Die gefährlichsten Kampfsportarten: Eine Übersicht

Viele Kampfsportarten sind gut geeignet für Kinder. Die traidtionellen asiatischen Kampfkünste bauen alle auf einer Philosophie auf. Es geht nicht nur ums Kämpfen, sondern vor allem auch darum, Tugenden zu entwicklen.

Wenn ein Kind ein Musikinstrument spielen lernen will, sind die meisten Eltern erfreut. Will es einen Malkurs besuchen, ebenso. Äussert es von sich aus den Wunsch, eine neue Sprache zu erwerben - wow! Die gezielte Förderung der Stärken ihrer Kinder und eine gute Grundbildung haben bei vielen Eltern berechtigterweise einen hohen Stellenwert. Äussert ein Kind jedoch den Wunsch, eine Kampfsportart zu erlernen, so wie dies offenbar kürzlich der britische Prinz George (9) getan haben soll, reagieren manche Eltern skeptisch.

Thaiboxen (Muay Thai): Eine gefährliche Kampfkunst

Thaiboxen ist eine eigenständige Kampfsportart, die vor allem in Thailand mit großer Popularität betrieben wird. Thaiboxen welches in seinem Ursprungsland Thailand als Muay Thai benannt wird ist alles in einem. Muay bedeutet “Boxen” und Thai “frei” - freies Boxen. Bekannt ist diese Kampfsportart für seine harten Wettkämpfe. Hier geht es richtig zur Sache.

Es ist eine Kombination aus Elementen verschiedener Kampfkünste, unter anderem Muay Thai, chinesischem Boxen und Krabi Krabong (Schwertkampf). Diese Kampfsportart erfordert nicht nur körperliche Stärke, sondern auch mentale Stärke.

Als erstes haben buddhistische Mönche die waffenlose Kampfkunst “Muay Boran” erschaffen. Diese wiederum wurde von chinesischen Einwandern nach Thailand gebracht, abgeleitet von dem ursprünglich entstandenen chinesischen Kampfkunst dem Kung Fu. Diese ist eine Jahrhundert alte Kampfkunst, welche von Mönchen in einem Shaolin Kloster zur Verteidigung gegründet wurde. Das thailändische Militär ergänzte seine Nahkampftraining mit der neu gewonnenen Technik aus. Erst im 20. Jahrhundert stiegen die ersten Kämpfer in den Ring.

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Muay Thai Boran: Die traditionelle Art des Thaiboxens

Beim Muay Thai Boran übt man mit unterschiedlichen Waffen, sowie Bewegungen welche über das heutige klassische waffenlose Training hinausgehen. Es ist die traditionelle Art des Muay-Thai. Boran bedeutet “Tradition / Alt” und kommt aus der Pali-Sprache. Schon mal was von Krabi Krabong gehört? Dies bezeichnet kurz gesagt das Kämpfen mit Kurz- und Langwaffen. Heute gibt es Thaibox-Wettkämpfe im abgewandelten Stil des Boran. Hierzu werden wie oben erwähnt nur waffenlose Techniken verwendet.

Die Entwicklung des Thaiboxens

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden viele unabhängige Verbände welche gegenseitig in Streitereien verwickelt waren. Council” gegründet wurde entstand eine einheitliche Organisation. Heute sind alle Verbände dieser Organisation unterstellt. Dies beschäftigte auch den damalige König von Thailand “Bhumibol Adulyadej”.

Techniken und Taktiken im Thaiboxen

Im Unterschied zu allen anderen Kampfsportarten sind Stösse mit den Ellbogen und Knien “Nak Muay” erlaubt. Hier wird der Gegner im Nahkampf mit Ellbogen und Knien festgehalten. Eine Technik welche die Niederlage bedeuten kann. Es gibt diverse Clinch-Techniken welche den Gegner im Kampf in der Kontrolle behalten oder ihn zu Boden werfen. Gleich beliebt sind Tritte mit dem Schienbein.

Sogenannte Lowkicks werden gegen den Oberschenkel oder gegen die Rippen des Gegners gerichtet. Abgehärtet sind die diese Kämpfer alle mal. Sie trainieren gerne hart, konsequent und härten sich mit langen Zeiteinheiten am Sandsack ab. Ein Thaikämpfer kennt keinen Schmerz. Ebenfalls beliebt ist der Round Kick (Thai) oder der Fuss-Stoss (Teep). Beim Drehen der Hüfte ensteht eine unglaubliche Kraft, während das Standbein nach aussen gedreht wird und der Kick mit dem Schienbein den Gegner trifft. Präzise ausgehführt kann diese den Gegner übel zu richten.

Der Fuss Stoss hingegen ist defensive und stösst den Gegner zurück. Im Ring und Training sind sie mit Schutzausrüstung ausgestattet. Im Ring gelten - drei Minuten an maximal fünf Runden, ausser einer der Kämpfer erleidet vorher ein K.O. Mit den Ellbogen, den Unterarmen und den Knien kann sich der Thai Boxer schützen und ein Schutzschild bilden.

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Rituale und Zeremonien vor dem Kampf

Bevor der Kampf beginnt wird als Respekt vor dem Lehrer und der Schule eine rituelle bzw. spirituelle Zereomonie durchgeführt. Dabei führen die Kämpfer auch den Tanz “Ram Muay” auf. Zusätzlich spielt das sogenannte “Phipat”. Wichtig ist auch die Verbeugung in Richtung des eigenen Geburtsortes, dann nach Nord, Süd, Ost und West. Hier werden die Lehrer, die Schule sowie die Geister geehrt.

Thaiboxen als Fitness und Selbstverteidigung

Viele praktizieren Thaiboxen rein als Fitness und Selbstverteidigung. In kurzer Zeit werden alle Muskeln stark und intensiv gefordert. Es hält dich Fit und verbrennt Kalorien. Da kommt der Begriff “Pongkan Tua” ins Spiel. Da Thaiboxen eine gute Selbstverteidigungsform darstellt, wird sie oft auch von der Polizei oder der Armee als Bestandteil des Trainings verwendet. Das Thailändische Boxen wurde zu Zeiten des Vietnamkrieges auch von Amerikanern entdeckt. Diese brachten Muay Thai nach Amerika und so entstand unteranderem auch das Kickboxen.

Wagnisse und Geldleistungen bei Unfällen

Wenn Sie ein Flair für gefährliche Sportarten haben, ist es essentiell zu wissen, wann Sie mit einer Leistungskürzung rechnen müssen. Unfälle können körperliche und finanzielle Folgen haben. Im Video wird erklärt, weshalb Base Jumping ein absolutes Wagnis darstellt und Skifahren abseits der Piste als Wagnis im Einzelfall gilt.

Sollen alle, die Prämien zahlen, solidarisch dafür aufkommen, wenn Einzelne in der Freizeit ein hohes Risiko eingehen und verunfallen? Das Gesetz sagt klar Nein - wenn die Aktivität mit grossen Gefahren, einem sogenannten Wagnis, verbunden ist. Dabei wird zwischen absoluten und relativen Wagnissen unterschieden. Bei absoluten Wagnissen werden die Geldleistungen in jedem Fall gekürzt und in besonders schweren Fällen sogar ganz verweigert. Wir empfehlen für einen optimalen Versicherungsschutz eine Zusatzversicherung bei einem Privatversicherer abzuschliessen.

Bei einem relativen Wagnis können die diesbezüglichen Gefahren auf ein vernünftiges Mass reduziert werden. Wir prüfen jeweils ob nach den persönlichen Fähigkeiten und der Art der Durchführung eine Gefahrenherabsetzung möglich gewesen wäre und ob diese unterlassen wurde.

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Wenn bei an sich voll gedeckten, aber mit grossen Risiken verbundenen Sportarten/Tätigkeiten die üblichen Regeln oder Vorsichtsgebote in schwerwiegender Weise missachtet werden, erfolgt ebenfalls eine Kürzung der Geldleistungen um 50%. Die nachfolgende Liste ist nicht abschliessend.

Beim absoluten Wagnis können die Risiken nicht minimiert werden (Beispiele sind Downhill-Biking und Fullcontact-Wettkämpfe). In besonders gravierenden Fällen von Wagnissen kann die Geldleistung verweigert werden. Ein Beispiel: Sie gehen alleine auf eine sehr schwierige Bergtour. Dabei ignorieren Sie sowohl die schlechte Wettervorhersage als auch Warnungen von erfahrenen Bergsteigern. Falls Sie unter diesen Umständen einen Unfall erleiden, können die Geldleistungen verweigert werden. Das bedeutet, dass Sie keine Taggelder und im Invaliditätsfall keine Rente erhalten.

Gemäss Gesetz darf die Suva keine Zusatzversicherung für das Risiko «Wagnisse» anbieten. Die Heilkosten wie Spitalrechnungen und Medikamente bezahlt die Suva zwar in jedem Fall. Geldleistungen wie Taggelder und Invalidenrente können jedoch massiv gekürzt oder gar gestrichen werden. Prüfen Sie deshalb, ob es möglich ist, dieses Risiko über die Zusatzversicherung Ihres Arbeitgebers einzuschliessen.

Die Kantone publizieren in einer zentralen Datenbank Adressen von Anbieterinnen und Anbietern von Risikoaktivitäten, die über die erforderlichen Bewilligungen verfügen. Für Ihre eigene Sicherheit sollten Sie diese Liste nutzen, um Hochrisiko-Sportarten mit Guides zu planen.

Tödliche Sportarten in der Schweiz

In den letzten 15 Jahren sind in der Schweiz beim Sporttreiben 2718 Menschen ums Leben gekommen. Pro Jahr sind das 181, 59 von ihnen sind Touristen.

Ganz oben auf der Liste der gefährlichsten Sportunfälle: Bergwandern. Durchschnittlich 83 Menschen pro Jahr verlieren ihr Leben in den Bergen, wie die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) am Dienstag aufgrund ihrer Auswertung der Jahre 2000 bis 2014 mitteilte. Diese Bergtoten gegen insbesondere aufs Konto des Wanderns und des Bergsteigens, wobei beim Wandern das Risiko deutlich grösser ist (siehe Tabelle).

Beim Schneesport sind jährlich im Schnitt 39 Opfer zu beklagen. Die meisten von ihnen sterben bei Skitouren oder beim Freeriden. Beim Wassersport schliesslich ertranken im Beobachtungszeitraum durchschnittlich 36 Personen pro Jahr. Die meisten von ihnen gehen ohne erkennbaren Grund plötzlich unter, zweithäufigster Unfallhergang ist der plötzliche Sturz ins Wasser.

Die bfu erinnert in diesem Zusammenhang einmal mehr an die wichtigsten Regeln bei diesen Sportarten. In den Bergen sind eine sorgfältige Planung, die richtige Einschätzung der eigenen Kräfte, die angemessene Ausrüstung und eine stetige Kontrolle unterwegs ausschlaggebend für die Sicherheit. Im Schneesport sind beim Verlassen der Pisten Lawinenkunde oder eine lawinenkundige Leitung sowie die Notfallausrüstung nötig. Am und im Wasser sollte man Kinder im Auge behalten, Kleinkinder sogar in Griffnähe - also nicht weiter als drei Schritte entfernt.

Sportart Tote von 2000 bis 2014
Bergwandern 669
Bergsteigen 456
Touren-Skifahren 237
Baden/Schwimmen in offenem Gewässer 214
Varianten-Skifahren 130
Gleitschirmfliegen 105
Skifahren 94
Klettern 66
Varianten-Snowboardfahren 64
Bootfahren 64
Tauchen 62
Base-Jumping 59
Jagd 49
Baden/Schwimmen in Schwimmbad 41
Gehen 37
Wandern 34
Pferdesport* 34
Segelfliegen 33
Schneeschuhlaufen 32
Fischen* 26
Mountainbiking* 24
Wasserspringen 23
Fallschirmspringen 17
Rennsport mit Motorfahrzeugen 14
Snowboardfahren 13
Deltasegeln 13
Schlitteln* 11
Eisklettern 10
Canyoning 10
Radrennsport* 9
Fussball 8
Surfen/Wellenreiten 8
Radfahren* 6
Trottinett* 5
Touren-Snowboardfahren 5
Sommerrodeln 3
Inlineskating* 3
Langlauf 3
Ballonfahren 2
Nordic-Walking 2
Schwingen 2
Skateboardfahren 2
Eishockey 2
Bergsport 2
Orientierungslauf 1
Squash 1
Fitnesstraining 1
Bungee-Jumping 1
Wintersport 1
Sport- und andere Spielarten 8
Unbekannt 2
Total 2718

* In dieser Sportart sind auch Unfälle aus dem Bereich Strassenverkehr enthalten.