Als größte deutsche und global relevante Bank unterhält die Deutsche Bank ein weltweit gespanntes Netzwerk von Niederlassungen. Privat- und Geschäftskunden profitieren von den Leistungen der Großbank. Die Deutsche Bank ist Deutschlands größter Bankenkonzern und bietet seit über 150 Jahren umfassende Leistungen an - darunter Konten, Finanzierungslösungen, Vermögensverwaltung und Beratungen für private Kunden. Geschäftskunden schätzen die internationale Aufstellung der Bank für die Abwicklung von Zahlungen und die globale Unternehmensfinanzierung.
Die Deutsche Bank emittiert eigene Produkte, ist aber auch im Wertpapierhandel und Devisenhandel auf internationaler Ebene tätig. Aufgrund ihrer hohen Marktkapitalisierung sind die Aktien der Deutschen Bank AG seit dem Launch des Index 1988 im DAX gelistet. Als historische deutsche Vollbank ist die Deutsche Bank innerhalb der Bundesrepublik mit Filialen und elektronischen Angeboten vertreten und bietet ihren Kunden das ganze Spektrum der Bankservices. Zu den Leistungen gehören Girokonten, Tages- und Festgeldkonten, aber auch der Wertpapierhandel, Finanzierungslösungen und Versicherungen.
Die Anfänge und das internationale Geschäft
Die Anfänge des weltweit bekanntesten deutschen Kreditinstituts sind eng mit der Reichsgründung von 1870/71 verknüpft. Durch den "Allerhöchsten Erlass Sr. Majestät des Königs von Preussen" bzw. die preußische Regierung wurde der Deutschen Bank am 10. März 1870 die Konzession für ihre Bankgeschäfte erteilt. Schon ab dem Zeitpunkt ihrer Gründung legte die Bank ihren Fokus auf das internationale Geschäft und hob diesen Schwerpunkt auch in ihren Satzung zur Neugründung hervor: "Der Zweck der Gesellschaft ist der Betrieb von Bankgeschäften aller Art, ins Besondere Förderung und Erleichterung der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland, den übrigen Europäischen Ländern und überseeischen Märkten".
So konzentrierte sich das Institut schon seit seiner Gründung auf die Finanzierung des deutschen Außenhandels und verhalf somit vielen deutschen Kaufmännern und Unternehmern, unabhängiger von den damals dominierenden englischen Banken zu werden. Die Urheber der Gründung waren dabei der Politiker und Währungsexperte Ludwig Bamberg und der Privatbankier Adelbert Delbrück. Zusammen mit einer Vielzahl an weiteren führenden deutschen Privatbankiers stellten die beiden Initiatoren so das Grundkapital von fünf Millionen Talern bzw. 15 Millionen Mark zur Verfügung.
Streng nach den Statuten des Instituts verfolgte die Bank seit dem ersten Tag der Gründung den Aufbau des internationalen Geschäfts. So eröffneten die ersten Vorstände der Bank, Georg Siemens, Hermann Wallich und Wilhelm A. Platenius, nach ihrer ersten Niederlassung in Berlin zwischen 1871 und 1872 direkt weitere fünf Filialen in den wichtigen Handelsstädten Bremen, Hamburg, London, Shanghai und Yokohama.
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Expansion und Krisen
Im Jahr 1883 beteiligte sich die Bank beispielsweise an der Northern Pacific Railroad Company in den USA, im Jahr 1887 folgte dann die Beteiligung an der Gründung der AEG (Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft) und ein Jahr später investierte die Bank sogar in den Bau einer Eisenbahn in Anatolien. Im Jahr 1890 unterstützten die Banker außerdem die Gründung der Mannesmannröhren-Werke. Aufgrund der rasanten Ausdehnung der Geschäftsbereiche und des phänomenalen Wachstums der Bank zwischen den Jahren 1870 und 1914 bezeichnete die "Frankfurter Zeitung" das Institut im Frühjahr 1914 sogar als die "größte Bank der Welt". Die Freude über den von der "Frankfurter Zeitung" verliehenen Titel währte jedoch nur wenige Monate, da die Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien am 28. Juli 1914 den Ersten Weltkrieg auslöste und somit auch die Geschäfte der Bank massiv beeinträchtige.
Der Erste Weltkrieg beendete die erste große Globalisierungsphase der Weltwirtschaft, was die Deutsche Bank dazu zwang, ihre Geschäftstätigkeiten vermehrt auf nationale Bereiche zu fokussieren. Die Folgen des Ersten Weltkriegs führten dazu, dass die Bank ihre Investitionen und Niederlassungen im Ausland größtenteils abschreiben musste. Darüber hinaus schloss sich die Bank im Jahr 1929, nach einer Welle von diversen Übernahmen und Fusionen innerhalb der deutschen Wirtschaft, mit ihrem größten Konkurrenten, der Disconto-Gesellschaft, zusammen. Mithilfe dieses Zusammenschlusses gelang es der Bank durch die Weltwirtschafts- und Bankenkrise zu kommen.
Der Erste Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise waren jedoch nur die Vorboten für das dunkelste Kapitel in der Geschichte der Deutschen Bank. Während der zwölfjährigen Herrschaft der Nationalsozialisten, zwischen 1933 und 1945, und des sechsjährigen Zweiten Weltkriegs, zwischen 1939 und 1945, wurde auch das größte deutsche Kreditinstitut zu einer Geisel des NS-Regimes. So mussten im Jahr 1933 und 1934 die jüdischen Vorstandsmitglieder Wassermann, Frank und Solmssen die Bank verlassen, worauf auch eine Entlassungswelle aller weiteren jüdischen Angestellten folgte. Darüber hinaus führte die Bank bis zum Jahr 1945 nahezu fast alle Aktien, Anleihen und Kontoeinlagen ihrer jüdischen Kunden an das Dritte Reich ab.
Der Zweite Weltkrieg und die Nachkriegszeit waren für die Deutsche Bank die größte Bewährungsprobe in ihrer Geschichte, denn die Bank wurde nach dem Ende des Krieges, zumindest in der sowjetischen Zone, komplett verstaatlicht. Darüber hinaus wurde die Bank in der westlichen Besatzungszone in zehn regionale Kreditinstitute aufgesplittet.
Wiederaufbau und Expansion nach dem Krieg
Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949 bemühten sich die einzelnen Vorstände der jeweiligen regionalen Niederlassungen jedoch um den gesamtheitlichen Zusammenschluss der Bank. So firmierte das Institut ab dem Jahr 1957 wieder als Deutsche Bank mit juristischem Sitz in Frankfurt am Main. Die erneute Gründung im Jahr 1957 ermöglichte es der Bank, an alte Erfolge anzuknüpfen und ihren Platz an den internationalen Finanzmärkten wieder einzunehmen.
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Mit ihrer wachsenden Bedeutung auf dem Anleihemarkt formte sich das Institut spätestens in den 1970er Jahren so zu einem globalen Player an den Finanzmärkten. Zu dieser Zeit führte die Bank auch eine Reihe von wichtigen Übernahmen in den USA, Großbritannien, Spanien und Italien durch. Die Wiedervereinigung in Deutschland verhalf auch der Deutschen Bank zu einem erfolgreichen Neustart in den neuen Bundesländern. Weitere Akquisitionen und die Neugründung von diversen Tochtergesellschaften im Ausland festigten dabei die weltweite Stellung.
Die Deutsche Bank heute
Unter der Leitung des aktuellen Vorstandsvorsitzenden Christan Sewing hat innerhalb der größten Bank Deutschlands nun allerdings ein Umdenken stattgefunden. So möchte sich die Bank nun wieder vermehrt auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und deutsche Unternehmen im Ausland unterstützen und begleiten, sowie vermögende Privatkunden betreuen. Gegenwärtig befindet sich die Deutsche Bank so in einem großem Umstrukturierungsprozess, welcher zu einer langfristigen Neuausrichtung des Instituts führen wird.
Die Deutsche Bank zeigt am Finanzstandort Frankfurt am Main eine beachtliche Präsenz mit dem markanten Hochhaus der Unternehmenszentrale. Neben dem Hauptsitz unterhält die Bank nach eigenen Angaben ein globales Netzwerk in mehr als 150 Ländern. Allerdings wurde das Filialnetz der Deutschen Bank über die letzten Jahre, wie auch bei vielen anderen Finanzdienstleistern, deutlich verkleinert. Die Bank solle sich künftig als „Mobile-First-Community-Bank“ profilieren.
Vorstand der Deutschen Bank
Die aktuellen Mitglieder des Vorstands sind:
- James von Moltke als stellvertretender Vorstandsvorsitzender, Chief Financial Officer und verantwortlich für die Vermögensverwaltung
- Fabrizio Campelli als Verantwortlicher für Unternehmensbank und Investmentbank
- Bernd Leukert als Chief Technology, Data and Innovation Officer
- Alexander von zur Mühlen als Chief Executive Officer Asia Pacific, Europa, Naher Osten & Afrika (EMEA) und Deutschland
- Claudio de Sanctis als Leiter Privatkundenbank
- Rebecca Short als Chief Operating Officer
- Stefan Simon als Chief Administrative Officer und Leiter der Region Amerika
- Olivier Vigneron als Chief Risk Officer
Der Chef dieser Vorstandsmitglieder ist seit April 2018 Christian Sewing.
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Aufsichtsrat der Deutschen Bank
Vorsitzender des Aufsichtsrats ist seit 2022 der Niederländer Alexander Wynaendts. Weiterer bekannter Name im Aufsichtsrat: der ehemalige Bundesminister Sigmar Gabriel.
Skandale und Herausforderungen
Seit dem Ausbruch der Weltfinanzkrise 2007/2008 hatte das führende deutsche Geldhaus mit seiner immerhin 150 Jahre langen Geschichte vielfach für negative Schlagzeilen gesorgt. Im Jahr 2013 wurde die Bank zu einer ersten Strafe verurteilt; sie musste 1,9 Milliarden Dollar an die beiden damals verstaatlichten US-Baufinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae zahlen. 2017 dann einigte sich die Bank mit den US-Behörden auf einen Vergleich.
Noch während die Bank mit den US-Behörden verhandelte, wurde 2015 ein weiterer Skandal bekannt, wenn auch in deutlich kleinerem Rahmen. Die Bank hatte nach Erkenntnissen der Ermittler seit 2011 mittels Aktiengeschäften Schwarzgeld in russischen Rubel in Höhe von zehn Milliarden Dollar gewaschen. 2013 verhängte die Europäische Kommission gegen sechs internationale Großbanken eine Strafe von 1,7 Milliarden Euro, weil einige Händler die Zinssätze manipuliert hatten.
Auch in einem der bis dahin weltgrößten Geldwäscheskandale spielt die Deutsche Bank eine wichtige Rolle - war sie doch die Korrespondenzbank der Danske Bank. Mittlerweile hat die Deutsche Bank rund eine Milliarde Dollar in die Verbesserung der internen Kontrollen investiert und die entsprechende Abteilung um über 1500 Mitarbeiter aufgestockt.
Die Deutsche Bank Aktie
Die Aktie war als DAX-Titel jahrzehntelang begehrt, die Kurse stiegen bis zur Finanzkrise 2007 auf fast 100 Euro. Inzwischen hat sich die Deutsche Bank gefangen. Von den Kurseinbrüchen durch die Corona-Pandemie 2020 erholte sich der Titel überraschend schnell und stieg von seinem Allzeit-Tief bei wenig mehr als 5 Euro wieder über die 10-Euro-Marke. Das entspricht Kursgewinnen von fast 30 Prozent im Jahr 2020, eine enorme Leistung vor dem Hintergrund der Pandemie.
Das Logo der Deutschen Bank
Bereits im Juli 1972 hatte die Deutsche Bank acht international renommierte Grafiker beauftragt, ein zeitgemäßes Logo zu gestalten. Aus den 140 Entwürfen wählte die Bank schließlich die Konstruktionszeichnung des Malers und Grafikdesigners Anton Stankowski, den Schrägstrich im Quadrat. Da Untersuchungen ergeben hatten, daß die Farbe Blau Vertrauen erweckend wirke und Zuverlässigkeit ausstrahle, beschloß der Vorstand, das Logo in Blau zu setzen.
In seiner zeitlosen Einfachheit hat das Logo weltweit einen hohen Wiedererkennungswert. Die Ausnutzung des gestalterischen Potentials, das im Firmenzeichen der Deutschen Bank steckt, wurde seit der Jahrtausendwende erheblich intensiviert. 2010 begann die Deutsche Bank, die Bildmarke losgelöst von der Wortmarke zu verwenden. Das freistehende Logo sollte die Grundlage für ein zeitgemäßes Markenmanagement schaffen.
Fusion mit der Disconto-Gesellschaft
Am 26. September 1929 wurde ein bis dahin wohlgehütetes Geheimnis gelüftet: Die zwei größten deutschen Kreditinstitute - die Deutsche Bank und die Disconto-Gesellschaft - waren auf dem Weg zum Standesamt. Jetzt bahnte sich die größte Fusion der deutschen Bankgeschichte an.
Die 1851 in Berlin gegründete Disconto-Gesellschaft war für lange Zeit unangefochten das bedeutendste Kreditinstitut Deutschlands. Erst in der 19 Jahre später entstandenen Deutschen Bank erwuchs ihr eine gleichrangige Konkurrentin. Beide Institute hatten erkannt, daß die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse in den Jahren nach der Inflation Fusionen erforderlich machten.
Wichtige Daten zur Deutschen Bank
| Name | Deutsche Bank AG |
|---|---|
| Hauptsitz | Frankfurt am Main |
| Gründung | 10. März 1870 in Berlin |
| CEO | Christian Sewing |
