Das Wembley-Stadion in London ist ein legendärer Ort, der nicht nur für Fußballfans, sondern auch für Wrestling-Enthusiasten eine besondere Bedeutung hat. Das Stadion hat im Laufe der Jahre einige denkwürdige Wrestling-Veranstaltungen erlebt, die in die Geschichte eingegangen sind.
Ein Blick zurück: WWE SummerSlam 1992
Der 29. August 1992 ist ein Datum, das in den Herzen vieler Wrestling-Fans fest verankert ist. An diesem Tag fand im Wembley-Stadion der WWE SummerSlam vor fast 80.000 Zuschauern statt. Im Main Event standen sich Intercontinental Champion Bret „Hitman“ Hart und Lokalmatador „The British Bulldog“ Davey Boy Smith gegenüber. Über 30 Jahre später genießt der WWE SummerSlam 1992 Kult-Status - vor allem für die Fans in Europa.
Ursprünglich sollte der SummerSlam in Landover in Maryland stattfinden. Doch das Business für die Federation in den Staaten lief damals so schlecht, dass sich Vince McMahon und sein Team für England entschieden. Im Unterschied zu den USA liefen die Geschäfte in Europa damals nämlich richtig gut. Und so kam es, dass der fünfte SummerSlam vor über 80.000 Besuchern im legendären Wembley-Stadion abgehalten wurde.
Die Zuschauer bekamen insgesamt 11 Matches zu sehen, wobei nicht alle davon als Teil der PPV-Ausstrahlung gesendet wurden. Selbstverständlich wurde auch die WWE Championship verteidigt, „Macho Man“ Randy Savage setzte seinen Gürtel gegen den Ultimate Warrior aufs Spiel.
Das Main Event: Hart vs. British Bulldog
Viel heißer wurde das Match um die Intercontinental Championship erwartet, es war sogar der Main Event. Mit dem British Bulldog trat der größte Lokalmatador um das damals noch prestigeträchtigere Gold an. Mit Champion Bret Hart stand ihm nicht nur der eigene Schwager gegenüber, sondern einer der besten Wrestler aller Zeiten. Der „Hitman“ hatte das komplette Match im Voraus ausgearbeitet, doch leider vergaß Davey Boy Smith gleich zu Beginn sämtliche Details. Trotz dieser Tatsache sollte das rund 25 Minuten lange Match unglaublich gut werden, was wiederum sehr viel über die Fähigkeiten des Kanadiers als Ringgeneral aussagte.
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AEW All In: Ein neues Kapitel im Wembley-Stadion
Am 27. August 2023 schrieb All Elite Wrestling (AEW) im Wembley-Stadion Geschichte. Fünf Jahre nach dem ursprünglichen „All In“, dem Vorläufer-Event von AEW, wurde der Veranstaltungstitel reaktiviert - für die größte Show in der Geschichte von All Elite Wrestling.
Mehr als 83 000 Tickets wurden verkauft - neuer Rekord für eine einzelne Wrestlingshow. AEW bot über 80.000 Fans im Londoner Wembley-Stadion ein spektakuläres Europa-Debüt. Die Show war nicht nur die erste von AEW außerhalb Nordamerikas, sondern auch die erste Open-Air-Stadion-Show der Promotion.
Nigel McGuinness' Sensations-Comeback
Ein besonderes Highlight der AEW All In-Show war das Comeback von Nigel McGuinness. Nigel McGuinness, einer der besten Wrestler der Nuller-Jahre, ist zurück im Ring. 13 Jahre nach seinem frühen Karriere-Ende, weil Verletzungsprobleme seine Karriere ausbremsten. Der frühere Rivale des neuen AEW World Champions Bryan Danielson (Daniel Bryan) feierte bei der Megashow AEW All In im Wembley-Stadion in seiner Geburtsstadt London eine laut umjubelte Rückkehr - vor einer Traumkulisse von über 50.000 Fans, die ihm in jungen Jahren so nie vergönnt war.
McGuinness saß vor 32 Jahren selbst als junger Fan im Wembley-Stadion und verfolgte begeistert den legendären Hauptkampf zwischen Bret Hart und dem tragisch jung verstorbenem British Bulldog - stilecht mit der Gesichtsbemalung des damals frisch zu WWE zurückgekehrten Ultimate Warrior.
MJF und Adam Cole: Ein ungewöhnlicher Main Event
Im Main Event der spektakulären Megashow All In lieferten sich World Champion MJF und Herausforderer Adam Cole ein höchst unorthodoxes Duell. Statt der für große Duelle üblichen Feindschaft inszenierte AEW zwischen den beiden eine völlig gegenläufige Geschichte: Nach ihrem ersten, ohne Sieger geendeten Kampf im Juni waren die beiden unerwartet Freunde und Partner geworden, nachdem sie bei einem Zufallsturnier einander zugelost worden.
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Ungewohnterweise mündete die Geschichte in der Ansetzung eines freundschaftlichen Duells, nachdem der aufgetaute MJF Cole das zuvor verwehrte Titelrückmatch gewährte. Als Vorgeschmack gab es im Vorprogramm des Abends ein weiteres Match mit MJF und Cole, sie gewannen gemeinsam die Tag-Team-Titel der Schwesterliga ROH.
Weitere Highlights von AEW All In
Auch abseits des besonderen Hauptkampfs war der historische AEW-Meilenstein spürbar darauf ausgerichtet, der riesigen Fankulisse einen Freudentag zu bescheren: Fast alle Matches endeten mit Siegen für die Publikumslieblinge und den für sie jeweils meist größten Feierstunden ihrer Karriere.
- Hook holte sich den FTW Title zurück.
- Saraya gewann den Damentitel vor heimischem Publikum.
- Sting und Darby Allin siegten in einem chaotischen Coffin Match.
- Orange Cassidy und Eddie Kingston triumphierten gemeinsam mit den Best Friends und Penta El Zero Miedo über den Blackpool Combat Club.
- CM Punk besiegte Samoa Joe.
- FTR erhöhten in ihrer Dauerfehde gegen die Young Bucks auf 2:1.
- Will Ospreay triumphierte in einem Duell der Generationen Legende Chris Jericho.
Die Zukunft von AEW All In im Wembley-Stadion
Im Zuge dessen enthüllte AEW, dass es im kommenden Jahr eine weitere Ausgabe von All In im Wembley geben wird. So kündigte er offiziell an, dass All In im Jahr 2026 erneut in London stattfinden wird. Als Grund für die diesjährige Ausweichlocation nannte Khan terminliche Überschneidungen.
Die Bedeutung von Wembley für das Wrestling
Das Wembley-Stadion hat sich als ein wichtiger Austragungsort für Wrestling-Veranstaltungen etabliert. Die beiden denkwürdigsten Ereignisse, der WWE SummerSlam 1992 und AEW All In, haben gezeigt, dass das Stadion in der Lage ist, eine riesige Zuschauermenge anzuziehen und eine unvergessliche Atmosphäre zu schaffen.
Die Entscheidung von AEW, All In im Wembley-Stadion zu veranstalten, war ein großer Erfolg und hat dazu beigetragen, das Profil der Promotion in Europa zu schärfen. Es bleibt abzuwarten, welche zukünftigen Wrestling-Veranstaltungen im Wembley-Stadion stattfinden werden, aber eines ist sicher: Das Stadion wird weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Wrestling-Geschichte bleiben.
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