Die UFC veranstaltete mit UFC 306 erstmalig ein Event in der sündhaft teuren und neuen The Sphere in Las Vegas. Die Location bot ein neues bzw. verändertes Live-Erlebnis. Dieses Event sollte jeden Rahmen sprengen, der überhaupt nur existiert. UFC 306 fand in der Wunder-Halle Sphere statt! Mehr Superlative geht nicht.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag plante die Champions League des MMA eine Veranstaltung in der wohl beeindruckendsten Arena der Welt. Die Sphere war 2 Milliarden Euro teuer und ist DAS Aushängeschild der Glücksspielmetropole Las Vegas. Rund 1,2 Millionen LED-Dioden enthält die Mehrzweckhalle, die 256 Millionen verschiedene Farben darstellen können. Im Inneren gibt es eine Mega-Videowand mit einer Fläche von 15 000 Quadratmetern, dazu eine Auflösung von 16K. Für genau eine Nacht zog die UFC in die irre Arena ein.
Präsident Dana White (55) hatte versprochen: „Es wird nicht nur die größte UFC-Veranstaltung aller Zeiten sein. Es wird das größte Sportereignis aller Zeiten sein.“ Aber was genau machte dieses Event so besonders? Die Fightcard sah nicht schlecht aus, war aber nicht der Hauptverkaufspunkt. Vielmehr machte das ganze Drumherum Lust auf Samstagnacht. Das Event fand am mexikanischen Nationalfeiertag statt, der ganze Abend sollte ein „Liebesbrief an die mexikanische Kultur und Geschichte“ sein.
Vor und nach den Kämpfen wurden 360-Grad-Kurzfilme in der Sphere abgespielt, dabei sollte viel mit Spezialeffekten gearbeitet werden. Chris Kartzmark, der Vizepräsident für Produktion und Programmierung der UFC, erklärte: „Ohne zu viel zu verraten, aber einige dieser Umgebungen werden den Eindruck erwecken, die Kämpfe fänden im Freien statt. Man sieht vielleicht Elemente, die auf Wind reagieren, Vögel, die durch den Himmel fliegen oder Flammen, die flackern.“
Dazu wurden bei UFC 306 haptische Sitze eingesetzt. Das heißt, dass ein Kraft-Feedback entsteht, das auf dem Geschehen im Oktagon basiert. Wenn jemand zu Boden geschmissen wird, vibrierte also das eigene Hinterteil. Für das Event hat die UFC führende Regisseure, Produzenten, Animatoren und Grafiker aus Hollywood angeheuert. Alle zusammen konnten 29 Emmy-Gewinne sowie Auszeichnungen bei den Golden Globes und Grammys vorweisen.
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Auch die Fightcard hatte es in sich. Im Hauptkampf verteidigte Superstar Sean O'Malley (29) seinen Titel im Bantamgewicht gegen den Georgier Merab Dvalishvili (33). Die Fliegengewichts-Königin Alexa Grasso (30) trat gegen die siebenfache Weltmeisterin Valentina Shevchenko (36) an.
O'Malley meinte: „Es ist eine Ehre, in der Sphere als Headliner aufzutreten. Conor (McGregor; d. Red.) wollte es. Ilia (Topuria; d. Red.) wollte es. Ich fühle mich sehr geehrt, das tun zu können. Ich denke, meine Arbeit in den letzten sieben Jahren in der UFC hat mich dazu geführt, und ich freue mich sehr darauf, Merab (sein Gegner; d. Red.) die Lichter auszuknipsen.“
Auch Muay-Thai-Legende Shevchenko meinte: „Für die Athleten ist es ein riesiges Ereignis, zum ersten Mal an einer Veranstaltung in der Sphere teilzunehmen, das hat es noch nie gegeben.“
Mit der Kampfsportveranstaltung UFC 306 wollte die größte MMA-Organisation der Welt in der brandneuen und doch schon ikonischen Arena The Sphere neue, einmalige Maßstäbe in der Sportübertragung liefern. Gepaart mit zwei Titelwechseln, wird das Event wohl tatsächlich vielen in Erinnerung bleiben. Der Cage geriet bei UFC 306 fast zur Nebensache.
Die Inszenierung in The Sphere war bombastisch. Die kuppelförmige Arena, die im Gegensatz zu einem Rundum-Kino eine Tiefe in die projizierten Bilder geben konnte, versprühte den Charme eines römischen Atriums, das von der einen auf die nächsten Sekunden in einer anderen Szenerie platziert zu sein schien. Gepaart mit den historischen Szenen der mexikanischen Geschichte, war der Rahmen für denkwürdige Fights gegeben. Was so traumhaft in jeder Präsentation und jedem Einmarsch der Fighter rüberkam, wurde für zwei Champions an diesem Abend zum Albtraum.
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Die Ergebnisse der Kämpfe
Sean O'Malley vs. Merab Dvalishvili
Der Hauptkampf von Superstar und Bantamgewicht-Champion Sean Malley sollte sich Herausforderer Merab Dvalishvili als der denkbar unpassendste Gegner für den Striker herausstellen. O'Malley startete sehr konzentriert gegen einen Dvalishvili, der sehr agil immer wieder versuchte, die Reichweite zu verkürzen. Der Champion arbeitete mit Körpertreffern, Dvalishvili mit Legkicks. Die Runde sicherte sich der Herausforderer mit einem Takedown, nachdem er O'Malley an den Käfigzaun zurückgedrängt hatte. Fortan hatte der Georgier die Kontrolle, der Champion wusste sich zu verteidigen.
In der zweiten Runde gelang Dvalishvili erneut der Takedown, nachdem er unter einer wilden Overhand des 29-Jährigen abgetaucht war. Es folgten Schläge, Kniestöße und Ellbogen gegen einen Champion, der sichtlich Probleme hatte. In einem Head-and-Arm-Choke küsste der Georgier O'Malley auf den Kopf - die absolute Demütigung. Wenige Sekunden vor dem Ende ließ Dvalishvili dann ab und fing sich noch eine harte Hand des Titelträgers ein. Merab hatte in Vegas das größere Waffenarsenal.
In Runde drei bemühte sich O'Malley, nicht erneut in einen Takedown zu laufen. Das gelang, allerdings hatte der Herausforderer bei Schlägen und Treffern einfach die höhere Frequenz. Auf einen Treffer des Champions folgten zwei bis drei von Dvalishvili. In Runde vier gelang dem Georgier dann wieder der Takedown und O'Malley wirkte am Boden wirkungslos. Hier sammelte Dvalishvili Kontrollzeit, landete kleinere Treffer und blieb aktiv. Viel zu spät in der finalen Runde landete O'Malley mit einem Frontkick seinen effektivsten Treffer. Schmerzverzerrt drehte der Georgier ab, der Champion konnte aber nicht nachsetzen. Letztlich schnappte sich Dvalishvili nach einer dominanten Leistung den Titel, auch wenn es bei den Punktrichtern nach einem knappen Duell aussah.
Alexa Grasso vs. Valentina Shevchenko
Das "Heimspiel" bei "Noche UFC" in Las Vegas sollte für die Mexikanerin Alexa Grasso zu einer schmerzhaften Erfahrung werden. Herausforderin Valentina Shevchenko hatte im Titelkampf um den Gürtel im Fliegengewicht der Frauen den besseren Gameplan gewählt. In der ersten Runde verließ sich die Championesse zunächst auf ihr Striking, stürmte aber früh in einen Takedown von Shevchenko. Die ehemalige Titelträgerin war dort ganz in ihrem Element, auch wenn es Grasso verstand, möglichst wenige Treffer zu kassieren. Allerdings konnte sie selbst kaum eigene Treffer landen.
In Runde zwei und drei das gleiche Bild: Shevchenko gelang erneut ein Takedown und arbeitete sich in immer bessere Positionen, teilte kleine Schläge aus. Grasso versuchte, die Kasachin mit Ansätzen zu Aufgabegriffen aus dem Konzept zu bringen. Das gelang auch, wenn auch ohne den finalen Erfolg für die Mexikanerin. Die vierte Runde verlief für die Championesse ebenfalls nicht nach Plan. Wieder brachte die Herausforderin einen Takedown durch. Grasso setzte aber dieses Mal einen Guillotine-Aufgabegriff an, der zunächst eng war, letztlich rutschte Shevchenko aber heraus und setzte selbst einen Aufgabegriff an. Damit konnte die Grasso zwar nicht zum Abklopfen bringen, beendete die Runde aber dominant.
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Auch in der finalen Runde hatte Grasso nicht die Mittel, um dem Groundgame von Shevchenko etwas entgegenzusetzen. Die Punktrichter entschieden verdient für die ehemalige und nun neue Championesse Valentina Shevchenko.
Brian Ortega vs. Diego Lopes
Zwischen Brian Ortega und Diego Lopes sollte sich ein neuer Herausforderer um den Federgewicht-Titel herauskristallisieren, sofern die Leistung stimmt. Ortega erwischte einen katastrophalen Start und fand sich nach ein paar heftigen Treffern schnell am Boden wieder. Eigentlich ein Bereich, in dem der US-Amerikaner besonders stark ist, doch Lopes tat ihm nicht den Gefallen und ließ sich darauf ein.
Auch in Runde zwei war der Brasilianer, der in Mexiko lebt, der dominierende Fighter. Mit einer Eins-Zwei-Kombinationen brachte er Ortega erneut ins Wanken. Es folgte ein wuchtiger Tritt gegen den Kopf, den Ortega überraschend gut verkraftete. Später schickte Lopes ihn mit einem Legkick zu Boden. Auch hier ging der 29-Jährige nicht nach, im Wissen, dass er am Boden womöglich schlechtere Karten haben würde. Mit zwei gewonnenen Runden in der Tasche ließ es Lopes in Runde drei dann ruhiger angehen. Er kassierte zwar mehr Treffer, doch Ortega schaffte es nie, den Brasilianer zu Boden zu bekommen.
Wenige Sekunden vor dem Ende schickte Lopes seinen Kontrahenten mit einem linken Haken erneut zu Boden und setzte dieses Mal nach. Ortega rettete sich jedoch über die Zeit, so dass die Punktrichter ein Urteil fällen mussten. Eine einfache Entscheidung: Lopes siegte klar nach Punkten und dürfte sich in eine gute Position gebracht haben, als nächster um den Titel zu kämpfen.
UFC 306 Fight Card
Hier ist eine vollständige Liste der Kämpfe, die bei UFC 306 stattfanden:
Main Card
- UFC Bantamweight Championship: Sean O'Malley (c) vs. Merab Dvalishvili
- UFC Women's Flyweight Championship: Alexa Grasso (c) vs. Valentina Shevchenko
- Brian Ortega vs. Diego Lopes
- Daniel Zellhuber vs. Esteban Ribovics
- Ronaldo Rodríguez vs. Ode' Osbourne
Preliminary Card
- Irene Aldana vs. Norma Dumont
- Ignacio Bahamondes vs. Manuel Torres
- Yazmin Jauregui vs. Ketlen Souza
- Édgar Cháirez vs. Raul Rosas Jr.
Weitere UFC Events 2025
Hier sind einige der nächsten UFC Events im Jahr 2025:
- 26. Juli: Robert Whittaker vs. Amir Albazi in Abu Dhabi
- 2. August: Amir Albazi vs. Taira (UFC on ESPN)
- 16. August: Dricus du Plessis vs. Khamzat Chimaev bei UFC 319 in Chicago
Informationen zum UFC Fight Pass
Für ca. 85 Euro im Jahr kann man den UFC Fight Pass abonnieren und alle Prelims aller Fightcards sowie alle Fight Night-Maincards gucken. Die Veranstaltung beginnt mit den Prelims um 1:30 Uhr im UFC Fight Pass. Die Maincard ist ab 4 Uhr im DAZN-Abo zu sehen.
Weitere anmerkungen
Für mich ist die Card bestenfalls solide. Das sind sicherlich alles gute Kämpfe, aber mir fehlt da einfach das gewisse etwas. Sportlich sehe ich Dvalishvili im Main Event vorne. Einfach eine Cardio Maschine die Sugar permanent attackieren wird. Bin echt gespannt ob er das Urteil bekommen würde. Mal kucken ob ich morgen die Zeit habe mir das anzusehen.
