Im Judo gibt es verschiedene Wettkampfsysteme, die angewendet werden. Eines davon ist das Doppel-KO-System. Hier eine detaillierte Betrachtung dieses Systems.
Grundlagen des Doppel-KO-Systems
Das Doppel-KO-System ist eine Turnierform, bei der ein Kämpfer erst nach zwei verlorenen Kämpfen ausscheidet. Dies steht im Gegensatz zum einfachen KO-System, bei dem man nach der ersten Niederlage ausscheidet.
Wie funktioniert das Doppel-KO-System?
- Jeder Teilnehmer beginnt in der Hauptrunde.
- Verliert ein Kämpfer seinen ersten Kampf, kommt er in die Trostrunde.
- Verliert er auch in der Trostrunde, scheidet er aus dem Turnier aus.
- Die Kämpfer in der Trostrunde kämpfen darum, sich wieder nach oben zu arbeiten und eventuell den dritten Platz zu erreichen.
Varianten des Doppel-KO-Systems
Es gibt verschiedene Varianten, die sich in der Gestaltung der Trostrunde unterscheiden.
KO-System mit einfacher Trostrunde
Sobald ein Kämpfer seinen ersten Kampf verliert, wandert er in die Trostrunde. Dort kann er sich auf maximal Platz 3 hochkämpfen.
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Brasilianisches KO-System
Beim brasilianischen KO-System hat nicht jeder in der Trostrunde eine Chance, sondern nur diejenigen, die gegen die Viertel- oder Achtelfinalisten aus der Hauptrunde verloren haben.
Brasilianisches KO-System (Original): Zwei Pools im KO-System. Verlierer gegen Poolsieger kommen in die Trostrunde. Trostrundensieger kämpfen gegen den jeweils anderen Poolsieger "überkreuz" ein Halbfinale. Manchmal wird der 3. Platz ausgekämpft, manchmal nicht.
Modifiziertes Brasilianisches System: Es gibt kein "überkreuz" Halbfinale, die Trostrundensieger werden Dritte. Grund der Modifikation: Mitunter haben Kämpfer ihre Poolfinals absichtlich verloren, wenn sie vorher den stärksten Konkurrenten geschlagen haben.
IJF-System
Beim IJF-System kommen nur die Viertelfinalverlierer (also die letzten Verlierer gegen die vier Halbfinalisten) in die Trostrunde.
Vor- und Nachteile des Doppel-KO-Systems
Vorteile
- Mehr Kämpfe für die Teilnehmer: Ermöglicht es den Athleten, mehr Wettkampferfahrung zu sammeln.
- Gerechtere Ergebnisse: Minimiert das Risiko, dass ein starker Kämpfer aufgrund einer frühen unglücklichen Begegnung ausscheidet.
Nachteile
- Hoher Zeitaufwand: Bei großen Teilnehmerzahlen kann sich das Turnier in die Länge ziehen.
- Ungleichheit der Kampfanzahl: Ein Kämpfer, der früh verliert, muss deutlich mehr Kämpfe bestreiten, um einen vorderen Platz zu erreichen, als der spätere Sieger.
Weitere Systeme
Neben dem Doppel-KO-System gibt es noch weitere interessante Systeme:
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Holländisches System
Beim holländischen System wird im Doppel-KO-System ganz normal gekämpft, nur dass die beiden eigentlichen Drittplatzierten noch gegeneinander kämpfen und der Gewinner davon dann gegen den Finalverlierer um Platz 2 antritt. Am Ende haben der Finalverlierer und der Gewinner der beiden Trostrundensieger je einen Kampf verloren, wer dann noch einmal verliert ist eben Dritter, der Sieger Zweiter.
Pool-System
Für kleinere Wettkämpfe (bis 6 Teilnehmer) bzw. als Vorrunde (4-5 Teilnehmer je Pool) bietet sich das Pool-System (Jeder kämpft einmal gegen Jeden) innerhalb der Gewichtsklassen bzw. gewichtsnahen Gruppen an.
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