Wrestling, eine Mischung aus Sport und Unterhaltung, fasziniert Millionen von Fans weltweit. Doch wie viel Echtheit steckt wirklich dahinter? Wer entscheidet, wer im Ring triumphiert? Dieser Artikel wirft einen Blick hinter die Kulissen der WWE (World Wrestling Entertainment) und enthüllt die Mechanismen, die über Sieg und Niederlage entscheiden.
Wrestling: Mehr als nur Show
Wrestling ist eine Schaukampfsportart, die besonders in Japan, den USA und Mexiko populär ist. Im Kern geht es beim Wrestling um Geschichten. Als Wrestlingfan interessiert mich natürlich auch die Action im Ring. Aber es macht fast noch mehr Spaß zu sehen, wie sich Geschichten un Rivalitäten weiter entwickeln.
Im Wrestling steht für alle Beteiligten - außer für das Publikum - fest, wer den jeweiligen Kampf gewinnt. Dies ermöglicht den beiden Wrestlern, eine Geschichte im Ring zu erzählen um den Kampf so spannend wie möglich zu gestalten. Eine Wrestlingshow besteht auch nicht nur aus einem solcher Kämpfe - meist sind es vier bis sieben, zwischen denen oft genug noch Interviews, Herausforderungen oder andere Showeinlagen stattfinden, in denen auch wieder Storys voran getrieben werden.
Die Rolle des Bookers
Wrestler sind angeheuerte Schauspieler. Sie spielen ihre Rolle. Ob sie gewinnen oder verlieren ist nebensächlich. Welche Rolle sie spielen und wer in welchem Kampf letztendlich gewinnt oder verliert, entscheidet der Booker - also jener, der die Wrestler auch angeheuert hat.
Warum man sich für einen Wrestler als Gewinner entscheidet kann verschiedene Gründe haben: Mal hält ein Sieg eine Storyline am Leben, mal möchte man jemanden besonders stark darstellen, damit ein zukünftiger Titelgewinn in die Geschichte passt. Prinzipiell gewinnt derjenige, bei dem es in den Augen des Bookers am sinnvollsten ist.
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Das Kreativteam der WWE
Auch hier gibt es natürlich Ausnahmen: Der Marktführer WWE z.B. hat ein eigenes Kreativteam, bestehend aus ausgebildeten Drehbuchautoren, ehemaligen Wrestlern und Produzenten der Shows. Jede Show baut auf die vorherigen Shows auf und führt die Handlung so weiter.
Es gibt hinter den Kulissen ein Kreativteam, das sich zum einen aus ehemaligen Wrestlern, zum anderen aus Autoren zusammensetzt. Diese kreieren die Stories in der Show. Und der tatsächliche Chef von RAW (nicht zwingend derjenige, der in den Shows als derjenige porträtiert wird), gibt das finale OK.
Die Wrestler selbst versuchen zeitgleich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, ihre Charaktere beim Publikum over zu bringen (also versuchen anzukommen), um sich im Laufe ihrer WWE-Karriere vielleicht trotz aktuellem Stillstands ihres Charakters in den Shows in Zukunft für größere Aufgaben zu empfehlen, in der Hoffnung, dass das Kreativteam bzw. der Chef davon Notiz nehmen und sie irgendwann besser einsetzen.
Vince McMahon und Triple H: Die Strippenzieher
Über Jahrzehnte hinweg liefen bei WWE alle Fäden bei Vince McMahon zusammen, seit seinem Aus ist die Macht auf mehrere Schultern verteilt. Nachfolgerin als „Chairwoman“ und CEO des Unternehmens ist Vinces Tochter Stephanie McMahon. Co-CEO an ihrer Seite ist der frühere Sportmedien-Agent Nick Khan, vorher zwei Jahre lang Präsident und Finanzchef - und der Mann hinter den milliardenschweren TV- und Streamingdeals der Liga.
Das letzte Wort über das WWE-Programm hat allerdings ein anderer von McMahon geerbt: „Triple H“ Paul Levesque, Stephanies Ehemann, trifft als Verantwortlicher für den Kreativ- und Talentbereich alle Schlüsselentscheidungen zum Thema Kader, Gestaltung der Shows, Ausgang der Matches, Auswahl der Titelträger.
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Wie ein Match entsteht
Für jede größere Show wird ein Skript verfasst, das einem klassischen TV-Drehbuch gleicht: Es legt die Matches und ihre Ausgänge fest, dazu Anordnung und Verlauf von Interviews, Promo-Segmenten und Prügeleien. Verdiente WWE-Stars dürfen sich auch selbst in das Schreiben ihrer Storys einbringen, unter Triple H dürften die Freiheiten größer sein.
Für die Durchführung der Matches und anderer Segmente im Ring sind so genannte Producer zuständig, früher Road Agents genannt. Es sind Ex-Wrestler wie Jamie Noble, „Hurricane“ Shane Helms und Molly Holly, die Bindeglied zwischen Autoren und Aktiven sind.
Wie stark ein Kampf durchchoreographiert wird, hängt von der Wichtigkeit des Kampfes und der Erfahrung der Beteiligten ab. Verlässliche Routiniers bekommen oft nur die Grundzüge vorgegeben.
Die Illusion des Echtseins
Die Illusion, dass Wrestling echt ist, wird im Englischen „Kayfabe“ genannt und wurde Jahrzehnte lang von den Akteuren mit allen nötigen Mitteln gewahrt. Wrestling ist geskriptet - sprich, es gibt ein Drehbuch. Etliche Autoren schreiben hinter den Kulissen oft Monate im Voraus die Storys, legen mit WWE-Chef Vince McMahon (70) fest, wer als Sieger und Verlierer den Ring verlässt.
Wrestling wird oft mit einer Seifenoper verglichen. Die Kämpfe sind in komplexe Geschichten eingebunden, die im und außerhalb des Rings erzählt werden - über Kämpfe, Interviews, Backstage-Segmente. Dabei wird dem Zuschauer suggeriert, dass alles echt wäre.
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Die Rolle der Wrestler
Jeder der Schauspieler unterschreibt einen Vertrag da sitzen große Vertreter und Manager hinter die Strukturieren die Sendung und Stellen diese den schauspielern zu Verfügung ! Ein Wrestler muss nicht nur athletisch sein, sondern auch schauspielern können, um seine Rolle (das sogenannte „Gimmick“) glaubhaft darzustellen.
Wrestler sind Diener mehrerer Herren. Sie müssen, wie im Theater, für die Ränge spielen, damit das Publikum auch in der letzten Reihe mitbekommt, was sich im Ring abspielt. Gleichzeitig zeigen die Kameras in der Großaufnahme jedes kleine Zucken in ihren Gesichtern.
Die Gefahren des Wrestlings
Trotzdem ist Wrestling bei weitem nicht ungefährlich. Die Landung nach einem Sprung vom obersten Ringseil tut weh, Drehbuch hin oder her. Handkantenschläge auf die Brust tun weh und klingen beeindruckend, sind aber weitestgehend gefahrlos. Dennoch riskieren Wrestler bei jedem Auftritt ihre Gesundheit, obwohl sie im Ring alles tun, um einander zu schützen.
JA! Falsch ausgeführte Aktionen können schnell zu lebensgefährlichen Verletzungen führen. Daher appellieren alle Wrestling-Organisationen dauerhaft, die Moves niemals nachzumachen, da zu einer perfekten und sicheren Ausführung, jahrelanges Training von Nöten ist.
In der Regel gibt es zwei Wrestler, die in einem Ring gegeneinander antreten. Während des Kampfes treten sie mit verschiedenen Techniken und Manövern gegeneinander an, die oft dramatisch und spektakulär sind, um das Publikum zu fesseln. Die Kämpfer arbeiten hart, um ihre Fähigkeiten zu verbessern und ihre Kämpfe so realistisch wie möglich aussehen zu lassen. Verletzungen kommen daher im Wrestling-Sport durchaus vor, auch wenn die Kämpfer versuchen, ihre Kämpfe so sicher wie möglich zu gestalten.
Wrestling-Organisationen und -Ligen
Die WWE ist die einzige weltweit agierende Wrestling-Organisation. Sie wurde 1952 gegründet (damals noch unter dem Namen Capitol Wrestling Federation), 1963 in WWWF umbenannt, bevor sie 1979 in WWF (World Wrestling Federation) umbenannt wurde.
Als eine der größten Promotion in Europa hat die wXw großen Anteil am Karriereweg einiger der aktuell gefragtesten Wrestler. Die WWE-Stars Seth Rollins (früher Tyler Black), Daniel Bryan (Bryan Danielson) oder Aleister Black (Tommy End) hielten den höchsten Preis der wXw, die wXw-Championship. Auch die Deutschen Stars Alexander Wolfe (Axel Tischer) und Marcel Barthel (Axel Dieter Jr.) haben ihre ersten großen Karriereschritte bei der wXw gemacht.
WWE-Shows sind stark von Soap-Opera-Elementen geprägt, auch viele andere Promotions haben ihren eigenen Stil. In den mexikanischen Ligen wie CMLL oder AAA steht eine schnelle Kampfart mit vielen Flugmanövern im Vordergrund, genannt Lucha Libre. In Japan zeichnet sich New Japan Pro Wrestling durch harte Schläge aus, bekannt als Strong Style.
Bekannte Wrestling-Stars
Undertaker, Hulk Hogan, Steve Austin oder John Cena gehören zu den bekanntesten Wrestlingstars der Welt. Sie werden von den Fans geliebt, aber früher gab es so manche Wrestler, die regelrecht verehrt wurden. Bruno Sammartino hielt fast acht Jahre lang den höchsten Preis der WWE, den WWE-Championship - und als er ihn verlor, gab es im Madison Square Garden beinahe Krawalle.
Superstar Dwayne Johnson, aktuell bestbezahlter Schauspieler der Welt und bekannt aus den Fast and the Furious Filmen, begann seine Karriere im Ring der WWE. Als The Rock galt und gilt er als einer der größten Stars in der Promotion.
Verschiedene Match-Arten
Ein klassischer Wrestlingkampf wird im Normalfall durch Aufgabe oder Pin (Schultern des Gegners drei Sekunde auf der Matte) gewonnen. Daneben gibt es eine Vielzahl anderer Arten von Matches. Neben den bekannteren Kampfarten wie Käfig- oder Leiterkampf gibt es auch Matches, die von absurd bis wahnsinnig reichen.
Hier eine Übersicht über verschiedene Match-Arten:
| Match-Art | Beschreibung |
|---|---|
| Tag Team | Teams aus je zwei Wrestlern kämpfen gegeneinander |
| Käfig | Das Spektakel findet in einem oben offenen Käfig statt |
| Hell In A Cell | Ein viel größererer Käfig, der oben geschlossen ist |
| Table Match | Wer zuerst seinen Gegner durch einen Tisch haut, gewinnt |
| Ladder Match | Wer zuerst mittels einer Leiter den Titel (der unter der Hallendecke hängt) ergreift, gewinnt |
| Extreme Rules | Keine Regeln, alles ist erlaubt |
| Triple Threat | Drei Superstars kämpfen gegeneinander |
| Fatal 4 Way | Vier Superstars hauen sich gegenseitig die Birne ein |
| TLC (Table/Ladder/Chairs) | Stühle, Tische und Leitern sind erlaubt |
| Lebendig begraben | Wer seinen Gegner zuerst in ein offenes Grab werfen kann, gewinnt |
| Inferno Match | Der Ring steht in Flammen |
