Nicht alles, was glänzt, ist Gold. Seit Jahrhunderten übt pures Gold zwar auf viele Menschen eine starke magnetische Anziehungskraft aus, doch nur wenige wissen, ob Sie ein wertvolles Goldstück vor sich liegen haben. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren goldenen Schmuck testen können, um herauszufinden, ob es sich wirklich um Gold handelt. Aber auch Ihre hochwertigen Uhren können Sie mit unseren Tipps ganz einfach auf Echtheit prüfen, damit Sie sicher sind, dass Ihr wertvoller Besitz höchsten Ansprüchen genügt. Denn echtes Gold zeichnet sich durch besondere Eigenschaften aus, die es unverwechselbar machen.
Mehr als nur Glanz: Die vielseitigen Eigenschaften von Gold
Von der Dichte bis zum Schmelzpunkt - bei purem Gold handelt es sich stets um ein sehr weiches Metall. Das macht seine Verarbeitung und Gestaltung zur Kunst, denn gerade bei Schmuckstücken wird es oft mithilfe von Legierungen wie Kupfer, Platin, Silber und Co. weiterverarbeitet. In diesem Fall kann es magnetisch werden, wenn zum Beispiel Eisen oder Nickel dazu kommen. Gold selbst ist jedoch nicht magnetisch.
Trotz seiner hohen Duktilität (Dehnbarkeit) ist Gold ein Schwermetall. Das bedeutet, dass es beispielsweise mit 19,3 g/cm3 dichter ist als Eisenstahl (7,7 g/cm3) und somit zu den schwersten natürlichen Elementen gehört. Dies verleiht ihm sein spezifisches Gewicht und seine Wertigkeit. Der Schmelzpunkt liegt bei erstaunlichen 1.064 Grad Celsius, was es zu einem der am schwersten schmelzbaren Metalle macht. Seine hervorragende Korrosionsbeständigkeit sorgt zudem dafür, dass es nicht verblasst. Selbst nach langer Lagerung bleibt das Edelmetall unversehrt und behält seinen Glanz. Zusätzlich zu diesen Eigenschaften besitzt Gold eine bemerkenswerte Leitfähigkeit für Elektrizität und Wärme. Es wird daher häufig in elektronischen Bauteilen verwendet. Außerdem ist es biologisch inert, was bedeutet, dass es keine chemischen Reaktionen mit dem menschlichen Körper eingeht, wodurch es für Schmuck und medizinische Anwendungen sicher ist.
Gold auf den ersten Blick erkennen
Um Gold auf Anhieb zu erkennen, sollten Sie auf die charakteristische goldene Farbe, den metallischen Glanz und eventuelle Prägungen oder Markierungen achten. Wenn Sie genauer hinsehen, spielen folgende acht Punkte eine wichtige Rolle:
- Dichte: Aufgrund seiner hohen Dichte können Sie das Gewicht eines Goldstückes schätzen. Es ist zum Beispiel bei gleichem Volumen schwerer als Silber.
- Farbe: Gold hat eine unverwechselbare goldene Farbe, die sich von anderen Metallen unterscheidet.
- Glanz: Es besitzt einen typischen metallischen Glanz, der oft als "goldener Glanz" bezeichnet wird.
- Härte: Obwohl das goldene Edelmetall relativ weich ist, ist es nicht leicht zu zerkratzen. Sie können einen Goldgegenstand vorsichtig mit einer Nadel oder einer Münze auf Kratzfestigkeit prüfen.
- Magnetismus: Reines Gold ist nicht magnetisch. Wenn ein vermeintlicher Goldgegenstand von einem Magneten angezogen wird, handelt es sich wahrscheinlich um falsches Gold oder eine Legierung.
- Prägung: Echte Goldmünzen oder -barren und andere Objekte haben oft Prägungen oder Gravuren, die auf ihre Echtheit hinweisen. Überprüfen Sie diese auf Details und Präzision.
- Stempel und Markierungen: Kontrollieren Sie auf Stempel oder Markierungen, die die Reinheit und den Ursprung des Goldes angeben können, wie zum Beispiel "585" für 14 Karat oder "999" für 24 Karat Gold.
Gold mit Hausmitteln testen
Neben der schnellen Sichtkontrolle empfehlen sich auch einfache Hausmittel, um zu einem eindeutigen Ergebnis bezüglich der Echtheit von Gold zu kommen. Mit dem Magnettest können Sie zum Beispiel herausfinden, ob Ihr Prüfgegenstand magnetisch ist oder nicht. Verwenden Sie dazu einen stärkeren Magneten (keinen schwachen, also keinen Kühlschrankmagneten). Wenn dieser den Gegenstand nicht anzieht, könnte es sich um Gold handeln. Dieser Test liefert jedoch nur ein grobes Ergebnis, da auch andere Goldfälschungen nicht magnetisch sein können. Eine andere Möglichkeit der Echtheitsüberprüfung von Gold ist der Wassertest. Kombiniert mit dem Dichtetest basiert dieser Vorgang auf der Tatsache, dass verschiedene Materialien unterschiedliche Dichten haben, was das Verhältnis von Masse zu Volumen darstellt.
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Um die Dichte eines Materials zu überprüfen, benötigen Sie eine Waage und ein Behältnis mit Wasser. So führen Sie den Test durch:
- Messen Sie das Gewicht: Wiegen Sie das Material, das Sie überprüfen möchten. Nehmen wir an, Sie haben ein Objekt, das 50 Gramm wiegt.
- Messung des Volumens: Nehmen Sie ein Glas mit Wasser und messen Sie den Wasserstand (z. B. 200 Milliliter), bevor Sie das Material eintauchen. Dann tauchen Sie das Material vollständig ins Wasser.
- Messung des neuen Wasserstands: Nachdem Sie das Material eingetaucht haben, messen Sie den neuen Wasserstand im Behältnis (Messergebnis: z. B. 210 Milliliter).
- Berechnung der Dichte: Die Dichte (ρ) wird mit der Formel ρ = m/V berechnet, wobei "m" das Gewicht des Materials in Gramm und "V" das Volumen des verdrängten Wassers in Millilitern ist.
- Vergleich mit bekannten Dichten: Vergleichen Sie die berechnete Dichte mit den bekannten Dichten verschiedener Materialien. Wenn die berechnete Dichte einer bekannten Materialdichte nahe kommt, kann dies darauf hinweisen, um welches Material es sich handelt.
Beispielrechnung: Angenommen, Sie wiegen ein Objekt mit 50 Gramm und es verdrängt 10 ml Wasser (wie oben in Schritt 3 angenommen), dann wäre die Dichte wie folgt: ρ = 50 g / 10 ml = 5 g/ml
Wenn Sie wissen, dass die hohe Dichte von reinem Gold (24 Karat) etwa 19,3 g/cm³ beträgt, können Sie feststellen, dass die kleinere Dichte von 5 g/ml nicht der anderen Dichte entspricht und dass es sich daher um ein anderes Material handeln muss. Aber: Achten Sie immer darauf, dass zum Beispiel ein 14-karätiges Stück eine Dichte von 12,9-14,6 g/cm³ hat, wobei verschiedene Goldarten unterschiedliche Dichten aufweisen.
Gold professionell auf Echtheit prüfen lassen
Gold ist chemisch inert und reagiert weder mit Säuren noch mit Basen. Das bedeutet, dass ein Tropfen Salzsäure bei echtem Gold keine sichtbaren Spuren hinterlässt. Der Säurentest sollte jedoch nur von einem Juwelier oder Fachmann durchgeführt werden, da Salzsäure ätzend und aggressiv wirkt, sodass Verätzungen und Rötungen entstehen können. Zu den gebräuchlichsten Prüfsäuren gehören unter anderem Salpetersäure (HNO3) und Salzsäure (HCI), die als Mischung Königswasser ergeben. Dieser Test sollte jedoch nicht durchgeführt werden, wenn das Goldstück Legierungen enthält, deren Qualität erhalten bleiben soll.
Zur Echtheitsprüfung werden in der Praxis auch spezielle elektronische Prüfgeräte eingesetzt, die die elektrische Leitfähigkeit oder die magnetischen Eigenschaften messen. Es kommen auch Röntgenspektrometer zum Einsatz, die die genaue Zusammensetzung eines Goldgegenstands, einschließlich des Goldgehalts und eventueller Legierungen, mithilfe von Röntgenstrahlen analysieren. Eine andere Methode ist die Ultraschallprüfung, bei der die innere Struktur von Goldgegenständen untersucht wird. Unterschiede in der Dichte oder Struktur können auf Unregelmäßigkeiten oder Fälschungen hinweisen.
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Wenn Sie Ihren Goldschmuck verkaufen möchten, sollten Sie aufmerksam sein und die Anbieter vergleichen. Achten Sie auf eine geeichte Goldwaage und seien Sie dabei, wenn Ihre Stücke gewogen und nach Goldlegierungen sortiert werden. Ein vertrauensvoller Edelmetallhändler hat nichts zu verbergen und erklärt Ihnen alle Schritte, welche zur Ermittlung des Wertes nötig sind.
585 Gold (14 Karat Gold)
585er-Gold, auch unter 14 Karat Gold bekannt, bezeichnet eine Goldlegierung, die vorwiegend in der Schmuckherstellung Anwendung findet. Diese Legierung besteht zu 58,5 % aus reinem Gold. Der restliche Teil setzt sich aus Legierungspartnern zusammen, wie z.B. Edelmetalle wie Silber, Platin oder Palladium. In der Schmuckherstellung ist 585 Gold bei Goldschmieden eine besonders beliebte Legierung, da sie eine gute Balance zwischen Härte, Farbe und Goldgehalt aufweist und gegenüber äußeren Einflüssen äußerst robust ist. Darüber hinaus ist 585 Gold auch eine erschwinglichere Option im Vergleich zu höherkarätigen Legierungen wie 750er-Gold (18-Karat) oder 24-Karat-Gold.
Wie berechnet man den Wert von 585 Gold?
- Feingehalt bestimmen: Suchen Sie nach dem Feingehaltsstempel (Punze) auf Ihrem Schmuckstück. Bei 585er Gold ist dies die Zahl 585.
- Menge ermitteln: Wiegen Sie Ihr Gold auf einer möglichst genauen Waage.
- Aktuellen Ankaufspreis ermitteln: Informieren Sie sich über den aktuellen Goldpreis pro Gramm für 585er Gold.
- Wert berechnen: Multiplizieren Sie das Gewicht Ihres Goldes mit dem aktuellen Ankaufspreis pro Gramm.
Der aktuelle Goldpreis 585 in Euro pro Gramm wird in der Regel alle 5 Minuten aktualisiert und richtet sich nach den Preisen an den internationalen Börsen. Wichtig ist, dass seriöse Ankäufer den hier ersichtlichen Ankaufspreis ohne irgendwelche Abzüge, Schmelzgebühren oder sonstige Kosten in vollem Umfang auszahlen!
Um sich über die Seriosität eines Anbieters zu informieren, hilft der Blick auf Bewertungen und Berichten anderer Kunden. Achten Sie auf transparente und faire Preise und garantierte Sicherheit.
Beispielrechnung für den Goldwert eines 585 Goldrings
Angenommen, Sie haben einen Goldring mit einem Gewicht von 5 Gramm und einem Reinheitsgrad von 585 (14 Karat). Der aktuelle Goldpreis für 585er Gold beträgt 41,92 Euro pro Gramm (Stand 18.04.2024).
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Dann können Sie den Goldwert wie folgt berechnen: 5 Gramm x 41,92 Euro pro Gramm = 209,60 Euro
Der Goldwert dieses Rings beträgt also 209,60 Euro (Rechnenbeispiel ohne Gewähr).
Ermittlung des Wertes durch einen Profi
- Ihre Stücke werden auf Karat / Legierung / Unze geprüft.
- Falls die Punze (Stempel) nicht erkennbar ist, wird in Ihrem Beisein mit Prüfsäure (Königswasser) der Goldgehalt ermittelt.
- Ihre Stücke werden nach Legierung / Feinheit sortiert.
- Schmuck, Münzen, Bruchgold oder Zahngold werden auf Füllungen, Steine oder Inlays geprüft und gegebenenfalls entfernt bzw. einzeln bewertet.
- Die Goldware wird für Sie sichtbar gewogen.
- Das enthaltene Gold in Gramm wird ermittelt und mit dem Goldkurs multipliziert.
Häufig gestellte Fragen
Kann Gold magnetisch sein?
Gold ist normalerweise nicht magnetisch, kann aber durch Legierungen oder Verunreinigungen magnetische Eigenschaften annehmen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn es mit winzigen Spuren von Eisen oder Nickel angereichert ist, was unter anderem bei elektronischen Bauteilen in industriellen Anwendungen vorkommt.
Ist echtes Gold immer mit einem Stempel versehen?
Der Goldanteil muss immer mit einer Punze auf dem Goldstück angegeben werden, sodass der Promillewert erkennbar ist. 999er steht beispielsweise für 24 Karat und 333er für 8 Karat. Die 585er Goldlegierung gehört zu den klassischen Legierungen von Goldschmuck, welche auch für hochwertige Verlobungs- oder Hochzeitsschmuck verwendet wird.
Muss man beim Verkauf von Gold Steuern zahlen?
Wenn Sie mindestens ein Jahr im Besitz des Goldes sind, dann müssen Sie keine Steuern zahlen.
Benötigt man einen Kaufnachweis, um Gold zu verkaufen?
Nein, Sie können Gold ohne Kaufnachweis / Herkunftsnachweis verkaufen. Beim Verkauf von Gold müssen Sie jedoch Ihren Personalausweis vorlegen, den der Händler benötigt, um den Wareneingang aufzuzeichnen.
