Karate ist eine faszinierende Kampfkunst, die sowohl körperliche als auch geistige Disziplin erfordert. Für Anfänger kann es jedoch schwierig sein, den richtigen Einstieg zu finden. Bücher können dabei eine wertvolle Unterstützung bieten, um die Grundlagen zu erlernen und das Verständnis für Karate zu vertiefen. Zunächst eines vorneweg: Karate kann man nicht aus Büchern oder Videos lernen!
Aber, so manche Gedankenstütze und Anregung kann man in der Literatur finden. Die Bücher, die wir hier gelistet haben, haben wir auch selbst gelesen. Und nur die guten führen wir hier auch auf, weshalb die Liste auch nicht so extrem lang ist. Ein berühmter Name macht in unseren Augen noch kein gutes Buch und so manche Niederschrift eines japanischen Meisters war für uns kaum lesbar oder einfach nur Zeitverschwendung.
Grundlagen und Techniken
Für Anfänger ist es wichtig, mit Büchern zu beginnen, die die grundlegenden Techniken und Prinzipien des Karate verständlich erklären. Hier sind einige empfehlenswerte Titel:
- "Die Kunst der leeren Hand": Ein systematisches Werk über das japanische Karate, wie es von der Japan Karate Association (JKA) gelehrt wurde. Der Schwerpunkt liegt auf den Ausdrücken der Stilrichtung Shôtôkan.
- [Titel des Buches über 100 Techniken]: Erklärt 100 Techniken aus dem Shotokan und Wado Ryu, die man bis zum 1. Dan benötigt.
- [Titel des Buches über Karate-Techniken]: Dieses Buch ist im weitesten Sinn ein Buch der Formen. Sein Zweck ist es, dem Leser auf einfache Weise die Ausführung der Techniken des Karate nahezubringen und ihm durch die Vielzahl der Bilder zu ermöglichen, die korrekten Abläufe zu erlernen. Es ist für Anfänger und für Fortgeschrittene als Leitfaden gedacht und soll den Übenden in seinem Training begleiten.
Reichlich mit klaren Zeichnungen versehen, können Karatekas hier nochmal ihr Training "kalibrieren". Auch in diesem Buch gibt es viel Raum für eigene Anmerkungen.
Kata: Die "Hohe Schule" des Karate
Kata sind fest vorgeschriebene Bewegungsabläufe, die eine zentrale Rolle im Karate spielen. Sie dienen dazu, Techniken zu verfeinern, das Körpergefühl zu verbessern und die Prinzipien des Karate zu verinnerlichen. Übersetzt bedeutet Kata „Form“; konkret versteht man darunter genau festgelegte Vorführungsformen bestimmter Übungen.
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Ein unverzichtbares Buch für Shotokan-Karateka ist:
- [Kata Standardwerk]: Es dürfte kaum einen Shotokan Karateka geben, der dieses Buch nicht besitzt. Es ist das Kata Standardwerk, in dem in die 27 Shotokan Katas bebildert im Ablauf erklärt werden. Dazu gibt es einige Anmerkungen zur korrekten Ausführung.
Das eigentlich wichtige an diesem Buch ist, dass man genug Platz findet, um seine eigenen Anmerkungen zur Ausführung hinein zu schreiben. Alle Bewegungsabläufe der Katas sind Schritt für Schritt übersichtlich auf einer Seite dargestellt.
Geschichte und Philosophie des Karate
Um Karate wirklich zu verstehen, ist es wichtig, sich mit seiner Geschichte und Philosophie auseinanderzusetzen. Hier sind einige Bücher, die einen Einblick in diese Aspekte bieten:
- Konno Bin - Gichins Faust Aus den Gründerjahren des Shotokan Karate: Der Protagonist des Romans, Gichin Funakoshi (1868-1957), gilt in der westlichen Hemisphäre zu Recht als der bekannteste Karate-Pionier des 19. /20.Jahrhunderts.
- schlatt-books Diese Zusammenstellung aus dem Nachlass der Schriften, persönlichen Notizen und Aufzeichnungen von Funakoshi Gichin liegt jetzt erstmals in deutscher Sprache vor: Sie ist eine der wichtigsten Publikationen, die wir aus der Frühphase der Schriftlichkeit des Karate besitzen.
- Die Karate-Essenz - Das Handbuch von Fiore Tartaglia: Das Ziel dieses Buches besteht darin, allen suchenden Karateka eine strukturierte und systematische Hilfestellung zu bieten, die eine tiefergreifende Weiterentwicklung ermöglicht. Mit der Gliederung Karate im Dôjô, Karate im Alltag und die geistige Lehre wird dem Leser ein Leitfaden offenbart, der ihn das Wesen des Karate besser verstehen und verinnerlichen lässt.
Kyusho Jitsu und Vitalpunkte
Einige Karateka interessieren sich auch für Kyusho Jitsu, die Lehre von den Vitalpunkten des menschlichen Körpers. Hierzu ist es wichtig zu verstehen, dass man Kyusho nicht nur aus Büchern lernen kann.
Man kann sich da sehr viel an Hintergundwissen holen, die Punkte, die Funakoshi im Kyohan auf drei Seiten beschrieben hat, sind da ausführlich erklärt und auch die Basistechniken beschrieben. Aber man kann eine Fähigkeit nicht lernen, indem man Bücher drüber liest. Man kann nicht Auto fahren, nur weil man ein technisches Handbuch über Autos gelesen hat.
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Die einfachste Methode das zu lernen ist auf einen der vielen Lehtgänge zu gehen, die es dazu gibt. Oder mit seinem Trainer abzusprechen, ob man einen solchen Lehrgang mal im eigenen Dojo organisieren will. Und danach nimmt man sich einen Trainingspartner, den das auch interessiert und trainiert mit ihm.
Ergänzende Ressourcen
Neben Büchern können auch Videos eine wertvolle Ergänzung zum Karate-Training sein. Tatsuya Naka ist ein japanischer JKA Karate Instructor, der von manchen Quellen als "the most technical karateka" weltweit gesehen wird.
Seine Videos zur Körpermechanik sind sehr lehrreich, da er nicht nur die Ausführung erklärt (wie) sondern auch die Bedeutung (warum). Gerade im Zusammenspiel mit Bunkai finden wir das sehr wichtig. Er ordnet diese Techniken auch häufig im Zusammenhang mit Historie und anderen Stilrichtungen ein, was seine Videos, zusammnen mit seiner sympathischen Art, zu einer Top-Empfehlung macht.
Weitere Empfehlungen
- Buch Tatsuya Naka, Zentrale Konzepte des Budô-Karate: Meister Naka veröffentlichte in den letzten Jahren eine Reihe vielbeachteter Lehrvideos, die auch außerhalb Japans Verbreitung fanden.
- Buch Tatsuya Naka, Meine Entdeckung des Karate-do: Naka Tatsuya zeichnet seine persönliche Karate-Reise autobiographisch nach. Dabei geht er auch auf technische und philosophische Kampfkunstthemen ein.
- Gunter Maier, Die Verborgene Grammatik der Strategie Die Logik des Irrationalen: Gunter Maier, Jahrgang 1972, studierte Betriebswirtschaftslehre und Sozialwissenschaften.
- Gunter Maier, Das Vergessene Vokabular der Strategie Handbuch der Strategischen Prinzipien: Gunter Maier, Jahrgang 1972, studierte Betriebswirtschaftslehre und Sozialwissenschaften.
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