Bernd Römer von Karat: Eine Geschichte von Musik, Liebe und Verlust

Bernd Römer, Gitarrist der DDR-Kultband Karat, blickt auf ein bewegtes Leben zurück, das von Musik, persönlichen Höhen und Tiefen geprägt ist. Seine Geschichte ist eng mit dem Erfolg von Karat verbunden, einer Band, die auch nach der Wende an ihre Erfolge anknüpfen konnte.

Die Anfänge in Erfurt

Angefangen hat alles im schönen Erfurt, wo Bernd 1952 zur Welt kam. Seine Mutter war eine Putzmacherin aus Wuppertal, sein Vater Goldschmied. An Kindheit und Jugend hat er nur beste Erinnerungen: „Ich wurde mitten in der Stadt groß, hatte liebevolle, fürsorgliche Eltern und viele Freunde. Die ganze Stadt war unser Abenteuerspielplatz!“

In der Schule gehörte Bernd zwar zu den Besseren, aber in Musik hatte er eine Vier. „Das lag daran, dass ich all das Zeug, was damals auf dem Lehrplan stand, nicht singen wollte..." Stattdessen wusste er bereits mit 13 Jahren genau, wohin die Reise gehen sollte: „Bei einer Freundin hörte ich 1965 das Beatles-Album, das damals in der DDR erschienen war.

Seine erste Gitarre schenkte sich Bernd Römer selbst zum 14. Geburtstag. „Ich hatte ein Jahr lang gearbeitet und jeden Groschen gespart.“ Das Spielen brachte er sich selbst bei.

Der Weg zu Karat

1973 dann die große Chance: Bernd stieg bei der Berliner Horst-Krüger-Band ein. „Dabei kannte ich damals kaum eine Note!“ Die fehlenden Grundlagen holte er ab 1974 nebenbei an der Musikschule nach. 1976 schlug der damalige Karat-Gitarrist Ulrich Pexa der Band Römer als seinen Nachfolger vor. Bernd kam - und brachte Schlagzeuger Michael Schwandt mit.

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Der Rest ist Geschichte: Karat wurde zu einer der beliebtesten Bands der DDR. „Dass wir dazu auch im Westen auftreten konnten, hat uns natürlich stolz gemacht“, erklärt Bernd. „Denn es bedeutete, dass sich unsere Musik auch international messen konnte. Das war wie ein Ritterschlag!“ Umgekehrt galt: Wer im West-TV auftrat, dessen Stellenwert stieg auch im Osten. „In letzter Konsequenz haben wir das aber alles unserer Musik zu verdanken!

Auch nach der Wende schaffte es die Band, an ihre Erfolge anzuknüpfen. „Nach Herberts Tod war unser Glück, dass sein Sohn Claudius als Sänger übernommen hat“, sagt Bernd. „Das ist jetzt unglaubliche 17 Jahre her!

Persönliches Glück und schwere Zeiten

Auch privat fand Bernd Römer das Glück - zum ersten Mal mit 27: Er heiratete seine damalige Freundin Tine und wurde Vater einer Tochter. 35 Jahre hielt die Ehe. „Eine tolle Zeit: Wir haben so viel zusammen erlebt, auch mit den Musikerfreunden. Die ganzen Rocker-Feten spielten sich entweder bei Tamara Danz ab, oder in unserem Häuschen.“

Doch irgendwann lebten sie sich auseinander. „Das wollte keiner, aber es ist passiert. Und für Tine war es sicherlich schwer“, gibt Bernd zu. Doch sie schafften es, Freunde zu bleiben. „Als Tine vor zwei Jahren starb, hatten wir Gott sei Dank längst wieder einen guten Draht zueinander.“ Seit 2015 ist er mit Melanie glücklich verheiratet. „Das Wichtigste ist, tolerant zu sein“, sagt er.

Doch was den Gitarristen jedes Mal aufbaut, ist die Musik - egal, wie schwierig die Zeiten auch waren: 2004 beispielsweise starb Karat-Frontmann Herbert Dreilich, danach mussten die Musiker mit dessen Witwe um den Bandnamen kämpfen.

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40 Jahre Karat

Ein neues Album und ein großes Open Air - so feierte Karat ihren 40. Bandgeburtstag. Beim Besuch im Landesfunkhaus packten Claudius Dreilich und Bernd Römer von Karat noch eins drauf: Es gab ein intimes Studiokonzert im MDR LANDESFUNKHAUS in Erfurt.

Zum 40. Geburtstag der Band wurden die schönsten Fotos und Geschichten der MDR THÜRINGEN-Hörer in einer Collage versammelt.

Römergläser: Ein Blick in die Vergangenheit

Bernd Römers Antrieb? Römergläser bzw. Römer Bleikristall kann heutzutage nicht nur in vielen Museen, sondern auch im Wohnraum bewundert werden. Kein Wunder! Immerhin überzeugen Römer Kristallgläser nicht nur durch ihre besondere Optik, sondern auch durch Stabilität und einen Charme, der das Flair vergangener Jahre wieder aufzuleben lassen scheint.

Während die Römergläser in manchen Haushalten lediglich zu dekorativen Zwecken genutzt werden, sind sie in anderen Familien noch aktiv in Gebrauch. Besonders gut kommt das Römer Bleikristall natürlich im Set zur Geltung.

Die Geschichte der Römergläser

Römer Bleikristall kann auf eine vergleichsweise lange Geschichte, wenn auch nicht bis in die Zeit der Römer, zurückblicken. Denn: die Römergläser, wie sie in der heutigen Form noch bekannt sind, wurden aus dem Waldglas entwickelt und existieren seit dem 16. Jahrhundert. Klassischerweise wurde aus den Römer Kristallgläsern Wein getrunken. Unter anderem auch deswegen sind heute vor allem Glasvolumen von 0,2 Litern weit verbreitet.

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Im Laufe der Zeit ergaben sich immer wieder verschiedene Theorien darüber, weswegen diese besondere Glasart die Bezeichnung „Römerglas“ trägt. Besonders realistisch erscheint hierbei die Annahme, dass das Römer Bleikristall vom ursprünglichen „vitrum Romanrium“, also dem „römischen Glas“ abstammt.

Die Entwicklung der Optik

Die Optik der Römergläser hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. Besonders auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass die Liebe zum Detail eine immer größere Rolle spielte. Dies zeigt sich vor allem an den Modellen der Römer Kristallgläser aus dem 17. Jahrhundert. Teilweise hatte es den Anschein, als würde mit den verschiedenen Designs experimentiert. Wer im 17. Jahrhundert Römergläser besaß, galt als stilvoll.

Vor allem in den Niederlanden und in Deutschland gehörte es vielmals zum „guten Ton“ Römergläser in seinem Schrank zu wissen. Wo diese jedoch schlussendlich produziert wurden, kann heute in der Regel nicht mehr nachvollzogen werden.

Römer Bleikristall, wie es in der heutigen Zeit noch vertreten und bekannt ist, entstand schlussendlich im 18. Jahrhundert. Dies zeigte sich unter anderem darin, dass die verschiedenen Modelle nun mit glattem oder geripptem Fuß und Schäfte mit und ohne Nuppen ausgestattet wurden. Zudem fokussierte man sich nicht mehr nur auch eine Farbe.

Vielfalt im 19. Jahrhundert

Vor allem auch im 19. Jahrhundert schienen sich die Menschen von der Vorstellung zu verabschieden, ein Römer Bleikristallglas müsse standardisiert daherkommen. Je nach Modell verzichteten die Hersteller der Römergläser beispielsweise manchmal komplett auf den Einsatz der ansonsten so charakteristischen Nuppen. Manchmal nutzte man sie jedoch immer noch, um die Kuppa der Römer Kristallgläser zu verzieren. Auch aufgrund der neuen technischen Möglichkeiten, konnten die Hersteller ihre Römergläser nun auch noch weiter mit liebevollen Details ausstatten. Römergläser aus dieser Zeit sind auch für ihre verschiedenen Schaftvarianten bekannt.

Im Laufe der Jahre wurden die beliebten Römergläser kontinuierlich weiterentwickelt. Dennoch scheinen sie nichts von ihrem ursprünglichen Charme verloren zu haben. Beeindruckend ist es hierbei jedoch immer wieder, dass sich die entsprechenden Details auf stilvolle Weise ergänzen, ohne unharmonisch zu wirken. Von der ursprünglichen Version der Römer Kristallgläser ist damit nicht mehr viel übriggeblieben.

Produktionsstätten

Zur „Boom Zeit“ der Römer Kristallgläser fokussierte man sich vor allem auch in den größeren Produktionsstätten auf die Herstellung der beliebten Trinkgefäße.

Einige Trinkgefäße, die heute unter dem Begriff „Römergläser“ angeboten werden, haben mit den ursprünglichen Modellen so gut wie nichts mehr gemein. Und: wer Römer Bleikristall nicht selbst nutzen, sondern „nur“ bewundern möchte, wird auch in verschiedenen Museen fündig.