Ursachen für Verletzungen und Todesfälle im Wrestling

Wrestling ist ein Showgeschäft mit Risiken, bei dem die "Superstars" für dieses Geschäft arbeiten. Viele dieser Menschen arrangieren sich und spenden viel Geld.

Die physischen Anforderungen und Risiken des Wrestlings

So schön wie das Wrestling auch anzusehen ist, so risikant ist es. Bei so einem Job ist das Risiko einer Verletzung schon sehr hoch, auch wenn der Wrestler zuvor sich vorbereitet hat. Der Ring selbst ist nur gering gepolsternt, genau so wie der Außenbereich. (Einer der Gründe warum die "Fallschule" im Wrestlinggeschäft schon 2 Jahre für sich an Training beansprucht.)

Dennoch verletzen sich viele. Manche davon so schlimm, dass sie diese Karriere beenden müssen. Auch das Risiko eines defekten Herzens ist in diesem Geschäft sehr hoch. Dies scheint auch bei Krebs der Fall zu sein.

Ursachen für Todesfälle im Wrestling

Die wenigsten sterben. Dies tun die meisten nämlich aufgrund von Folgeschäden, Schmerzmittel und Drogenmissbrauch, sowie Selbstmord.

Betrachtet man wie viele Wrestler relativ jung gestorben sind ist es schon schockierend. Um nur einige Beispiele zu nennen:

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  • Owen Hart = Tod durch Folgeverletzung
  • Eddie Guerrero = Herzinfarkt
  • Chris Benoit = Selbstmord
  • Chris Candido = Blutgerinnsel
  • Curt Henning = Überdosis Kokain
  • Rick Rude = Herz Infarkt
  • Big Boss Man = Herzinfarkt

Das sind nur ein paar Beispiele, von denen keiner wirklich 45 wurde.

Der Fall El Hijo del Perro Aguayo

El Hijo del Perro Aguayo starb 2015 in einem Kampf gegen WWE-Legende Rey Mysterio - sein Tod erinnerte schmerzhaft an die Gefahren des Wrestling. In Mexiko aber war Pedro Aguayo Ramirez, genannt El Hijo del Perro Aguayo, einer der größten Stars des Schaukampfgewerbes.

Weil Aguayo im Ring gestorben ist, machte sein Fall aber auch hier Schlagzeilen - nicht zuletzt deshalb, weil er den Sport betrieben hat, in dem sich damals auch Ex-Nationalkeeper Tim Wiese versuchte.

Die Tragödie im Detail

Der am 23. Juli 1979 geborene Aguayo sollte in dem Kampf der mexikanischen Liga CRASH in Tijuana den 619 einstecken, eine berühmte Aktion seines Gegners Rey Mysterio - zu dessen Vorbereitung der Gegner per Sprungtritt mit dem Halsbereich voran in die Seile befördert wird.

Bei genau diesem Manöver verletzte sich Aguayo. Unklar ist nur, ob beim Tritt oder - was wahrscheinlicher ist - durch den Zusammenprall mit dem Seil, entweder bei seiner eigenen Landung oder der seines Partners Manik, der die Aktion mit ihm einstecken sollte.

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Todesursache war nach Aussage des behandelnden Arztes Herzstillstand infolge eines Wirbelsäulentraumas. Aguayo wurde noch in ein örtliches Krankenhaus gebracht und erst um 1 Uhr nachts für tot erklärt, eine Obduktion ergab später, dass Aguayo praktisch unmittelbar nach der missglückten Aktion tot war.

Die Show setzten sie nach kurzem Zögern trotzdem noch rund eine Minute fort, der am Ring anwesende Wrestler und Promoter Konnan versuchte währenddessen, erste Hilfe zu leisten.

Es ist im Gewerbe Sitte, auch bei echten Verletzungen den Kampf nicht sofort abzubrechen, sondern stattdessen ein schnelleres Ende des Matches zu improvisieren. Die Show muss weitergehen, der Schein gewahrt werden - die Einstellung ist im Wrestling tief verankert.

Die Rolle von Rey Mysterio

Einzelne Fans werfen Gegner Rey Mysterio vor, Aguayo "getötet" zu haben, es gab deshalb gar Morddrohungen gegen Mysterio. Eine korrekte Einordnung des Passierten ist das nicht.

Jede Aktion in den Showkämpfen basiert auf einem Miteinander der Gegner: Einer teilt die Aktion aus, einer steckt sie ein, Fehler können folglich die des einen, des anderen, von beiden oder ein schlichter Unfall sein.

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Letztlich kam ein Gerichtsmediziner aber zum Schluss, dass auch die bestmögliche medizinische Versorgung Aguayo wohl nicht mehr geholfen hätte. Eine Totschlags-Untersuchung gegen die Verantwortlichen der Show wurde eingestellt.

Ähnliche Fälle in der Wrestling-Geschichte

Auch bei Misawa - dessen Nacken durch lange Jahre des körperlichen Raubbaus im Ring stark vorgeschädigt war - soll Herzstillstand infolge eines Wirbelsäulentraumas die Ursache gewesen sein.

Weitaus häufiger als an Unfällen sterben Wrestler an den mittelbaren Folgen ihrer Profession - Schmerzmittelmissbrauch infolge vieler Verletzungen, Doping und Drogen.

Bei Chris Benoit, dem WWE-Wrestler, der 2007 seine Ehefrau, sein Kind und sich selbst umbrachte, stellten Neurowissenschaftler hinterher schwerste Gehirnschädigungen fest. Der Leiter der Untersuchung verglich es mit dem eines 85 Jahre alten Alzheimer-Patienten.

Sicherheit in der WWE

Tatsächlich ist noch nie ein WWE-Wrestler als Folge eines Kampfunfalls gestorben, Unglücke aber gab es ebenso. Owen Hart, jüngerer Bruder von Bret "Hitman" Hart stürzte 1999 tödlich bei einem unzureichend gesicherten Einlauf-Stunt, in dem er von der Hallendecke in den Ring abgeseilt wurde.

Die Umstände von Aguayos Tod zeigen, dass sich die Gefahr für Leib und Leben im Wrestling nur verringern, aber nicht ausschließen lässt.

Das Restrisiko, dass eine Aktion einen ungeplanten, im schlimmsten Fall tödlichen Verlauf nimmt, lässt sich schlicht nicht wegtrainieren.

Weitere Aspekte des Wrestlings

Wrestling ist keine anerkannte Sportart. Und Wrestling kennt keine festen Regeln, auch keine Anti-Doping-Regeln. "Steroide, Anabolika, all die Aufbaumittel gehören für viele Catcher zwangsläufig dazu", sagt Träumer.

Wer jahrelang 300 Tage im Jahr im Ring stehe, seinen Körper fit halten müsse, trägt Folgeerscheinungen davon.