The Wrestler: Eine schonungslose Geschichte über Ruhm, Verlust und die Suche nach Erlösung

Der Film "The Wrestler" von Darren Aronofsky aus dem Jahr 2008 ist mehr als nur ein Sportdrama. Es ist eine schonungslose und anrührende Geschichte über Ruhm, Verlust, die Schattenseiten des Showgeschäfts und die verzweifelte Suche nach Erlösung.

Die Handlung dreht sich um Randy "The Ram" Robinson, einen gealterten Wrestler, der einst die Arenen füllte, aber nun in miefigen Provinzturnhallen für ein paar Dollar kämpft, um seinen Wohnwagen-Stellplatz zu bezahlen. Randy ist ein Verlierer, dessen beste Zeit lange vorbei ist. Er arbeitet im Supermarkt und philosophiert mit der Stripperin Cassidy über Hair-Metal-Bands und vergangene Träume.

Es ist atemraubend, als man die bildiche "Waagschaale der Entscheidung" in einer minutenlangen "Salatwaagszene" mit einer älteren Dame sieht und Mickey Rouke das Fleisch wie einen Football durch den Laden schmeißt. Faszination liegt meist in der Wiederfahrung von solch untergeordneten Zusammenhängen und Menschen das mir jeder zustimmen würde wenn ich behaupte das der Glanz perfekter Menschen einem durch dessen heutige Vermarktung die Seele aus dem Leib würgt. Und genau hiervon lebt "Der Wrestler" vom ersten Moment an.

Mehr als ein verstörtes Bild unserer Gesellschaft liefert dieser Film nicht - und damit mehr Faszination und Wirkung - als all die gemalten Bilder unserer perfekten Gesellschaftsfilme. Endlich zeigt eine Farce Hollywoods das wahre Gesicht unserer Zeit und brennt dem Zuschauer ein wie schnell das eigene Leben überholt ist und niemand vom Gaspedal geht.

Der Film erinnert an Rocky Balboa, jedoch sind die Unterschiede bei näherer Betrachtung doch schon groß. Jedenfalls ein starkes und schonungsloses Drama.

Lesen Sie auch: Was WWE Wrestler verdienen

Die Tragödie der Familie Von Erich

Der neue Kinofilm „The Iron Claw“ mit Zac Efron erinnert an die furchtbare Tragödie der legendären Wrestling-Familie von Erich. Der Film erzählt die wahre Geschichte des texanischen Showkampf-Patriarchen Fritz von Erich, der innerhalb von neun Jahren vier Söhne im jungen Alter verlor - ein fünfter war schon als Kind tödlich verunglückt.

Die Erklärungsversuche für diese Tragödie sind zahlreich: War es furchtbarer Zufall, Schicksal, ein verhängnisvoller Kreislauf, die Wrestling-Scheinwelt, die Verantwortungslosigkeit eines Vaters oder die psychischen Probleme seiner Söhne?

Das Schicksal der Brüder

  • David von Erich (1958-1984): Star der Liga World Class Championship Wrestling, starb in Japan.
  • Kerry von Erich (1960-1993): Erfolgreichster der Brüder, gewann den NWA-Titel, kämpfte mit einer Prothese weiter, hatte Drogenprobleme und Suizidgedanken, erschoss sich.
  • Mike von Erich: Obwohl er die Fans an seiner Seite gehabt hätte: Infolge mehrerer Verletzungsrückschläge wurde klar, dass sein Traum nicht realistisch war.
  • Chris von Erich: Chris bekam Depressionen, erschoss sich im September 1991.

Die Hinterbliebenen

Fritz von Erich starb vier Jahre nach Kerrys Tod an Lungenkrebs, ein gebrochener Mann. Nur Kevin überlebte seine Eltern und führte ein skandalfreies Leben. Kevins Söhne Ross und Marshall folgten ihm ins Showkampfgeschäft.

Der Film "The Iron Claw"

Der Film ist ein Familiendrama mit viel Zeitkolorit der achtziger Jahre. Kevin von Erich ist gewissermaßen die Hauptfigur und der Erzähler aus dem Off. Das Scheitern des Vaters ist der Fluch der Söhne. Die Brüder sind untereinander sehr verbunden, trotz des subtilen Konkurrenzkampfes.

Schicksalsschlag folgt auf Schicksalsschlag. David stirbt in Japan, Kerry verliert seinen Fuß nach einem Motorradunfall, Mike begeht Selbstmord. Die "Iron Claw" ist die eiserne Kralle des Vaters, der mit seinen Söhnen kein Pardon kennt.

Lesen Sie auch: Holzlatten-Wrestling

Crossface: Die dunkle Seite des Wrestling

Die Produktionsfirma SRG Films plant einen Film namens "Crossface", der die tragische Geschichte von Chris Benoit erzählt, einem Wrestler, der am Ende seines Lebens zum zweifachen Mörder wurde. Der Film soll die Schattenseiten des Business beleuchten, wie Drogenmissbrauch, Depression und Gehirnerschütterungen.

Die WWE hat nach den Vorfällen um Eddie Guerrero und Chris Benoit ihre Politik bezüglich Drogenmissbrauch geändert und eine Drei-Strike-Regelung namens „Wellness Program“ eingeführt. Darüber hinaus bietet die Wrestling-Promotion allen derzeitigen und ehemaligen Angestellten von der Firma bezahlte Reha-Therapien an.

Mickey Rourke: Comeback eines gefallenen Stars

Die besten Geschichten fürs Kino sind immer die wahren Geschichten, und weil sie außerdem gut enden sollen und trotzdem eine gewisse Fallhöhe haben müssen, sind es oft Geschichten von einem unerwarteten Comeback aus einer tiefen Lebenskrise. Mickey Rourke stellt seine ganze Persönlichkeit zur Verfügung und deswegen ist "The Wrestler" ein grandioses und anrührendes Genrestück geworden, das Maßstäbe setzen wird.

Rourke trainierte monatelang, um die Rolle des Randy "The Ram" Robinson authentisch darzustellen. Er war selbst "ganz unten" und verkörpert dieses klobige Wrack mit der Zartheit und Würde eines in die Jahre gekommenen Kämpfers, der weiß, dass es vorbei ist, und trotzdem nicht aufgibt.

"The Wrestler" ist ein altmodisches Melodrama und stünde nicht das ganz aktuelle Comeback von Hollywood liebstem Schmuddelkind Mickey Rourke im Mittelpunkt, dann wäre der ganze Film vielleicht nichts wert. Sogar eine Liebesgeschichte mit der Stripperin aus dem Table-Dance-Schuppen erlaubt der Regisseur dem alten einsamen Riesen. Wie in den besten Liebesmelodramen der klassischen Hollywoodzeit stützen und ergänzen diese beiden Seelen ohne Hoffnung einander.

Lesen Sie auch: Beste Wrestler aller Zeiten

Nicht der Sieg ist wichtig, sondern die Legende.

Die besten Sportfilme: The Wrestler

Wie jedes halbwegs ernst zu nehmende Sportdrama handelt Darren Aronofskys "The Wrestler" (2008) nur vordergründig von Sieg oder Niederlage. Es ist eine Coming-of-Age-Geschichte der trostfreien Art. Die Parallelen zu Rocky Balboa sind augenfällig, aber Rourkes schauspielerische Bravour verleiht diesem Drama glaubhaft Tiefe und eine überwältigende Wucht.

In den 1980ern war er ein Star der Showringkampfbranche. Zwanzig Jahre später steht Robin Ramzinski hinter der Delikatessentheke eines Supermarkts, die blondierte Mähne unter eine Plastikhaube gestopft, und schaufelt Käsesalat in Plastikbecher. In miefigen Provinzturnhallen prügelt er sich immer noch für ein paar Dollar, um den Wohnwagen-Stellplatz bezahlen zu können. Mit der Stripperin Cassidy (Marisa Tomei), seiner einzigen echten Bezugsperson, philosophiert er über Hair-Metal-Bands, die untergegangen sind wie seine Träume.

Wenn er in der letzten Einstellung vom obersten Ringseil springt, weiß er, dass die Landung brutal sein wird. Es ist die Tragik eines Mannes, der nichts mehr zu verlieren hat.

Fazit

Mit The Wrestler lieferte Darren Aronofsky ein starkes Drama und Mickey Rourke ein grandioses Comeback ab. Der Film ist eine berührende und authentische Darstellung des Wrestling-Geschäfts und der Menschen, die darin gefangen sind.

Film Regisseur Hauptdarsteller Erscheinungsjahr
The Wrestler Darren Aronofsky Mickey Rourke 2008
The Iron Claw Sean Durkin Zac Efron 2023