Taekwondo Poomsae: Eine detaillierte Erklärung der Bewegungsformen

Der Begriff Poomsae bedeutet Bewegungsform. Poomsae sind die Seele der Kampfkunst Taekwondo. Übersetzen kann man den koreanischen Begriff Poomsae mit „Formen“. Formen sind festgelegte Schritt- und Technikfolgen. Bei einer Poomsae folgt der Sportler einem genau festgelegten Bewegungsablauf. Komplexität und Anspruch steigern sich mit jeder Form.

Eine Poomsae dient einerseits dem Erlernen von verschiedenen Techniken und ihrer Verbindung zu Kombinationen. Bei jeder Prüfung muss eine oder mehrere Formen vorgeführt werden. Die Techniken werden so ausgeführt, dass sie Reaktionen auf Angriffe mehrerer Gegner darstellen. Mit jeder Poomsae steigt der Schwierigkeitsgrad an.

Man unterscheidet bei den festgelegten Poomsae Bewegungsformen zwischen acht Taegeuk und neun Yudanja- Formen. Es gibt acht "Taeguk"-Formen für Schüler bis zum 1. Kup und neun Meisterformen mit spezifischer Bedeutung. Es gibt acht Taeguk-Formen; mit der achten beweist der Schüler einen Teil seiner Eignung zum Tragen des 1. Dan.

Die Pumsae sind Bestandteil der Prüfungsordnung der Deutschen Taekwondo Union (DTU). Bei den Taekwondo-Formen kämpft der Sportler gegen gedachte Gegner. Zweck der Tkd-Formen ist das Aneignen der verschiedenen Taekwondo-Techniken, bei denen man Angriffs- und Verteidigungstechniken ohne Gegner und ohne Verletzungsgefahr üben kann.

Nach einer festgelegten Reihenfolge müssen dabei Bewegungen, Schritte und Techniken (Kicks, Blöcke) im Dojang absolviert werden, wobei sich der Schwierigkeitsgrad mit jeder höheren Taekwondo-Form steigert. Jede Form beginnt mit einer Abwehrtechnik, was den friedvollen Charakter des Taekwondo betont. Aber auch die Koordination ist von großer Bedeutung, enden doch alle Taekwondo-Formen dort, wo sie angefangen haben.

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Die Taeguk Poomsae

Taeguk il-jang (1. Taeguk i-jang (2. Taeguk sam-jang (3. Taeguk sa-jang (4. Taeguk oh-jang (5. Taeguk yuk-jang (6. Taeguk chil-jang (7. Taeguk pal-jang (8.

Der Begriff Taegeuk bezieht sich auf die absolute Vollständigkeit, die durch das Symbol in der Mitte der südkoreanischen Flagge dargestellt wird. Ab dem 1. Den acht Taegeuk Poomsae sind Symbole zugeordnet. Jedes der Symbole hat eine eigene Bedeutung und soll den Charakter der jeweiligen Poomsae beschreiben. Vier der Symbole finden sich z.B. in der sinokoreanischer Zählweise.

Sie alle haben eine symbolische Bedeutung. Das Symbol jeder Form stellt gleichzeitig das Bewegungsdiagramm dar, entlang dessen die Schritte der Form geführt werden. Bei den acht Taeguks bedeutet dabei ein langer, durchgezogener Strich zwei Schritte in beide Richtung (jeweils nach links und nach rechts), während der unterbrochene Strich für einen Schritt/eine Stellung in beide Richtungen steht.

Der Begriff „Poomsae“ bedeutet Bewegungsform. „Tae“ bedeutet hier „Größe“, „Guk“ steht für „Ewigkeit“.

  • Fröhlichkeit - entspricht einem inneren gefestigten Zustand und einer entsprechend ausgeglichenen Erscheinung.
  • Feuer - symbolisch für Wärme und Licht, Hoffnung und Zuversicht.
  • Donner - steht für das Mächtige, aber auch für das Angsteinflößende, dem man mutig und entschlossen entgegen tritt.
  • Wind - symbolisch für die Kräfte des Windes: Sturm zerstört; sanfter Wind verteilt den Samen.
  • Berg - standfest sein wie ein Berg, nicht überhastet handeln, zur rechten Zeit bewegen und anhalten.
  • Erde - Symbol für „Mutter des Lebens“ (Leben schaffend, erhaltend, entwickelnd).

Die Yudanja Poomsae

Poomsae Koryo (9. Poomsae Kumgang (10. Poomsae Taebaek (11. Poomsae Pyongwon (12. Poomsae Sipjin (13. Poomsae Jitae (14. Poomsae Chonkwon (15. Poomsae Hansu (16. Poomsae Ilyo (17.

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  • Grundlegende Techniken werden aufgefrischt und perfektioniert.
  • Die Koryo-Dynastie (10 - 14 Jhdt. n. Chr.) bildet den Ursprung des Namens „Korea“.
  • Direkte Bedeutung: zu fest, um zerbrochen zu werden; außerdem Bezeichnung für einen koreanischen Berg, den Kumgang-San.
  • Symbol für grenzenloses Wachstum (entsprechend unserem Dezimalsystem, in welchem sich in jeder Zehnerpotenz die Zehn wiederfindet).
  • Der Bewegungsablauf ist abwechslungsreich, aber geordnet, so wie das Wachstum einer systematischen und geregelten Ordnung folgt.
  • Himmel als Herrscher über das Universum.
  • Bezieht sich auf den Zustand „Ilyo“, in dem Geist und Körper zu einer Einheit verschmelzen.

Detaillierte Beschreibung der Taeguk Formen

1. Poomsae-Schülerform Taeguk Il-Jang: Der Himmel

Das I-Ging Zeichen aus der Yin-Yang-Lehre ist das erste von den 8 Urzeichen. Die drei durchgezogenen Linien haben drei Bedeutungen, die man mit Himmel, sichtbar und aktiv übersetzen kann. Der blaue Himmel bringt Regen und das Licht der Sonne, wodurch letztendlich alles auf der Erde wachsen und leben kann. Wie bei der Taekwondo-Meister-Poomse Chonkwon stehen auch bei der ersten Schüler-Poomse Taegeuk Il-Chang Himmel und Erde als Thema im Mittelpunkt. Durch die Luft können die Lebewesen atmen und somit regt der Himmel das Leben auf der Erde an. Man hat dieses Symbol für Taegeuk-Il-Jang genommen, da es für die Schöpfung oder den Anfang steht.

Die ersten Grundelemente, die in dieser Form enthalten sind, bereiten die Entwicklung (den Weg) des Taekwondo-Sportlers vor. Es ist die Basis zum Entfalten der persönlichen Fähigkeiten, die durch die Form geschaffen wird. In Taegeuk-Il-Jang leitet der Übende durch Erlernen der ersten Grundelemente und Techniken seine eigene Entwicklung im Taekwondo ein. Die Schüler trainieren die Form Il-Jang für den 7. Kup (gelber Gürtel mit grünem Streifen). Il-Jang-Grundtechniken: Arae-Makki, Momtong-Makki, Momtong-Jireugi, Ap-Chagi (vgl.

2. Schülerform Taeguek I-Jang: Frohsinn, innere Gelassenheit

Das I-Ging-Zeichen aus der Yin-Yang-Lehre ist das zweite von den 8 Urzeichen. Es steht für Frohsinn oder generell das Heitere. Dabei bezieht es sich auf einen fröhlichen Menschen, der innerlich gefestigt ist und durch sein Auftreten anderen Mitmenschen Mut und Zuversicht gibt. Dabei ist jener kein „witziger Typ“ sondern eher ein Mensch mit großer innerer Kraft, der sich durch Entschlossenheit, Mut, Weisheit, mehr Gelassenheit und Ausgeglichenheit auszeichnet. Alles in allem ist er ruhig, aber kraftvoll in seiner Persönlichkeit. Folglich bedeutet dieses Symbol für Taeguk-I-Jang Ruhe und Gelassenheit Dinge hinzunehmen kombiniert mit einem kraftvollen Aufreten durch das neu erlangte Wissen und die neue Fähigkeit. Durch die erreichten Fortschritte aus der bisher noch kurzen Trainingszeit hebt sich nun ein sicheres Auftreten und Frohsinn in der Poomse ab. Die Form eröffnet dem Taekwondo-Schüler Wege zur Gelassenheit und Geduld. Entsprechend kraftvoll und ruhig ist diese Bewegungsform angelegt. Die Schüler trainieren die Taekwondo-Form Taeguk-I-Jang für den 6. Kup (grüner Gürtel). Neue Technik in der 2.

3. Schülerform Taeguk Sam-Jang: Das Feuer

Die Benutzung und Zähmung von Feuer und Flamme ist nur auf die Intelligenz des Menschen zurückzuführen, welches dem Menschen nun nützt. Es erhellt die Dunkelheit, vertreibt die Furcht und gibt Wärme und Geborgenheit. Wenn das Feuer der Sonne am blauen Himmel ist, empfindet der Mensch Hoffnung und Zuversicht. Dagegen zeigt das unkontrollierte Ausbrechen dieses Elementes z.B. bei einem ausbrechenden Vulkan die zerstörerische Leidenschaft, welches uns mit Furcht und Schrecken erfüllt. Die Zügelung der Leidenschaft und die tiefe innere Kontrolle, die dafür vorhanden sein muß, war der Anlaß das Feuer als das Symbol für die Poomse Taegeuk Sam-Jang zu wählen. Bei den Olympischen Spielen sind die Olympische Fackel und das Olympische Feuer ein Zeichen des Friedens und der Verbundenheit zwischen den Völkern. Symbolisch gedeutet soll das für Taekwondo Taeguk-Sam-Jang gewählte Zeichen die Leidenschaft in fruchtbare Bahnen lenken und sich nicht auf ein Spiel mit dem Feuer einzulassen. Das tief in uns schlummernde Feuer soll kontrolliert zu unserem Wohle dienen und nicht zum sinnlosen Zerstören.

Eine Steigerung zu den beiden ersten Taeguk-Formen ergibt sich bei der Form Sam-Jang durch die Dreifachtechniken. Die Handkantentechniken weisen auf die Gefährlichkeit des Feuersymbols hin. Die Taekwondo-Schüler trainieren die Sam-Jang-Form für den 5. Kup (grüner Gürtel mit blauem Streifen). Neue Techniken bei Taeguk-Sam-Jang: Sonnal-Mok-Chigi, Sonnal-Makki und Dwit-Kubi Fußstellung (vgl.

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4. Schülerform Taeguk Sa-Jang: Der Donner

Aus der Natur kennt man Gewitter, Blitz und Donner, die den Menschen Angst machen. Jedoch ist der Donner auch ein Symbol für Macht und Kraft. Der Mensch muß sich auf seine eigenen inneren Kräfte konzentrieren, damit er der Gefahr entgegentreten kann. Die Taekwondo-Form Taeguk Sa-Jang soll zum Ausdruck bringen, daß wir der Gefahr gelassen und ruhig entgegentreten und dabei vertrauensvoll unsere eigenen Kräfte einsetzen sollen: Erst kommt der Blitz dann kommt der Donner. Die Bewegungen von Sa-Jang sollen mit kraftvollen, zielstrebigen und rhythmischen Bewegungen Ruhe und Mut gegenüber der Gefahr ausdrücken. Die Taekwondo-Schüler trainieren diese Form für den 4. Kup (blauer Gürtel).

Neue Techniken: Sonnal-Momtong-Makki, Pyon-son-kkeut-Jireugi, Jebipoom-Mok-Chigi, Yop-Chagi, Momtong-Bakkat-Makki und Deung-Jumeok-Olgul-Apchigi und Mikkeurombal-Fußtechniken. Kraft und Ruhe werden in der Taekwondo-Form Sa-Jang dabei vor allem durch die Techniken des Sonnal-Momtong-Makki und des Yop-Chagi zum Ausdruck gebracht. Körperbeherrschung fordert bei Sa-Jang der Jebipoom-Mok-Chigi (vgl.

5. Schülerform Taeguk Oh-Jang: Der Wind

Dieses I-Ging Urzeichen steht für den Wind und die Durchdringung. Damit sind aber nicht nur die gefährlichen Orkane, Stürme, Tornados oder Hurrikans gemeint. Es gibt auch den sanften Wind, welcher die Samen trägt, die Pflanzen und Blumen im Garten bestäubt und die Wolken vertreibt. Ebenso gibt es den schöpferischen Wind, der Windmühle und Windkraftwerk antreibt. Weil Stürme eher selten vorkommen, ist die Natur vom Wind eigentlich sanft und gutartig. Dennoch steht der Wind sowohl für Aufbau als auch für Zerstörung. Sich gegen Wind und Weter zu stellen lohnt nicht immer: So steigt der Drache gegen den Wind. Der Wind vereint schöpferische Macht und zerstörende Macht in einem Symbol. Diese Bedeutung spiegelt sich ebenfalls in der Form Poomse Taeguk Oh-Jang wieder, die teils aus ruhigen und teils aus stürmischen und kraftvollen Bewegungen besteht.

Die Ruhe und der Rhythmus bei der Taekwondo Taegeuk Oh-Jang wird immer wieder durch kraftvolle Techniken durchbrochen, was auf die Natur des Windes zurückzuführen ist und dessen Symbolkraft betont. Die Taekwondo-Schüler trainieren diese Form für den 3. Kup (blauer Gürtel mit braunem oder rotem Streifen). Neue Techniken bei Taeguk Oh-Jang: Me-Jumeok-Maeryo-Chigi, Palkup-Dollyo-Chigi, Yop-Chagi und Yop-Jireugi, Palkup-Pyo-Jeok-Chigi und Fußstellungen wie Kkoa-Seogi, Wen-seogi und Oreun-Seogi (vgl.

6. Schülerform Taeguk Yuk-Jang: Das Wasser

Das Wasser symbolisiert in seinen Eigenschaften eine hohe Anpassungsfähigkeit und trotzdem behält es stets seine ursprüngliche Beschaffenheit. Das Wasser umfließt Hindernisse, wenn es sich seinen Weg ins Tal sucht. Die Philosophie hinter der Poomse Taeguk Yuk-Jang zeigt, daß Schwierigkeiten mit Gelassenheit und Selbstvertrauen umgangen und überwunden werden können. Die Bewegungen der Taeguk-Yuk-Jang sind fließend und nachgiebig und werden nur durch die Fußtritte unterbrochen. Die Form zeigt das ruhige Selbstvertrauen eines gefestigten Menschen, der wie das Wasser sein Wesen nicht ändert, sondern gelassen den Schwierigkeiten entgegensieht. Mit dem Element Wasser und seinen Eigenschaften beschäftigt sich auch die Taekwondo-Meister-Form Hansu. Ausweichende und drehende Bewegungen sind für die Taekwondo-Form Yuk-Jang kennzeichnend. Ein weiteres Merkmal der Form ist, daß beinahe alle Abwehrtechniken von innen nach außen ausgeführt werden. Die Taekwondo-Schüler trainieren die Yuk-Jang-Form für den 2. Kup (roter oder brauner Gürtel).

Neue Techniken bei Yuk-Jang: Hansonnal-Olgul-Bitureo-Makki, Dollyo-Chagi, Olgul-Bakkat-Makki, Arae-Hecho-Makki und Batangson-Momtong-Makki (vgl.

7. Schülerform Taeguk Sil-Jang: Der Berg

Dieses I-Ging Symbol bedeutet übersetzt „oberer Haltepunkt“ und steht bildlich für den Berg. Der stets an der Stelle verweilende Berg ist deshalb das Symbol für Ruhe. Wir müssen unsere Handlungen eindeutig und mit Entschlossenheit durchführen, denn wenn man vorwärts gehen muss, sollte man vorwärts gehen und wenn es ratsamer ist, sich zurückzuziehen, so sollte man sich zurückziehen. Mit der Standfestigkeit des Berges und dessen Ruhe sollte deshalb unser Handeln vollzogen sein. Obgleich Schnelligkeit in ihrer Schönheit besticht, liegt auch in der Ruhe die Ästhetik. Aus diesem Grund finden in der Poomse-Form Taeguk Sil-Jang auch langsamere Bewegungen und innehaltende Stellungen (z.B. Bom-Sogi) statt. Den Berg thematisieren ebenfalls die beiden Meisterformen Kumgang und Taebaek. Die Taekwondo-Schüler trainieren die Sil-Jang-Form für den 1. Kup (roter oder brauner Gürtel mit schwarzem Streifen).

Neue Techniken bei Taeguk Sil-Jang: Sonnal-Arae-Makkki, Batangson-Kodureo-Makki, Bo-Jumeok-Kawi-Makki, Mureup-Chigi, Momtong-Hecho-Makki, Jechin-Du-Jumeok-Momtong-Jireugi, Otkoreo-Arae-Makki, Pyojeok-Chigi, Yop-Jireugi und Fußstellungen wie Beom-Seogi und Juchum-Seogi (vgl.

8. Schülerform Taeguk Pal-Jang: Die Erde

Das achte Symbol der I-Ging-Urzeichen steht für die Erde, als die Quelle und der Garten allen Lebens. Aus dem Wunder der Erde schöpft alles Leben seine Kraft und Energie zum Leben selber. Durch die Mutter Erde ist die Schöpfung des Himmels erst möglich, denn sie sorgt mit ihrer Fruchtbarkeit auch für das Fortbestehen und die Entwicklung des von ihr hervorgebrachten Lebens. Unbeschrieben schön ist die Vielfalt des Lebens und gleichzeitg unfassbar. Wie bei der Meister-Poomse Jitae steht auch bei der letzten Taekwondo-Schüler-Form Taeguk Pal-Jang der Planet Erde im Mittelpunkt. Mit der Taeguk Pal-Jang nimmt der Schüler die letzte Hürde um Meister des Taekwondo zu werden (1. Dan, Black Belt). In der Form zeigen sich die Früchte der bisherigen Übungen, das Wachstum und das Heranreifen. Auffällig bei dieser Poomse sind die zahlreichen Grundtechniken, verbunden mit neuen Block-, Hand und Fußtechniken, die sowohl Neues als auch Altes zugleich überprüfen. Die Taekwondo-Schüler trainieren Taeguk Pal-Jang für die 1. Tkd-Dan-Prüfung (1. Schwarzgurt).

Die Bewegungen der Taeguk-Pal-Jang zeigen Reife und verborgene Kraft. Das zeigt sich besonders bei den beiden Twio-Ap-Chagi. Die Harmonie wird in langsamen Passagen der Taekwondo-Form dargestellt, die gewachsene Reife in den ineinanderfließenden Kombinationen. Neue Techniken bei Taeguk-Pal-Jang: Dubal-Dangsong-Bakkat-Palmok-Momtong-Kodureo-Bakkat-Makki, Twio-Chagi, Palkup-Dollyo-Chigi (vgl.

Die Poomsae Koryo

Koryo wird die alte mächtige koreanische Dynastie von 918-1392 n. Chr. genannt, die sich tapfer gegen die Mongolen verteidigte und auf die Shilla-Dynastie folgte. Koryo wurde ständig von den Tartaren und Mongolen bedroht. Bis zum Jahr 1018 wurden allein drei große Invasionen zurückgeschlagen. Dann wandten sich im Jahr 1213 die unbesiegbaren Horden des Kublai Khan, die nicht nur über China, sondern auch über Rußland und Osteuropa hinweggefegt waren, gegen das Koryo-Reich. Die Mongolen eroberten Koryo und zwangen den König zur Flucht auf die Insel Kanghwado. Der König war dort mit seinem höfischem Gefolge zwar sicher, er verlor aber jegliche Macht und mußte es ertragen, wie die Mongolen das koreanische Volk demütigten und plünderten. Im Jahr 1259 kam es zu einem bitteren Waffenstillstand, der es dem König ermöglichte, das Gebiet des alten Königreiches mit Ausnahme von Jeju-do, wo die Mongolen nun ihre Pferde züchteten, zu regieren. Unter den Repressalien der Mongolen entwickelte sich das Koryo-Reich aber nicht mehr weiter und wurde 1392 durch die Chosun-Dynastie abgelöst, nachdem die Mongolen aus Korea vertrieben worden waren.

Korea wurde nach dem Namen vom Koryo-Königshaus benannt. Die Koryo-Dynastie hatte großen Einfluß auf das kulturelle Erbe des heutigen Koreas. Die Taekwondo Poomse Koryo spiegelt in der Bewegung und die geistige Haltung des Koryo-Volkes wider: mit Überzeugung, Mut und starkem Willen dem mächtigen Feind entgegenzutreten und zu widerstehen. Der heldenhafte Kampf der Koryo gegen die Mongolen ermahnt uns, tapfer und furchtlos allen Schwierigkeiten entgegenzutreten und ist Ausdruck der Taekwondo Poomse Koryo. Die Poomse Koryo haben Meisterschüler im Taekwondo als 9. Form im Prüfungsprogramm zum 2.

Hinweise zum Taekwondo-Formen-Lauf

  • die Ausgangsstellung sollte auf das Kommando „Junbi“ nicht zu hektisch eingenommen werden: die konzentrierte und langsame Bewegung in die Junbi-Stellung sollte dazu genutzt werden, alles um sich herum abzuschalten und sich vollständig auf die folgende Form zu konzentrieren.
  • der Beginn der ersten Techniken bei den Tkd-Formen erfolgt explosiv und überraschend, wie auch ein Angriff gedachter Gegner.
  • die Taekwondo-Form muß rhythmisch und möglichst flüssig ausgeführt werden. Obwohl die Techniken mit maximaler Kraft erfolgen, sollen sie locker und leicht aus entspannter Körperhaltung erfolgen.
  • Wird eine Bewegung nur mit Kraft durchgeführt, entsteht der Eindruck, daß der Formenläufer verkrampft sei, was er auch meistens ist. Nur in der Endphase einer Technik, wird der Körper einen kurzen Moment angespannt, um sofort wieder entspannt zu werden.
  • Hier beginnt die persönliche Note des Formenläufers, welcher der Form gewissermaßen „Leben“ verleiht, indem er sie interpretiert und seiner Persönlichkeit anpasst. Dadurch gewinnen die Taekwondo-Formen an Individualität und Ausdruckskraft.
  • die Fußstellungen, Grundtechniken und Stellungswechsel müssen korrekt ausgeführt werden.
  • der Sinn und Zweck der jeweiligen Taekwondo Form muss bei der Ausführung klar sein. Der Läufer muß erst verstehen lernen, was die einzelnen Bewegungen bedeuten, welche Angriffe er abwehrt und warum er welchen Gegenangriff ausführt.
  • eine kurze Kunstpause zwischen einzelnen Sequenzen gibt den Taekwondo-Formen Ausdruck und lässt sie realitätsnäher wirken. Fluß und Rhythmus der Poomse darf aber nicht gestört werden.
  • die Atmung beim Formen-Laufen sollte zwar hörbar, aber nicht betont laut und gepresst sein.

Zusammenfassung der Taeguk Poomsae und ihre Bedeutung

Die folgende Tabelle fasst die Taeguk Poomsae und ihre jeweilige Bedeutung zusammen:

Poomsae Symbol Bedeutung Kup-Grad
Taeguk Il-Jang Himmel Schöpfung, Anfang 7. Kup (gelb-grüner Gürtel)
Taeguk I-Jang Frohsinn innere Gelassenheit, Frohsinn 6. Kup (grüner Gürtel)
Taeguk Sam-Jang Feuer Leidenschaft, Zügelung 5. Kup (grüner Gürtel mit blauem Streifen)
Taeguk Sa-Jang Donner Macht, Kraft, Mut 4. Kup (blauer Gürtel)
Taeguk Oh-Jang Wind schöpferische und zerstörende Kraft 3. Kup (blauer Gürtel mit braunem oder rotem Streifen)
Taeguk Yuk-Jang Wasser Anpassungsfähigkeit, Selbstvertrauen 2. Kup (roter oder brauner Gürtel)
Taeguk Sil-Jang Berg Ruhe, Standfestigkeit 1. Kup (roter oder brauner Gürtel mit schwarzem Streifen)
Taeguk Pal-Jang Erde Quelle des Lebens, Reife 1. Dan (Schwarzgurt)