Die Geschichte der WWE Frauen Championship

Die WWE hat in Bezug auf die Darstellung ihrer Frauendivision eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht. Sexistische Segmente und veraltete Vorurteile gehören größtenteils der Vergangenheit an. Das Produkt wurde modernisiert, die Darstellung an die der Männer angepasst, und auch die Qualität im Ring hat sich deutlich verbessert.

Die Anfänge und die "Diva"-Ära

Noch während den frühen 2000er wurden Frauen im Wrestling rein als Blickfänger genutzt, die ihre Unfähigkeiten im Ring durch attraktive Körper und sehr freizügige Ringkleidung kaschieren konnten. In den folgenden Jahren wurden die sehr sexistischen Darstellungen deutlich seltener und familienfreundlicher. Große Beachtung erhielt die Frauen-Division trotzdem nicht.

Auch die Ära der Women’s Championship ging zu Ende und wurde durch die Divas Championship ersetzt. Ergänzend dazu wurde 2013 die Reality Show Total Divas ins TV gebracht, in der das Privatleben der Frauen bei WWE dargestellt wurde.

Der Beginn der Women's Revolution

Erst 2015 wurde der Grundstein für die moderne Auslegung des heutigen Produkts gelegt. Im Juli sorgte die WWE für Aufsehen, als mit Sasha Banks, Charlotte Flair und Becky Lynch gleich drei bekannte NXT-Talente ins Main Roster aufstiegen. Der Beginn der Women’s Revolution war nun eingeläutet.

Mit der Revolution des Kaders war auch eine Neugestaltung der gesamten Division nötig geworden. Das Wort Divas wurde aus dem WWE-Vokabular gestrichen, stattdessen war nun, wie bei den Männern, von Superstars die Rede. Auch der Name des Titelgürtels wurde verändert, von Divas Championship zu Women’s Championship. Keine vier Monate später wurden aus einem Frauengürtel zwei. Im Rahmen des WWE-Drafts wurde zusätzlich eine SmackDown Women’s Championship eingeführt.

Lesen Sie auch: Die Entwicklung der UFC-Damen Titel

Historische Momente und Meilensteine

  • Hell in a Cell 2016: Mit Sasha Banks und Charlotte Flair standen erstmals zwei Frauen im Hauptkampf eines Pay-Per-Views gegenüber. Gleichzeitig war es auch das erste Hell in a Cell-Match zwischen zwei weiblichen Superstars.
  • Royal Rumble 2017: Die WWE läutete eine neue Ära ein.
  • 2018: Die Frauen erhielten neben einem eigenen Money-in-the-Bank-Match auch eine Möglichkeit, sich in einem Elimination-Chamber-Match zu behaupten.
  • Mae Young Classic Turnier: Nachdem das Cruiserweight Classic Turnier der Männer 2016 ein großer Erfolg war, veranstaltete die WWE ein Jahr später das Mae Young Classic Turnier, aus dem Kairi Sane als Siegerin hervorging.
  • Evolution 2018: In insgesamt sieben Kämpfen standen alle drei Hauptgürtel der Frauen auf dem Spiel, zudem wurde auch das Finale der zweiten Auflage des Mae Young Classic dort ausgetragen.
  • Dezember 2018: Die Einführung der Women’s Tag Team Championship wurde verkündet. Der neue Titel wurde erstmals bei Elimination Chamber 2019 in einem Match im Käfigkonstrukt ausgefochten.
  • WrestleMania 35: Mit Ronda Rousey, Charlotte Flair und Becky Lynch durften erstmals Frauen im Main Event von WrestleMania antreten. In einem Dreikampf standen sowohl der Frauentitel von RAW als auch von SmackDown auf dem Spiel - winner takes all.

Becky Lynch stand am Ende siegreich über ihren Konkurrentinnen und durfte sich zur ersten weiblichen Doppel-Titelträgerin in der Geschichte der WWE krönen. Noch im gleichen Jahr setzte die WWE mit ihrer Frauendivision auch international ein Zeichen.

WWE Evolution: Ein reiner Frauen-Event

Bei der allerersten Großveranstaltung nur für Frauen lieferten sich Charlotte Flair und Becky Lynch ein spektakuläres Match. Ronda Rousey musste heftig einstecken.

WWE Evolution - in der Nacht auf Montag schrieb die weltgrößte Wrestling-Liga Geschichte. Erstmals wurde eine komplette Großveranstaltung ausschließlich mit Frauen-Matches abgehalten. Und nicht nur im Ring dominierte das weibliche Geschlecht, auch bei den Moderatoren, Ringsprechern, Music-Acts und Kommentatoren (mit Ausnahme von Michael Cole) wurde komplett auf Männer verzichtet.

Dabei verwies WWE im Verlauf der Show immer wieder auf den beachtlichen Wandel von der "Give Divas a chance"-Bewegung (2015) über die Umbenennung zur Women's Division (2016) bis zum ersten eigenen Pay Per View 2018.

Wichtige Matches bei WWE Evolution

  1. Lita & Trish Stratus bes. Alicia Fox & Mickie James: Wenige Tage vor der Übertragung musste Alexa Bliss aufgrund einer Gehirnerschütterung aus dem Match genommen werden. Den Sieg sicherten sich dennoch die Routiniers, nachdem Lita erst beiden Kontrahentinnen gleichzeitig den Litasault verpasste und Stratus James nach dem Chick Kick erfolgreich pinnte.
  2. NIA JAX GEWINNT DIE BATTLE ROYAL: Bei einer Battle Royal, die der Siegerin ein zukünftiges Titelmatch zusicherte, trafen hoffnungsvolle Talente auf einstige Größen wie Alundra Blaze, Undertaker-Ehefrau Michelle McCool oder Torrie Wilson. Nia Jax setzte sich durch und sicherte sich ein künftiges Match um die WWE Women's Championship.
  3. Finale des WWE Mae Young Classic 2018: Toni Storm vs. Io Shirai: Toni Storm setzte sich mit ihrem Finisher "Storm Zero" durch und krönte sich damit zur Siegerin des prestigeträchtigen Turniers.
  4. Sasha Banks, Bayley, Natalya bes. The Riott Squad (Ruby Riott, Sarah Logan, Liv Morgan): Den Pin durfte Banks einstreichen, die Morgan nach einem Frog Splash pinnte.
  5. NXT Women's Champion Kairi Sane unterliegt Shayna Baszler -> Titelwechsel: Shayna Baszler wurde zur Siegerin und damit ersten zweifachen NXT Women's Champion.
  6. Last Woman Standing Match - SmackDown Women's Champion Becky Lynch bes. Charlotte Flair: In dem äußerst verbissen geführten Kampf setzten die beiden Gegnerinnen zahlreiche Stühle, Tische und sogar Leitern ein.
  7. RAW Women's Championship: Ronda Rousey bes. Nikki Bella: Trotz aller Anstrengungen schaffte es Bella nicht, ihre berühmte Gegnerin erfolgreich zu pinnen und musste letztlich in deren Armbar abklopfen.

Die Stars der Women's Revolution

Einige der wichtigsten Namen, die die Women's Revolution vorangetrieben haben, sind:

Lesen Sie auch: WWE Damen-Roster Liste

  • Sasha Banks: Sie bestritt das erste „Hell in a Cell“-Frauenmatch und sprach sich öffentlich immer wieder für mehr Frauen im WWE-TV aus.
  • Charlotte Flair: Sie sorgte für das allererste Iron-Woman-Match bei WrestleMania.
  • Becky Lynch: Sie konnte mit ihrem Doppeltitelgewinn von Raw- und Smackdown-Women’s-Titel Geschichte schreiben.
  • Trish Stratus: Sie ist eine der größten Legenden der WWE, geschlechterübergreifend.

Aktuelle Entwicklungen

Am 6. Januar 2025, während der historischen Raw on Netflix-Premiere, gewann Rhea Ripley nach einem dominanten Sieg gegen Liv Morgan den Women’s World Championship zurück. Laut WrestleVotes war der Titelwechsel Teil eines strategischen Plans, um die beiden Women’s World Title Matches für WrestleMania 41 vorzubereiten.

Am 3. Januar 2025 nutzte Tiffany Stratton ihren Money in the Bank-Koffer, um Nia Jax zu besiegen und den WWE Women’s Championship zu gewinnen.

Zukünftige Ausrichtung

Die WWE arbeitet weiterhin daran, die Frauendivision zu stärken und den weiblichen Superstars die gleichen Möglichkeiten wie ihren männlichen Kollegen zu bieten. Die Zukunft des Frauenwrestlings in der WWE sieht rosig aus, mit vielen talentierten Athletinnen, die bereit sind, die nächste Generation anzuführen.

Lesen Sie auch: Heidelberg: Kickboxen speziell für Frauen