Grappling ist eine faszinierende Disziplin, die Technik, Kraft und Strategie vereint.
Was ist Grappling?
Grappling ist eine Form des Ringens, bei der der Schwerpunkt auf Griffen, Aufgabegriffen (Submissions) und der Kontrolle des Gegners liegt. Im Gegensatz zu Standkampfdisziplinen konzentriert sich Grappling auf den Einsatz am Boden, wo Kraft, Technik und Strategie eine entscheidende Rolle spielen.
Ursprünge und Entwicklung
Seine Wurzeln reichen zurück bis zu antiken Traditionen wie dem griechisch-römischen Ringen und dem japanischen Jiu-Jitsu. Der natürliche Instinkt verleitet uns dazu, bei Angriffen die Situation zu verlangsamen. Häufiges Ergebnis einer solchen Situation ist das Grappling, welches es ermöglicht, die Bewegungen des Gegners zu kontrollieren. Durch das Entwickeln von Prinzipien und Regeln (z. B. das Verbot von Schlägen und Tritten) entstanden verschiedene Wettkämpfe und Kampfsportarten, Kampfkünste wie Luta Livre, Judo, Ringen, Aikidō, Brazilian Jiu-Jitsu usw.
Heute umfasst Grappling moderne Stile wie Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ), Sambo und Catch Wrestling. Elemente dieser Kampfarten sind meist auch Teile anderer Systeme. Einige Kampfkünste haben eigene Bezeichnungen für das Grappling. Im Eskrima z. B.
Die wichtigsten Grappling-Techniken
Beim Grappling haben die verschiedenen Techniken das Ziel, Dir eine vorteilhafte Position zu verschaffen, damit Du Kontrolle ausüben kannst. Griffmethoden, Griffkampf beinhaltet Hebel, Würfe, zu Boden bringen, Aufgabegriffe, Würgegriffe und Haltegriffe jeder Coleur.
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Dein Ziel ist es, den Gegner zur Aufgabe zu bringen, oder genug Punkte zu sammeln, um am Ende als Sieger dazustehen. Den Ursprung haben diese Techniken häufig in der militärischen waffenlosen Selbstverteidigung, bei der in früherer Zeit Rüstungen getragen wurden, die bei einem Wurf oder Sturz erheblichen Schaden beim Träger anrichteten (Samurai, Ritter, etc.).
Grappling oder auch No-Gi BJJ genannt, bedient sich Techniken des Judo, Brazilian Jiu Jitsu, Ringen und Sambo. Du lernst Hebel-, Würge und Wurftechniken, wie man richtig fällt und diesen Techniken auch wieder entkommt. Durch diese Abwechslung sind nicht nur Körper sondern auch Geist stets gefordert im Training.
Grundtechniken für Anfänger
Zunächst lernt man als Grappling Anfänger den eigenen Körper kennen. Dies ist eine Grundvoraussetzung, denn der komplette Körper kommt zum Einsatz. Gleichgewicht und Körperspannung sind ebenso wichtig, um optimal agieren zu können.
Weiter geht es mit Partnertraining. Hier muss zunächst die Tritt- und Schlagdistanz überwunden werden. Bei manchen Stilen startet man direkt in einer näheren Position oder am Boden. Mit Hebeln oder Würgegriffen kann man den Gegner kontrollieren oder zur Aufgabe zwingen.
Da es für jeden Angriff eine Antwort gibt, muss man diese frühzeitig erkennen und im Vorfeld verhindern. Falls es zu spät ist, dann muss man sich mit Raffinesse aus den Klammergriffen befreien.
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Essentielle Techniken
Wie auch beim brazilian Jiu-Jitsu, gilt beim Grappling, dass eine solide Basis das Fundament für alles Weitere bildet. Wirft man einen Blick auf die großen Grappling Turniere und Meisterschaften, wird schnell klar, dass es meistens nur ein paar wenige Submissions sind, welche den Großteil der Siege herbeiführen. Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass man allen anderen Grappling Techniken keine Beachtung schenken soll.
Daher ist es, wie schon erwähnt, ratsam die Grundtechniken stets zu trainieren und zu perfektionieren, da diese letztendlich zu den effektivsten Techniken gehören. Eine der wichtigsten Escapes ist die aus der Guard, der sogenannte „Guard Pass“, da man oft in diese Position kommt. Wenn man in die gegnerische Side Controle gelangt, befindet man sich in einer schlechten Position, aus der es sich schleunigst zu befreien gilt. Das man in die gegnerische Full Mount gerät passiert schnell mal. Wichtig ist es jedoch zu wissen, wie man schnell wieder raus kommt.
Wie bereits oben erwähnt, ist es sehr wichtig, die richtige Ausführung der Techniken zu erlernen. Bei Submissions im Grappling gilt dasselbe wie im brazilian Jiu-Jitsu: „Position before Submission“! Das bedeutet, dass man stets zuerst in eine vorteilhafte Position gelangen sollte, bevor man eine Submission anwendet. Standard Submission, die jeder Grappler beherrschen sollte. Sehr effektiv, und schwierig, daraus zu entkommen.
Grappling Stile
Mittlerweile gibt es viel unterschiedliche Grappling Kampfsportarten. Zu den bekanntesten zählen folgende Grappling Stile.
- Ringen: Ringen gehört zu den ältesten und Kampfstilen der Welt und bedient sich an den Hebeln und Aufgabegriffen. Diese sind unerlässlich beim Kampf ohne Waffen oder am Boden.
- Brazilian Jiu Jitsu (BJJ): Brazilian Jiu Jitsu (BJJ) ist der etablierteste Grappling-Stil weltweit. Bekanntheit erlangte dieser Stil bei den Anfängen des Freefights und des MMA, weil diese Art des Kämpfens bis dato unterschätzt wurde.
- Luta Livre: Luta Livre ist ebenfalls eine Grappling Disziplin aus Brasilien. Auch hier gibt es verschiedene Unterstile, welche sich auf reines Grappling oder auf die Kombination mit anderen Kampftechniken spezialisiert haben.
- Mixed Martial Arts (MMA): Beim Mixed Martial Arts (MMA) ist der Bodenkampf und somit das Grappling ein wesentlicher Bestandteil des Kampfes. Mit Aufgabegriffen oder K.O.’s wird ein Kampf meistens beendet.
- Sambo: Sambo ist die russische Kampfsportart, welche sich dem Grappling bedient. Es gibt aber auch ein Combat Sambo, bei dem Grappling mit Schlägen und Tritten kombiniert wird.
- Schwingen: Schwingen ist die Schweizer Variante des Ringens. Hierbei geht es nur um den Grappling Kampf im Stehen. Sobald der Gegner zu Boden geht und diesen mit den Schultern berührt, ist der Kampf vorbei.
Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) im Detail
BJJ hebt sich durch seine Betonung von Positionierung und Submission-Techniken hervor. Ziel ist es, den Gegner auf den Boden zu bringen, dominante Positionen zu erreichen und dann durch Hebel- oder Würgetechniken zur Aufgabe zu zwingen. Im traditionellen BJJ wird oft mit einem Gi (Kampfanzug) gekämpft, was zusätzliche Griffe und Hebel ermöglicht.
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Weitere Stile
- Ringen: Das Ringen konzentriert sich auf Würfe und die Kontrolle des Gegners am Boden, allerdings ohne den Einsatz von Hebeln oder Würgegriffen.
- Judo: Judo basiert ebenfalls auf Würfen und einigen Bodentechniken, legt jedoch einen größeren Schwerpunkt auf den Standkampf.
Grappling im MMA
Grappling ist ein wesentlicher Bestandteil des MMA-Sports, da es den Athleten erlaubt, den Kampf auf dem Boden zu kontrollieren. Wer sich im MMA behaupten will, muss nicht nur den Kampf im Stehen beherrschen - auch Bodenarbeit ist gefragt. Denn genau darum geht es bei den Mixed Martial Arts ja. Techniken aus Stand- und Bodenkampf werden kombiniert.
Gerade in den Anfängen der Mixed Martial Arts waren Grappling oder BJJ Stile unbekannt. Boxer und Kickboxer waren die Domäne. Aufgrund eines gesamtheitlichen Kampfes endete dieser schnell am Boden. Box- oder Tritttechniken waren somit nicht mehr wichtig oder gar wirkungslos. Bodenkampf oder BJJ Techniken haben hier viel mehr Effektivität. Diesen Fakt nutzten BJJ Kämpfer um die klassischen Gegner aus dem Konzept zu bringen und den Kampf für sich zu entscheiden.
Grappling in Deutschland
In Deutschland gewinnt Grappling zunehmend an Beliebtheit, was auf den Anstieg an Schulen und lokalen Turnieren zurückzuführen ist. Verbände wie der Deutsche Grappling Verband fördern Events, bei denen Athletinnen und Athleten aus dem ganzen Land zusammenkommen. Städte wie Berlin, Hamburg und München sind wichtige Zentren für diese Disziplin.
Vorteile von Grappling
Sowohl Grappling als auch BJJ haben weitreichende Auswirkungen auf die Fitness, Selbstverteidigungsfähigkeiten und den mentalen Fokus der Praktizierenden. Es ist eine Kampfsportart, die körperliche Stärke und Ausdauer fördert. Du wirst auch mentale Konzentration und strategisches Denken entwickeln, da du lernen musst, die Bewegungen deines Gegners vorherzusehen, Positionsvorteile zu erkennen und effektive Techniken in den jeweiligen Problemsituationen anzuwenden.
Durch das Grappling-Training lernst du, wie du auch einen körperlich überlegenen Gegner kontrollieren und zur Aufgabe zwingen kannst.
Geringes Verletzungsrisiko
Da Grappling keine Schlag- und Tritttechniken beinhaltet, ist das Verletzungsrisiko minimal. Das Verletzungsrisiko ist relativ gering, wenn man gemeinsam trainiert und auf seinen Trainingspartner acht gibt. Mit entsprechenden Abklopf Hinweisen schützt man sich vor größerem Schaden. Ebenso eignet sich Grappling für Frauen oder Kinder.
Grappling Training
Im Grappling Training werden alle Bereiche des Körpers beansprucht. Allgemein wird auch die Fitness gesteigert. Anstrengend ist vor allem der Wechsel zwischen schnellen Techniken und Haltegriffen, welche viel Ausdauer benötigen.Neben dem Techniktraining wird auch viel Ausdauer- und Krafttraining durchgeführt. Auch wenn sich die Kontrahenten am Boden nicht viel bewegen, wird dennoch immense Kraft benötigt. Die Muskeln sind in ständiger Anspannung und sobald man nachgibt, kann der Gegner diese Schwachstelle ausnutzen. Somit wird dem Kraftakt auch ein sensibles Gespür zu teil.
Grappling Wettkämpfe
Mittlerweile gibt es sehr viele Grappling Wettkämpfe. Meist sind diese im jeweiligen Unterstil eingeteilt. Da sich Grappling nur auf Griff- und Aufgabetechniken beschränkt, wird ohne Schlag- oder Tritttechniken gekämpft. Somit sind auch stilübergreifende Grappling Wettkämpfe. Oder eben eine Mischung aus Grappling mit Schlag und Tritttechniken. Dies sieht man beispielsweise beim MMA oder diversen Unterstilen von Sambo, Brazilian Jiu Jitsu (BJJ) oder Luta Livre.
Was ist No Gi?
Ein “Gi” ist eine traditioneller Trainingsanzug aus Asien. Dieser wird beispielsweise beim Karate oder Judo getragen. Beim No Gi wird ohne diesen Kampfanzug gekämpft. Meist mit einer kurzen Hose und einem eng anliegenden Oberteil. Dies verändert den kompletten Kampfstil. Man kann nur noch versuchen den Gegner festhalten, welcher ständig in Bewegung ist.
Beim Kämpfen mit Gi kann man diesen Nutzen, um den Gegner zu manipulieren. Es gibt sogar Würgetechniken, welche mit dem Gi vollzogen werden. Beim No Gi kann man sich nur den Nacken oder die Gelenke des Gegners greifen. Der Kampf wird dadurch schneller und anspruchsvoller.
