Die Taliban haben in Afghanistan die Macht übernommen. Wie es mit dem Land in Zukunft weitergeht, ist ungewiss. Auch Profisportler haben Angst davor, durch die Übernahme der Taliban ihre Lebensgrundlage zu verlieren.
MMA in Afghanistan: Eine wachsende Popularität
Der Kampfsport hat in den vergangenen Jahren stark an Popularität gewonnen. In Kabul gibt es laut Qais Nawabi, einem lokalen Sportjournalisten, allein 120 Fitnessstudios, die auf MMA-Kämpfer ausgerichtet sind. Mindestens 50 MMA-Kämpfe werden jährlich im afghanischen Fernsehen übertragen.
Lokale MMA-Stars wie „The Warrior“ und Baz Mohammad Mubariz („The Afghan Eagle“) erscheinen auf Werbetafeln und Werbespots im ganzen Land.
Während die Angst vor Covid-19 die Menge bei den eigentlichen Spielen ausgedünnt hat, finden sich an Kampfabenden jubelnde Fans in Restaurants und Cafés, die die afghanische Flagge schwenken. Bei den meisten Kämpfen treten Afghanen gegeneinander an.
Herausforderungen und Schwierigkeiten
Der Weg zum Erfolg ist ein schwieriger. Besonders in Afghanistan. Hier verdienen Kämpfer nur ein paar Hundert Dollar pro Kampf. Auch der Mangel an Sponsoren in einem Land mit angeschlagener Wirtschaft hat den Kämpfern nicht geholfen.
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Kämpfer, die international antreten wollen, müssen ihre Auslandsreisen selbst finanzieren. Kosten von bis zu 5.000 Euro stehen dann an. Afghanische Kämpfer müssen sich ständig um ein Visum kümmern, damit sie im Ausland kämpfen und trainieren können. Hinzu kommen die laschen Anti-Dopingbemühungen. In Afghanistan ist die Verwendung von Steroiden bei vielen Athleten üblich.
Bekannte afghanische MMA-Kämpfer
Einige der bekanntesten afghanischen MMA-Kämpfer sind:
- Zaki Rasooli („The Outlaw Scrapper“): Ein bekannter Kämpfer mit einer großen Fangemeinde auf Instagram.
- Wahid Nazhand („Sang Khor“ - „The Stone Eater“): Bekannt für seinen Mut und seine Intensität im Ring.
- Nasrat Haqparast: Ein aufstrebender Name im Leichtgewicht der UFC, geboren in Afghanistan und aufgewachsen in Hamburg.
Der Kampf, der MMA in Afghanistan populär machte
Der Kampf, der MMA in Afghanistan erst wirklich populär machte, fand 2020 statt. Rasooli („The Outlaw Scrapper“) kämpfte gegen Nazhand („The Stone Eater“) bei der Snow Leopard Fighting Championship (SLFC), Afghanistans wichtigstem MMA-Event.
Sie standen sich gegenüber, um zu bestimmen, wer der unangefochtene Weltmeister im Weltergewicht ist. In der Kampfnacht im vergangenen Dezember versammelten sich Hunderte Zuschauer in der Arena. Tausende verfolgten den Kampf vor ihrem Fernseher.
Am Ende der Nacht hatte MMA eine neue Fangemeinde in Afghanistan.
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Nasrat Haqparast: Ein deutsches Talent mit afghanischen Wurzeln
Nasrat Haqparast, in Afghanistan geboren und in Hamburg aufgewachsen, ist ein weiterer aufstrebender Name im Leichtgewicht. Mit seinem aggressiven Boxstil und soliden Bodenkampf hat er sich in der UFC schnell einen Ruf als harter Gegner erarbeitet.
Nachdem er anfangs einige spektakuläre Siege - darunter gegen Marc Diakiese - feiern konnte, wurde er auch als potenzieller Kandidat für einen Platz in den oberen Regionen des Rankings gehandelt.
Haqparast trainiert mit dem ehemaligen UFC-Doppelchampion Georges St. Pierre und hat große Ziele: Er will Champion in der UFC werden.
Die Zukunft des MMA in Afghanistan
Während die Taliban Afghanistan im Griff haben, ist die Zukunft von MMA - und Sport- und Freizeitaktivitäten aller Art - in Gefahr. Es stellt sich auch die Frage, ob es in den Städten sicher genug sein wird, um Kämpfe auszutragen und ob ausländische Kämpfer überhaupt zu Veranstaltungen nach Afghanistan kommen.
Trotz dieser Unsicherheiten bleibt die MMA-Community in Afghanistan leidenschaftlich und engagiert.
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