkampf, bei der der David am Ende doch eine Chance gegen den schier übermächtigen Goliath hat. Und am Ende, so ist es auch beim Wrestling, zählt jede Sekunde. Drei Sekunden, in denen die Hand des Ringrichters dreimal zu Boden sinkt.
Es ist die Geschichte von einem Jungen, der als Kind in Frankfurt-Höchst stundenlang vor dem TV sitzt, um seinen muskelbepackten Helden zuzujubeln. Doch nur die wenigsten gingen danach einen Schritt weiter und betraten tatsächlich als Wrestler den Ring. Amir Wittkamp ist dieser Junge, der es gewagt hat. "Zum Bedauern meiner Eltern war es keine Phase", sagt er heute. Rund neun Jahre später konnte Amir, der sich mittlerweile "Maggot" nennt, als Teil der "Pretty Bastards" etliche nationale Erfolge erzielen. Mittlerweile ist Maggot nicht mehr als Teil eines Teams unterwegs, sondern schlägt sich mit seiner Freundin Allison im deutschen Wrestlingzirkus durch, der nach einer heftigen Corona-Delle wieder Fahrt aufnimmt. Zuletzt wurde es jedoch ruhiger um den Frankfurter.
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Fans und Experten fragten sich, ob Maggot doch nicht das Zeug zum Superstar hat. “Maggot wurde Opfer seiner eigenen Popularität. Weil er so beliebt war, konnte er überall in den Shows eingesetzt werden und wurde dennoch bejubelt. Aus dem Nichts dann der Überraschungserfolg: Maggot gewinnt in Oberhausen, der Wrestling-Hauptstadt in Deutschland, völlig überraschend ein Turnier. Amir darf das Datum bestimmen - und wählt den 11. November, wenn die wXw in Frankfurt gastiert. In seiner Heimatstadt. Ein Heimspiel, doch reicht das? Reicht das, um der allererste Frankfurter zu werden, der sich Deutschlands ganz großes Gold umschnallen darf?
Tim Wiese: Vom Fußballtorwart zum Wrestler
Schon als Kind liebte er diesen Sport. Als Fußballtorwart stählte er mit "Tarzan" seinen Körper, trug schrille Trikots und streckte Gegner showreif nieder. Nun ist Tim Wiese angekommen. Als Wrestler. Tim Wiese ist angekommen. "Es hat großen Spaß gemacht. Eine supergeile Show", sagte Wiese nach seinem ersten Auftritt bei einer Veranstaltung von World Wrestling Entertainment (WWE) freudestrahlend. So sehr gefeiert wie am Samstagabend in der Frankfurter Festhalle wurde er seit seinen Titelzeiten in Bremen nicht mehr.
Spätestens am 7. Mai 2008 wird für jedermann deutlich, was seine Freunde in Bergisch-Gladbach bereits in den 80er-Jahren gewusst haben dürften - dass Tim Wiese selbst unter Berücksichtigung positionsüblicher Marotten kein normaler Kicker ist. Vielmehr ein Wrestling-Kämpfer, gefangen im Körper eines Fußballtorwarts. Hätten es die Regeln zugelassen, es hätte nicht lange gedauert, bis er sich im Muskelshirt zwischen die Pfosten gepresst hätte. So aber schiebt er lediglich die Ärmel hoch. "Riese Wiese" läuft mittlerweile im pinkfarbenen Jersey für Werder Bremen auf, und sein Klub spielt im Nordderby auswärts gegen den HSV.
Es ist die ganz große Bühne, die der Publikumsliebling dazu nutzt, der Welt seine wahren Qualitäten zu präsentieren. In der 42. Minute springt er mit auf Kopfhöhe ausgestrecktem Bein in Hamburgs Ivica Olic hinein. Ärger, Tumulte, die Zuschauer buhen aufgebracht. Anschließend steht er auf dem Zaun und skandiert mit der grün-weißen Fanschar: "Scheiß HSV!" Das ist die Sportwelt, wie er sie mag. Geliebt oder gehasst - so ist das beim Wrestling. Jeder spielt seine Rolle, und Tim Wiese spielt sie eben sehr gut - in der Fußball-Bundesliga.
Weitere bemerkenswerte Wrestler-Karrieren
Die Karrieren von einigen berühmten Wrestlern lassen sich durchaus sehen, denn sie beschränken sich nicht nur auf die spektakulären Kämpfe im Ring. Das beweist zuletzt John Cena, den Du seit dem 5. Oktober in der Action-Komödie „Freelance“ sehen kannst. Er ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Wrestler als Schauspieler im Hollywood-Business Fuß fassen können. Welche Schaukämpfer es neben Cena sonst noch erfolgreich auf die Mattscheibe geschafft haben? Seine Anfänge im Wrestling-Business hatte Cena im Jahr 2000. Ende der 2000er beginnt Cenas Zweitkarriere als Hollywood-Schauspieler.
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Dwayne "The Rock" Johnson
Dwayne Douglas Johnson, eher bekannt unser seinem Wrestler-Name The Rock, gewann in seiner aktiven Wrestling-Phase zwischen 1996 und 2004 zehnmal den World-Championship-Titel der WWE. Neben all den Siegen hatte der Muskelprotz teilweise schon während seiner aktiven Wrestling-Zeit Erfolge mit Filmproduktionen vorzuweisen. 2001 spielte der er bei „Die Mumie kehrt zurück“ mit, wo er in einer Nebenrolle den Skorpionkönig Mathayus verkörperte. Actionreich ging seine Filmkarriere weiter: Als Luke Hobbs, ein Agent des Diplomatic Security Service, war The Rock in den Teilen fünf bis acht der Auto-Actionreihe „Fast & Furious“ (2001-2011) zu sehen. Zum Muskelpaket Johnson passte seine gleichnamige Rolle in „Hercules“ (2014) wie die Faust aufs Auge, wie wir finden.
Dave Bautista
Dave Bautista ist sechsmaliger WWE-Weltmeister in verschiedenen Ligen. Der heute 54-jährige Wrestler trat als Schauspieler erstmals 2010 in Erscheinung: Im Action-Kracher „Wrong Side of Town“ schlüpfte er in die Rolle des ehemaligen Navy-Seals Big Ronnie. Der nächste Auftrag folgte 2014, als er Teil des Marvel-Universums wird. Du könntest ihn aus „Guardians of the Galaxy“ kennen. Dort spielt er Drax, den Zerstörer, der sich nach dem Verlust seiner Familie an seinem Widersacher rächen will. Dave Bautista ist neben Chris Pratt und Karen Gillan zu sehen.
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