Rei ist ein japanischer Ausdruck von Dank und Höflichkeit, der tief in der japanischen Gesellschaft verwurzelt ist. Der Begriff Rei bedeutet Gruß, Höflichkeit, Dank und Lohn.
Rei im Kontext des Judo
Im Judo ist das Grüßen nicht nur Ausdruck von Höflichkeit oder Freundlichkeit zwischen den Übenden, sondern die „Seele des Judo“. Einen Übungspartner nachlässig anzusprechen oder nicht zu grüßen, kommt einer Beleidigung gleich. Dieselbe Bedeutung hat der Gruß am Anfang und am Ende jeder Kata.
In den Budo-Disziplinen beginnt und endet eine Übungsstunde mit einer gemeinsamen Verbeugung (Rei ni hajimari, rei ni owaru). Im Allgemeinen verbeugt man sich vor dem Lehrer (Sensei ni rei), was auch Angrüßen genannt wird.
Formen der Verbeugung
Es gibt verschiedene Arten der Verbeugung im Judo:
- Ritsu-rei: Die Verbeugung im Stand. Eine Verbeugung im Stand ist die korrekte Art, einen Partner zum Üben aufzufordern und sich nach dem Üben zu bedanken und sich zu verabschieden.
- Za-rei: Die Verbeugung im Knien. Im Knien grüßt man vor Beginn und am Ende einer jeden Übungsstunde in einer Linie, wobei Schüler und Lehrer sich gegenüber sitzen.
Mit jeder Verbeugung gibt man das Versprechen, die Judo-Prinzipien nach bestem Können zu beachten.
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Spezifische Grüße
- Sensei ni rei: Der Gruß zum Lehrer oder Meister. Als Träger des Ideals grüßt der Schüler ihn im Zeichen seines Respektes gegenüber dem Höheren.
- Sempai ni rei: Der Gruß zum Älteren, der die Schüler in demselben Auftrag wie der Sensei unterrichtet.
- Otogai ni rei: Der Gruß der Übenden untereinander, der den grundlegenden Respekt ausdrückt, den ein Mensch dem anderen schuldet. Er wird im Stand (Ritsu rei) ausgeführt.
Die Bedeutung der Verbeugung im Budo
Diese Unterordnung unter das Höhere ist wichtig für den Geist des Budo. Sie entwickelt die Demut in der generellen Haltung gegenüber dem Leben. Als Träger des Ideals grüßt der Schüler ihn im Zeichen seines Respektes gegenüber dem Höheren.
Die Selbstbeherrschung ist ein zentrales Ziel der Kampfsportphilosophie, das durch Mokuso entwickelt wird und gerade auch das alltägliche Leben des Schülers prägt. Mokuso hilft ihm dabei, Egoismus und falsche Selbstwahrnehmung zu überwinden. Er erkennt seine Schwächen, seine Fehler. Er sieht ein, dass ein Handeln in Wut ihn seiner Selbstkontrolle beraubt, genauso wie ein Handeln aus Angst ihn schwächt. Nicht nur im Kampf, sondern überall im Leben.
Weitere wichtige Begriffe im Judo
Judo wurde ursprünglich in Japan entwickelt und fand seinen Weg erst später nach Europa, daher werden die Judo Begriffe bis heute japanisch gesprochen. Auch die Judo Zeichen auf den Gürteln der Judoka oder am Eingang des Dojos sind japanisch und wurden im Lauf der Zeit zwar übersetzt, werden aber aus Tradition weiterhin in ihrer originalen Sprache geschrieben.
Hier eine Übersicht wichtiger Begriffe:
| Japanisches Wort | Deutsche Übersetzung |
|---|---|
| Hajime | Beginnen |
| Mate | Aufhören/lösen! (Kampfrichterbefehl) |
| Sono-mama | Nicht bewegen! (Kampfrichterbefehl) |
| Yoshi | Weiterkämpfen! |
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