18 Karat Gold: Zusammensetzung und Eigenschaften

Goldlegierungen sind die Verbindung zweier oder mehrerer Metalle. Dadurch konnten man die Eigenschaften dieser Metalle verbessern und deren Verwendungsmöglichkeiten erweitern. Goldlegierungen werden durch Erhitzen von Gold und anderen Metallen gemeinsam eingeschmolzen.

Mithilfe von Silber, Kupfer, Palladium, Platin, Nickel oder Zink können die Eigenschaften und das Erscheinungsbild von Gold erheblich verändert werden und somit die Qualität verbessern. Damit war es möglich, glänzende und robuste Münzen, brillante Schmuckstücke sowie massive Goldbarren für Anleger herzustellen.

Im Folgenden erfahren, welche die wichtigsten Goldlegierungen sind und was diese kennzeichnet.

Was ist eine Goldlegierung?

Werden zwei oder mehrere Metalle durch Zusammenschmelzen gemischt, so spricht man von einer Legierung. Wird Gold mit einem oder mehreren anderen Metallen legiert, entsteht eine Goldlegierung.

Wichtig ist, dass in der Alltagssprache mit Gold nicht nur das reine Gold gemeint ist, sondern auch dessen Goldlegierungen.

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Warum werden Goldlegierungen verwendet?

Durch Beilegierung von anderen Metallen zu Gold verändern sich dessen Eigenschaften, und seine Verarbeitbarkeit kann optimiert werden. So erzielt man beispielsweise Veränderungen der Härte (nimmt durch Beilegierung generell zu), des Schmelzpunktes, der Dichte, der Farbe und vieles mehr.

Gold wird auch aus Kostengründen legiert.

Karat: Die Maßeinheit für Goldreinheit

Karat (abgekürzt als „K“ oder „kt“) ist eine Maßeinheit, die den Anteil von reinem Gold in einer Goldlegierung angibt. Karat wird häufig verwendet, um den Goldgehalt in Schmuck, Münzen und anderen Goldgegenständen zu messen und zu kennzeichnen.

Ein Karat entspricht einem Zwanzigstel (1/20) des Gesamtgewichts der Goldlegierung. Mit anderen Worten, wenn Sie von einem 24-Karat-Gold sprechen, bedeutet dies, dass das Gold zu 100 Prozent rein ist, da 24/24 Karat reinem Gold entsprechen.

Goldbarren bspw. 916,667 Tausendteile v. Goldmünzen wie bspw. hochwertiger Schmuck bspw.

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Gold ist ein Edelmetall, das sowohl für Investitionen als auch für die Schmuckherstellung verwendet wird. Seine Reinheit wird in Karat ausgedrückt, eine Einheit, die den Anteil an reinem Gold in der Legierung angibt. Je höher die Karatzahl, desto reiner und geschmeidiger ist das Gold.

Die verschiedenen Karatstufen im Überblick:

  1. 24-karätiges Gold: reines Gold
    • Zusammensetzung: 99,9 % Gold.
    • Eigenschaften: Es ist das reinste auf dem Markt erhältliche Gold, von intensiver gelber Farbe und sehr formbar.
    • Verwendung: Hauptsächlich für die Investition in Form von Barren oder Goldmünzen, aber auch in einigen Kulturen für traditionellen Schmuck verwendet.
    • Vorteile: Nicht oxidiert, hoher Wert, ideal für die Lagerung von Reichtum.
    • Nachteile: Extrem weich, zerkratzt und verformt sich leicht, was es für den alltäglichen Schmuck ungeeignet macht.
  2. 18-karätiges Gold: der Goldstandard
    • Zusammensetzung: 75 % Gold, 25 % Legierungen (Silber, Kupfer, Palladium usw.).
    • Eigenschaften: Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Reinheit und Robustheit, behält eine leuchtend goldene Farbe bei und ist widerstandsfähiger als 24-karätiges Gold.
    • Verwendung: Sehr verbreitet in der Haute Joaillerie und Luxusuhrenindustrie.
    • Vorteile: Haltbarer als 24-karätiges Gold, aber trotzdem ein edles Aussehen.
    • Nachteile: Teurer als 14-karätiges Gold und im Vergleich zu weniger goldenen Legierungen relativ weich.
  3. 14-karätiges Gold: Robustheit und Zugänglichkeit
    • Zusammensetzung: 58,5 % Gold, 41,5 % Legierungen.
    • Eigenschaften: Weniger rein als 18- oder 24-karätiges Gold, aber widerstandsfähiger gegen Stöße und Kratzer.
    • Verwendung: Ideal für alltägliche Schmuckstücke wie Eheringe und Armbänder, die häufig im Modeschmuck verwendet werden.
    • Vorteile: Billiger, fester, weniger leicht anlaufen.
    • Nachteile: Etwas weniger intensive Farbe als 18- oder 24-karätiges Gold.

18 Karat Gold: Der Goldstandard

18-karätiges Gold besteht aus 75 % Gold und 25 % anderen Metallen wie Silber, Kupfer oder Palladium. Diese Legierung bietet ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Reinheit und Haltbarkeit, was sie zu einer beliebten Wahl für hochwertigen Schmuck macht.

Seine gelbe Farbe reflektiert den reichhaltigen Goldgehalt und eignet sich hervorragend, um Schmuckstücke wie Ringe, Halsketten, Ohrringe oder Armbänder herzustellen.

Die hochwertigste und beliebteste Legierung für Goldschmuck in der Schweiz ist 18 Karat (750), die auch wir nutzen. Eine 18 Karat (750er) Legierung besteht in der Regel aus Feingold, Silber und Kupfer. Die Anteile an Silber und Kupfer variieren wie erwähnt je nach gewünschter Goldfarbe. Bei Roségold wird etwas mehr Kupfer als Silber verwendet, sodass die Farbe etwas rötlicher wird als beispielsweise bei Gelbgold. 18 Karat Gelbgold hat durch den hohen Goldanteil (75 %) eine wunderschöne warme Gelbgoldfarbe.

Die Punzierung

Die Punzierung - oder auch „Punze“ - in der Goldlegierung bezieht sich auf das Anbringen von Stempeln oder Markierungen auf Goldschmuck oder Goldmünzen, um Informationen über die Goldlegierung und andere wichtige Details zu kennzeichnen. Diese Markierungen sind entscheidend, um die Echtheit und Qualität des Goldes zu überprüfen und sicherzustellen.

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Die Anforderungen an die Punzierung könenn sich je anch Land und Region unterscheiden. Dazu wird ein Schlagstempel oder ein sog. Punziereisen verwendet.

Bei Schmuckstücken wird die Punzierung meist an einer unauffälligen Stelle in Form von Nummern angebracht. Die Zahlen stellen dabei den Anteil an Edelmetallen dar - also den Feigehalt. Dieser Stemple wird auch als Feingehaltsstempel bezeichnet. Ebenso können auch andere Information in dieser Punzierung enthalten sein.

Die dreistelligen Zahlen geben an, wieviele Gewichtsteile einer Goldlegierung - von total tausend Teilen - aus reinem Gold bestehen. Man spricht dann vom sogenannten Feingehalt oder einfach von der Feinheit des Goldes.

Die Punzierung (Stempelung) eines Schmuckstückes mit 750, 585 oder 375 bedeutet, dass dieses einen Goldgehalt von 750/1000, 585/1000 oder 375/1000 besitzt, d.h. 75%, 58.5% oder 37.5%.

Farbgoldlegierungen

Farbgoldlegierungen sind Goldlegierungen, die speziell entwickelt wurden, um verschiedene Farbtöne im Vergleich zum traditionellen Gelbgold zu erzielen. Diese Legierungen werden in der Schmuckherstellung verwendet, um eine breite Palette von ästhetischen Optionen für Juweliere und Schmuckdesigner zu bieten.

Die wichtigsten Goldfarben sind gelb, rot und weiss. Man spricht dann von Gelbgold, von Rotgold und von Weissgold. Daneben ist es aber beispielsweise auch möglich, Grüngoldlegierungen herzustellen.

  • Gelbgold:

    Dem Gold werden hauptsächlich Kupfer und Silber zu etwa gleichen Teilen beilegiert.

  • Rotgold:

    Dem Gold wird vor allem Kupfer beilegiert. Je mehr Kupfer beilegiert wird, desto intensiver wird die Färbung.

  • Weissgold:

    Dem Gold werden als farbgebende Metalle entweder Palladium oder Nickel beilegiert. Entsprechend unterscheidet man zwischen Palladium- und Nickelweissgold. Palladiumweissgold setzt sich grösstenteils aus Gold, Palladium und zusätzlich Silber zusammen - Nickelweissgold grösstenteils aus Gold, Nickel und zusätzlich Kupfer.

  • Grüngold:

    Dem Gold wird vor allen Silber beilegiert. Grüngold wird in der Schmuckverarbeitung beispielsweise eingesetzt, um möglichst naturgetreue Blätter nachzuahmen.

Weißgold

Weiß- bzw. Weißgold ist eine Goldlegierung, die einen silbrigen Farbton hat. Diese Farbe hat einen hohen ästhetischen Wert, weshalb Weißgold zumeist für die Herstellung von Schmuckstücken wie Verlobungsringen, Halsketten, Ohrringen und Armbändern verwendet wird.

Sie wird auch für die Herstellung von Luxusuhrengehäusen genutzt und verleiht den Uhren ein elegantes und ansprechendes Aussehen. Um dies zu erreichen, wird Gold mit Metallen wie Nickel, Palladium oder Platin in eingemischt.

In einigen Fällen kann auch Zink oder Silber verwendet werden, um den Farbton leicht anzupassen. Der genaue Anteil und die Art des beigemischten Metalls können die Farbnuance und die Eigenschaften der Legierung beeinflussen.

Typischerweise enthält Weißgold 14 Karat (58,3 % Gold) oder 18 Karat (75 % Gold) Gold. Sie sind in der Regel haltbarer als reines Gold (24 Karat) und weniger anfällig für Kratzer und Abnutzung.

Im Vergleich zu Legierungen, die mehr Nickel enthalten, sind viele moderne Weißgoldlegierungen allergikerfreundlicher, da sie oft palladiumhaltig sind.

Roségold

Eine besonders zarte Form der Legierung ist die entzückende Rotgold - und Rosegoldlegierung. Die feminine Erscheinungsform des Goldes im rosafarbenen Mantel hat einen kennzeichnenden warmen Glanz, der durch Verschmelzung von Kupfer und Gold zustande kommt.

Der rosafarbene Farbton von Roségold variiert je nach Kupfergehalt und kann von einem zarten Rosa bis zu einem tiefen Rot reichen. Roségold ist eine Goldlegierung, die hauptsächlich aus Gold besteht.

Roségold kann durch spezielle Legierungstechniken und Oberflächenbehandlungen weiter verfeinert und angepasst werden, um unterschiedliche Farbtöne und Oberflächenstrukturen zu erzeugen.

Wegen seiner edlen und anmutigen Farbe wird Roségold vorwiegend für die Herstellung von Schmuck oder für das Gehäuse von Luxusuhren verarbeitet.

Gelbgold

Gelbgold ist eine der königlichsten und reinsten Legierungsformen. Seine gelbe Farbe reflektiert den reichhaltigen Goldgehalt und eignet sich hervorragend, um Schmuckstücke wie Ringe, Halsketten, Ohrringe oder Armbänder herzustellen.

Diese Goldlegierung trägt eine lange Tradition und ist die am häufigsten verwendete Legierung. Gelbgold ist eine Goldlegierung, die hauptsächlich aus Gold besteht.

Gelbgold enthält 14 Karat (58,3 % Gold) oder 18 Karat (75 % Gold) Gold. Um den charakteristischen gelben Farbton zu erzielen, werden in der Regel Silber und Kupfer in die Legierung eingemischt.

Gelbgoldlegierungen sind in der Regel haltbarer als reines Gold (24 Karat) und weniger anfällig für Kratzer und Abnutzung.

Grün- und Blaugold

Grüngold oder Blaugold wird gelegentlich für Schmuck verwendet, insbesondere für individuelle und avantgardistische Designs. Es verleiht Schmuckstücken einen einzigartigen und auffälligen Farbton.

Für den charakteristischen Grün- oder Blaufarbton werden üblicherweise Kupfer, Silber, Cadmium, Kobalt in speziellen Proportionen hinzugefügt. Manchmal werden auch andere Metalle wie Palladium oder Zink verwendet, um den Farbton zu modifizieren.

Die Verwendung von Grün- oder Blaugold in der Schmuckherstellung erfordert oft eine sorgfältige Gestaltung, um die einzigartige Farbe des Materials optimal zu nutzen. Daher kann der Erwerb von Grün- und Blaugold manchmal teurer ausfallen.

Da diese Legierung weniger verbreitet ist, kann Schmuck aus Grün- oder Blaugold einzigartig und individuell gestaltet werden. Wie andere Goldlegierungen ist Grün- oder Blaugold in der Regel haltbarer als reines Gold (24 Karat) und weniger anfällig für Kratzer und Abnutzung.

Eigenschaften von Goldlegierungen

  • Farbanpassung: Goldlegierungen werden hergestellt, um die natürliche goldene Farbe des reinen Goldes zu variieren. Dies ermöglicht die Schaffung von Goldschmuck in verschiedenen Farbtönen, einschließlich Gelbgold, Weißgold und Roségold, je nach den Vorlieben der Verbraucher.
  • Härte und Haltbarkeit: Reines Gold (24 Karat) ist sehr weich und anfällig für Kratzer und Verformungen. Durch Zugabe von anderen Metallen wie Kupfer, Silber oder Palladium wird die Härte und Haltbarkeit von Gold erhöht.
  • Verbesserung der Verarbeitbarkeit: Goldlegierungen können so formuliert werden, dass sie leichter bearbeitet und geformt werden können.
  • Verbesserung der Eigenschaften: Bestimmte Goldlegierungen werden in der Elektronikindustrie verwendet, aufgrund ihrer hervorragenden Leitfähigkeit für Elektrizität und ihrer Korrosionsbeständigkeit. Beispielsweise werden sie in der Medizin für Implantate und medizinische Geräte verwendet, aufgrund ihrer Biokompatibilität und ihrer Fähigkeit, korrosionsbeständig zu sein.

Umlegieren

Das Umlegieren in der Goldlegierung bezieht sich auf den Prozess des Schmelzens und Neugestaltens einer Goldlegierung, um ihre chemische Zusammensetzung zu ändern oder das Gold in eine andere Form zu bringen. Wenn man die Karatzahl einer Goldlegierung ändern möchte, kann das Umlegieren erfolgen.

Zum Beispiel kann eine 18-Karat-Goldlegierung in eine 22-Karat-Goldlegierung umgelegt werden, indem man andere Metalle hinzufügt oder entfernt. Ebenso kann durch das Umlegieren auch die Farbe einer Goldlegierung geändert werden.

Zum Beispiel kann Gelbgold in Weißgold umgelegt werden, indem man Metalle wie Palladium oder Nickel hinzufügt, um den weißen Farbton zu erzielen. In einigen Fällen können Verunreinigungen oder unerwünschte Elemente in einer Goldlegierung vorhanden sein. Durch Umlegieren kann man diese Elemente entfernen und die Legierung reinigen.

Umlegieren wird oft im Recyclingprozess von Gold angewendet.

Neues Leichtgold

ETH-Forschende stellten 18-karätiges Gold her, das sehr leicht ist. Sieht einem echten Nugget verblüffend ähnlich: 18-Karat-Gold, dessen Trägermaterial Latex ist.

Liebhaberinnen und Liebhaber von Golduhren und schwerem Schmuck können sich freuen. Die Objekte ihrer Begierde dürften dereinst viel leichter werden und trotzdem edel glänzen. Gerade bei Armbanduhren ist ein geringes Gewicht entscheidend.

Niemand mag eine schwere Uhr am Handgelenk tragen, selbst wenn sie aus echtem Gold besteht. Das ist auf die Dauer unangenehm und störend.

Die ehemalige ETH-Postdoktorandin Leonie van ‘t Hag im Labor von Raffaele Mezzenga, Professor für Lebensmittel und weiche Materialien, hat deshalb eine neue Form von Gold geschaffen, die fünf- bis zehnmal leichter ist als traditionelles 18-Karat-Gold. Dieses besteht üblicherweise zu drei Vierteln aus dem Element Gold und zu einem Viertel aus Kupfer. Seine Dichte liegt bei rund 15 g/cm3. Nicht so das neue Leichtgold. Dessen Dichte beträgt nur 1,7 g/cm3. Trotzdem ist es 18-Karat-Gold.

Der Grund für diese wundersame Leichtigkeit: Van’t Hag, Mezzenga und Kollegen verwendeten Proteinfasern und ein Latexpolymer anstelle eines metallenen Legierungspartners. Diese Fasern bilden die Matrix, in die plättchenartige Gold-Nanokristalle eingebettet sind. Zudem enthält das Leichtgold zahlreiche winzige Lufteinschlüsse, die von Auge nicht sichtbar sind.