Es gibt wohl keinen anderen Wrestler in der Geschichte des Sports, der solch einen Ruhm in der Gesellschaft erreichen konnte wie The Rock. Selbst einen Hulk Hogan steckt Rocky in dieser Hinsicht locker in die Tasche, nachdem er sich vom Wrestler zum bestbezahltesten Schauspieler Hollywoods entwickelte.
Frühe Jahre und Football-Karriere
Obwohl The Rock aus einer absoluten Wrestlingdynastie kommt, zeichnete sich eine Karriere im Business in seiner Jugend noch nicht wirklich ab. Der Sohn des in den 70er- und 80er-Jahren erfolgreichen Wrestlers Rocky Johnson wuchs in seiner Kindheit und Jugend an vielen Orten auf, unter anderem auch in Neuseeland und Hawaii. In Neuseeland entdeckte er mit dem Rugby erstmals einen Sport für sich. Und das, obwohl sein Großvater „High Chief“ Peter Maivia aufgrund einer Blutsbrüderschaft sogar zur legendären samoanischen Anoa’i Familie gehört.
Auf der High School gehörte er zwar auch dem Ringerteam an, das meiste Potential zeigte der junge Dwayne Johnson allerdings im American Football. So erhielt er viele Angebote für Sportstipendien von renommierten Universitäten und entschied sich schlussendlich für die University of Miami. Als Defensive Tackle war er zu Beginn ein wichtiger Spieler des Teams, das 1991 die nationale Meisterschaft im College Football feiern konnte. Nach einigen Verletzungen verlor er jedoch seinen Startplatz an den späteren Pro Football Hall of Famer Warren Sapp.
Nachdem er 1995 seinen Abschluss in Kriminologie und Physiologie erhielt, versuchte er es zuerst trotzdem weiter im Football und schloss sich den Calgary Stampeder aus der Canadian Football League an. Dort schaffte er es jedoch nicht in den festen Kader, sondern nur in die Practice Squad, eine Art Reserve, die zusammen mit dem eigentlichen Team trainiert.
Der Einstieg ins Wrestling
Nachdem sich der Traum einer Footballkarriere zerschlagen hatte, entschied sich Johnson nun doch, in die großen Fußstapfen seiner Familie zu treten. Über den einflussreichen Pat Patterson gelangte er zu mehreren Tryout Matches. Man entschied sich dafür, dass sich Johnson bei der United States Wrestling Association (USWA) von WWF Wrestler und Kommentator Jerry Lawler beweisen sollte. Nach einigen Lernmonaten und zusätzlichen Trainingseinheiten seitens der WWF unterschrieb Johnson schließlich einen Vertrag und debütierte unter dem Ringnamen Rocky Maivia.
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Wie der Name bereits verriet, wollte die WWF seinen familiären Hintergrund nutzen und ihn als ersten „Third Generation Superstar“ schnell in höhere Cardregionen booken. Nur wenige Monate später folgte im Februar 1997 der erste Titelgewinn, als er Triple H um die Intercontinental Championship besiegen konnte. Diese verteidigte er auch bei seinem ersten PPV Singles Match bei WrestleMania 13 gegen The Sultan, den späteren Rikishi.
Den Fans missfiel allerdings der schnelle Aufstieg des Neulings und das fade Gimmick als lupenreines Babyface. Die Verantwortlichen erkannten an, dass sie die Bremse ziehen mussten und ließen Owen Hart im April 1997 die Intercontinental Championship gewinnen. Während des Titelmatches verletzte sich Johnson jedoch am Knie und musste einer mehrmonatige Pause einlegen. Dies nutzte man Backstage, um ein neues Gimmick für ihn zu entwickeln, das er ab August 1997 verkörperte: The Rock.
Die Transformation zu "The Rock"
Wütend über die schlechten Reaktionen der Fans legte er bei seinem Comeback den Ringnamen Rocky Maivia ab und begann damit, sich lediglich in der dritten Person als The Rock zu bezeichnen. Gleichzeitig trat er dem Heel Stable Nation of Domination bei, das eine militante Gruppierung aus schwarzen Wrestlern mit islamisch angehauchten Namen und Ringkleidung verkörperte. Als Teil der Nation of Domination beleidigte The Rock regelmäßig die Fans und seine Gegner und entwickelte damit die ersten Grundzüge seines später sehr populären Gimmicks.
Als Fußsoldat des Stables war er zuerst in die Fehde gegen das ehemalige Nation Mitglied Ahmed Johnson sowie Ken Shamrock und die Legion of Doom eingebunden. Der erste großen Spot als Teil des Stables und gleichzeitig sein erster Berührungspunkt mit seinem späteren Dauerrivalen Steve Austin erfolgte beim In Your House 19 PPV im Dezember 1997, als er ein Titelmatch um die Intercontinental Championship gegen dem amtierenden Champion Austin verlor.
Als nun amtierender Intercontinental Champion nahm The Rock umgehend eine größere Rolle innerhalb der Nation of Domination ein. Es folgten kurze Fehden gegen den Undertaker, Steve Austin und Ken Shamrock, bei denen er den Titel teilweise gerade so via No Contest oder DQ behalten konnte, so auch beim Royal Rumble 1998 gegen Shamrock.
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Es folgte eine weitere Titelverteidigung via DQ gegen Shamrock bei WrestleMania XIV, nach der sich die Nation of Domination von ihrem bisherigen Anführer Faarooq trennte und unter der Führung von The Rock ein neues Image bekam. In der Folge wurde das Stable nur noch Nation genannt und ließ den militanten Fokus fallen. Stattdessen präsentierte sich das Stable nun als „hip“, so erhielt beispielsweise der bisherige Kama Mustafa das Gimmick des Godfathers.
Neben den bisherigen Rivalen traf die Nation in den folgenden Monaten vor allem auf ihren ehemaligen Anführer Faarooq, Steve Blackman und Owen Hart. Oberstes Ziel war es dabei, mit allen Mitteln die Intercontinental Championship von The Rock zu verteidigen. Im Sommer 1998 folgte schließlich eine große Stablefehde gegen die D-Generation X unter der Leitung von Triple H, die einige erinnerungswürdige Segmente hervorbrachte, in der sich die beiden Stables gegenseitig parodierten und verspotteten.
Nach dem Gimmickwechsel und mit der Fehde gegen die DX hatte The Rock jedoch mittlerweile die Gunst der Fans gewonnen - sehr zum Missfallen seiner bisherigen Stablemates. Deshalb kam es kurz nach seinem Titelverlust zu einer Attacke aus den eigenen Reihen, als D’Lo Brown und Mark Henry gegen ihren Anführer turnten. Beim In Your House 25 PPV verlor The Rock ein Singles Match gegen Henry nach einem Eingriff von Brown.
Aufstieg zum Main Event Star
Schnell beendete man jedoch die Fehde zwischen den ehemaligen Nation Mitgliedern. Nachdem die Fehde zwischen The Rock und Ken Shamrock um Shamrocks Intercontinental Championship kurzzeitig neu entflammt war, wurde The Rock in das „Deadly Game“ Turnier um die vakante WWF Championship gesteckt, die Vince McMahon kurz zuvor Steve Austin aberkannt hatte.
Im Finale des Turniers und damit dem Titelmatch um die WWF Championship traf The Rock auf Mankind, der bis zu diesem Zeitpunkt von Vince McMahon in dessen Kampf gegen Steve Austin ausgenutzt wurde. Als The Rock während des Matches einen Sharpshooter gegen Mankind angesetzt hatte, turnte McMahon jedoch gegen Mankind und ließ die Ringglocke läuten.
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Nachdem The Rock nun gemeinsame Sache mit der McMahon Familie machte und mit deren Hilfe die WWF Championship gewonnen hatte, sehnten sich der ehemalige Champion und Erzfeind der McMahons Steve Austin und der um den Titel betrogene Mankind nach Rache. Zuerst musste sich The Rock jedoch Mankind erwehren. In einem Rematch beim In Your House 26 PPV hatte Mankind das Match mit einer Mandible Claw eigentlich schon gewonnen. In einem weiteren Rematch konnte Mankind den Titel bei der Raw Ausgabe vom 4. Januar 1999 schließlich doch gewinnen, nachdem Steve Austin die Corporation attackiert und einen weiteren Betrug verhindert hatte.
Beim Royal Rumble 1999 folgte das vielleicht brutalste Match in der Karriere von The Rock. Das Rematch gegen Mankind fand unter der „I Quit“ Stipulation statt und The Rock verpasste dem abgehärteten Mick Foley ganze elf ungeschützte Stuhlschläge gegen den Kopf.
Da sich The Rock aufgrund seines Charismas immer noch einer großer Popularität erfreute, traf man die Entscheidung, ihn wieder zum Face zu turnen. Einen Monat nach WrestleMania kam es bei Backlash zum Rematch gegen Austin mit Shane McMahon als Special Guest Referee. Alles sah erneut nach einem abgekarteten Spiel aus, jedoch schlug Shane Rock versehentlich mit dem Titelgürtel nieder.
Bei der nächsten Raw Ausgabe beleidigte The Rock Shane und machte die Corporation für seine Niederlage verantwortlich. Daraufhin folgte eine lange Fehde mit der sich anschließend bildenden Corporate Ministry, dem Zusammenschluss zwischen der Corporation und der Ministry of Darkness des Undertakers. Bei over the Edge 1999 konnte The Rock zwar Triple H besiegen, musste sich aber beim King of the Ring 1999 dem WWF Champion Undertaker geschlagen geben.
Kurz darauf ging The Rock im Kampf mit der Corporate Ministry eine Partnerschaft mit seinem früheren Erzfeind Mankind ein. Gemeinsam konnten sie die WWF Tag Team Championship gegen den Undertaker und Big Show gewinnen und firmierten unter dem Namen The Rock ’n‘ Sock Connection. Da sich die beiden auch hinter den Kulissen sehr gut verstanden, stellte sich vor den Kameras schnell eine gute Chemie ein.
Nachdem sie die Titel kurzzeitig wieder an Big Show und Undertaker verloren und zurückgewonnen hatten, fehdeten The Rock und Mankind gegen die reformierte D-Generation X. Auch hier wechselte der Tag Team Titel zwischen der Rock ’n‘ Sock Connection und den New Age Outlaws jeweils einmal hin und wieder her, während The Rock in mehreren Matches erfolglos versuchte, die WWF Championship gegen Triple H zu gewinnen.
Anschließend verloren die beiden die Tag Team Titel an die Holly Cousins und der Erfolg des Tag Teams ging dem Ende entgegen. Bei Armageddon 1999 konnten sie den Titel gegen die neuen Champions New Age Outlaws nicht zurückgewinnen und auch im Singles Bereich gelang es The Rock nicht, den neuen WWF Champion Big Show zu entthronen.
Die Partnerschaft zwischen The Rock und Mankind endete mit einem Pink Slip Match im Dezember 1999, das Mankind verlor und die WWF verlassen musste. Für The Rock sollte dann der Royal Rumble 2000 zum Wendepunkt werden. Dort konnte er das Rumble Match gewinnen, indem er Big Show, der zwischenzeitlich den Titel an Triple H verloren hatte, als letzten Gegner eliminiert hatte.
Die Fehde mit Triple H und Kurt Angle
The Rock kämpfte sich bis zum Showdown gegen den amtierenden Champion Triple H durch, wurde dann aber von Vince McMahon bertrogen.
Zusammenfassung der Erfolge
| Titel/Ereignis | Anzahl | Bemerkungen |
|---|---|---|
| WWF/WWE Championship | 8 | Mehrfacher Titelträger |
| WWF Intercontinental Championship | 2 | Früher Erfolg in seiner Karriere |
| WWF Tag Team Championship | 5 | Mit Mankind als The Rock 'n' Sock Connection |
| Royal Rumble | 1 | Gewinn im Jahr 2000 |
