Viele Eltern suchen nach Möglichkeiten, ihre Kinder für Sport zu begeistern, und Kampfsportarten erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Kampfsportarten wie Judo, Karate, Taekwondo oder Ju-Jutsu werden auch bei Kindern als Hobby immer beliebter. Sie bieten nicht nur körperliche Vorteile, sondern fördern auch Disziplin, Respekt und Selbstvertrauen. Kampfsportarten dienen häufig der Gewaltprävention.
Vorteile von Kampfsportarten für Kinder
Kinder in die Welt des Kampfsports einzuführen, hat viele Vorteile. Das Meistern einer Kampfsportart verlangt viel Selbstdisziplin, Konzentration und Ausdauer. Kampfsportliches Training fördert die Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Reflexe und Koordination.
Kampfsport zu lernen, bietet demnach zahlreiche Vorteile für die körperliche Fitness und für die Charakterentwicklung von Kindern:
- Steigerung der körperlichen Fitness: Kraft, Ausdauer, Flexibilität
- Verbesserung der motorischen Fähigkeiten: Beweglichkeit und Koordination
- Förderung der kognitiven Entwicklung: Aufmerksamkeit und Konzentration
- Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung: Selbstbewusstsein, Selbstbeherrschung, Selbstdisziplin
Kampfsporttraining kann dabei helfen, dass Kinder sicherer und besonnener auf ungewisse Situationen reagieren. Unsichere, schüchterne Kinder können ihr Selbstvertrauen und ihr Selbstwertgefühl steigern. Daher leistet Kampfsporttraining für Kinder einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung der sozialen Fähigkeiten.
Geeignete Kampfsportarten für Kinder
Es gibt eine Vielzahl von Kampfsportarten, die für Kinder geeignet sind. Hier ist eine Übersicht einiger beliebter Optionen:
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Aikido
Aikido stammt aus Japan und ist in seiner Ausrichtung defensiv. Das Ziel des Aikido besteht darin, die Kraft eines Gegners abzuleiten und sie auf intelligente Weise zu nutzen. Es entspricht einfach nicht der Philosophie dieser sanften Verteidigungstechnik. Aikido stammt aus Japan und ist in seiner Ausrichtung defensiv.
Boxen und Kickboxen
Boxen und Kickboxen haben in den letzten Jahrzehnten einen Imagewandel durchlaufen. Kinder ab vier Jahren können mit dem Boxtraining beginnen. Im Unterricht lernen die Kinder sich in die Gruppe zu integrieren und mit Selbstbewusstsein zu agieren, falls sie sich verteidigen müssen.
Kendo
Eine weitere japanische Kampfsportart ist Kendo. Charakterbildung und -festigkeit kommen also inklusive.
Tai Chi
Tai Chi ist chinesisches Schattenboxen, bei dem die Bewegungen langsam, fließend und entspannt ausgeführt werden. Der meditative Zustand ist dann ein Geschenk des Himmels. Doch natürlich geht das Tai Chi nicht nur auf den Geist ein.
Kung-Fu
Der Begriff „Kung-Fu" bedeutet „etwas durch harte, geduldige Arbeit Erreichtes" und vereint verschiedene chinesische Kampfkünste des Wushu. Es wird als Gesundheitssystem verstanden und tatsächlich waren traditionell viele Wu-shu Praktizierende auch Ärzt:innen, Apotheker:innen oder Kräutermänner und -frauen.
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Capoeira
Capoeira stammt aus Brasilien und ist die Weiterentwicklung der Wushu-Kampfsportarten, die die afrikanische Bevölkerung ehemals im Geheimen ausübte. Das Verletzungsrisiko ist unerwartet gering. Das kommt auch daher, dass die Maxime „Du achtest auf mich und ich achte auf dich" fester Bestandteil des Trainings ist.
Kalaripayattu
Die aus Südindien stammende Kampfsportart ist eng verwandt mit Hatha Yoga, Ayurveda und dem indischen Tanz. Kinder ab sechs Jahren können Kalaripayattu erlernen. Finden werden sie ein umfassendes System, das ihr Körper- und Selbstbewusstsein schult.
KiJudo
Austoben macht Spaß und die Bewegung schult die Wahrnehmungsfähigkeit. KiJudo ist für Kinder von fünf bis zwölf Jahren konzipiert, die Spaß an Lauf-, Rauf- und Kooperationsspielen haben. Die Judopädagogik integriert unterschiedlichste Konzepte der Körperarbeit und Bewegungserziehung.
Karate
Denn hier geht es nicht um den Vergleich mit anderen. Sicher kann ein Kind Karate zur Selbstverteidigung nutzen. Kinder ab vier Jahren werden von der Karatekunst sehr profitieren, wenn sie nach und nach die altersgerechten Stationen durchlaufen.
Taekwondo
Die koreanische Variante der Selbstverteidigung ist das Taekwon-Do, wobei „Tae" für die Füße und „Kwon" für die Hände steht. Mit Händen und Füßen lernen die Schüler:innen also, im Falle eines Angriffs angemessene Maßnahmen der Verteidigung zu ergreifen.
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Judo
Das Prinzip hinter dieser Kampfsportart: Siegen durch Nachgeben. Judo ist auch keine Sache der Größe: Es gibt spezielle Techniken für große und kleine Kämpferinnen.
Brazilian Jiu-Jitsu
Der Mix aus Ringen und Bodenkampf wird auch als „Schach auf der Matte“ bezeichnet. Tritte und Schläge sind tabu.
Kickboxen
Die junge Disziplin verbindet Elemente aus dem thailändischen Muay Thai, etwa Tritte, Knie- und Ellbogenstöße, mit Schlagtechniken aus dem Boxen. Für den Ernstfall lernt man auch, wie eine effektive Befreiung aus bestimmten Situationen gelingt: angefangen bei Würgegriffen im Stand bis hin zur Abwehr von Überfällen aus der Bodenlage.
Wing Tsun
WingTsun entwickelte sich aus dem „Tempelboxen“ von Shaolin-Mönchen. Ziele: Ängste und Konfliktscheu überwinden und die Selbstbehauptung stärken.
Ab welchem Alter können Kinder mit Kampfsport beginnen?
Im Grunde genommen kann es (mit dem geeigneten Programm) schon ab dem dritten Lebensjahr losgehen. Das hängt aber stark von den Voraussetzungen des Kindes ab. „Es gibt Kids, die mit fünf Jahren schon recht groß und kräftig sind. Andererseits sind manche auch mit sechs Jahren noch eher klein und zierlich. Es kann auch sein, dass ein Kind im Alter von sechs Jahren noch sehr zurückhaltend und schüchtern ist, ein Fünfjähriges hingegen schon sehr forsch und mutig agiert.“
Für Kinder ab dem vierten Lebensjahr sei Budo-Turnen ein guter Einstieg. Wichtig ist es, dass die Kampfsportschule spezielle Klassen für die jeweiligen Altersgruppen anbietet. Spaß, Motivation und verletzungsfreies Training sind nur möglich, wenn Kinder zu Beginn mit Gleichaltrigen trainieren.
Worauf sollte man bei der Wahl der Kampfsportart achten?
Welche Kampfsportart für Kinder am besten geeignet ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei der Auswahl einer Sportart kommt es auch auf das individuelle Interesse bzw. die Vorlieben deines Kindes an - auch Alter und Trainingsziele spielen natürlich eine Rolle. Bis dein Kind die richtige Disziplin entdeckt hat, können auch verschiedene Probetrainings nötig sein.
Extrovertierte Kinder, die sehr viel Energie haben, finden für gewöhnlich gefallen an Karate, Taekwondo oder Kickboxen. Für etwas zurückhaltende Kinder werden hingegen oft Judo und Akido empfohlen, um Körperbeherrschung und Selbstbehauptung zu erlernen.
Kosten und Ausrüstung
In Hinblick auf die Kosten sind Vereinsangebote im Allgemeinen preiswerter. Wer sich für asiatische Kampfsportarten entscheidet, sollte wissen, dass diese meist mit höheren Kosten (Trainingsgebühren, Kleidung, Gürtelprüfungen) verbunden sind.
Für viele Kampfsportarten benötigt dein Kind spezielle Bekleidung und Schutzausrüstung. Viele traditionelle Kampfsportarten werden in einem speziellen Trainingsanzug trainiert, der aus einer Jacke (Uwagi), einer Hose (Zubon) und einem Gürtel (Obi) besteht.
Die Rolle des Trainers
Ein guter Trainer und Lehrer sollte neben den kämpferischen Fähigkeiten auch über hohe Sozialkompetenz verfügen. Hierbei spielt die eigene Einstellung zum Kampfsport eine wichtige Rolle. Wer mit Kindern arbeitet, sollte viel Einfühlungsvermögen haben.
Kampfsportarten im Vergleich
Die drei Kampfsportarten Judo, Karate und Taekwondo im Vergleich:
| Kampfsportart | Ursprung | Fokus | Körperkontakt |
|---|---|---|---|
| Judo | Japan | Wurf- und Bodentechniken | Viel |
| Karate | Japan | Schläge, Tritte, Stöße | Wenig |
| Taekwondo | Korea | Schnelle Fußtechniken und Tritte | Mittel |
