Das Wort Karat (abgekürzt kt oder C) ist ein traditioneller Begriff, der im Schmuckbereich verwendet wird, um den Goldanteil in einer Legierung anzugeben. Dieser Anteil wird in 24tel Gewichtsanteilen ausgedrückt.
Die Karatzahl eines Edelmetalls gibt den Anteil eines Edelmetalls in Goldlegierungen an. Dieser Anteil wird immer auf 24 Teile als Ganzes bezogen.
Um den Gewichtsanteil reinen Goldes an der Gesamtmasse einer Legierung anzugeben, verwendet man ebenfalls den Begriff "Karat". Goldlegierungen werden hauptsächlich mit Kupfer und Silber hergestellt. Der Feingehalt in Karat wird in x/24-Teilen angegeben. Einkarätiges Gold entspricht also einem 1/24 Gewichtsanteil Gold (= 4,167%).
Statt der Bezeichnung "Karat" kann man die Reinheit von Goldlegierungen auch in 1/1000 Teilen angeben.
Die Bedeutung von Karat bei Gold
Das Karat ist eine Maßeinheit für den Feingehalt bei Gold. Es bezeichnet den Goldanteil in einer Legierung, ausgedrückt in 1/24-Gewichtsanteilen.
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Heute ist es üblich, den Reingehalt in Promille (Tausendstel) anzugeben. Deshalb wird Gold mit 24 Karat auch mit „999,9“ bezeichnet (999,9 von 1.000) und umgangssprachlich „Four Nine Fine“ genannt.
Der Reinheitsgrad wird offiziell in Promille (1/1.000) angegeben und als 3-stellige Zahl ausgedrückt. So hat 333er-Gold einen Goldanteil von 333/1.000, also 33 Prozent - dies entspricht 8 Karat.
Was bedeutet Karat bei Diamanten?
Das Gewicht bei Diamanten wird in Karat angegeben. 1 Karat entspricht 0,20 Gramm. Hierbei spricht man auch vom metrischen Karat.
Die Karatangabe gibt also nur Auskunft über das Gewicht eines Diamanten und nicht - wie oft angenommen - über seine Größe. Wie viel Karat ein Diamant hat, kann man mit einer Diamantwaage bestimmen.
Die Karatzahl gehört neben der Farbe, dem Schliff und dem Reinheitsgrad zu den wichtigsten Kriterien, wenn es darum geht, den Wert eines Diamanten zu bestimmen.
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Die Reinheit von Gold
24 Karat entsprechen reinem Gold. Bei 8 Karat beträgt der reine Goldanteil 1/3 des Gesamtgewichts. Da es aus technischen Gründen praktisch ausgeschlossen ist, mögliche Verunreinigungen vollständig zu eliminieren, wird für 24-karätiges Gold eine Reinheit von 99,99 Prozent angegeben.
24 Karat Gold ist das feinste Gold und besteht aus 99.9% Gold.
Da 24-karätiges Gold vollständig aus Gold besteht, ist es weniger hart als Gold mit einem niedrigeren Feingehalt, das härter und gleichzeitig weich ist.
Die Geschichte des Karat
Karat entstammt dem griechischen Wort Keration und bedeutet „Johannisbrotbaum“. Das Besondere dieses Baums: Jeder ausgewachsene Samenkern der Schote hat das gleiche Gewicht von rund 0,2 Gramm. Die Samenkörner dienten früher als Gewichtseinheit für Edelsteine, insbesondere für Diamanten.
Seit der Spätantike wird der Goldgehalt von Münzen in den Masseanteilen einer Münze gemessen, die auf Gold entfallen. Die wertvollste Münze - der Solidus - hatte einen Feingehalt von beinahe 24 Karat.
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Unterschiedliche Karatwerte und ihre Eigenschaften
Je höher die Karatzahl, desto reiner ist das Gold. Um die 24-Karat-Problematik zu umgehen, werden andere Metalle hinzugefügt, hauptsächlich Zink, Kupfer und Silber, um das Material härter zu machen, was man als "Legierung" bezeichnet.
- 24 Karat: Repräsentiert das Gold in seiner reinsten Form, das heißt 99,9% Gold.
- 22 Karat Gold besteht aus etwa 91.6% Gold. Es ist ebenfalls sehr weich und weniger für Schmuck mit gefassten Steinen geeignet.
- 18 Karat Gold hat einen Feingoldgehalt von 75% und hat einen schönen, warmen Glanz.
- 14 Karat Gold besteht etwa zu 58.5% aus Gold und hat einen warmen gelben Ton.
- 8 Karat Gold hat einen Gehalt von 33.3% Feingold und eine hellgelbe Färbung. Es ist die günstigste Goldvariante, außerdem macht es die Legierung mit anderen Metallen härter und widerstandsfähiger als andere Goldarten.
24 Karat Gold eignet sich nicht für Ringe oder regelmäßige Schmuckformen. Es ist zu weich, zart und wenig kratzfest.
Schmuck aus 22 Karat Gold bedeutet, dass 22 Teile des Schmuckstücks aus Gold bestehen und die restlichen 2 Teile aus anderen Metallen. Diese Art von Gold wird häufig für die Herstellung von Schmuck in der Türkei, im Nahen Osten, in Indien und im restlichen Asien verwendet.
Bei 22-karätigem Gold sind von 100% nur 91,67% reines Gold. Die restlichen 8,33% enthalten Metalle wie Silber, Zink, Kupfer und andere Metalle, um die Legierung zu bilden. Es ist diese Beimischung von Metallen, die die Textur des Goldes weniger weich macht, wodurch der Schmuck haltbar wird.
Einige asiatische Länder stellen trotzdem Schmuck aus 24-karätigem Gold her. Dies ist in Thailand oder Hongkong der Fall.
Der eigentliche Nutzen von 24 Karat Gold zeigt sich eher bei physischem Anlagegold. Goldbarren bestehen nämlich aus 24 Karat Gold oder 999,9‰ (bei Anlagegold spricht man eher von Tausendsteln). Es werden auch einige Anlagegoldmünzen aus 24 Karat Gold geprägt. Dies ist zum Beispiel bei der Maple Leaf oder der American Buffalo der Fall.
Goldlegierungen und ihre Verwendung
Heute wird Gold in der Schmuckherstellung immer als Legierung verwendet, um seine Eigenschaften zu optimieren, aber auch seine Farbe zu verändern.
Eine Goldlegierung für Schmuckstücke sollte das Beste aus zwei Welten vereinen: Als Edelmetall reagiert Gold nur sehr träge und nur mit wenigen Stoffen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass es getragen werden kann, ohne anzulaufen und auf die Haut abzufärben. Allerdings ist reines Gold ein sehr weiches Metall und deshalb ohne weitere Beimischungen nicht für die Schmuckfertigung geeignet - der Goldschmuck würde leicht verbiegen und schon von geringen Belastungen Kratzer und Dellen davontragen.
Für Schmuckstücke liegt in unserem Kulturkreis dieser „Mittelweg“ bei einem Legierungsanteil zwischen 375er und 750er Gold. 375er Gold eignet sich aufgrund der höheren Härte sehr gut für Alltagsschmuck, der tagtäglich getragen wird. Allerdings sollte hier beachtet werden, dass wegen des verhältnismäßig geringen Feingoldgehaltes der Schmuck minimal nachdunkeln kann.
585er Gold ist ein guter Mittelweg, wenn man ein wertvolles Stück besitzen möchte, aber dieses auch regelmäßig tragen möchte. Gerade für Eheringe bietet sich diese Legierung an.
750er Gold ist eine sehr hochwertige Goldlegierung, die feine Schmuckstücke ergibt und edle Brillanten und Farbsteine und Goldschmiedekunst vervollkommnet, dabei aber noch widerstandsfähig genug gegen übliche Belastungen bleibt. Noch höhere Legierungen werden hauptsächlich in außer-europäischen Kulturkreisen getragen, vornehmlich als Statussymbol.
Verschiedene Goldfarben durch Legierungen
Gelbgold ist die üblichste Gold-Legierung für Schmuckstücke. Hier wird das Feingold mit Silber und Kupfer vermengt, um die gelbe Farbe beizubehalten, aber eine höhere Härte und bessere Bearbeitbarkeit zu erreichen.
Bei Roségold wird der Anteil von Silber zugunsten des Kupfers verringert. Die größere Beimengung von Kupfer gibt dem Gold eine zarte, pastellige rosenfarbene Tönung.
Rotgold enthält nur sehr wenig oder gar kein Silber mehr. Die Beimengung von Kupfer gibt der Legierung eine kräftig rötliche Färbung.
Weißgold enthält kein Kupfer, stattdessen wird das Feingold mit Silber, Palladium und geringen Mengen Zink legiert. Oft wird Weißgoldschmuck rhodiniert, also mit einer dünnen Schicht Rhodium überzogen, um einen noch strahlenderen weißen Glanz zu erreichen.
Graugold ist eine Legierung aus Feingold und Palladium und Silber. Der Verzicht auf Zink verschiebt die Farbe durch den hohen Palladium-Anteil deutlich ins Graue.
Allerdings ist jede Legierung eine eigene Rezeptur des Herstellers, da lediglich der Goldgehalt festgeschrieben ist, nicht jedoch das Verhältnis der anderen Materialien. Daher sind die Färbungen der Goldlegierungen auch nicht einheitlich.
Der Preis von Goldlegierungen
Der verschieden hohe Goldanteil beeinflusst auch den Preis von Goldlegierungen. Für reines Feingold gibt es tagesaktuelle Ankaufspreise und von diesen abhängig ist dann auch der Preis der daraus gefertigten Goldlegierung: Je mehr Feingold enthalten ist, desto teurer ist auch die Legierung.
So sind Schmuckstücke aus 375er Gold auf das Goldgewicht gerechnet günstiger als Schmuck aus 750er Gold, das durch die größere Goldmenge das hochwertigere Material ist.
Dennoch eignet sich das 375er Gold gerade aufgrund der hohen Beimischungen anderer Legierungsmetalle hervorragend für Alltagschmuck: Da das Gold sehr hart ist, kann es Tag für Tag getragen werden und ist dabei verhältnismäßig unempfindlich, durch den relativ niedrigen Anschaffungspreis ist auch ein neues Trend-Piece absolut erschwinglich und durch geschickte Legierungstechniken strahlt auch dieser Goldschmuck wunderschön und edel.
Die Legierungen mit deutlich höherem Goldanteil bis zu 750er Gold sind deutlich teurer und werden häufig für zeitlose Klassiker, die auch in etlichen Jahren noch stilvoll und edel wirken sollen, verwendet.
Karat-Tabelle: Goldlegierungen im Überblick
Die verschiedenen Goldlegierungen werden mit einem Prägestempel, der Punze, versehen, um damit den Feingehalt an Gold zu kennzeichnen. Dabei gibt es die in Europa gebräuchlichen Angaben des Feingehalts in Teilen von 1000 und die Karat-Angaben, die in Teilen von 24 angegeben werden.
| Karat (kt) | Feingehalt in Tausendsteln | Goldanteil in Prozent | Verwendung |
|---|---|---|---|
| 8 kt | 333er Gold | 33,3 % | Alltagsschmuck |
| 9 kt | 375er Gold | 37,5 % | Günstiger Schmuck |
| 10 kt | 417er Gold | 41,7 % | - |
| 14 kt | 585er Gold | 58,5 % | Populär in Nordamerika |
| 18 kt | 750er Gold | 75 % | Hochwertiger Schmuck |
| 20 kt | 833er Gold | 83,3 % | - |
| 21 kt | 875er Gold | 87,5 % | Beliebt im arabischen Raum |
| 22 kt | 916,66er Gold | 91,666 % | Oft in Indien verwendet |
| 24 kt | 999er Gold | 99,9 % | Anlagegold, Barren, Münzen |
