Viele Wrestler sterben viel zu jung. Der Grund: Viele Wrestler versauen sich durch Drogen- und Medikamentenmissbrauch ihre Gesundheit - und ihr Leben. Innerhalb weniger Jahre starben sehr viele Wrestler. Bis heute ist das so.
Hulk Hogans legendäre Kämpfe gegen den Macho Man, den Undertaker oder den Ultimate Warrior prägten eine Generation. Was wurde aus den anderen Wrestling-Stars der 90er-Jahre? Einige leben zurückgezogen, andere sind längst verstorben. Ein Rückblick voller Nostalgie.
Damals hielt das Wrestling durch das aufstrebende Privatfernsehen Einzug in deutsche Wohnzimmer: schrill, laut, überdreht - und völlig anders als alles, was man bis dahin im TV gesehen hatte.
Die Wrestling-Stars der frühen 90er-Jahre prägten eine unglaublich populäre Ära, in der Unterhaltung und Überzeichnung eng beieinander lagen. Viele von ihnen sind inzwischen gestorben oder haben sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Ihre Geschichten spiegeln den Wandel einer Branche - und den Preis, den einige für Ruhm, Risiko und körperliche Belastung zahlten.
Der Tod eines geliebten Menschen ist immer etwas Schreckliches. Besonders schlimm ist es, wenn der Person kein langes Leben vergönnt war.
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Tragische Todesfälle - Eine Übersicht
Im Folgenden werden einige der bekanntesten und tragischsten Todesfälle von Wrestlern aus den 90er Jahren beleuchtet:
Brian Pillman
Brian Pillman war vor allem in den 1990er Jahren ein bekanntes Gesicht in den Shows von WCW und WWF. Er war Mitglied der Hart Foundation und fehdete unter anderem gegen seinen früheren Tag Team Partner, Stone Cold Steve Austin. Doch auch Pillman hatte mit Drogen zu kämpfen und war schmerzmittelabhängig. Die Medikamente und eine angeborene Herzschwäche resultierten bei Pillman 1997 in einer Herzattacke, die er nicht überlebte.
Davey Boy Smith
Hall-of-Famer Davey Boy Smith hatte während seiner Hochzeiten Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre viele großen Fehden. Besonders die Hart Foundation war die Grundlage vieler Rivalitäten. Smith verließ die WWF im Jahr 2000 und beendete seine Ringkarriere. Zwei Jahre später starb er im Alter von 39 Jahren durch einen Herzinfarkt.
Umaga
Als Mitglied der berühmten samoanischen Anoa’i-Familie war der Weg ins Wrestling-Geschäft für Umaga quasi vorgegeben. Der Cousin von Roman Reigns durfte während seiner Zeit bei WWE unter anderem zweimal die Intercontinental Championship gewinnen. Im Juni 2009 wurde Umaga wegen Verstößen gegen das Drogenprogramm der WWE entlassen. Ein halbes Jahr später starb der damals 36-jährige infolge zweier Herzinfarkte.
Yokozuna
Auch der als japanischer Sumo-Ringer dargestellte Yokozuna war Teil des Anoa’i-Clans. Am Anfang der 1990er-Jahre war er an vielen großen Rivalitäten beteiligt, kämpfte unter anderem gegen Bret Hart und Hulk Hogan. Auch die WWF World Championship konnte er in dieser Zeit zweimal gewinnen. 1996 wurde er wegen Gewichtsproblemen entlassen. 2000 starb er in London an einem Lungenödem, einer tödlichen Ansammlung von Flüssigkeit in der Lunge.
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Owen Hart
Zwischen 1993 und 1997 war Owen Hart eines der Aushängeschilder der damaligen WWF. In einer mehrjährigen Fehde gegen seinen Bruder Bret Hart stellten beide immer wieder legendäre Kämpfe auf die Beine. Später schlossen sie sich mit Davey Boy Smith, Jim Neidhart und Brian Pillman zur Hart Foundation zusammen. Nach dem „Montreal Screwjob“ verblieb er als einziges Mitglied der Fraktion bei der WWF. Bei „Over the Edge“ sollte Hart erneut um die Intercontinental Championship antreten. Für seinen Einzug hatte man geplant, ihn von der Hallendecke abzuseilen und in den Ring schweben zu lassen. Doch beim Richten seines Kostüms löste sich die Sicherung des Haltegeschirrs und Hart stürzte 24 Meter in die Tiefe.
Aufgrund schwerer innerer Verletzungen starb Owen hart noch im Ring. Owen Harts Tod gilt als eine der größten Tragödien, die jemals während einer WWE-Veranstaltung passiert sind.
Eddie Guerrero
Für viele Fans gilt Eddie Guerrero als einer der größten Publikumslieblinge der Geschichte und seine starken Leistungen im Ring waren rund um den Globus bekannt. Guerreros größter Moment war der Gewinn der WWE Championship bei „No Way Out“ 2004 gegen Brock Lesnar. Doch auch seine sehr emotionale Rivalität um das Sorgerecht von Rey Mysterios Sohn Dominik sollte den meisten Zuschauern bekannt sein.
Trotz großer Erfolge kam auch Guerrero nicht ohne Drogen aus. Er war alkoholsüchig, nahm Schmerzmittel und Steroide zum Muskelaufbau. Diese Mischung verschiedenster Substanzen waren schlussendlich mitverantwortlich für seinen frühen Tod.
Randy Savage
Der Macho Man war eine der schillerndsten Figuren der Wrestling-Geschichte. Er prägte die 80er und 90er Jahre der WWE so, wie es sonst nur Hulk Hogan getan hat. Sein Tod warf einige Fragen auf.
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2011 verunglückte Savage mit seinem Auto und prallte gegen einen Baum. Zunächst wurde der Zusammenprall als Todesursache vermutet. Dann stellte sich heraus, dass Savage einen Herzinfarkt erlitten hatte, der den Unfall überhaupt erst verursachte.
Weitere verstorbene Wrestler
- Brian Pillman (35): Schmerzmittelmissbrauch
- Umaga (36): Herzinfarkt
- Eddie Guerrero (38): Herzinsuffizienz
- The British Bulldog (39): Medikamentenmissbrauch, Herzinfarkt
- Rick Rude (40)
- Mr. Perfect Curt Hennig (44)
- Chyna (46): Medikamentenüberdosis
- Andre the Giant (46): Herzversagen aufgrund von Riesenwuchs
- Randy Savage (58): Herzinfarkt
- Owen Hart (34): Sturz bei einer WWE-Veranstaltung
Die dunkle Seite des Ruhms
Viele Wrestler der 90er Jahre kämpften mit Drogenmissbrauch, Schmerzmittelabhängigkeit und den körperlichen Belastungen des Sports. Diese Faktoren trugen oft zu ihrem frühen Tod bei. Die WWE hat in den letzten Jahren Maßnahmen ergriffen, um die Gesundheit und Sicherheit ihrer Wrestler zu verbessern, aber die Schatten der Vergangenheit bleiben bestehen.
Bret Hart sprach in der BILD-Doku unzensiert über den Drogenmissbrauch in der WWE.
Bret Hart in der Doku: „Es war eine gute Entscheidung der WWE, dass Kokain zu verbieten. … Viele Leute verloren ihr ganzes Geld, Wrestler zogen sich ihr ganzes Vermögen in die Nase. Dann beendete Vince McMahon es.“
Aber dann machte der Boss laut Bret Hart einen großen Fehler: „Uns wurde auch verboten, Gras zu rauchen. Ich hielt es damals schon für einen großen Fehler. Alle anderen Drogen zu verbannen, war richtig. Aber niemand störte sich daran, wenn Wrestler auf ihr Zimmer gehen, Gras rauchen und sich schlafen legen. Ich sagte damals zu jemanden: „Wenn sie mit Marihuana-Tests beginnen, werden die Wrestler quasi gezwungen, Alkohol zu trinken und Pillen zu nehmen.“ Er sollte recht behalten …
Aktuelle Aktivitäten einiger Wrestling-Stars der 90er
Nicht alle Wrestling-Stars der 90er sind verstorben. Einige leben noch und sind weiterhin in der Wrestling-Welt aktiv, wenn auch in anderer Funktion:
- The Undertaker: Aktuell als Trainer bei der WWE aktiv.
- "Stone Cold" Steve Austin: Lebt zurückgezogen auf seiner Ranch in Nevada.
- "Heartbreak Kid" Shawn Michaels: Trainiert junge Wrestler hinter den Kulissen bei der WWE.
- Bret "Hitman" Hart: Betreibt eine Sportsbar in Calgary/Kanada.
- Ric Flair: Steht gelegentlich für die Konkurrenzliga AEW vor der Kamera.
Tabelle: Verstorbene Wrestler der 90er
| Name | Todesursache | Alter |
|---|---|---|
| Brian Pillman | Schmerzmittelmissbrauch, Herzschwäche | 35 |
| Davey Boy Smith | Herzinfarkt | 39 |
| Umaga | Herzinfarkt | 36 |
| Yokozuna | Lungenödem | 34 |
| Owen Hart | Sturz bei WWE-Veranstaltung | 34 |
| Eddie Guerrero | Herzinsuffizienz | 38 |
| Randy Savage | Herzinfarkt | 58 |
