Die Wrestling-Welt trauert um eine ihrer grössten Ikonen: Hulk Hogan. Doch sein Tod ist kein Einzelfall. Viele Stars der 80er- und 90er-Jahre sind bereits verstorben, oft in noch relativ jungem Alter. Dieser Artikel wirft einen Blick auf einige dieser tragischen Schicksale und beleuchtet, was aus anderen bekannten Wrestlern der damaligen Zeit geworden ist.
Der Tod von Hulk Hogan
Der frühere Profi-Wrestler Hulk Hogan ist in der vergangenen Woche an einem Herzinfarkt gestorben. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Gerichtsmedizin im US-Bundesstaat Florida hervor. Demzufolge litt Hogan, der mit bürgerlichem Namen Terry Bollea hieß, zuvor an Leukämie sowie an Vorhofflimmern, einer Form der Herzrhythmusstörung.
Der 71-Jährige wurde am Morgen des 24. Juli in ein Krankenhaus in Clearwater, Florida gebracht, nachdem Rettungskräfte wegen eines Herz-Kreislauf-Stillstands zu seinem Wohnhaus gerufen worden waren. Hogan galt als einer der größten Stars in der Geschichte der WWE. Bekannt für seine charismatische Ausstrahlung und seine Auftritte im Ring, war er die Hauptattraktion der ersten WrestleMania im Jahr 1985.
Die örtlichen Behörden teilten mit, dass am Donnerstagvormittag um 9.51 Uhr (Ortszeit) ein Notruf wegen Herzstillstands eingegangen sei. Feuerwehr und Rettungskräfte hätten Hogan zunächst vor Ort behandelt. Dann sei er in ein Krankenhaus gebracht worden, wo er für tot erklärt worden sei. Hulk Hogan starb im Alter von 71 Jahren.
Hogan war am 11. August 1953 als Terrence Gene Bollea im US-Bundesstaat Georgia geboren worden. Zunächst spielte er unter anderem Baseball und als Bassist in einigen Bands, bis er schließlich in den 1970er Jahren zum professionellen Wrestling fand. Sein Markenzeichen: der markante Schnauzer, halblange blonde Haare, Bandana auf dem Kopf und Sonnenbrille vor den Augen. So wurde er zur Kultfigur - auch beim deutschen TV-Publikum. Jahrzehntelang lieferte er sich Matches auf der ganzen Welt und gewann unzählige Trophäen. Noch Anfang des Jahres hatte Hogan im Ring gestanden, zuletzt hatten aber Gerüchte über gesundheitliche Probleme des Wrestlers zugenommen.
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World Wrestling Entertainment (WWE) erklärte auf X: "Als eine der bekanntesten Figuren der Popkultur verhalf Hogan der WWE in den 1980er-Jahren zu weltweiter Anerkennung.
In den vergangenen Jahren mischte Hogan außerdem immer wieder in der US-Politik mit und unterstützte zuletzt den Republikaner und aktuellen US-Präsidenten Donald Trump. Er trat als dessen Unterstützer im US-Präsidentschaftswahlkampf 2024 auf. Im Januar war er bei der Vereidigungsfeier von US-Präsident Trump aufgetreten.
Reaktionen auf Hogans Tod
Stars wie Ric Flair trauern und nehmen emotional Abschied. Ric Flair ist „absolut schockiert“ Auf seinem X-Account äußert sich unter anderem der US-Wrestler Ric Flair (76) zum Tod seines langjährigen Freundes: „Ich bin absolut schockiert vom Tod meines engen Freundes Hulk Hogan zu hören.“ Die beiden hätten ihre Anfänge in der Wrestling-Szene gemeinsam erlebt, schreibt Flair: „Unsere Freundschaft hat mir alles bedeutet. Er war immer für mich da, auch wenn ich ihn nicht darum gebeten habe. Er war einer der ersten, der mich im Krankenhaus besucht hat, als ich nur eine Überlebenschance von zwei Prozent hatte, und er hat an meinem Bett gebetet.“ Flair beendet seinen emotionalen Beitrag mit den Worten: „Hulkster, niemand wird jemals mit dir vergleichbar sein! Ruhe in Frieden, mein Freund!“
Der Wrestler Robert Remus (76), besser bekannt unter dem Ringnamen Sgt. Slaughter, schreibt auf seinem X-Profil: „Traurig, vom Tod von Hulk Hogan zu hören... Ich schätze, Gott brauchte einen unglaublichen Engel. Ruhe in Frieden, mein Freund.“
„Rocky“-Star Sylvester Stallone (79), mit dem Hulk Hogan für den dritten Teil der Kultreihe vor der Kamera stand, äußert sich ebenfalls zu dessen Tod. „Ich hatte das Vergnügen, diese brillante Persönlichkeit und diesen Showman kennenzulernen, als er 26 Jahre alt war. Er war absolut wunderbar und seine erstaunlichen Fähigkeiten machten 'Rocky III' zu etwas ganz Besonderem. Mein Herz zerbricht.
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Weitere tragische Todesfälle in der Wrestling-Welt
Hulk Hogans legendäre Kämpfe gegen den Macho Man, den Undertaker oder den Ultimate Warrior prägten eine Generation. Doch was wurde aus den anderen Wrestling-Stars der 90er-Jahre? Einige leben zurückgezogen, andere sind längst verstorben. Ein Rückblick voller Nostalgie.
- Dino Bravo († 44): Im März 1993 wurde Bravo in seinem Haus in Quebec erschossen aufgefunden. Man geht davon aus, dass er in den Fokus der Mafia geriet, da er sich am illegalen Zigaretten-Schmuggel beteiligt haben soll.
- Bruiser Brody († 42): Seine Karriere nahm am 16. Juli 1988 in Puerto Rico ein abruptes Ende. Vor einem Match wurde er von einem Kollegen erstochen.
- „Macho Man“ Randy Savage († 58): 2011 erlitt er am Steuer seines Autos einen Herzanfall und starb.
- Eddie Guerrero († 38): Am 13. November 2005 wurde Eddie Guerrero leblos in seinem Hotelzimmer gefunden - alle wiederbelebenden Maßnahmen blieben erfolglos. Die offizielle Todesursache wurde als Herzversagen festgesetzt.
- Miss Elizabeth († 42): Am 1. Mai 2003 brach Elizabeth neben Lex Luger beim gemeinsamen Abendbrot zusammen. Als Ursache wurde ein tödlicher Mix aus Alkohol und Schmerzmitteln festgestellt.
- David Von Erich († 25): Er starb 1984 in Japan an einer verschleppten Magen-Darm-Entzündung.
- Mike Von Erich († 23): Er nahm sich 1987 das Leben mit einem Mix aus Medikamenten und Alkohol.
- Chris Von Erich († 22): Er nahm sich 1991 mit einem Kopfschuss das Leben.
- Kerry Von Erich († 33): Er beging 1993 Selbstmord auf der Farm seines Vaters.
- Chris Benoit († 40): Er beging 2007 einen Doppelmord an seiner Frau und seinem Sohn, bevor er sich selbst das Leben nahm.
- Brian Pillman († 35): Er starb 1997 an Herzversagen, verursacht durch Medikamentensucht und eine angeborene Herzschwäche.
- Owen Hart († 34): Er stürzte 1999 bei einer live im TV übertragenen Großveranstaltung aus 24 Metern von der Hallendecke herab und prallte auf die Ringecke.
- Umaga († 36): Er starb infolge zweier Herzinfarkte.
- Yokozuna († 34): Er starb an Kreislaufversagen infolge eines Lungenödems.
- Ultimate Warrior († 54): Er starb an Herzversagen.
Was wurde aus den anderen Stars?
- The Undertaker (60): Beendete 2020 seine Karriere und ist heute als Trainer bei der WWE aktiv.
- "Stone Cold" Steve Austin (60): Lebt zurückgezogen auf seiner Ranch in Nevada und hat seine eigene Biermarke.
- "Heartbreak Kid" Shawn Michaels (60): Trainiert junge Wrestler hinter den Kulissen bei der WWE.
- Bret "Hitman" Hart (68): Betreibt seit 2023 eine eigene Sportsbar in Calgary/Kanada.
- Ric Flair (76): Steht gelegentlich für die Konkurrenzliga AEW vor der Kamera.
Die dunkle Seite des Wrestling
Die Tragödien in der Wrestling-Welt sind oft das Ergebnis einer Kombination aus Faktoren. Der hohe körperliche Verschleiß, der Druck, erfolgreich zu sein, und die ständige Verfügbarkeit von Schmerzmitteln und anderen Substanzen fordern ihren Tribut. Auch außerhalb des Ringes hat das Geschäft viele dunkle Seiten und nicht jeder Wrestler erreicht ein hohes Lebensalter.
Der Mai 2020 sollte vielen Wrestling-Fans als ein trauriger Höhepunkt des Jahres in Erinnerung bleiben. Shad Gaspard, früher Mitglied des Tag Teams „Cryme Tyme“, war nach einer starken Welle am Strand von Los Angeles vermisst worden. Drei Tage nach seinem Verschwinden wurde sein Leichnam am Strand angespült und von den Behörden identifiziert.
Auch Brian Pillman hatte mit Drogen zu kämpfen und war schmerzmittelabhängig. Die Medikamente und eine angeborene Herzschwäche resultierten bei Pillman 1997 in einer Herzattacke, die er nicht überlebte.
Als Mitglied der berühmten samoanischen Anoa’i-Familie war der Weg ins Wrestling-Geschäft für Umaga quasi vorgegeben. Im Juni 2009 wurde Umaga wegen Verstößen gegen das Drogenprogramm der WWE entlassen. Ein halbes Jahr später starb der damals 36-jährige infolge zweier Herzinfarkte.
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Eddie Guerrero war alkoholsüchtig, nahm Schmerzmittel und Steroide zum Muskelaufbau. Diese Mischung verschiedenster Substanzen waren schlussendlich mitverantwortlich für seinen frühen Tod.
Nach dem Tod von Chris Benoit veränderte die WWE einige Regeln: Es darf kein Blut mehr fließen, Gehirnerschütterungen müssen so lange auskuriert werden, bis sie komplett verheilt sind. Um diese zu vermeiden, dürfen Wrestler keine Stuhlschläge gegen den Kopf des Gegners mehr ausführen.
Darren Drozdovs Wrestling-Karriere war nur von kurzer Dauer. 1999 landete er nach einer missglückten Aktion auf dem Nacken und ist seitdem querschnittsgelähmt.
Tabelle: Tragische Todesfälle bekannter Wrestler
| Name | Todesursache | Alter |
|---|---|---|
| Hulk Hogan | Herzinfarkt | 71 |
| Randy Savage | Herzinfarkt | 58 |
| Ultimate Warrior | Herzversagen | 54 |
| Eddie Guerrero | Herzversagen | 38 |
| Owen Hart | Sturz vom Hallendach | 34 |
| Chris Benoit | Mord/Selbstmord | 40 |
| Yokozuna | Lungenödem | 34 |
