Jean-Claude Van Damme, eigentlich Jean-Claude Camille François Van Varenberg, ist ein belgischer Schauspieler, Filmemacher und Kampfchoreograf, welcher vor allem durch seine Actionfilme mit Kampfsporthandlungen, auch als Martial-Arts-Filme bezeichnet, bekannt wurde.
Frühe Jahre und Kampfsportausbildung
Jean-Claude Van Damme wurde am 18. Oktober 1960 in Sint-Agatha-Berchem in der Nähe von Brüssel geboren und wuchs dort auf. Im Alter von nur zehn Jahren wurde er von seinem Vater zum Kampfsportunterricht beim Trainer Claude Goetz gebracht. Dies führte dazu, dass er an mehreren Wettbewerben teilnahm, mit 18 Jahren den schwarzen Gürtel in Karate erwarb und später Mitglied des belgischen Karateteams war, welches am 26. Dezember 1979 die Karate-Europameisterschaft gewann.
Gleichzeitig begann er Gewichte zu heben, was schließlich zu einem Mr. Belgium Bodybuilding-Titel führte.
Der Weg nach Hollywood
Mit wenig Geld, noch weniger Erfahrung und dafür umso mehr Ehrgeiz zog es Van Damme Anfang der 1980er Jahre als frischgebackenen Mr. Belgium in die USA, um dort als Schauspieler durchzustarten. Ein Traum, von dem nur allzu viele Glücksritter meist früher denn später jäh aufwachen. Statt der Leinwandkarriere als Actionheld musste er zunächst für mehrere Jahre als Türsteher Besoffene aussortieren. Doch das Schicksal meinte es gut mit Van Damme: Der Club, vor dem er Nacht für Nacht seine Karate-Fähigkeiten verschenkte, gehörte Chuck Norris (80) und dessen damaliger Frau.
Norris war so angetan vom jungen Belgier, dass er ihm einen Job als Stuntman in seinem Film "Missing in Action" verschaffte. Seinen Fuß hatte Van Damme somit - zu diesem Zeitpunkt noch ohne Spagat - in die Tür Hollywoods geschoben.
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Mit dem Wunsch Schauspieler zu werden, kehrte er Belgien den Rücken und zog 1982 in die USA. Dort nahm er zunächst Gelegenheitjobs an, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Seinen ersten Job im Filmbereich hatte er als Statist in dem von Cannon Films produzierten Hip-Hop Tanzfilm Breakin’ (1984). Dort sieht man ihn im Hintergrund bei einer Tanzvorführung tanzen.
Als erste Filmrolle geht sein Kurzauftritt aber noch nicht durch, schließlich ist er lediglich ein Stunt-Double - und deshalb mit voller Absicht nicht als Van Damme zu erkennen.
In Joel Silbergs knallbuntem Breakdance-Film „Breakin'“ kann man Jean-Claude Van Damme als Background-Tänzer bei einem Dance-Battle in Venice Beach erblicken! In Unterhemd und Shorts steht Van Damme am rechten Bildrand zwischen zahlreichen anderen Tänzer*innen (darunter auch Michel Qissi) - und obwohl er sich in seinen Actionrollen mit großen Emotionen meist zurückhält, tanzt er so ausgelassen, als hätte er gerade die Zeit seines Lebens!
1984 engagierte ihn Chuck Norris als Stuntman im Film Missing in Action, welcher ebenfalls durch Cannon Films veröffentlicht wurde. Van Dammes erste größere Rolle war die des russischen Bösewichts in Corey Yuens Martial-Art-Films No Retreat, No Surrender (1986) mit Kurt McKinney in der Hauptrolle, der von New World Pictures veröffentlicht wurde.
1986 dann sein denkwürdiger Auftritt in "Karate Tiger", allerdings nicht als Titelheld, sondern Antagonist Ivan Kraschinsky.
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Durchbruch mit "Bloodsport"
Van Damme erreichte seinen Durchbruch mit dem Film Bloodsport (1988), der ein Budget von 1,5 Millionen US Dollar hatte und auf der angeblich wahren Geschichte vom US-Armee-Captain Frank Dux in der Hauptrolle basiert. Van Damme spielt hier Dux, der von Jugend an von Senzo Tanaka in Ninjutsu ausgebildet wurde.
Erst im Prügler "Bloodsport" von 1988 sollte Van Damme erstmals der Held einer US-Produktion sein.
Geile, blutige ("Darum nenne ich es Blutsport") Kämpfe, Van Damme in Bestform und ein cooler 80erSoundtrack! Für Van Damme, der hier so oft wie möglich seinen berühmten Spagat zeigt, war es - neben KARATE TIGER - der große Durchbruch.
Aufstieg zum Actionstar
Nach dem Erfolg von Bloodsport bot Cannon Films Van Damme die Hauptrolle in Delta Force 2, American Ninja 3 und Cyborg an. Im Jahr 1989 spielte Van Damme in dem Film Kickboxer einen Mann, der kämpft um seinen Bruder zu rächen, der von einem thailändischen Kickbox-Champion gelähmt wurde.
Es folgte die Action-Karriere eines US-Einwanderers, die zu dieser Zeit nur von jener eines Arnold Schwarzenegger (73) in den breiten Schatten gestellt wurde. Mit Ausnahme eines winzigen Gastauftritts von Van Damme in Schwarzeneggers Streifen "Last Action Hero" kamen sich die beiden aber nur einmal und wesentlich später in die Quere - 2012 in "The Expendables 2".
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Nach weiteren Erfolgen mit den Filmen Death Warrant (1990), Lionheart (1990) und Double Impact (1991), spielte Van Damme 1992 die Hauptrolle in einem der größten Blockbuster des Jahres, dem Science-Fiction-Actionfilm Universal Soldier unter der Regie von Roland Emmerich.
Mit Dolph Lundgren (62) knallte es dagegen früher. 1992 hetzte Regisseur Roland Emmerich (64) die beiden Kanten in "Universal Soldier" aufeinander. Ab diesem Zeitpunkt war Van Damme mindestens einmal pro Jahr als knüppelharter Kämpfer auf der Leinwand zu sehen, von der Videospiel-Verfilmung "Street Fighter" (1994) über "Sudden Death" (1995) bis hin zu "Maximum Risk" (1996) oder "Double Team" (1997) an der Seite von Dennis Rodman (59).
Karriereknick und "JCVD"
Wer hoch kickt, dem droht der Tiefschlag. Das stellte Van Damme am eigenen, durchtrainierten Leib fest. Seine ewig gleichen Rollen ließen ihn zunehmend zum Klischee verkommen, jahrelange Kokainsucht tat ihr übriges: "Das System Hollywood ist eine Einbahnstraße. Du willst den Ruhm und den Luxus nicht aufgeben. Ich war ständig unterwegs und umgeben von Dealern und Anwälten. Dabei habe ich den Sinn für die Realität verloren", sagte er 2009 zum "Spiegel".
In der Tragikomödie "JCVD" spielt Van Damme sich selbst, vermischt Realität mit Fiktion und dekonstruiert mal eben sein gesamtes Schaffen. Der Jean-Claude Van Damme darin ist kein Held mehr, sondern ein müder, abgehalfterter Möchtegern, der sich mit stupiden B-Movies über Wasser hält.
Spätere Karriere
Wirklich Kapital konnte Van Damme allerdings nicht aus dem unverhofften Kritikerliebling schlagen. Die größte Produktion, die folgte, war 2012 das Actionstar-Klassentreffen "The Expendables 2", bei dem Van Damme übrigens eine interessante Teilnahmebedingung an Sylvester Stallone (74) gestellt haben soll. Nur, wenn Steven Seagal (68) NICHT mitwirkt, werde Van Damme dabei sein.
Auch als Serienstar war Van Damme 2016 keine große Renaissance vergönnt. Nach nur einer Staffel war mit der Amazon-Produktion "Jean-Claude Van Johnson" schon wieder Schluss. Und so blieb ihm in den vergangenen Jahren wieder nur die B-Movie-Sparte - mit einschlägigen Machwerken wie "Kickboxer: Die Vergeltung", "Kickboxer: Die Abrechnung" oder "Kill'em all".
Nur einmal grüßte Van Damme in der jüngeren Vergangenheit noch von allen digitalen und analogen Schlagzeilen. 2013 war das, dank eines Werbespots für Volvo, flankiert von zwei Lastwägen. Was er zwischen den Rückspiegeln der Lkws tat? Na, was wohl. Jede Männerleiste erinnert sich daran.
Bianca van Damme
Ein Name, den Sie sich merken sollten: Bianca van Damme. Sie ist die Tochter von Martial-Arts-Star Jean-Claude. Ob Jump-Kicks, Stand-Stagat oder ihr durchtrainiertes Sixpack - was Bianca van Damme präsentiert, ist wirklich beeindruckend.
Fazit
Jean-Claude Van Damme hat mit seinem Kampfsport-Hintergrund und seinem unbestreitbaren Talent das Actionkino der 80er und 90er Jahre maßgeblich geprägt. Trotz Höhen und Tiefen in seiner Karriere bleibt er eine Ikone des Genres.
