Japanische Kampfsportarten und ihre Bedeutung

Von asiatischen Kampfsportarten geht eine große Faszination aus. Sie versprechen häufig nicht nur eine kämpferische Überlegenheit gegenüber (nicht selten körperlich stärkeren) Gegnern, sondern fast immer auch philosophische Ansätze, die zur Entspannung, Meditation und sogar zur geistigen Erleuchtung dienen.

Japanische Kampfkünste werden unter dem Oberbegriff Budo zusammengefasst. Im Gegensatz zu reinen Kriegskünsten ist der Budo Kampf auch stets durch eine innere Do-Lehre geprägt. Heutzutage wird asiatischer Kampfsport im Übrigen auch in sportliche und rein kämpferische Elemente getrennt.

Bekannte japanische Kampfsportarten

Zunächst waren im Westen nur Karate und Judo bekannt. Mittlerweile steigt das Interesse an weiteren asiastischen Kampfsportarten wie Jiu Jitsu, Aikido oder Kendo. Vor allem die Karate- und Kung Fu-Filmwelle der 1970er hat zur Verbreitung von asiatischem Kampfsport im Westen beigetragen. Später kamen dann eher unbekannte Stile wie Aikido oder Kendo hinzu, die aber mittlerweile gleichrangig zu den anderen Kampfsportarten stehen.

Hier ein Überblick über einige der bekanntesten japanischen Kampfsportarten:

  • Aikido: Eine japanische Kampfkunst aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die Kampfsportart Aikido ist defensiv: Hauptziel ist, die Bewegunsgenergie, die in einem Angriff steckt, abzuleiten und es dem Gegner oder der Gegnerin zu erschweren, den Angriff fortzuführen. Dazu gibt es spezielle Wurf- und Haltetechniken. Auf einen Gegenangriff wird verzichtet. Die Grundidee beim Aikido ist nicht, die angreifende Person zu bezwingen, sondern sie zur Aufgabe zu bewegen. Beim Aikido gibt es weder Alters- oder Gewichtsklassen noch eine Aufteilung nach Geschlechtern. Alle trainieren miteinander.
  • Jiu Jitsu: War einst die waffenlose Kampfkunst der Samurai. Die Grundidee ist „Siegen durch Nachgeben“. Deshalb ist die erste Verteidigungsmaßnahme beim Jiu Jitsu schnelles und geschicktes Ausweichen, um dann die Kraft eines Angriffs gegen die angreifende Person selbst zu verwenden. Dazu stehen verschiedene Wurf-, Griff-, Hebel- und Schlagtechniken zur Verfügung. Je nach Art des gegnerischen Angriffs gehören zur Selbstverteidigung beim Jiu Jitsu auch Tritte und Würgen. Es gibt verschiedene Schulen des Jiu Jitsu, in denen jeweils unterschiedliche Techniken bevorzugt werden.
  • Judo: Dessen geschichtliche Hintergründe, die Prinzipien, Strategien. Der Jiu-Jitsu-Lehrer Jigoro Kano entwickelte Judo (deutsch: der „sanfte Weg“) Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Jiu Jitsu. Kano setzte den Schwerpunkt beim Judo auf Griffe, Hebel und Würfe - gefährliche Kampftechniken wie Schläge und Tritte strich er zugunsten von Fallübungen aus dem Training. Bei einem Judo-Wettkampf ist das Ziel, den Gegner oder die Gegnerin zu Boden zu bringen und dort für eine bestimmte Zeit festzuhalten. Außerdem gibt es Punkte für eingesetzte Wurf- und Grifftechniken.
  • Karate: Eine Einführung über die im 19. Jahrhundert entstandene Kampfkunst Karate. Um 500 nach Christus erschufen chinesische Mönche aus gymnastischen Übungen eine waffenlose Kampfkunst zur Selbstverteidigung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts etablierte sich diese Kampftradition in Japan unter dem Namen Karate als Sport mit eigenem Regelwerk. Beim Karate erlernt man Stoß-, Schlag- und Tritttechniken. Schläge und Tritte müssen aber im Training und im Wettkampf abgestoppt werden, bevor sie den Gegner oder die Gegnerin berühren. Das erfordert eine gute Körperbeherrschung, die bei dieser Kampfsportart systematisch trainiert wird.
  • Kendo: „Der Weg des Schwertes“ basiert auf dem Kenjutsu der japanischen Samurai. Kendo besitzt eine alte Tradition und spielt eine besondere Rolle in der japanischen Geschichte und Kultur. Der Begriff Kendo setzt sich aus den beiden japanischen Wörtern ken für Schwert und für Weg oder Weise zusammen. Ursprünglich wurde Kendo von den japanischen Soldaten im vorindustriellen Zeitalter, den berühmten Samurai, ausgeübt. Dabei gab es je nach Region verschiedene Stile mit unterschiedlichen Techniken und Taktiken.
  • Kyudo: Die ausgeübte Kunst des japanischen Bogenschießens beeindruckt durch den präzisen Bewegungsablauf, die Zeremonie und die traditionelle Kyudo Kleidung.
  • Iaido: Ist die japanische Kunst des Schwertziehens und stammt aus der Zeit der Samurai. Das Besondere ist, während des Schwertziehens bereits einen effektiven Angriff zu starten.
  • Sumo: Das japanische Sumo Ringen verbindet Wettkampf mit Tradition. Obwohl es einfache Regeln besitzt, können 82 Techniken zum Sieg führen. Ein Kampf dauert meist wenige Sekunden.
  • Ninjutsu: War früher die Art der japanischen Spionage und wird heute mit der Kampfkunst der Ninja umschrieben. Mit den Kampftechniken haben sie sich Zugang zum Wissen geschaffen.

Weitere Aspekte japanischer Kampfkünste

Neben den bekannten Kampfsportarten gibt es noch weitere Aspekte, die einen Einblick in die Welt der japanischen Kampfkünste geben:

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  • Kenjutsu: Ist der Oberbegriff aller Formen der japanischen Schwertkunst. Es geht ebenso um die innere Haltung, Wachsamkeit und Spontanität im Schwertkampf.
  • Kyusho Jitsu: „Die Kunst der Vitalpunkte“ ist keine Kampfkunst, wird aber in einigen Kampfsportarten angewandt. Du kannst die Druckpunkte auf 3 Arten einsetzen, sie können heilend, hemmend oder zerstörend auf die Nervenleitbahnen des menschlichen Körpers wirken.
  • Kyokushin Kaikan: Ist eine Karate Organisation, welche sich auf den Vollkontakt konzentriert. Sie gilt als einer der härtesten Karate Stile weltweit.

Kampfsport und Gesundheit

Menschen verfolgen mit Kampfsport in der Regel zwei Ziele: Sie möchten ihre Fähigkeit zur Selbstverteidigung steigern und ihre körperliche Fitness verbessern. Tatsächlich trainieren die meisten Kampfsportarten körperliche Fähigkeiten wie Beweglichkeit, Gleichgewicht, Koordination und Kondition. Studien haben positive Effekte von regelmäßigem Kampfsporttraining auf die körperliche Fitness nachgewiesen. Außerdem scheinen die Bewegungsabläufe bei asiatischen Kampfkünsten die Knochengesundheit besonders gut zu fördern.

Kampfsport kann sich zudem günstig auf die psychische Gesundheit auswirken. Die Rituale für Achtsamkeit, die Teil traditioneller asiatischer Kampfkünste sind, fördern die Selbstachtung und die Wertschätzung des Gegenübers. Eine neuere Studie liefert Hinweise darauf, dass Menschen, die japanische Kampfkünste über einen längeren Zeitraum regelmäßig ausüben, zufriedener und weniger anfällig für psychische Erkrankungen sind als der Durchschnitt der Bevölkerung. Außerdem lassen sich mit Kampfsportarten Aggressionen zielgerichtet abbauen. Und schließlich verleiht Kampfsport Sicherheit. Das Wissen, sich bei Gefahr angemessen verteidigen zu können fördert die Selbstsicherheit und das Selbstbewusstsein.

Geeignetes Schuhwerk für Kampfsport

Asiatischer Kampfsport wird manchmal in Tabi-Socken, häufiger aber mit blanken Füßen auf gepolsterten Matten ausgetragen, etwa beim Judo oder Karate. Aus dem Kung Fu übernehmen daher viele Kampfsportschulen mittlerweile die Tradition der Kung Fu Schuhe. Sie schützen die Füße, ohne die Verletzungsgefahr des Trainingspartners zu erhöhen und geben außerdem festen Halt auf glatten Böden.

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