Der Goldpreis ist ein Thema von großem Interesse für Anleger, Händler und Investoren weltweit. Er wird maßgeblich von Angebot und Nachfrage bestimmt und durch verschiedene Faktoren beeinflusst. In diesem Artikel werden wir uns den Goldpreis pro Karat genauer ansehen, seine Entwicklung, die wichtigsten Einflussfaktoren und was Anleger beachten sollten.
Was ist der Goldpreis?
Unter dem Goldpreis wird der aktuelle Weltmarktpreis für Gold verstanden, auch Spotpreis genannt. Wie bei Rohstoffen üblich, wird dieser Preis in Dollar notiert. Die zugrundeliegende Gewichtseinheit ist die Feinunze, abgekürzt auch Unze, "oz" (engl.: ounce) oder "tr" (engl.: troy ounce). Das sind exakt 31,1034768 Gramm.
Das Währungskürzel für den standardisierten Goldhandel an Rohstoffbörsen nach ISO 4217 lautet XAU; die internationale Wertpapierkennnummer ist ISIN XC0009655157, die WKN 965515.
Preisangaben in anderen Währungen sind vom Goldpreis in Dollar abgeleitet. Sie werden also zum aktuellen Wechselkurs in die jeweilige Landeswährung umgerechnet.
Die aktuellen Preise für Anlagegold, also Barren und Bullionmünzen wie etwa der Krügerrand, liegen relativ nahe an diesem Spotpreis. Beim Kauf addiert sich nur noch der Handelsaufschlag des jeweiligen Händlers dazu, das sogenannte Aufgeld. Es liegt in einem überschaubaren Rahmen, meist in einer Range zwischen 2 - 6 %.
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Beim Verkauf von Münzen und Barren ist es ein entsprechender Abschlag, den der ankaufende Händler vom Spotpreis abzieht.
Wie wird der Goldpreis beeinflusst?
Wie bei jedem Markt, so bestimmen auch hier Angebot und Nachfrage den Preis. Ist die Nachfrage größer als das Angebot, steigt der Tagespreis für Gold, und umgekehrt.
Das Goldangebot wird beeinflusst durch:
- Fördermengen der Minen. Dabei spielen technologische Entwicklungen, neu entdeckte Vorkommen sowie Förder- und Explorationskosten allgemein eine Rolle
- Angebot an recyceltem Gold
- Angebot an Gold, das durch Verkauf von Notenbanken, Investoren oder Privatanlegern zurück auf den Weltmarkt gelangt
- Hedgeverkäufe (= Vorwärtsverkäufe von Gold durch große Minenbetreiber)
Bei der Analyse der preisbestimmenden Faktoren wird bei der Goldnachfrage unterteilt in die vier Sektoren Schmuck, Investment, Notenbanken und Industrie. 2022 lag diese Gesamtnachfrage in der Summe bei 4.741 Tonnen.
- Dabei stellte der Schmucksektor in 2022 mit 46 % den größten Anteil an der Gesamtnachfrage. Regionale und saisonale Besonderheiten spielen dabei eine Rolle
- 24 % der Nachfrage kam von den Zentralbanken
- Der Investmentsektor stellte 23 % der Gesamtnachfrage. Dabei wird unterteilt nach Goldbarren und Goldmünzen (= physisches Anlagegold) sowie Zu- bzw. Abflüssen bei börsenhandelbaren Finanzprodukten auf Gold wie ETFs und ETCs.
- Die Industrie beanspruchte in 2022 mit 7 % den kleinsten Teil am Nachfragekuchen
Bei Anlagegold gilt: Hier spielt die Psychologie eine wichtige Rolle, insbesondere das Krisenempfinden. Steigt allgemein das Gefühl ("Sentiment") einer Krisensituation, steigt oft auch die Nachfrage nach Gold und somit der Goldpreis. Eine hohe Nachfrage entwickelt sich aber auch oft bei befürchteter hoher Inflation oder wenn andere Anlageformen als weniger attraktiv eingeschätzt werden, insbesondere Zinsprodukte.
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Die Rolle des Goldmarktes
Wie überall, so gilt auch auf dem Goldmarkt: Der Goldpreis wird vor allem von großen Marktteilnehmern beeinflusst. Zu den Big Playern zählen große Minengesellschaften, Banken und Zentralbanken sowie große Investmentgesellschaften.
Eine besonders wichtige Rolle spielt der Handel mit Gold-Derivaten. Darunter versteht man Finanzprodukte auf den Rohstoff Gold wie Futures, Optionen, Gold-ETCs oder Gold-ETFs. Man nennt diese Finanzprodukte auch Papiergold. Da diese nur in Teilen oder gar nicht mit physischem Gold hinterlegt sind, verläuft der Handel dieser Terminmärkte einfacher, schneller und in viel größeren Dimensionen. Das beeinflusst in erheblichem Maße den Marktpreis für eine Feinunze physisches Gold.
Wichtige Handelsplätze & Börsen
- London Bullion Market: Dieser Handelsplatz spielt eine besondere Rolle, da er als Zentrum des außerbörslichen Goldhandels für physisches Gold gilt. Der Handel erfolgt "Over the counter" (=OTC) für sogenannte Good Delivery Goldbarren. Die Preisfindung erfolgt zweimal täglich, auch bekannt als das Londoner Gold Fixing oder der LBMA Goldpreis. Bis 2015 erfolgte die Preisfindung noch per Telefon, danach erfolgte die Umstellung auf ein vollelektronisches Auktionsformat. Preismacher sind Banken, die der London Bullion Market Association (LBMA) angehören.
- NYMEX: Abgekürzt für New York Mercantile Exchange. Sie gilt als größte Terminbörse der Welt. Integrierter Bestandteil der NYMEX ist auch die COMEX, die New York Commodities Exchange
- SGE: Da China eine immer wichtigere Rolle auf dem Goldmarkt spielt, hat die Shanghai Gold Exchange inzwischen eine große Bedeutung als Goldbörse.
- TOCOM: Tokyo Commodity Exchange (seit 2019 Tokio Exchange Group JPX)
Goldpreis und Dollar-Wechselkurs
Wie bei Rohstoffen üblich, wird auch der Goldpreis in Dollar fixiert. In der Theorie hat daher der Euro-Dollar-Wechselkurs Einfluss auf den Goldpreis, da man sozusagen erst Euro in Dollar tauscht und davon dann Gold kauft. Beim Goldverkauf verhält es sich umgekehrt.
Ist der Euro im Vergleich zum US-Dollar stark, macht dies einen Goldkauf vergleichsweise günstiger, Gold verkaufen dagegen vergleichsweise ungünstiger. Und umgekehrt.
In der Praxis ist es für Anleger hierzulande aber nicht relevant, da man in der Regel beim Kauf wie beim Verkauf innerhalb der Währung Euro bleibt.
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Historische Goldpreisentwicklung
Als 1973 mit dem Ende des Bretton-Woods-Systems die Goldpreisbindung des Dollar aufgehoben wurde, begann sich der Goldkurs frei zu bilden und stieg zunächst deutlich an. Ein erster Goldpreis Peak wurde Anfang 1980 erreicht.
Danach folgte eine lange Periode von gut 20 Jahren, wo Gold in der Summe eine leichte Abwärtsbewegung durchlief. In dieser Phase waren auch deutliche Verluste bei Gold möglich, insbesondere wenn man die Werte inflationsbereinigt.
Im Gefolge der weltweiten Finanz- und Verschuldungskrise verzeichnet der Goldpreis ab 2007/2008 unterm Strich eine erneute deutliche Aufwärtsbewegung mit bemerkenswerten Peaks 2011 und 2012. Es folgte abermals eine längere Phase mit deutlicher Konsolidierung.
Das bisherige Allzeit-Hoch (All-Time-High) in Dollar wurde am (Intraday17.07.2024) mit2.483,57 $markiert.
Der Goldpreis in Euro erreichte sein Allzeithoch am (Schlusskurs01.08.2024) mit2.266,96 €.
Goldpreis und Karat
Die Karatzahl bezeichnet den Reinheitsgrad von Edelmetallen im Speziellen von Gold. Die Karatzahl gibt somit den Reinheitsgrad von Gold an.
- So entspricht z. B. 333er Gold 8 Karat
- 750er Gold 18 Karat
- 999 Gold entspricht dann 24 Karat
Karat ist eine Einheit, mit welcher der Goldgehalt in Edelmetalllegierungen angegeben wird. So besteht z. B. 585er Gold aus 58,5 % Gold, was 14 Karat entspricht. Bei 24 Karat Gold handelt es sich um 999er Feingold, was einem Goldgehalt von 99,9 % entspricht. 24 Karat Gold wird überwiegend bei Anlagegoldmünzen und Goldbarren verwendet. Für Schmuck ist der Goldgehalt zu hoch und die Legierung dadurch zu weich. Der Schmuck würde innerhalb kürzester Zeit beschädigt werden oder ganz kaputtgehen.
Aktuelle Goldpreise nach Karat (Stand: 19.09.2025)
Hier eine Übersicht der aktuellen Goldpreise nach Feinheit (Karat):
| Feinheit (Karat) | 1 Gramm Dollar | 1 Gramm Euro |
|---|---|---|
| 333er Gold | 39,05 USD | 33,20 EUR |
| 585er Gold | 68,60 USD | 58,32 EUR |
| 750er Gold | 87,95 USD | 74,76 EUR |
| 833er Gold | 97,68 USD | 83,04 EUR |
| 900er Gold | 105,54 USD | 89,72 EUR |
| 916er Gold | 107,41 USD | 91,31 EUR |
| 999er Gold | 117,26 USD | 99,68 EUR |
Faktoren, die den Goldpreis beeinflussen
Der Goldpreis wird durch Angebot und Nachfrage sowie durch den Handel an den Terminmärkten bestimmt. Da es sich um einen natürlichen Rohstoff handelt, der nur in begrenztem Umfang gefördert werden kann, ist eine Erhöhung des Angebots nicht einfach. Insbesondere da der Abbau von Gold ein langfristiges Projekt ist, kann die Goldmenge nicht kurzfristig erhöht werden. Daher ist die physische Nachfrage neben den Terminmärkten der entscheidende Faktor für den Goldpreis.
Gold wird vor allem für die Herstellung von Schmuck verwendet. Das glänzende Metall bietet sehr gute Eigenschaften für die Herstellung von hochwertigem Schmuck. Goldschmuck gilt in vielen Kulturen als Statussymbol oder hat religiöse Bedeutung.
Die Verwendung von Gold in der Elektrotechnik beeinflusst den Goldpreis ebenfalls, wenn auch nur geringfügig. Gold ist ein ausgezeichneter elektrischer Leiter und zudem relativ leicht zu verarbeiten. Wenn zum Beispiel ein elektrischer Leiter mit einer starken Säure in Berührung kommt, werden fast alle Metalle durch den Kontakt beschädigt. Gold hingegen ist sehr widerstandsfähig und kann daher auch in einer solchen Umgebung eingesetzt werden.
Ein weiterer wichtiger Faktor, der den Goldpreis bestimmt, ist die Nachfrage von Investoren und Anlegern. Ein großer Teil der Goldproduktion wird auch als Geldanlage bzw. Wertspeicher genutzt und je mehr Anleger sich dafür entscheiden, ihr Geld in dieses Edelmetall bzw. in Goldunzen zu investieren, desto höher steigt die Nachfrage und damit auch der Preis.
Wirtschaftliche und geopolitische Entwicklungen beeinflussen den Goldpreis indirekt. Die dadurch ausgelösten Schwankungen lassen sich im Goldchart gut nachvollziehen.
Ein weiterer Faktor für den Goldpreis ist der US-Dollar bzw. der Wechselkurs zu anderen Währungen, da das Edelmetall in US-Dollar gehandelt wird.
Von großer Bedeutung sind auch die Goldreserven der Zentralbanken verschiedener Länder. Zur Absicherung der jeweiligen Landeswährung angelegt, obwohl es keinen Goldstandard mehr gibt, kaufen und verkaufen die Zentralbanken regelmäßig auf dem internationalen Goldmarkt. Da es sich dabei um Bewegungen im Tonnenbereich handelt, wirken sich solche großen Kauf- oder Verkaufstransaktionen zeitnah auf den Goldpreis aus.
Goldpreis in Krisenzeiten
Wenn eine Wirtschaftskrise ausbricht oder große geopolitische Unsicherheiten entstehen, befürchten viele Anleger negative Auswirkungen auf die Finanzmärkte und die im Umlauf befindlichen Finanzprodukte. Investoren, aber auch Privatanleger, greifen in solchen Krisenzeiten gerne auf Gold zurück, um ihre Gelder oder Ersparnisse für den Fall einer tiefer gehenden Krise abzusichern. Die in solchen Zeiten sprunghaft ansteigende Goldnachfrage spiegelt sich in der Regel in steigenden Goldpreisen wider. Beruhigen sich die Krisen wieder, reagiert der Goldpreis in der Regel mit fallenden Notierungen.
Gold wird weltweit als Wertgegenstand akzeptiert und ist daher in der Lage, die Ersparnisse bzw. deren Kaufkraft auch in einer sehr tiefen Krise zu erhalten. Auch wenn ein vollständiger Zusammenbruch eines Währungssystems heute als weniger wahrscheinlich gilt, hat Gold neben Silber seinen Status als krisensicheres Zahlungsmittel behalten.
So steigt der Goldpreis - und meist auch der Silberpreis - in der Regel immer dann, wenn es in den großen, international verflochtenen Finanzsystemen zu Instabilitäten kommt. Dies ist seit vielen Jahren der Fall. Seit die Weltwirtschaft um die Jahrtausendwende von einer Krise in die nächste schlitterte, steigt der Goldpreis unter Schwankungen. Weitere Faktoren, die den Goldpreis treiben, sind Inflation und negative Realzinsen.
Gold als Investment
Die Entscheidung, Gold zu verkaufen, hängt von verschiedenen Faktoren ab, und die Vorhersage des zukünftigen Goldpreises ist unsicher. Die Marktentwicklung wird von verschiedenen Einflussfaktoren bestimmt, darunter wirtschaftliche Bedingungen, Inflation, Zinssätze und geopolitische Ereignisse. Es ist schwer, vorherzusagen, wie sich der Goldpreis entwickeln wird.
Bevor Sie Ihr Gold verkaufen, sollten Sie Ihre persönlichen Finanzbedürfnisse berücksichtigen. Wenn Sie das Geld sofort benötigen, könnte es sinnvoll sein, zu einem aktuellen Preis zu verkaufen. Überlegen Sie sich auch, warum Sie das Gold verkaufen und welche finanziellen Ziele Sie erreichen möchten.
Es ist wichtig zu beachten, dass der Goldmarkt volatil ist. Die Spekulation auf eine Preiserhöhung birgt das Risiko, dass der Preis auch fallen könnte. Es gibt keine Garantie für zukünftige Preisentwicklungen.
Es könnte hilfreich sein, sich von uns beraten zu lassen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Goldpreisprognosen
Goldpreisprognosen werden regelmäßig von Banken und Analysten erstellt. Ähnlich wie bei Aktien von Unternehmen werden mögliche zukünftige Kursverläufe entweder abgeleitet aus einer Fundamentalanalyse oder es kommen Charttechniken zum Einsatz.
Weltweit bekannt ist der jährliche Wettbewerb um die treffendste Goldpreis Prognose, der von der LBMA in London veranstaltet wird. Renommierte Analysten und Marktteilnehmer dürfen jeweils am Jahresanfang ihre Schätzung abgeben, wie sich der Goldpreis ihrer Meinung nach zum Jahresende entwickeln wird. Derjenige mit der genauesten Vorhersage erhält dann als Gewinn einen Feinunzen-Barren Gold.
Goldpreis Manipulation: Gerüchte oder Fakt?
Bei der Frage ob der Goldpreis manipuliert wird schwingt die Vorstellung mit, dass es sowas wie einen wahren Goldpreis gäbe, eine Art intrinsische Naturkonstante. Wo aber soll dieser "wahre Goldpreis" liegen? Hierin gründen die teils emotionalen Diskussionen bis hin zu gelegentlich zu findenden abenteuerlichen Theorien.
Festzuhalten ist: Preise sind keine Naturkonstante, sondern eine variable gesellschaftliche Größe. Und je größer ein Marktteilnehmer ist, desto größer dessen Einflussmöglichkeiten auf diese Variable.
Beim Begriff der Manipulation muss also unterschieden werden zwischen erlaubter Einflussnahme und Verstößen gegen geltendes Recht im strafrechtlichen Sinne. Beides gibt es in jeder Branche.
