Bernd Wolfs Werdegang im Judo der DDR

Diese Chronik soll allen Judointressierten und Leihen eine Aufstellung von Geschehnissen im Judo Sport seit Ende des Faschismus in Deutschland, mit Beginn bis Ende der DDR geben.

Im ersten Teil bezieht sich der Autor auf die Chronik des DJV der DDR. Dieser Teil wurde erarbeitet von Dr.

Anfänge und erste Erfolge

Mit einer Überraschung begann die Berliner Mannschaftsmeisterschaft im Judo am 12.01.1954 Empor Nord II konnte gegen die mit nur 4 Kämpfern antretende Staffel Motor Wuhlheide nur 6 : 6 Unent-schieden herausholen.

Im Federgewicht gewann Witkowski (Nord) kampflos, und im Lei-chtathletik kam Zach (Motor) in der 1. Runde zu einem Wurf, der ihm nach Ablauf der Zeit den Punktsieg über Polzin (Nord) einbrachte.

Gleichwertig erwiesen sich in der Weltergewichtsklasse Krüger (Nord) und Pohl (Motor), die sich nach 9 Minuten mit je einem Punktunentschieden trennten.

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Im Mittelgewicht erwiees sich Wilhelm (Motor) als der Bessere unnd besiegte Schimming nach 4,45 Minuten entschei-dend.

Wenn auch das Halbschwergewichtstreffen zwischen Schwiek (Nord) und Gutbert (Motor) noch nicht das brachte, was man von diesen Kämpfern erwartete, so war der ausgesprochene Richterspruch des Unentschieden nach Ablauf der Distanz eine benachteiligung des Empor-Kämpfers.

Da Wuhlheide das Schwergewicht nicht besetzt hatte, kam Heidemann (Nord) kampflos zum Sieg.

Im zweiten Staf-feltreffen des Kampfabends erzielte Empor Seelenbinder II gegen Dynamo II einen überlegenden 8 : 4 Sieg.

Neben bekannten Meistern und Spitzenkräfte hatten sich auch die Nachwuchssportler einge-funden, die sich jedoch in dem Klassefeld nicht durchkämpfen konnten.

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Im Federgewicht gewann Helmut Hempel (SC Dynamo Berlin) knapp mit 1 : 0 gegen Polaczek, Engelbrecht (Seelenbinder Berlin).

Der Ausgleichswurf kam von Polazek (SC Dynamo Berlin) erst nach der Zeit.

Die Überraschung im Leichtgewicht vollbrachte Barow, Horst (Empor W. Seelenbinder Berlin) der gegen den DDR-Meister Martin Hempel durch bessere Zeitpunkte in den weiteren Kämpfen Martin Hempel auf den 2. Platz verweisen konnte.

Im Weltergewicht war mit Janott, Block, Hübscher und Galinski, Günter ein wahres Klassefeld angetretenund die Entscheidungen äußerst knapp.

Den ersten Platz erkämpfte sich Günter Galinski (Empor Seelenbinder Berlin) vor Hübscher, (Motor Friedrichshain-Ost Berlin).

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Janott (Empor Nord Berin) gegen Günter Galinski 1 : 1, Block, Fritz (SC Dynamo Berlin) gegen Janott (Empor Nord Berlin) 0 : 0, Günter Galinski gegen Hübscher 1 : 0.

Erstaunlich war das Abschneiden des jungen Fette (Empor Seelenbinder Berlin), der den 2.

Obwohl das Niveau in der Leistung sowie in der Graduierung äußerst unterschiedlich war, konnte festgestellt werden, daß auch die Sportler mit bisher weniger großen sportlichen Erfolgen zu kämpfen wußten und sicht nicht so ohne weiteres den routinierten Jugendkadern geschlagen gaben.

Jugendturniere und Leistungsentwicklung

Im Monat Oktober 1955 trafen sich die besten Jugendlichen Judosportler unserer Republik in Greiz, um in einem großen Turnier Zeugnis über ihren Leistungsstand abzulegen.

Leider nur wenige Zuschauer waren Zeuge der interessante Kämpfe und einer überwältigen-den Lei-stungsschau unsserer Judofreunde.

Herausragendes Merkmal bei den Kämpfen in der Jugend ist immer wieder der kämpferische Einsatz, die Bereitschaft zum bedingungslosen "fitht".

Dagegen läßt die Technik und das stilreine Judo-Kämpfen noch einige Wünsche offen, obwohl bei einigen Kämpfern, besonders bei den Berlinern, erfreuliche Ansätze in dieser Richtung zu verzeichnen waren.

Hier zeichnen sich eine verantwortungsvolle Aufgabe unserer Trainerab, den Jugendlichen sogleich das Judo unter dem Blickpunkt des leichten, flüssigen, ästhetisch ansprechenden Kämpfens zu lehren.

Es ist vollkommen falsch schon bei den Jugendlichen "auf Kraft " zu trainieren.

Den Preis des technisch besten Kämpfers errang Manfred Lange (Wissenschaft Berlin), dder in einem Klassefeld von 35 Teilnehmern in der 60,0 kg-Klasse den 2. Platz belegte.

Der Erste, Pieske (Empor Seelenbinder Berlin) konnte gegen ihn nur ein 1 : 1 Unentschieden erzielen.

Dem Fußwurfspezialisten Pieske gelang ein Ristwurf, während Lange durch Haltegriff zu seinem Punkt kam.

Eine große Über-raschung für alle Experten bedeutet der 3. und 5. Platz von Otto und Rosengard (beide Chemie Köthen), ebenso überraschte uns Ernst Rinck auf dem 7.

Rosengard traf im Schlußgang auf Pieke.

Ein Wurf von Pieske und eine Festhalte von Rosengard besiegelten das Unentschieden.

Auch Otto erzielte im letzten Kampf ein Unentschieden.

Farbige Kämpfe gab es ebenfalls in der 55-kg-Klasse, wo der kämpferische Einsatz von Becker (Wissenschaft Berlin) nicht ausreichte, um gegen den technisch hochveranlagten Hermann (Motor Magdeburg Süd-Ost) erfolgreich zu sein.

Im Endkampf mußte er sich mit durch Haltegriff mit 0 : 1 geschlagen bekennen.

Gegen den Dritten, Palm von Motor GGörlitz kam Hermann schneller zum Sieg.

In der Gesamtwertung der Sportgemeinschaften schnitt zur bbesonderen Überraschung aller Anwesenden Chemie Köthen am besten ab.

Auch der 2. Platz von Wissenschaft Berlin kommt nicht ganz erwartet.

Mit 26 Punkten gegenüber 66 bzw. 61 Punkten von Chemie und Wissenschaft wurde eine so bekannte Sportgemeinschaaft wie Motor Magdeburg recht deutlich auf den vierten Platz verwiesen.

Dazwischen rangiert noch Motor Görlitz mit 28 Punkten.

Berliner Jugendmeisterschaften 1955

Am 02. Oktober 1955 wurden die Berliner Jugendmeisterschaften von der BSG Aufbau VEB Tiefbau Berlin durchgeführt.

Nebenbei fand noch das Männer-Fortgeschrittenen-Turnier statt.

Sämtliche Judosektionen im Raum von Groß-Berlin warwn mit ihren Kämpfern vertreten.

So kam es, daß sich besonders in der 65-kg- und 70-kg-Klasse viele Sportler um den Titel bewarben.

Desgleichen kämpften auch bei den Männern i9m Weltergewicht vierzehn Judosportler um den ersten Platz.

Die Kämpfe wurden sehr spannend durchgeführt.

Zu Beginn Oktober 1955; mit dem größten Meldeergebnis auf. 90 Kämpfer, darunter 38 Ju-gendliche, stelltensich den amtierenden; Haunschild, Hering, Lorbeer und Jahn.

Nicht nur das Meldeergebnis war ein großer Erfolg, sondern auch die Kampfstärke und Leistungsdichte hat gegenüber dem Vorjahr beachtliche Fortschritte gemacht.

Die neuen Bezirksmeister mußten all ihr Können aufbieten, um zum Sieg zu kommen.

Bei den Männern setzten sich zwar die Favoriten durch, es schoben sich jedoch noch bisher Unplacierte in die Spitzengruppe, so die beiden Emporsportler: Weißenborn und John.

Vergleichskämpfe und Internationaler Austausch

Der Start in das neue Jahr war für die Judofreunde Berlins äußerst erfreulich.

Mit Piritz, dem Leichtgewichtler des Westdeutschen Mannschaftsmeisters VFL Tegel und mehrmaligen Westberliner und westdeutschen Meister, und dem "ewigen Zweiten" Steltzer waren die stärksten Leichtgewichtler Westdeutschlands am Start.

Nach der Begrüßung der französischen und Westberliner Vertreter durch den Dynamo-Trai-ner Knoop fesselte gleich der erste Durchgang die zahlreichen Gäste auss Ost und West..