König der Kickboxer: Eine Filmkritik

Der Film "König der Kickboxer" ist ein Vertreter der klassischen Martial-Arts-Filme der 80er und 90er Jahre. Hier trifft begrenzt talentiertes Schauspiel auf hervorragende Kampfsportfähigkeiten.

Loren Avedon spielt Jake, einen Undercover-Agenten in New York, der in seiner Jugend mitansehen musste, wie sein Bruder Sean von dem brutalen Khan ermordet wurde. Zehn Jahre später erhält Jake von Interpol den Auftrag, in Bangkok eine illegale Filmproduktion aufzuspüren, bei der Menschen in Kampfszenen tatsächlich sterben. Als er in einem Video Khan, den Mörder seines Bruders, erkennt, ändert er seine Meinung und reist nach Thailand, um Rache zu nehmen.

Auf dem Regiestuhl nahm wie schon im direkten Vorgänger Lucas Lowe Platz, während Drehbuchautor Keith W. Strandberg dieses Mal eine nicht ganz so alltägliche Geschichte lieferte.

Der eigenwillige New Yorker Drogencop Jake Donahue soll auf Anweisung seines Captains O' Day in Thailand die Machenschaften von illegalen Filmproduzenten stoppen, die Full Contact Actionfilme mit echten menschlichen Todesopfern drehen, um ein perverses Publikum zu bedienen. Zuerst lehnt Jake den Auftrag ab, doch als er auf ihm überlassenen Probebändern den gnadenlosen Kämpfer und Killer Khan wieder erkennt, der vor 10 Jahren seinen Bruder getötet hatte, reist er als Undercover Ermittler ins thailändische Bangkok um der Bande das Handwerk zu legen und sich an Khan zu rächen.

Zwar ist die Idee mit den Filmen mit echten Morden eine ganz gute Idee, dennoch werden im Verlauf des Streifens wiedermal alle Genreüblichen Klischees bedient. Es geht um Rache, es wird ein unglaubliches Training absolviert, ein Loveinterest muss gerettet werden und im Endkampf gehts gegen den übermächtigen Endgegner... Denn auch wenn die Storylines in solchen Machwerken meist weniger innovativ sind.

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Die trashige, morbide Filmmafia Snuff Thematik bringt tatsächlich so etwas wie frischen Wind in das teilweise ein bisschen ausgelutscht wirkende No Retreat, no Surrender Franchise und konnte zumindest bei mir den wahrgenommenen Unterhaltungswert spürbar anheben, obgleich in Filmmitte die interessante Haupthandlung durch tiefes greifen in die Klischeemottenkiste zu sehr in den Hintergrund gerückt wird. Bagateller Füllstoff wie zum Beispiel die schmalzig anbandelnde Romanze zwischen Jake und Molly oder der intensivierte Umgang mit Prangs Alkoholproblem erhalten meiner Meinung nach zu viel Aufmerksamkeit und sorgen für die ein oder andere fleischig zähe Filmpassage.

Nichtsdestotrotz sorgt der überwiegende Anteil des B-Action Streifens mit zahlreichen, geschickt verteilten sowie gefällig choreographierten Martial-Arts Kämpfen für mächtig Laune und die flott inszenierten Fights werden durch einen heroisch stimmungsvollen Soundtrack mit vereinzelt angebrachten, blutigen Gewaltspitzen passend unterstrichen.

Die technische Wertigkeit der realisierten Actionmomente ist gemäß B-Movie Anspruchsdenken Anno 1990 als gelungen zu betiteln und kann sich auch heute in Anbetracht des stolzen Filmalters noch ohne wenn und aber sehen lassen, obgleich der Film natürlich nicht mehr ganz mit aktuellen Genrereferenzen wie beispielsweise The Raid mithalten kann. Nebenbei bietet King of the Kickboxers motivierende Trainingssequenzen in bester Rocky Manier, die dank ungewöhnlichen Übungsinhalten mit emotionsgeladener Visualisierung gut zu unterhalten wissen.

Werbetechnisch lebt King of the Kickboxers in erster Linie von der in B-Movie Fankreisen herrschenden Strahlkraft seiner Zugpferde Loren Avedon und Billy Blanks. Klar ist, mit einem Oscar wird es wohl für beide auch im nächsten Leben nichts mehr werden, den Anforderungen einen unterhaltsamen B-Movie Actioner zu tragen, können sie allerdings ohne Probleme vollumfänglich gerecht werden.

Sie werden es kaum glauben, Anfang der 90er Jahre kamen solch kostengünstig produzierte B-Action Vehikel noch in die deutschen Kinos. Karate Tiger 5 startete am 17. Januar 1991 und das in einer 1,5 Minütigen geschnittenen FSK 18 Fassung, welche später auch den Weg in die einheimischen Videotheken fand. Am 18. Oktober 2019 war es dann soweit: Shamrock Media beglückte endlich auch den deutschen Markt mit einer offiziellen Uncut Version in hervorragender HD Qualität.

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KARATE TIGER 5 ist (selbst heutiger Betrachtungswinkel ... grad Alteingesessener) mit allem ausgestattet was das Klopperherz begehrt. Schnelle Fights, coole Schnitte, tolle "Faust, Fuß, Knie, Kopf und Elle trifft auf Ziel"- Sounds, ne dämliche Rachestory um den Reis aus der Fresse der Drehort- Beteiligten zu kloppen und ... naja bestimmt (ich meine natürlich) noch einiges mehr, haha. DAS ALLES wirkt natürlich etwas zerfahren, ja auch irgendwie/wo billig - hat aber im Guilty-Pleasure- Universum etwaiger Genre- Fans immer ein Stein im Brett, Fuss im Gesicht, Knie im Ei, Genug Zähne auf m Boden ... whatever ...

LOREN AVEDON macht seine Sache gerade in der dt. Synchrofassung "echt gut". Diese (also die Synchro) hat eh ne Menge (mehr) Fleisch unterm Rock (als die grässliche OV), da recht "wertig" inszeniert für diese Art von Film. Richard Jaeckel pusht n bissl den Star- Horizont und Anti-Aggressions- Azubi sowie Tae- Bo Hüpfdohle BILLY BLANKS, gibt hier ne Paradevorstellung "vom bösen schwarzen Mann". Duck. Seiner Vorstellung und allg. Erscheinung hat man hier nen enormen Stempel aufgesetzt. Der Jute blieb damals schon im Kopp (hats wohl au am selbigen) und darf teils "richtig fies" ins Dornenbeet pinkeln. Egal ob da Teenager zusammengeprügelt werden, Latzhosen per Kieferhaken zum Trocknen rausgebracht werden ... und/oder ganz allgemein, die innere Ruhe grad auf Verkehrsreise ist ... BILLY rockt.

Avedons Trainingsmethoden sind der Hit.

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