Kampfsportarten mit Waffen: Eine umfassende Liste

Viele Menschen verfolgen mit Kampfsport in der Regel zwei Ziele: Sie möchten ihre Fähigkeit zur Selbstverteidigung steigern und ihre körperliche Fitness verbessern. Tatsächlich trainieren die meisten Kampfsportarten körperliche Fähigkeiten wie Beweglichkeit, Gleichgewicht, Koordination und Kondition.

Östliche und westliche Kampfsportarten

Mit Kampfkunst (engl.: martial art; martial heißt „kriegerisch“ und art „Kunst“) sind in der Regel Selbstverteidigungstechniken aus östlichen Kulturen gemeint, etwa chinesische Kampfkünste wie Kung-Fu, japanische wie Aikido oder das koreanische Taekwondo. Kampfsportarten mit einer langen Tradition in Europa sind Ringen, Boxen und Fechten.

Zum Fechten gehört eine Waffe, weshalb diese Kampfsportart eine Sonderrolle einnimmt. Es gibt auch asiatische Kampfsportarten, die mit Waffen betrieben werden, etwa das japanische Kendo, eine Art Schwertkampf. Olympische Kampfsportarten sind Boxen, Fechten, Judo, Karate, Ringen und Taekwondo.

Technische Unterschiede bei Kampfsportarten

Jeder Kampfsport hat eigene Techniken und Schwerpunkte. Beim Ringen besteht ein enger Körperkontakt und beim Boxen werden Schläge primär aus der Distanz abgegeben. Bei einigen Kampfsportarten sind Tritte verboten, bei anderen geben sie gerade den Ausschlag. Manche Kampfsportarten lassen sich den Stilen „weich“ und „hart“ zuordnen.

Weich bedeutet, die Energie von gegnerischen Angriffen aufzufangen und umzuleiten. Eigene Attacken werden nicht in voller Härte ausgeführt (zum Beispiel beim Aikido). Harte Kampfsportarten zielen ursprünglich darauf ab, das Gegenüber zu verletzen. Zu dieser Art Kampfsport gehört zum Beispiel Taekwondo.

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Eine Liste populärer Kampfsportarten im Kurzportrait:

  • Aikido: Aikido ist eine japanische Kampfkunst aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die Kampfsportart Aikido ist defensiv: Hauptziel ist, die Bewegunsgenergie, die in einem Angriff steckt, abzuleiten und es dem Gegner oder der Gegnerin zu erschweren, den Angriff fortzuführen. Dazu gibt es spezielle Wurf- und Haltetechniken. Auf einen Gegenangriff wird verzichtet.
  • Boxen: Boxen gilt neben Ringen als die älteste Kampfsportart der Welt: Schon auf über 5000 Jahre alten Höhlenzeichnungen sind Boxer und Ringer abgebildet.
  • Capoeira: Die afro-brasilianische Kampfkunst Capoeira vereint Kampf, Musik und Tanz.
  • Jiu Jitsu: Die Kampfsportart Jiu Jitsu geht auf die japanischen Samurai zurück. Die Grundidee ist „Siegen durch Nachgeben“.
  • Judo: Der Jiu-Jitsu-Lehrer Jigoro Kano entwickelte Judo (deutsch: der „sanfte Weg“) Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Jiu Jitsu.
  • Karate: Um 500 nach Christus erschufen chinesische Mönche aus gymnastischen Übungen eine waffenlose Kampfkunst zur Selbstverteidigung.
  • Kickboxen: Kickboxen nahm als „Sport-Karate“ seinen Anfang in den USA der 1970er Jahre.
  • Krav Maga: Krav Maga ist hebräisch und bedeutet auf Deutsch „Kontaktkampf“. Der Selbstverteidigungsstil wurde für israelische Sicherheitskräfte entwickelt.
  • Ringen: Seit 708 vor Christus ist Ringen eine Disziplin der antiken olympischen Spiele und ist bis heute olympisch.
  • Taekwondo: Taekwondo ist eine koreanische Kampfsportart und bedeutet auf Deutsch „Fuß, Faust, Disziplin“.
  • Wing Chun: Wing Chun ist ein spezieller Kung-Fu-Stil. Kung-Fu ist der Oberbegriff für unterschiedliche chinesische Kampfkünste.

Kampfsport und Gesundheit

Menschen verfolgen mit Kampfsport in der Regel zwei Ziele: Sie möchten ihre Fähigkeit zur Selbstverteidigung steigern und ihre körperliche Fitness verbessern. Tatsächlich trainieren die meisten Kampfsportarten körperliche Fähigkeiten wie Beweglichkeit, Gleichgewicht, Koordination und Kondition. Studien haben positive Effekte von regelmäßigem Kampfsporttraining auf die körperliche Fitness nachgewiesen.

Außerdem scheinen die Bewegungsabläufe bei asiatischen Kampfkünsten die Knochengesundheit besonders gut zu fördern . Studien haben zum Beispiel eine verbesserte Knochendichte bei jungen Menschen nachgewiesen, die Judo, Karate und Taekwondo ausüben. Als Gesundheitssport für Menschen über 60 Jahre sind vor allem „weiche“ Kampfsportarten gut geeignet.

Kampfsport kann sich zudem günstig auf die psychische Gesundheit auswirken. Die Rituale für Achtsamkeit, die Teil traditioneller asiatischer Kampfkünste sind, fördern die Selbstachtung und die Wertschätzung des Gegenübers. Eine neuere Studie liefert Hinweise darauf, dass Menschen, die japanische Kampfkünste über einen längeren Zeitraum regelmäßig ausüben, zufriedener und weniger anfällig für psychische Erkrankungen sind als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Außerdem lassen sich mit Kampfsportarten Aggressionen zielgerichtet abbauen. Und schließlich verleiht Kampfsport Sicherheit. Das Wissen, sich bei Gefahr angemessen verteidigen zu können fördert die Selbstsicherheit und das Selbstbewusstsein. Das macht Kampfsport für Frauen, die sich im öffentlichen Raum unsicher fühlen, besonders reizvoll.

Kampfsportarten mit Waffen - Welche Kriegswerkzeuge kommen zum Einsatz?

Nachfolgend eine beispielhafte Liste der Kampfstile, welche Waffen beinhalten. Die Liste ist nicht vollständig, bietet aber einen ersten Überblick der bewaffneten Kampfstile. Des Weiteren findest du nach der Tabelle eine Auflistung mit kurzer Beschreibung der einzelnen Kampfstile, welche mit Waffen hantieren.

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Zunächst einmal die verwendeten Waffen der Kampfkünste:

Kampfstil Eingesetzte Waffen
Aikido Bokken (Nachbildung eines Katana Schwertes aus Holz), Jo (Stock) und Tanto (Holzmesser)
Budo Gängige japanische Waffen wie z.B.: Bo, Bokken, Iaito, Jo, Hanbo, Kama, Katana, Kodachi, Kusarigama, Manjisai, Naginata, Ninjato, Nunchaku, Nuntebo, Rokushakukama, Sai, Shinai, Shuriken, Tachi, Tanto, Tecchu, Tekko, Tessen, Tinbei, Tonfa, Tsurugi, Wakizashi, Yari, Yumi
Fechten Florett, Degen, Säbel
Filipino Martial Arts Kurzschwerter, Messer, Macheten, Dolche, Kurzstöcke, Speer, Streitaxt aber auch andere Hieb- & Stichwaffen
Hapkido Kurzstock, mittellanger Stock, Langstock, Spazierstock, Schwert, Fächer, Messer und Fesseltechniken mit Gürtel oder Seil
Hsing-I Vielfältige Waffenarten, ursprünglich Langstock und Speer, Bajonett, doppelhändiges Langschwert
Iaido Katana, Iaito (Übungsschwert)
Kalarippayat Holzwaffen (Langstock, Kurzstock, Hornförmige Stöcke), Dolch, Speer, Schwert, Schild, Peitsche
Kali Kurzschwert, Messer, Machete, Dolch, Kurzstöcke
Kendo Übungsschwerter aus vier Bambus-Lamellen (Shinai), Schwerter aus Holz oder Metall
Kenjutsu Wakizashi (kleines Schwert ähnlich dem Katana), Katana (Shinken, „echtes Schwert“), Tachi (säbelähnliche Klinge), Tsurugi (zweischneidige Klinge)
Krav Maga Je nach Zielgruppe: Alltagsgegenstände für private Selbstverteidigung oder Militärwaffen beim Militär
Kobudo Bo, Drei-Segment-Stock, Kama, Nunchaku, Sai, Tonfa
Kung Fu Stock, Speer, Säbel, Schwert, uvm.
Kyudo Pfeil und Bogen
Muay Thai Bei der klassischen traditionellen Art namens „Muay Thai Boran“ wird auch mit unterschiedlichen Waffen gekämpft. Beispielsweise mit Degen, Schwert, Stock, einem Stock mit einem kurzen Schwertaufsatz (genannt „Ngauw“) oder einem Schild. Im heutigen Wettkampfsport Muay Thai wird ohne Waffen gekämpft.
Ninjutsu Hanbo (kurzer Stock, ca. 91 cm lang), Bo (Langstock, ca. 1,82 m lang), Schwerter, Kusari-Fundo (kurzes Seil/Kette), Jutte (Schwertfänger), Tanto (Messer), Kyoketsu-Shoge), Yari (Speer), Naginata, Shuriken (Wurfklingen), Pfeil und Bogen, Kusarigama (Sichel-Ketten-Waffen) und viele andere
Pencak Silat Dolch, Faustmesser, Sichel, Stock, Kerambit, Kris, Speer, doppelschneidiges Kurzschwert mit Wellenklinge (Keris), Machete, Dreieckiges Messer
Sanatan Shastar Vidiya - Plata Schwerter, Stöcke, Knüppel, Speere, Dolche, Schlagringe, Chakra (Wurfscheibe), Schilder, Keulen, Stab, Äxte, Pfeile und andere Waffen
Shaolin Kempo Langstock (Meisterform)
Systema Waffenabwehr gegen Messer, Stock, Kette. Aber auch der Umgang mit historischen Waffen (Schwert, Säbel, Lanze etc.) wird trainiert.
Tai Chi Schwert, Stock, Speer, Hellebarde, etc.
Vovinam Fortgeschrittene trainieren den Umgang mit traditionellen Waffen, wie Hellebarde, Axt, Schwert, Messer und Langstock.
Wing Chun Langstock (Luk Dim Boon Kwun) und Doppelmesser (Baat Jam Do)
Wushu Klassische chinesische Waffen
Xingyiquan Vielfältige Waffenarten, ursprünglich Langstock und Speer, Bajonett, doppelhändiges Langschwert

Einige Kampfsportarten im Detail

  • Aikido: Einige Formen des Aikido, wie etwa die Iwama-Stile legen mehr Gewicht auf dieses Waffentraining als andere.
  • Iaido: Iaido ist die japanische Kunst des Schwertziehens und stammt aus der Zeit der Samurai. Das Besondere ist, während des Schwertziehens bereits einen effektiven Angriff zu starten.
  • Kenjutsu: Kenjutsu ist der Oberbegriff aller Formen der japanischen Schwertkunst.
  • Kendo: Kendo „Der Weg des Schwertes“ basiert auf dem Kenjutsu der japanischen Samurai.
  • Modern Arnis: Das Modern Arnis ist die Weiter- und Zusammenführung der vielen Filipino Martial Arts Unterstile.
  • Ninjutsu: Ein guter Mix aus Allem, also waffenloser Kampf und Waffenkampf ist Ninjutsu bzw. offiziell Bujinkan Budo Taijutsu. Hier hast du Stock, Schwert, ... alles dabei. Aber erst nach vielen Jahren waffenlosem Kampf. Der Grund ist schlicht und ergreifend, dass die meisten Körpertechniken auf den Waffenkampf vorbereiten.

Trainingswaffen für sicheres und realistisches Üben

Um Techniken in Kampfsportarten mit Waffen sicher zu trainieren, sind spezielle Trainingswaffen ideal. Sie ermöglichen ein realistisches Üben, reduzieren das Verletzungsrisiko und sind in verschiedenen Materialien erhältlich.

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