Warum Kampfsportarten so teuer sind: Ein umfassender Überblick

Kampfsport erfreut sich großer Beliebtheit, sei es als Hobby, zur Selbstverteidigung oder als Wettkampfsport. Viele Menschen interessieren sich für Disziplinen wie Boxen, Kickboxen oder Brazilian Jiu-Jitsu. Allerdings können die Kosten für Kampfsportarten eine erhebliche Hürde darstellen.

Kostenfaktoren im Überblick

Es gibt verschiedene Gründe, warum Kampfsportarten teuer sein können. Hier sind einige der wichtigsten Faktoren:

1. Art der Einrichtung

Die Preise variieren stark je nachdem, ob man in einem Verein oder einem privaten Gym trainiert. Reine Vereine sind in der Regel günstiger, da sie oft von der Stadt finanziell unterstützt werden. Selbstständige Gyms hingegen müssen ihre Kosten selbst decken, was sich in höheren Preisen niederschlagen kann. Die Monatsbeiträge können zwischen 70€, 80€ oder 90€ liegen.

2. Standort

Die Lebenshaltungskosten und Mietpreise spielen eine große Rolle. In Großstädten wie Frankfurt, Hamburg oder München sind die Gehälter und Mieten höher, was sich auch auf die Preise für Kampfsport auswirkt. Ein Gym mit einem großen Parkplatz vor der Tür und einem extra gemieteten Gebäude wird teurer sein als ein Verein, der in einer Schulsporthalle trainiert.

3. Ausstattung und Trainer

Eine gute Ausstattung mit Pratzen, Matten, Sandsäcken und Schutzausrüstung kostet Geld. Auch der Trainer muss bezahlt werden. Die Qualität der Ausstattung und die Verfügbarkeit des Trainers zu verschiedenen Zeiten beeinflussen den Preis. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sollte gegeben sein.

Lesen Sie auch: UFC und Blumenkohlohr: Ein Zusammenhang?

4. Verbands- und Lizenzgebühren

Verbände, Organisationen und Netzwerke verlangen oft hohe Ausbildungs- und Lizenzgebühren, die die Ausbilder an ihre Schüler weitergeben müssen. Diese Kosten können sich in Form von teuren Lehrgängen und Ausrüstungsanforderungen verstecken.

5. Vertragslaufzeiten

Oftmals werden lange Vertragslaufzeiten angeboten, um die monatlichen Kosten niedrig zu halten. Eine Vertragslaufzeit von 24 Monaten ist keine Seltenheit. Diese langen Bindungen können jedoch problematisch sein, wenn sich die Lebensumstände ändern.

6. Nebenkosten

Zusätzlich zu den monatlichen Beiträgen können weitere Kosten entstehen, wie Anmeldegebühren, Jahresbeiträge für die Organisation und T-Shirts. Auch Nebengeschäfte wie der Verkauf von Mineraldrinks und Proteinriegeln können den Gesamtpreis erhöhen.

7. Gürtelprüfungen

In traditionellen, asiatischen Kampfkünsten sind Gürtelprüfungen üblich, die zusätzliche Kosten verursachen. Hier wird viel damit argumentiert, dass erst mal „grundlegende Bewegungen verinnerlicht werden sollen“. Man will ja „auf ein starkes Fundament bauen“. In Wirklichkeit verschwendest du einfach deine Zeit mit technischen Spitzfindigkeiten, die du gar nicht verstehst.

Preisbeispiele und Vergleiche

Die Preise für Kampfsportarten können stark variieren. Hier sind einige Beispiele:

Lesen Sie auch: Warum wurde der WWF zum WWE?

  • In einem Kampfsportverein (Taekwondo + Karate + Jodo) kann man 50-60€ im Jahr zahlen.
  • In einem Shotokan-Karate-Verein kostet der Monatsbeitrag für Ü18 gerade mal 8€.
  • Bei einem Kampfsportverein (Kickboxen, Fitness-Boxen, BJJ, Hu long Do) sind 40 bis 80 Euro akzeptabel.
  • Eine Krav Maga Schule kann 55 € im Monat kosten. Dazu kommen noch 40 € Anmeldegebühr, ein Jahresbeitrag für die Organisation von 80 € und T-Shirts für 30 €.

Es ist wichtig, die verschiedenen Angebote zu vergleichen und das Preis-Leistungs-Verhältnis zu berücksichtigen.

Strategien zur Kostensenkung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Kosten für Kampfsport zu senken:

  1. Vereine statt Gyms: Vereine sind in der Regel günstiger als private Gyms.
  2. Probetraining nutzen: Viele Schulen bieten Probetrainings an, um das Angebot kennenzulernen.
  3. Vertragslaufzeiten prüfen: Kürzere Vertragslaufzeiten sind oft teurer, aber flexibler.
  4. Nebenkosten berücksichtigen: Anmeldegebühren, Ausrüstung und Lehrgänge können den Gesamtpreis erhöhen.
  5. Alternativen suchen: Unisport oder Volkshochschulen bieten oft günstige Kurse an.

Die Rolle der Qualität

Hohe Preise sind nicht automatisch ein Zeichen für gutes Training. Marktforscher haben herausgefunden, dass Kunden ohne Fachkenntnisse die Qualität oft am Preis festmachen. Es ist wichtig, sich vorab gut zu informieren und verschiedene Schulen zu vergleichen. Die zwei Probestunden haben Spaß gemacht, der Preis ist in Ordnung, also her mit dem Vertrag. Schnell alles ausgefüllt und da steht es: Vertragslaufzeit 24 Monate.

Tipps zur Auswahl der richtigen Schule

Hier sind einige Tipps, die bei der Auswahl der richtigen Kampfsportschule helfen können:

  1. Überlege dir zuerst genau, was du willst und such erst anschließend gezielt nach einer Schule.
  2. Erkundige dich, wem die Schule eigentlich gehört und wie sie organisiert ist. Frag vor allem den Trainer, wie er seine Qualifikation erreicht hat und ob er seinen kompletten Lebensunterhalt mit der Schule verdient.
  3. Unterhalt dich ausgiebig mit den anderen Schülern. Frag sie, aus welchem Grund sie sich in der Kampfschule angemeldet haben und wie viel sie bereits erreicht haben.

Kampfsportarten und ihre Ziele

Kampfsportarten können unterschiedliche Ziele verfolgen:

Lesen Sie auch: Verformte Ohren im MMA

  • Verteidigung (für das Militär oder Bevölkerung)
  • Sportliche Ertüchtigung
  • Training des Geistes/ Konzentration

Je nach Zielsetzung eignen sich unterschiedliche Kampfsportarten. Krav Maga, Sambo und Kickboxen wurden beispielsweise vom Militär entwickelt, mit dem Ziel, dass die Techniken schnell zu vermitteln und zu erlernen sind.

Kampfsportarten für verschiedene Zielgruppen

Im Prinzip kann jede/r jeden Kampfsport ausüben, egal welches Alter oder körperlichen Voraussetzungen ihr habt. Euer Wille ist entscheidend. Allerdings sind manche Kampfsportarten härter als andere, erfordern mehr Beweglichkeiten etc. Daher eignen sich manche Kampfsportarten besser für manche Geschlechter bzw.

  • Kinder: Für Kinder gibt es eigentlich keine auszuschließende Kampfsportart. Wichtig ist nur, dass sie in einem guten Kurs landen und der Trainer ein gutes Händchen für den Umgang mit Kindern hat. Die meisten Kampfkünste sind für Kinder eher spielerischer Natur.
  • Senioren: Senioren sind zumeist in ihrer Beweglichkeit, Kraft und Schnelligkeit eingeschränkt. Daher gilt es hierbei einen geeigneten Kampfsport zu finden. Fokussiert auf Selbstverteidigung ist Krav Maga oder ein Selbstverteidigungskurs.
  • Frauen: Es gibt keine Einschränkungen bei Kampfsportarten für Frauen. Falls gewünscht, werden oft spezielle Frauenkurse angeboten, die ohne Männer stattfinden. Beliebt sind auch Kampfarten, die eine gewisse Härte mit sich bringen. Effektiv ist u.a. Wing Chun, ebenso wie Aikido und Kickboxen.

Effektivität der Kampfsportarten

Kann die Kampfsportart im Ernstfall helfen sich gegen einen oder mehrere Gegner zur Wehr zu setzen?- Hier schneiden letztendlich alle Kampfsportarten gut ab. Denn ihr Hintergrund ist die Verteidigung.- Davon ausgenommen sind nur sehr wenige, wo es eher um Fitness und Beweglichkeit geht (bspw. Tai Chi).