WWE Network wird eingestellt: Die Gründe und die Zukunft des Wrestling-Streamings

Am 24. Februar feiert das WWE Network sein 10-jähriges Jubiläum. Doch das Ende der Wrestling-Streaming-Plattform ist bereits abzusehen. 2024 wird das letzte Jahr mit dem WWE Network, weil der Wrestling-Marktführer eine weltweite Content-Partnerschaft mit Netflix eingegangen ist. WWE wird die hauseigene Streaming-Plattform zum Jahresende einstampfen. Das berichtet der US-Reporter Dave Meltzer am Mittwoch in seinem Podcast. Bereits heute ist das WWE Network nur noch in Märkten zugänglich, wo keine anderen Content-Partnerschaften für diese Inhalte bestehen.

WWE startet im Januar 2025 bei Netflix

Wie am Dienstag bekanntgegeben wurde, wird Netflix ab Januar 2025 außerhalb der USA (und je nach Markt-Verfügbarkeit) das Zuhause der wöchentlichen TV-Formate (Raw, SmackDown, NXT) sowie der Premium-Live-Events (WrestleMania, Royal Rumble, SummerSlam etc.).

Dieser Deal umfasst, auch wenn es in der Pressemitteilung nicht explizit aufgelistet steht, das Wrestling-Archiv, das bisher noch über das WWE Network zur Verfügung gestellt wird. In welchem Umfang diese Inhalte dann 2025 tatsächlich auf der Netflix-Plattform landen, bleibt allerdings abzuwarten.

Denn diese Möglichkeit muss nicht zwingend garantieren, dass Netflix auch jede - teils Jahrzehnte alte Show - hochladen wird, wie es bisher beim WWE Network der Fall ist. Anhänger klassischer Wrestling-Shows werden aber natürlich darauf hoffen, dass das Archiv nicht nur vollständig bleibt, sondern in Zukunft auch noch weiter ausgebaut wird.

Der Netflix-Deal funktioniert also ähnlich wie bisherige Partnerschaften in unterschiedlichen Märkten: WWE hat bereits in der Vergangenheit Premium-Live-Events (inkl. Network-Archiv) separat in einzelne Länder verkauft (zum Beispiel in USA, Kanada oder Australien). Mit Netflix ist nun der weltweite Deal entstanden, der es für WWE besonders einfach macht.

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Entsprechend wird das Angebot auch nicht in allen Märkten vollumfänglich vom ersten Tag an zur Verfügung stehen. Und die USA sind gänzlich von dem Deal mit den bisherigen Network-Inhalten ausgeschlossen. So wird es in den Vereinigten Staaten bei Netflix „nur“ Raw live und exklusiv geben.

Für die Premium-Live-Events und den übrigen Content wird das Team um Präsident Nick Khan noch einen separaten Deal machen, der im Frühjahr 2026 zur Verlängerung aussteht. Der aktuelle Partner für die Ausstrahlung der PLEs ist Peacock (NBC Universal). Denkbar ist, dass auch Netflix - sollte Raw erfolgreich auf der Plattform anlaufen - um diese Rechte mitbieten wird.

So geht es in Deutschland weiter...

Was Deutschland angeht, deutet alles auf den Netflix-Start am 1. Januar 2025 hin. Denn bei uns sind diese Rechte bekanntlich nicht anderweitig vergeben. Abseits der bisherigen Network-Inhalte werden Raw, SmackDown und NXT auch erst einmal weiterhin bei ProSieben MAXX im Free-TV gezeigt.

Dieses Rechtepaket für die verzögerte TV-Ausstrahlung der Wochenshows, das ProSieben Anfang April 2023 verlängert hat, ist ein anderes als der Deal für die Live-Übertragungen, den nunmehr BILD für 2024 eingegangen ist. Mittelfristig wird WWE dann in Deutschland ausschließlich über Netflix zu sehen sein.

RAW, SmackDown und NXT ab sofort LIVE bei BILD: Der Wechsel von SmackDown zu einem neuen Sender dürfte ein weiteres Beben zur Folge haben. Der Poker um RAW spitzt sich derweil zu - auch, weil WWE die Anleger mit dem Deal enttäuscht hat.

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Die Wrestling-Landschaft sortiert sich im kommenden Jahr neu - und das womöglich umfassender, als bislang zu erahnen ist. Der in dieser Woche verkündete, milliardenschwere Wechsels der WWE-Erfolgsshow SmackDown zum NBC Universal-Imperium hat vielfältige Implikationen. Spekulationen um ein weiteres Beben, das auch für die deutschen Zuschauer Folgen und womöglich auch für Konkurrent AEW Folgen haben dürfte, haben begonnen.

Zudem vergrößert sich auch die Spannung im Poker um das zweite TV-Flaggschiff RAW - auch deshalb, weil der SmackDown-Deal zur Enttäuschung der Anleger nicht ganz so hoch ausgefallen ist wie von WWE in Aussicht gestellt.

WWE SmackDown dürfte 2024 den Sendeplatz wechseln

Experten wie der Wrestling-Journalist Dave Meltzer gehen sicher davon aus, dass der Transfer von SmackDown von Fox zum USA Network einen Sendeplatz-Wechsel mit sich bringen wird, weg vom Freitagabend. „Friday Night SmackDown“ wäre dann ab Herbst 2024 auch nicht mehr der Name der Show.

Der Grund für die Erwägung: Das USA Network hat eine andere Bedürfnislage als Fox, das eine Lücke im Freitagabendprogramm hatte und in SmackDown mit Zugpferd Roman Reigns einen zuverlässigen Quotenbringer - mit dem im vergangenen Jahr einsetzenden Zuschauerboom bei WWE umso mehr.

Bei USA ist die Lage anders: Die Freitag- und Samstagabende, an denen große Teil der jungen Zielgruppe andere Beschäftigung haben als vor dem Fernseher zu sitzen, dürften kaum die erste Wahl für die dortigen Senderverantwortlichen sein - auch wegen der unterschiedlichen Reichweite der Stationen.

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Fox gehört in Amerika zu den „network station“, dem Free-TV, während USA Network Teil des kostenpflichtigen Kabelfernsehens ist. Die Erfahrungswerte aus den Tagen, an denen SmackDown auf den Kabelsender FS1 ausgewichen ist, vermitteln eine Ahnung, dass SmackDown bei USA am Freitagabend deutlich geringere Quoten als bei Fox einfahren würde - und auch deutlich geringere als die montägliche Traditionsshow RAW.

Man darf davon ausgehen, dass eine Sendergruppe, die 1,4 Milliarden Euro in ein TV-Recht investiert, alles dafür tun wird, das Zuschauerpotenzial zu vergrößern - das wäre klar gegeben, wenn SmackDown auf einen Sendeplatz vor einem Werktag wechseln würde.

Interessant ist dabei nun die Frage, auf welchen Tag WWE wechseln wird: Der Montagabend ist traditionell für RAW reserviert, aktuell ebenfalls noch beim USA Network - wobei die Rechte ab Herbst 2024 ungeklärt sind, ebenso wie für die weniger zugkräftige Dienstagsshow um den Aufbaukader NXT.

Neue Möglichkeiten für WWE wären der Mittwoch, der Donnerstag und auch der Sonntag - inzwischen eine veritable Möglichkeit, nachdem WWE in den vergangenen Jahren die meisten Großveranstaltungen auf Samstage gelegt hat.

Hochspannend ist auch, ob WWE und USA den Mittwoch in Erwägung ziehen und damit das Wagnis eines Angriffs auf die Konkurrenzshow AEW Dynamite - oder ob USA ein risikoärmeres Umfeld ohne direkte Konkurrenz bevorzugt.

Im deutschen Fernsehen läuft SmackDown aktuell am Samstagabend bei Pro7 Maxx, es ist anzunehmen, dass die deutsche Ausgabe „mitwandert“, wenn das Original umzieht.

Viele offene Fragen hängen an der Zukunft von RAW

Die Frage, auf welchem Sendeplatz SmackDown landet und wie die Show sich generell verändern wird, hängt auch von der der anderen WWE-Sendungen ab, vor allem der von RAW: Sollte USA das Montags-Flaggschiff an einen TV-Konkurrenten oder gar einen Streamingdienst verlieren, gäbe es nochmal eine andere Dringlichkeit für beide Seiten, die Marke SmackDown glänzend erstrahlen zu lassen.

Eine andere Dynamik würde entstehen, wenn RAW bei USA verbleibt - Mutterkonzern NBC ist auch der Streaming-Partner von WWE. Sollte die Montagsshow dort weiter der Quotenbringer Nummer 1 sein, könnte SmackDown auch wieder in den früheren Rang einer 1B-Show rücken - und damit womöglich auch Topstar Reigns an RAW verlieren.

Ein Fingerzeig in dieser Hinsicht wird auch der finanzielle Umfang des Deals für RAW sein, ein Thema, bei dem WWE nun unter neuem Druck steht - speziell auch der für die TV-Verhandlungen zuständige Nick Khan, Nummer 2 bei WWE hinter Ligagründer Vince McMahon.

WWE holt nicht so viel Geld raus wie erwartet - Aktie sinkt

Die 1,4 Milliarden Dollar, die Khan für den fünf Jahre laufenden SmackDown-Deal herausgeholt hat, sind weniger als Khan vorab in Aussicht gestellt hat. Bei einer Konferenz der Silicon Valley Bank im Mai hatte Khan die Erwartung formuliert, dass die Rechtegelder um 50 Prozent steigen würden.

Bei SmackDown waren es „nur“ 40 Prozent - wofür der neue WWE-Mutterkonzern TKO an der Börse gleich die Quittung bekam: Nachdem die Zahlen des SmackDown-Deals durchsickerten, sank der Aktienkurs um rund 14 Prozent.

AEW-Heimatsender soll wegen CM Punk wieder mit WWE flirten

Der kommerzielle Erfolg Punks - der WWE trotz der belasteten Vorgeschichte zur Verpflichtung animiert hat - hatte sich bei Warner bis in höchste Kreise herumgesprochen: Punk (bürgerlich: Phil Brooks) verriet in diesem Frühjahr mit spürbarem Genuss, dass Konzernchef David Zaslav ihn „One Bill Phil“ nennen würde - Eine-Milliarde-Dollar-Phil.

Besagte Summe war eine Anspielung auf das Volumen, das der nächste TV-Vertrag zwischen Warner und AEW haben sollte, so auch das erklärte Ziel von AEW-Chef Tony Khan. Nun könnte wegen Punks Aus bei AEW und der maßgeblich von Levesque betriebenen Rückkehr alles ganz anders kommen.

TV-Zukunft von WWE RAW und AEW-Shows noch offen

Hintergrund: Mit Blick auf das Jahresende 2024 müssen sowohl die TV-Deals von WWE als auch AEW neu verhandelt werden - Warner hatte den eigentlich schon 2023 abgelaufenen Vertrag mit AEW zuletzt durch das Ziehen einer Optionsklausel um ein Jahr verlängert.

Fest steht bislang nur, dass die Freitagsshow SmackDown von Fox zum USA Network wechselt, der aktuellen Heimat von RAW, unter dem Dach des langjährigen WWE-Geschäftspartners NBC Universal.

Die Zukunft der AEW-Shows Dynamite, Rampage und Collision (sowie auch die der im TV noch heimatlosen Schwesterliga ROH) ist derweil noch ebenso offen wie die von RAW. Laut Meltzer sind neben NBC und Warner auch Amazon Prime und Disney im Spiel.

WWE zu Warner? Folgen für AEW wären einschneidend

Sollte Warner den Zuschlag bekommen, sind die Folgen für AEW unabsehbar: Es ist weder klar, ob Warner sich sowohl WWE als auch AEW leisten wollen würde - noch, ob WWE das mitmachen würde: In der Vergangenheit hat sich der Marktführer immer wieder Exklusivitätsklauseln in seine Verträge schreiben lassen, um Konkurrenten das Wasser abzugraben.

Nichtsdestotrotz: Auch wenn Warner und WWE ein Miteinander beider Ligen zulassen würden, würde sich aus AEW-Sicht drängend die Frage stellen, ob sie gut beraten damit ist, sich hausintern zur Nummer 2 degradieren zu lassen.

Der Verlust von Warner wäre ein herber Schlag für AEW: Der TV-Deal mit der ehemaligen Heimat des früheren WWE-Rivalen WCW war wesentlich dafür, dass die Anfang 2019 gegründete Liga Gestalt annahm. Zwar dürfte AEW inzwischen etabliert und erfolgreich genug sein, um einen anderen TV-Partner zu finden - ob allerdings zu Konditionen, die einen echten Konkurrenzkampf mit dem boomenden, milliardenschweren Branchenprimus zulassen, wäre die andere Frage.

RAW in Zukunft womöglich nicht mehr montags

Es sei zwar „nicht unmöglich“, dass der aktuelle Status quo unverändert bleibe - AEW bei Warner, WWE mit beiden Hauptshows bei USA. Die Verhandlungen könnten aber auch „unglaubliche Veränderungen“ mit sich bringen.

Meltzer erwähnt auch, dass RAW im Zuge der TV-Verhandlungen womöglich auch nach über 30 Jahren seinen traditionellen Montagssendeplatz verlassen wird - eine Option, für die WWE-Präsident Nick Khan im Frühjahr ausdrücklich die Tür geöffnet hat. Ein Sendetagswechsel von SmackDown gilt ebenfalls als höchstwahrscheinlich.

Schlüsseltermine kurz nach Weihnachten

Klarheit in Bezug auf die vielen offenen Fragen soll es wohl bald geben: Meltzer verweist darauf, dass am 26. und 30. Dezember wichtige Termine anstehen.

Fest steht aber, dass das WWE Network in Deutschland nicht eingestellt wird, so wie es etwa in vielen anderen Ländern der Fall ist, sodass dort die PLEs live und auf Abruf bereitstehen werden. Die wöchentlichen Ausgaben werden weiterhin mit Verzögerung auf ProSieben MAXX im Fernsehen übertragen.

Bislang gibt es aber noch keinen Vertrag mit einem TV-Sender oder Streamingdienst, der alle wöchentlichen Ausgaben live zeigen wird. Hierbei wird gehofft, dass in den kommenden Wochen eine Pressemeldung erscheinen wird.

Es könnte sein, dass die WWE in Deutschland erst im April 2026 zu Netflix umziehen wird, da die bestehenden TV-Verträge erst dann auslaufen.

November 2024, mitgeteilt, dass das WWE Network ab dem 1. Januar 2025 nicht mehr verfügbar sein wird. Stattdessen werden alle Wrestling-Programme, darunter wöchentliche Shows wie „Monday Night RAW“, „Friday Night SmackDown“ und „NXT“ sowie Premium Live Events, auf Netflix übertragen. Zudem sollen historische Inhalte und ausgewählte Specials auf der Plattform bereitgestellt werden.

Die Mitteilung an die Abonnenten, in leicht überarbeiteter Form, lautet wie folgt:

Ab dem 1. Januar 2025 wird der Wrestling-Streaming-Dienst in Ihrer Region nicht mehr verfügbar sein. Künftig wird Netflix das exklusive Zuhause für Wrestling-Inhalte sein, darunter wöchentliche Shows wie Monday Night RAW, SmackDown und NXT sowie Premium-Events wie WrestleMania und Royal Rumble. Zusätzlich werden historische Events und ausgewählte Programme bereitgestellt.

Die Live-Premiere von Monday Night RAW am 6. Januar 2025 auf Netflix wird zahlreiche große Namen aus der Wrestling-Welt sowie spezielle Gäste umfassen.

Wenn Sie bereits Netflix-Abonnent sind, ist keine weitere Aktion erforderlich. Sollten Sie kein Abonnement besitzen, empfehlen wir Ihnen, sich rechtzeitig anzumelden, um keine Highlights zu verpassen.

Welche Regionen genau von der Umstellung betroffen sind und welche Inhalte in welchem Land verfügbar sein werden, wurde bisher nicht offiziell bekanntgegeben. Allerdings wird erwartet, dass rund 80 % der Weltbevölkerung direkt Zugang zu den neuen Angeboten erhalten werden.

Zu den europäischen Ländern, in denen die Inhalte auf Netflix verfügbar sein werden, gehören unter anderem England, Irland, Spanien, die Niederlande und Schweden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz hingegen bleibt die ursprüngliche Plattform vorerst erhalten, voraussichtlich bis mindestens März 2026, wenn bestehende TV-Verträge auslaufen.

Der erste große Live-Event auf Netflix ist für den 6. Januar 2025 geplant: Eine Episode von „Monday Night RAW“, die laut Ankündigung mit einem Staraufgebot und der Qualität eines Premium-Events aufwarten soll.

Bereits im Januar 2024 hatten das Wrestling-Unternehmen und Netflix einen zehnjährigen Vertrag über 5 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Dieser Deal wird nicht nur in den USA, sondern insbesondere international umgesetzt, da hier alle Programme exklusiv auf Netflix erscheinen werden.

Zuschauer müssen ab 2025 ein Netflix-Abonnement besitzen, um die Inhalte weiterhin verfolgen zu können. Die ursprüngliche Plattform wurde 2014 ins Leben gerufen und ersetzte das traditionelle Pay-per-View-System. Bereits 2021 wurde der Dienst in den USA durch einen Zusammenschluss mit Peacock eingestellt.

Nach der Bekanntgabe, dass "WWE RAW" ab 2025 auf Netflix laufen wird, stellt sich nun die Frage, wo die Show denn in den letzten Monaten des Jahres 2024 ausgestrahlt wird. Der aktuelle TV-Vertrag mit NBC Universal endet nämlich bereits am 30. September und wie Dave Meltzer nun berichtet, wird das USA Network die Show nicht über dieses Datum hinaus ausstrahlen.