Was ist MMA? Eine Einführung in Mixed Martial Arts

Die Vollkontaktsportart Mixed Martial Arts, häufig unter der Abkürzung MMA bekannt, ist ein Mix aus diversen Techniken unterschiedlicher Kampfsportarten. Ziel ist, unter realistischen Bedingungen herauszufinden, wer der beste Kämpfer ist. Ursprünglich war MMA dazu gedacht, verschiedene Kampfsportarten gegeneinander antreten zulassen, um herauszufinden, welche Sportart die stärkste ist. Beispielsweise einen Ringer gegen einen Boxer.

Die Geschichte von MMA

Die genaue Geschichte und Entwicklung des MMA ist eigentlich unklar. Welche Überlieferungen nun wirklich stimmen, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Zuerst nannte man diesen Sport Pankration. Im Jahre 648 v. Chr. wurde dieser Sport olympisch (33. Olympische Spiele). Pankration sollte endlich die Frage nach dem Besten aller Kämpfer, den besten Kampfstilen beantworten. Die griechische Mythologie besagt, dass Herkules und Theseus verantwortlich dafür waren, dass dieser Sport bei den Olympischen Spielen eingeführt wurde.

Einige Geschichtsforscher meinen jedoch, dass Soldaten das Pankration als eine Art Training für den Krieg entwickelt haben. Andere Quellen behaupten wieder, dass die Ägypter schon 2600 vor Christus Pankration ausübten. Pankration-Kämpfer genossen ein hohes Ansehen, da die Sportler Boxen und Ringen beherrschen mussten. Die ersten olympischen Sportler waren keine Amateure, sie waren professionelle Kämpfer. Ein Pankration-Champion wurde sehr gut bezahlt, musste keine Steuern zahlen und wurde von der Stadt ernährt.

Im Jahre 393 nach Christus beendete Theodosius die Olympischen Spiele, da sie mit dem christlichen Glauben nicht kompatibel wären. Zu verschiedenen Zeiten mit verschiedenen Namen lebte die Idee, „den besten aller Kämpfer zu finden“, weiter. In der Provence in Frankreich zum Beispiel gibt es eine spezielle Art des Ringens namens Brancaille, bei der Schläge erlaubt sind. Die Männer durften beim Pankration schlagen, treten und alle Teile ihres Körpers verwenden, außerdem durften sie ringen und den Kampf auch am Boden fortsetzen. Das eigentliche Ziel war es, den Gegner mit allen möglichen Mitteln zum Aufgeben zu bewegen.

Entwicklung in Brasilien, Japan und den USA

Die Entwicklung der MMA ist eng mit einer Serie von Vale-Tudo-Kampfsportveranstaltungen in Brasilien und den USA Ende des 20. Jahrhunderts verbunden. Bei diesen klassischen Vale-Tudo-Veranstaltungen wurde ohne Schutzausrüstung und Handschuhe gekämpft. Während in den japanischen Veranstaltungen im Boxring gekämpft wird, ist die Kämpffläche des UFC ein Oktagon (Achteck). Anstelle von Ringseilen wird die Kampffläche beim UFC durch einen Maschendrahtzaun begrenzt. Diese Art der Kampffläche hat sich in der Mehrzahl der amerikanischen MMA-Veranstaltungen durchgesetzt.

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Die Sportler, die heute in den MMA-Veranstaltungen antreten, sind durchweg auf Vale-Tudo- bzw. auf MMA-Kämpfe spezialisiert. Sie trainieren gleichermaßen den Kampf im Stehen (zumeist Thaiboxen bzw. Geschichte der MMA- Mixed Martial Arts Mixed Martial Arts (auch MMA -gemischte Kampkunst Arten) - Kampfsport, der eine Kombination aus vielen Techniken, Schulen und Stilrichtungen der Kampfkünste ist.

MMA Techniken und Stile

Im MMA benutzt du genau wie beim Allkampf Schlag,- und Tritttechniken und kombinierst diese gezielt mit Würfen aus dem Ringen oder beispielsweise Judo. Im Boden versuchst du deinen Gegner dann mittels Aufgabegriffen zum Abklopfen (sogenanntes Tappen) zu zwingen, oder darfst weiter gezielte Schläge zum Körper und teilweise zum Kopf einsetzen. Auch Tritte sind teilweise, aber streng reglementiert, erlaubt. MMA ist die Königsdisziplin des Kampfsports und kombiniert Schlag-, Tritt- sowie Bodenkampftechniken. Im MMA zählt vor allem das Gesamtpaket. Du hast hier, wie in keinem anderen Kampfsport, die Möglichkeit, deinen individuellen Kampfstil aus einem großen Repertoire an Techniken selbst zusammenzustellen. Da MMA auf fast jedes mögliche Kampfszenario eine passende Antwort hat, ist es gleichzeitig sehr praxisnah.

Die Kämpfer bedienen sich verschiedener Kampfsportarten und benutzen sowohl Schlag- und Tritttechniken des Boxens, Kickboxens sowie des Muay Thai, als auch der Bodenkampftechniken des Brazilian Jiu-Jitsus, Ringens und Judos, Sambo und Grappling. Aber auch Techniken aus anderen Kampfkünsten werden benutzt. MMA vereint Techniken und Regelwerke aus Ringen, Boxen und Muay Thai zu einem System.

Wichtige Komponenten im MMA

  • Striking: Anwendung von Schlag- und Tritttechniken aus Boxen, Kickboxen, Muay Thai.
  • Clinch: Kontrolle des Gegners im Stehen, um Schläge zu vermeiden und den Übergang zum Bodenkampf vorzubereiten.
  • Wrestling: Den Gegner zu Boden bringen.
  • Submissions: Erzwingen der Aufgabe des Gegners durch Gelenkhebel oder Würgetechniken.

MMA Training

Mit dem Mixed Martial Arts Training kann man ein sehr hohes Maß an körperlicher Fitness aufbauen. Durch die unterschiedlichen Techniken werden alle Muskelgruppen und auch Ausdauer und Koordination trainiert. Durch die stark variablen Bewegungsabläufe wird der Körper immer wieder ganz neu gefordert. Das Training ist sehr umfangreich und fordert vom Trainierenden ein hohes Engagement und dennoch steht bei uns an oberster Stelle:Jeder soll sich zu jeder Zeit wohlfühlen und in erster Linie Spass am Training und mit der Gruppe haben. Das ist für viele Trainierende bei uns auch ein Grund Kampfsport zu machen...

MMA wird im Vollkontakt trainiert. MMA birgt ein höheres Verletzungspotenzial als Kampfsportarten, die sich nur auf eine Disziplin konzentrieren (z.B. Boxen oder Ringen). Denn immer dann, wenn viele Techniken gleichzeitig erlernt werden müssen, steigt auch die Gefahr, dass einzelne Techniken unsauber ausgeführt werden. Aber keine Sorge, genau um das zu vermeiden, stehen dir unsere erfahrenen Trainer an der Seite. Die körperliche Unversehrtheit beim Training ist unser höchstes Gut.

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Das technische Training umfasst das Erlernen und Verfeinern von Schlag-, Tritt-, Clinch- und Submissions-Techniken. Zusätzlich zum technischen Training ist das Fitness-Training entscheidend.

Regeln im MMA

Trotz weniger Verbote besitzt MMA selbstverständlich ein strenges Regelwerk. Grundsätzlich verboten sind Kopfstöße, Schläge und Tritte gegen den Hals, Hinterkopf oder die Wirbelsäule. An den Haaren ziehen und Bisse sind nicht erlaubt, ebenso Tritte und Kniestöße gegen den Kopf sobald sich der Gegner am Boden befindet. Je nach Veranstalter gelten ggf.

In der Regel wird im UFC 3 mal 5 Minuten gekämpft (5 mal 5 Minuten in Titelkämpfen). Bei Pride war die erste Runde 10 Minuten, die folgenden Runden jeweils 5 Minuten lang. Viele Kämpfe werden jedoch vor Ablauf der gesamten Kampfzeit durch Hebel- oder Würgegriffe oder durch Knockout bzw. technischen K.o.

Ein Kampf besteht aus drei Runden, die jeweils fünf Minuten dauern. Zwischen jeder Runde gibt es zudem eine Pause von einer Minute. Titelkämpfe werden in fünf Runden ausgetragen. Ziel ist es, seinen Gegner zum Aufgeben zu zwingen, ihn k.o. zu schlagen oder so zu in die Mangel zu nehmen, dass sich der Schiedsrichter gezwungen sieht, den Kampf abzubrechen. Ein Sieg nach Punkten ist ebenso möglich wie ein Unentschieden. Dass bei einem MMA-Kampf alles erlaubt sei, ist ein Vorurteil. So ist es beispielsweise verboten, den Gegner im Genitalbereich zu attackieren, zu beißen, an Nase und Ohr zu reißen oder in die Augen zu stechen. Insgesamt gibt es 31 Fouls, die zur Strafe oder dem Punktabzug bis hin zur Disqualifikation führen können.

Bekannte MMA Organisationen

Viele Unternehmen organisieren Wettbewerbe in diesem Sport, aber alle MMA-Fans kennen den unangefochtenen Marktführer. In den späten neunziger Jahren erschien in Japan eine Organisation mit dem Namen Pride Fighting Championship, die später zu einer der größten MMA-Organisationen wurde. Im Jahr 2006 weigerte sich ein großer Fernsehsender, Pride-Turniere zu übertragen und kündigte den Vertrag mit der Promotion. Grund für die Unterbrechung war laut Sendermanagement ein Verstoß gegen die Vertragsbedingungen. Und bereits 2007 wurde das Unternehmen nach inoffiziellen Angaben für 70 Millionen Dollar an die Muttergesellschaft ihres Hauptkonkurrenten UFC verkauft. Die blitzschnelle Popularisierung von MMA erfolgte in den Vereinigten Staaten von Amerika, als 1993 (in der Stadt Denver) zum ersten Mal die UFC - Ultimate Fighting Championship organisiert wurde.

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Es gibt natürlich auch andere Promotion, die MMA-Kämpfe organisieren. Unter anderem: American Bellator, PFL; Singapur League ONE Championship; Asiatische Förderung Rizin FF; Chinesischer Kunlun-Kampf; Polnisches KSW; Londoner Organisation Cage Warriors; Russische Organisationen ACA und Fight Nights; Auch in Deutschland können sich die Fans über MMA- Galas freuen: GMC, NFC, We love MMA, Respect Fighting Championship oder Fair FC- biete regelmäßig MMA Veranstaltungen an.

MMA in Deutschland

In Deutschland kam der Vollkontaktsport ein Jahr später an, als der neu gegründete MMA-Verband Free Fight Association (FFA) die ersten Veranstaltungen initiierte. Auch wenn der Sport seitdem an Popularität gewonnen hat und es auch bekannte deutsche Größen wie Nick Hein (34) gibt, gilt MMA in Europa noch als relativ junge Sportart.

Ausrüstung im MMA

Beim MMA gibt es keine besonderen Kleidungsvorschriften. Die Devise hier lautet: erlaubt ist, was einen nicht behindert. In der Regel trägt man Shorts. Wichtig ist, dass die Kleidung reißfest ist, man sich nicht verhaken kann und das sie sicher sitzt. Im Training ziehst du am Besten Rashguards (Kompressionsshirts) an. Diese unterstützen zum einen die Muskeln und führen den Schweiß vom Körper weg.

In der UFC, bei Bellator und anderen, großen MMA Events werden 4 Oz Handschuhe verwendet, was 112 Gramm entspricht (1 Unze = 28 Gramm). Fürs Training verwenden wir keine 4 Oz Handschuhe, sondern mindestens 8 Oz.

Vorurteile gegenüber MMA

Wenn das Thema MMA angesprochen wird, fallen oft Wörter wie brutal, unmenschlich oder gewaltverherrlichend. Der ehemalige Bundesinnenminister Thomas de Maiziere betitelte den Sport einst als „abscheuliche Form der Menschendarstellung“. Nicht zuletzt aufgrund von Negativschlagzeilen wurde 2010 ein Sendeverbot von Profikämpfen im deutschen Fernsehen verhängt. Dies wurde jedoch 2014 wieder aufgehoben, nachdem das Verwaltungsgericht München das Verbot für rechtswidrig erklärte. Wegen all dieser Kritik gibt es daher zahlreiche Vorurteile gegenüber MMA.