Greifvögel sind spezialisierte Fleischfresser und ernähren sich fast ausschließlich von tierischer Beute. Dabei haben sie einen hohen Energiebedarf: Der tägliche Nahrungsbedarf beträgt etwa 1/5 des Eigengewichts eines Greifvogels. Taggreifvögel verfügen über ein ausgezeichnetes Sehvermögen.
Unterscheidung von Taggreifvögeln und Nachtgreifvögeln
Eine Einteilung kann in Taggreifvögel und Nachtgreifvögel vorgenommen werden:
- Taggreifvögel: Habichtartige und Falken
- Nachtgreifvögel: Eulen
Habichtartige
Habichtartige sind eine Familie aus der Ordnung der Greifvögel. Zu diesen gehören:
- Bussarde
- Adler
- Habichte: Sperber und Habicht
- Weihen
- Milane
Rechtszugehörigkeit
Taggreifvögel unterliegen dem Jagdrecht und haben eine ganzjährige Schonzeit. Nachtgreifvögel wie die Eulen stehen unter Naturschutzrecht.
Körperliche Unterscheidung: Grifftöter und Bisstöter
Ein gutes Merkmal, um Taggreifvögel zu unterscheiden, ist die Art, wie sie ihre Beute töten:
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- Grifftöter (wie Habichte und Bussarde) haben kräftige Fänge, mit denen sie die Beute fest und sicher greifen.
- Bisstöter (wie Falken) besitzen den sogenannten „Falkenzahn“ am Oberschnabel, mit dem sie ihre Beute gezielt am Genick töten.
Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede zwischen Grifftötern und Bisstötern:
| Merkmal | Grifftöter | Bisstöter |
|---|---|---|
| Beutetötung | Mit den Fängen | Mit dem Schnabel durch Genickbiss |
| Waffen | Starke und lange Waffen | Kurze Waffen |
| Schnabel | Länglich | Falkenzahn im Oberschnabel, Nasenkorn rund |
| Augen | Helle Augen | Dunkle Augen |
| Beispiele | Alle Habichtartigen | Alle Falken |
Ein geübter Jäger erkennt viele Greifvögelarten an ihrem typischen Flugbild und Flugverhalten. Eine Besonderheit bei den Taggreifvögeln ist: Das Männchen, oft kleiner als das Weibchen, wird als Terzel bezeichnet. Das Männchen ist oft bis zu einem Drittel kleiner als das Weibchen, was ihm den Namen Terzel verleiht.
Ernährung und Verhalten
Greifvögel bevorzugen lebende Beute, sind jedoch gelegentlich auch Aasfresser. Die Beutegröße ist abhängig von der Vogelgröße.
Beim Verzehr von Vögeln ziehen Greifvögel die Federn sorgfältig und intakt heraus, um an das Fleisch zu gelangen. Diesen Vorgang nennt man Rupfung. Ein wichtiges Merkmal zur Unterscheidung von Fraßspuren:
- Rupfung: Bei Greifvögeln bleibt der Federkiel intakt.
- Riss: Raubwild, wie Füchse, beißt die Federkiele kaputt.
Greifvögel sind tagaktiv. Sie sondern Losung in Form von Geschmeiß oder Gewölle ab.
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Brutverhalten
Greifvögel sind Monogam (Jahres- bis Lebensehe).
Horstbau: Greifvögel (außer Falken) bauen Horste. Ähnlich wie der „Burgfrieden“ beim Fuchs wird der Bereich um den Horst respektiert (Horstfrieden). Weibchen mausern sich während der Brutzeit; der Terzel übernimmt in dieser Phase die Jagd.
Die Brutorte variieren:
- Bodenbrüter: Alle Weihen (teils Raufußbussard und Merlin)
- Baumbrüter: Mäusebussard, Wespenbussard, Habichte, Sperber, Milane
- Felsenbrüter: Alle Adler, Raufußbussard, Wanderfalke, Turmfalke
Die Brutpflege erfolgt durch beide Geschlechter. Es gibt eine Brut pro Jahr mit einer Gelegegröße von 2 - 4 Eiern. Die Brutdauer beträgt 30 - 40 Tage. Jungvögel schlüpfen sehend und bedunt als Nesthocker. Nestlinge bleiben für ca. 30 Tage im Nest, danach werden sie zu Ästlingen.
Umweltgefahren
Greifvögel sind verschiedenen Umweltgefahren ausgesetzt:
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- Zerstörung des Lebensraums: Durch Abholzung und Bauprojekte gehen wichtige Brut- und Jagdgebiete verloren.
- Pestizide: Pestizide schwächen Greifvögel und können zu brüchigen Eischalen führen.
- Freizeitdruck: Störungen durch Outdoor-Aktivitäten in sensiblen Lebensräumen.
