Kontroverser MMA-Kampf in Basel: Eine Auseinandersetzung zwischen Rappern

Ende November planen zwei französische Rapper, ihre Fehde nach Basel zu verlegen und sich dort vor Publikum zu prügeln. Der Kampfsport Mixed-Martial-Arts (MMA) ist in Frankreich seit 2017 verboten. Deshalb blüht er jenseits der Grenze wieder auf.

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet, sollen sich die zwei Rapper Booba und Kaaris am 30. November in der St. Jakobshalle zum Kampf treffen. In den sozialen Medien bedrohen sich die zwei Musiker bereits jetzt: Kaaris kündigt an, er werde das Blut seines Gegners trinken. Booba seinerseits kündigt an, er werde «den Hurensohn zu Tode prügeln».

Hintergrund des Konflikts

Die zwei Musiker sind in Frankreich äusserst erfolgreich und gleichzeitig Rivalen. Vor einem Jahr kam es in der Abflughalle des Flughafens Paris-Orly zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung, sodass der Flughafen gesperrt werden musste. Beide Beteiligten landeten für einen Monat im Gefängnis.

Die Rolle des Veranstalters

Dass die beiden Rapper ihren Kampf nun in die Schweiz verlagern, liegt an Raid Salah. Salah ist der Vorsitzende des MMA-Veranstalters SHC (Strength & Honor Championship) mit Sitz in Genf. Er organisiert in der Schweiz seit rund zehn Jahren Kampfwettbewerbe. Ursprünglich wollte er den Anlass in Genf durchführen. Noch im Februar sagte er im Gespräch mit «Le Matin», er wolle einem grossen Publikum zeigen, dass die Sportart zu Unrecht einen schlechten Ruf habe. Es sei wichtig, dass der respektvolle Umgang miteinander nicht verloren gehe.

Von gegenseitigem Respekt kann nach den öffentlichen Anfeindungen der zwei Kämpfer nicht mehr ausgegangen werden. Allerdings sind die Tickets für das martialische Spektakel auch noch gar nicht käuflich. Für die Interessenten empfiehlt es sich, mit dem Erwerb zuzuwarten.

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Bedenken und mögliche Konsequenzen

Ob der Showdown am 30. November wirklich stattfindet, ist ungewiss. Der Kanton Basel-Stadt, dem die Halle gehört, will die Bewilligung wieder überdenken, nachdem er auf die Hintergründe aufmerksam gemacht wurde.

Simon Thiriet, Sprecher des Erziehungsdepartements, sagt, immer wieder würden in der St. Jakobshalle Kampfsportanlässe durchgeführt: «Bei erwähntem MMA-Anlass gingen wir bis vor Kurzem davon aus, dass es sich um eine völlig problemlose Veranstaltung handle, die in dieser Form schon über zehnmal stattgefunden hat.» Nach der Unterzeichnung der Verträge vor ein paar Tagen ergebe sich nun allerdings eine neue Situation. «Besteht zum Beispiel die Gefahr, dass es zu Gewaltverherrlichung kommt oder dass die beiden Rapper gewaltbereite Fans mitbringen und die Sicherheit nicht mehr gewährleistet wird, dann schreiten wir ein und sagen die Veranstaltung ab», sagt Thiriet.

Rigoroses Einschreiten fordert beispielsweise die CVP-Grossrätin Beatrice Isler. Sie kritisiert die MMA-Kämpfe schon länger und hat dazu auch schon einen Vorstoss eingereicht. Im Sommer 2016 geriet eine MMA-Veranstaltung ins Kreuzfeuer der Kritik, weil ein Neonazi auftreten wollte. Die Regierung stellte sich damals auf den Standpunkt, dass sie nichts damit zu tun habe. Der Event finde auf Baselbieter Boden statt, die Halle sei nicht in Kantonsbesitz.

Politische Folgen

Nun haben sich die Vorzeichen geändert: Der Anlass findet in Basel statt - in der kantonseigenen Halle. Damit tritt Isler wieder auf den Plan. Sie wird eine Interpellation einreichen, in der sie auf die Problematik der MMA-Kämpfe aufmerksam macht. Diese lockten immer wieder gewaltbereite Menschen und Hooligans an. «Wollen wir das in Basel?», fragt sie. Es stelle sich die Frage, warum MMA-Kämpfe in Basel bewilligt würden, wenn sie in Frankreich verboten seien, warum die Veranstalter den Austragungsort von Genf nach Basel verlagert hätten und ob Basel solche Anlässe «um jeden Preis» durchführen müsse.

Der Veranstalter hüllt sich derweil in Schweigen: Salah war am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Warum die Fehde nun in Basel statt in Genf ausgetragen werden soll, bleibt damit unklar.

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Auf der Foto-Plattform Instagram äusserte sich der Veranstalter aber bereits am Donnerstag, nachdem sich die zwei Rapper einmal mehr aufs Ärgste beleidigt hatten. Die Organisatoren würden keinerlei Ausschreitungen tolerieren und alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen treffen. Angekündigt wird zudem eine Pressekonferenz in der Schweiz.

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