Die Welt des Wrestlings hat in den letzten Jahren einige ihrer grössten Legenden verloren. Diese Männer haben den Sport geprägt und eine ganze Generation von Wrestlern inspiriert. Hier sind einige der bemerkenswertesten Namen, die von uns gegangen sind:
Superstar Billy Graham (†79)
Eines der Wrestling-Urgesteine ist tot. Superstar Billy Graham ist nach langer Krankheit im Krankenhaus verstorben. Er inspirierte eine ganze Generation von Wrestlern, unter anderem auch Hulk Hogan.
Die Wrestling-Legende Billy Graham ist am Mittwoch (17. Mai) im Alter von 79 Jahren verstorben. Das berichtet das US-Portal «TMZ Sports» unter Berufung auf ein Statement seiner Familie. Demnach seien zuvor sämtliche lebenserhaltenden Massnahmen eingestellt worden. Medienberichten zufolge starb er schlussendlich an einem Nierenversagen. Seine Ehefrau und seine Tochter seien an seiner Seite gewesen.
Bereits am Montag gab seine aktuelle Frau Valerie bekannt, dass der ehemalige Spitzensportler aufgrund verschiedener gesundheitlicher Probleme drei Wochen auf einer Intensivstation gelegen habe. Bereits Anfang der Woche hätten die Ärzte ihr geraten, die lebenserhaltenden Massnahmen zu beenden. Sie hätte sich dem jedoch zunächst widersetzt.
Billy Graham, der auch unter seinem Kampfnamen «Superstar» bekannt war, galt als einer der ersten grossen Wrestlingstars und beeinflusste den Sport massgeblich. Er war Mentor von grossen Wrestlern wie Hulk Hogan (69) oder Ric Flair (74) und wurde bereits 2004 in die Hall of Fame der WWE aufgenommen. Seit langem war bekannt, dass er gesundheitlich beeinträchtigt war. So soll er unter anderem an einer Herzschwäche und Diabetes gelitten haben. Bereits 2002 erhielt er eine Lebertransplantation.
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Graham war zum zweiten Mal verheiratet und hinterlässt zwei Kinder aus erster Ehe. Nach seiner Karriere als Wrestler arbeitete er unter anderem auch als Prediger und veröffentlichte 2006 seine viel beachtete Autobiografie «Tangled Ropes».
Er war einer der ersten und einflussreichsten bunten Vögel der Wrestling-Welt. Und nun ist der erste «Superstar» Billy Graham mit 79 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Dies hat die World Wrestling Entertainment Incorporation (WWE) bekannt gegeben. Der ehemalige Wrestler ist im Krankenhaus verstorben, nachdem eine Not-OP und lebenserhaltende Massnahmen erfolglos geblieben waren.
Sein Stern ging auf, bevor die WWE so richtig gegründet wurde. Graham - dessen bürgerlicher Name Eldridge Wayne Coleman war - gehörte zu den ersten schillernden Figuren der Szene. Er trug lange blonde Haare und extravagante Outfits, zudem war er grossmäulig. Es war ein vollkommener Stilbruch für die damalige World Wrestling Federation (WWF), bis anhin waren die Kämpfer alle professionelle Wrestler, die ohne das heutige Tamtam auskamen.
Seine Auftritte waren sehr gefragt, seine Shows beinahe immer ausverkauft. Und seine Figur inspirierte die nachfolgende Wrestler-Generation. So zum Beispiel auch Hulk Hogan, der ihn zuerst kopierte, um dann nach und nach eigene Ideen einfliessen zu lassen.
Wie viele andere Wrestling-Stars kam auch Graham aus dem Bodybuilding. Er machte in Santa Monica (USA) mit dem jungen Arnold Schwarzenegger Bekanntschaft und wurde im legendären «Dungeon» von Stu Hart in Calgary (Kanada) ausgebildet. Doch auch wenn seine Shows immer viel Geld einspielten, entschied man sich 1978 dazu, ihn als Champion abzusetzen. Ein harter Schlag, den er lange nicht verkraften konnte.
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Graham gehörte auch zu einer Generation von Wrestlern, die den Missbrauch von Steroiden offen zugaben und auch propagierten. In den 70ern waren die Mittel noch nicht verboten und führte bei vielen ehemaligen Bodybuildern zu schweren Gesundheitsproblemen. So auch bei Graham: Im Verlauf seines Lebens bekam er Leber gespendet, musste seine Zehen amputieren lassen und erlitt mehrfache Organschäden und teils auch -versagen.
Er hinterlässt seine Witwe Valerie und zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe.
Dusty Rhodes (†69)
Einen Tag nach einem Sturz in seinem Haus ist der Wrestler Dusty Rhodes gestorben. Der Showringer erlag nach Angaben des Wrestlingverbandes WWE vom Freitag in einem Spital in Orlando, Florida, den schweren Verletzungen, die er sich bei dem Unfall zugezogen hatte.
Rhodes wurde 69 Jahre alt. Er war in den 1970er Jahren zu einem der beliebtesten Wrestler Amerikas geworden und gehörte bis zuletzt zu den bekanntesten Namen des Geschäfts, auch ausserhalb der Szene. Der populärste seiner vielen Ringnamen war «American Dream», weil er sich durch das Wrestling von ganz unten hochgearbeitet habe.
Rhodes war 2007 in die Hall of Fame des Wrestlingverbandes WWE aufgenommen worden. Er hat vier Kinder - zwei davon wurden selbst professionelle Wrestler.
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Scott Hall (†63)
Die Wrestling-Welt trauert um Scott Hall. Der US-Amerikaner ist am Montag im Alter von 63 Jahren an den Folgen eines dreifachen Herzinfarkts gestorben. In den 90er-Jahren sorgte er unter seinem Ringnamen Razor Ramon in der damaligen World Wrestling Federation (heute World Wrestling Entertainment) für Furore.
Der ehemalige Wrestler Scott Hall ist tot. Die WWE-Legende, die in den 1990er Jahren als "Razor Ramon" zum Star wurde, wurde 63 Jahre alt. Wie das US-Promiportal "TMZ" berichtet, soll es bei Hall angeblich Komplikationen nach einer Operation gegeben haben.
Mit dem Gimmick eines Exilkubaners, angelehnt an die von Al Pacino gespielte Filmfigur Tony Montana aus «Scarface», wurde Hall zum Publikumsliebling. Seinen Übernamen «Bad Guy» behielt er auch bei seinem Wechsel in die damalige Konkurrenzliga World Championship Wrestling (WCW), wo er unter seinem bürgerlichen Namen Scott Hall aufgetreten war.
Halls Karriere war von vielen Tiefschlägen gezeichnet. Der 1,96-Meter-Hüne wurde mehrmals verhaftet. Unter anderem als er 2012 seine damalige Freundin im Alkoholrausch angegriffen und gewürgt hatte.
Hall war zweimal mit Dana Lee Burgio verheiratet. Aus dieser Ehe gingen seine zwei Kinder hervor. Sein Sohn Cody Hall ist ebenfalls Wrestler geworden. Die Ehe von Scott Hall zerbrach an seinen immer wiederkehrenden Drogen- und Alkoholproblemen. Seit 2006 war er mit Jessica Hart verheiratet und hatte einen Drogen- und Alkoholentzug hinter sich. 2007 wurde er erneut rückfällig. Der Kampf gegen seine Dämonen verhinderten auch die ganz grossen Titelgewinne in den grossen Wrestling-Ligen.
Nach mehreren Entzügen wurde Hall 2014 schliesslich doch noch in die Hall of Fame der World Wrestling Entertainment (WWE) aufgenommen. In seiner Rede sagte Hall damals: «Hard work pays off, dreams come true. Bad times don't last, but bad guys do»
Der WWE zufolge kämpfte Hall in den 1980er Jahren für verschiedene Organisationen, bevor er 1991 zum World Championship Wrestling (WCW) wechselte. Hall unterschrieb dann 1992 bei World Wrestling Entertainment (WWE) und feierte als "Razor Ramon" zahlreiche grosse Erfolge. Vor allem seine Matches gegen Shawn Michaels Mitte der 1990er Jahre wurden Kult.
Scott Hall kehrte 1996 zum WCW zurück und trat unter seinem richtigen Namen als Teil der beliebten Wrestling-Gruppe nWo (New World Order) neben Hulk Hogan und Kevin Nash auf. Laut WWE wurde Hall 2014 als "Razor Ramon" in die WWE Hall of Fame aufgenommen und 2020 erneut als Mitglied der nWo.
Auf Instagram hat Kevin Nash einen emotionalen Post abgesetzt. Zu einem alten Foto schrieb er: "Scott hängt an den lebenserhaltenden Massnahmen. Damit verliere er einen Menschen, mit dem er mehr Zeit verbracht habe, als mit irgendjemanden sonst. "Mein Herz ist gebrochen und ich bin so verdammt traurig.
Pedro Aguayo Ramirez (†35)
Der mexikanische Wrestler Pedro Aguayo Ramirez (35), bekannt unter dem Namen Hijo del Perro Aguayo, ist während einer Show in Tijuana gestorben. Er erlitt einen Wirbelbruch im Nackenbereich.
Ein Video zeigt, wie er nach einem Kick seines Wrestling-Kollegen Rey Mysterio Jr. bewusstlos auf die Seile fällt. Aber alle dachten, es gehöre zur Show - auch die beiden anderen Wrestler, die mit Aguayo im Ring standen.
So ging der Kampf noch gute zwei Minuten weiter. Erst als Aguayo wieder in die Show einbezogen werden sollte, bemerkten der Schiedsrichter und die anderen Wrestler, dass etwas nicht stimmte. Denn als einer der Kämpfer Aguayo anstiess, fiel dieser einfach um.
Aguayo wurde noch am Ring behandelt, dann ins Krankenhaus gebracht, wo man aber nur noch seinen Tod feststellen konnte.
Die anschliessende Autopsie ergab, dass Aguayo offenbar an einem Wirbelbruch im Nackenbereich gestorben war.
Nikolai Volkoff (†70)
Auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs verkörperte Nikolai Volkoff das Böse. Er sang im Ring die Hymne der Sowjetunion und verachtete den Klassenfeind USA. Nun ist er 70-jährig gestorben.
Die 80er-Jahre waren die Blütezeit des Wrestlings. Und in dieser Epoche feierte auch Josip Nikolai Peruzovic seine grössten Erfolge: Als Nikolai Volkoff.
Das Drehbuch war denkbar simpel: Gut gegen Böse. Das funktioniert immer und es funktionierte erst recht, als der Kalte Krieg zwischen Ost und West auf dem Höhepunkt war.
Nikolai Volkoff war der perfekte Gegenpart zur Ikone Hulk Hogan, Ringname «The Real American». Die Wrestling-Fans in den USA schäumten, wenn der böse Russe vor Kämpfen die Fahne der Sowjetunion schwenkte und deren Hymne sang. Dabei, und das ist der Clou, war Volkoff gar kein Russe - sondern Amerikaner. In Split zur Welt gekommen setzte sich der jugoslawische Gewichtheber 1967 bei einem Wettkampf in Wien in den Westen ab. Drei Jahre später erhielt er den amerikanischen Pass.
Legendär war das Tag Team, welches der böse Russe gemeinsam mit dem bösen Iraner «Iron Sheik» bildete (der «eiserne Scheich» stammte übrigens tatsächlich aus dem Iran). Später kämpfte Volkoff an der Seite von Boris Zhukov als «The Bolsheviks» - ein gebürtiger und ein eingebürgerter Amerikaner, die Sowjets verkörperten.
2005 wurde Volkoff in die Hall of Fame der WWE aufgenommen, vor vier Jahren hatte er einen letzten TV-Auftritt. An der Seite von Rusev, dem aktuellen «bösen Russen» der Szene, und dessen Managerin Lana sang er noch einmal die Hymne seiner «Heimat». Rusev ist übrigens Bulgare, seine Ehefrau (im echten Leben) Lana ist Amerikanerin.
Am Wochenende ist Nikolai Volkoff im US-Bundesstaat Maryland verstorben, wenige Tage nachdem er wegen Dehydrierung im Spital war. Gemäss seiner Gattin Lynn hatte er zuletzt Probleme mit seinem Herzen. Der «Ivan Drago» des Wrestlings wurde 70 Jahre alt.
Weitere verstorbene Wrestling-Legenden
Die Liste der verstorbenen Wrestling-Legenden ist lang. Hier sind einige weitere Namen, die den Sport geprägt haben:
- Yokozuna (†34)
- André the Giant (†46)
- The Ultimate Warrior (†54)
- Randy Savage (†58)
