Die Welt des Pro-Wrestlings ist vielfältig und facettenreich. Die meisten Leute, die mit dem Begriff Pro-Wrestling etwas anfangen können, werden die WWE damit verbinden.
Während es sich dabei fraglos um die größte und bekannteste Wrestling-Promotion handelt, ist es beileibe nicht die einzige. Genauso wenig sind die USA das einzige Land, in welchem diese Form des Sportentertainments kultiviert wird.
Neben Mexiko mit seiner Lucha Libre-Kultur ist es vor allem Japan, wo das Wrestling einen hohen Stellenwert einnimmt. Besonders das joshi puroresu erfreut sich dort großer Beliebtheit, das Pro-Wrestling der Frauen also.
Die Ära von All Japan Women’s Pro-Wrestling (AJW)
In den 1980er Jahren erlangte die Szene internationale Aufmerksamkeit, vor allem durch die All Japan Women’s Pro-Wrestling-Promotion (AJW). Eine zentrale Figur dieser Ära war Kaoru Matsumoto, eine brutale und charismatische Wrestlerin, die sich schnell als so genannter Heel einen Namen machte.
Babyface, Heel, Kayfabe - das sind alles gängige Fachbegriffe in der Welt des Pro-Wrestlings. The Queen of Villains ist eine semi-biographische Adaption von Matsumotos Karriere und Lebensweg, richtet sich aber keinesfalls nur an Fans des Sportentertainments.
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Wer sie tatsächlich kennt und ihre Laufbahn noch aktiv mitbekommen hat, wird wohl am meisten aus der Serie mitnehmen können, aber auch wer „nur“ über ein gewisses Grundwissen verfügt, ist hier gut aufgehoben. Bleiben wir vorerst dennoch ein wenig beim Wrestling an sich.
Naturgemäß gibt es in The Queen of Villains eine Menge davon. Das liegt unter anderem auch an der Detailverliebtheit, die sich in der minutiösen Umsetzung der realen Vorbilder zeigt.
Wer das aufgrund von fehlendem Vorwissen nicht wertzuschätzen weiß, für den hält The Queens of Villains andere Qualitäten bereit. Die Serie hält sich ab und zu doch etwas zu sehr mit manchen Elementen auf, wodurch sie die ein oder andere Länge aufweist, insgesamt zieht sie den Zuschauer allerdings recht zügig durch ihre Geschichte.
Die Entwicklung von Frauenfiguren im Wrestling
Durch ihr ausgefallenes Aussehen und überzogen vulgäres Auftreten war Luna Vachon eine der auffälligsten Erscheinungen im Frauen-Wrestling der 90er Jahre. Auch wenn sie vorrangig den meisten wohl noch als Valet bzw.
Vachon war eine ausgebildete Wrestlerin und konnte durchaus im Ring liefern. Allerdings waren die Rahmenbedingungen dafür, dies unter Beweis zu stellen, in den 80ern und 90ern nicht besonders günstig.
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Gertrude Elizabeth Vachon war die Adoptivtochter von Butcher Vachon, dem Bruder von Mad Dog Vachon - beide bekannte Wrestler. Gleichwohl sie „nur“ ein Adoptivkind war, hatte sie dennoch Wrestling im Blut.
Von klein an war ihr klar, dass sie ebenfalls Wrestlerin werden wollte (so wie ihre Tante Vivian Vachon). Die Vachon-Familie riet ihr davon ab, da eine Karriere als Wrestler (umso mehr noch als Frau) damals ein sehr zähes Geschäft war.
Gertrude ließ sich nicht beirren. Sie debütierte 1985 für Fabulous Moolahs All-Women's Promotion. Allerdings missfiel Vachon die Zusammenarbeit mit Moolah relativ rasch, sodass daraufhin sie als "Angelle Vachon" in Florida auftrat.
Dort teilte sie sich eine Wohnung mit anderen Wrestlern, darunter Scott Levy (später besser bekannt als Raven). Anschließend konnte sie bei Florida Championship Wrestling anheuern, wo sie als "Trudy Herd" backstage Interviews moderierte.
In einer Wrestling-Storyline wurde sie schließlich von Kevin Sullivan (der schon immer ein Fan okkulter Gimmicks war) zu einer satanisch anmutenden Wrestlerin umgeformt. Dieser Look half ihr auch, vermehrt wieder als die gelernte Wrestlerin anzutreten, die sie eigentlich war. Typischerweise immerzu als Heel.
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Sie bekam es erstmalig mit Madusa Miceli zu tun. Eine Rivalität, die sowohl in der WWF als auch in der WCW wieder aufflammen und jeweils zu den Highlights von Luna Vachons Karriere zählen sollte.
1992 begleitete Luna Vachon ihren damaligen Mann (der später als Gangrel Karriere machen sollte) zur WWF, wo dieser versuchen wollte, einen Job zu kriegen. Allerdings zeigten sich die Verantwortlichen eher von Luna Vachon beeindruckt und wollten ihr kurz darauf einen Job anbieten.
Dock keiner (nicht einmal ihre Eltern) wusste, wo sie zu dieser Zeit zu finden war. Vince McMahon ließ gar einen Privatermittler einschalten, um die Wrestlerin ausfindig zu machen.
Wie sich erwies, jobbte sie zu dieser Zeit als Kellnerin in Florida. Sie nahm das Vertragsangebot der WWF an und war erstmals bei WrestleMania IX als neues Valet an der Seite von Shawn Michaels zu sehen.
Später kam es dann zu einer passenden Kombo, als Luna Vachon zum Valet und teilweise auch zur Partnerin in Mixed Tag Team Matches von Bam Bam Bigelow wurde. Möglicherweise die Phase in ihrer Karriere, an die sich die meisten Fans von damals erinnern.
Sie unterstützte Bam Bam von außerhalb des Rings in seinen Fehden gegen Tatanka und Co. Auch in einer Fehde gegen Doink The Clown sollte Luna eine Rolle spielen, als sie zum Ziel von dessen Streichen wurde.
Kurz danach fand mit Madusa, die nun als Alundra Blayze in der WWF antrat, eine alte sportliche Rivalin von Luna Vachon ihren Weg in die WWF. Das Ganze vor dem Hintergrund der wiederbelebten Women's Championship, welche Blayze rasch erobern konnte.
In einer Serie von Matches versuchte Luna Vachon, dieser den Titel zu entreißen, zog dabei aber stets den Kürzeren. Luna Vachon und Bam Bam Bigelow entzweiten sich.
Als diese kurzerhand (in ihrer On-Air Funktion als dessen Managerin) den Vertrag von Bam Bam Bigelow an Ted DiBiase verkaufte, trennten sich deren Wege. Stattdessen nahm Vachon Bull Nakano unter ihre Fittiche und setzte diese darauf an, den Titel von Blayze zu gewinnen, was Nakano auch tatsächlich gelang.
Allerdings verließ Vachon die WWF kurz darauf. Luna Vachon wrestelte danach für eine kurze Zeit in den Indies, ehe sie von Kevin Sullivans Ehefrau Nancy auf die ECW aufmerksam gemacht wurde.
Mit ihrem Gimmick passte Luna dort natürlich hin wie Topf auf Deckel. Sie wurde zu einem Valet von Tommy Dreamer, der eine Fehde mit Vachons einstigem Zimmergefährten aus Florida, Raven, am Laufen hatte.
Ferner bekam sie es mit dem Vampire Warrior zu tun (eigentlich ihr Ehemann, David Heath, ehe er zu Gangrel wurde). Besonders kurios war jedoch eine Serie von Konfrontationen mit Stevie Richards, den sie sogar in einem Käfig-Match besiegen konnte.
In diesem Jahr (1995) endete Luna Vachon auf Rang 306 der Pro Wrestling Illustrated 500, eine jährlich erscheinende Rangliste dieses renommierten Wrestling-Magazins.
Ein kurzer Run in der WCW 1997 drehte sich vor allem um eine Match-Serie mit Madusa. Gleichwohl Vachon in vielen dieser Matches stark auftreten konnte, gingen die Siege jedoch letztlich immer wieder an ihre ewige Rivalin.
Noch im selben Jahr heuerte sie wieder bei der WWF an, wo sie mit ihrem etablierten Gimmick bestens als neue Managerin an die Seite von Goldust passte, der zu diesem Zeitpunkt eine selbst für seine Verhältnisse bizarre Gimmick-Phase durchlief und teilweise im Sado-Maso Outfit im WWF-Ring antrat.
Die wohl prägendste Rivalität dieses zweiten WWF-Runs waren ihre Matches gegen Sable, die damals auf einer Welle der Popularität schwamm. Allerdings war diese Rivalität (anders als jene mit Madusa/Blayze) keineswegs nur inszeniert.
Luna Vachon und Sable konnten einander wirklich nicht ausstehen, was auch in mehreren körperlichen Auseinandersetzungen backstage resultierte.
Vachon war gekränkt, weil Sable (die sich zwar verkaufen konnte, aber eine miserable Wrestlerin war) mit Championship Gold bedacht wurde, während sie selbst als verdiente Veteranin immer nur die zweite Geige spielen durfte. Überdies galt Sable hinter den Kulissen als eitel und abgehoben.
So hinterließ der zweite WWF-Run, der bis 2000 währen sollte, wohl gemischte Gefühle bei Vachon. Zwar bekam sie mehr Gelegenheit zu wresteln, weil das Roster an Wrestlerinnen viel größer wurde als noch während ihres ersten Runs.
Bis 2007 blieb Luna Vachon als Managerin ihres Mannes Gangrel sowie als Wrestlerin aktiv. Sie tourte dabei durch kleinere und mittlere Wrestling-Promotions auf der ganzen Welt.
2007 wurde Luna Vachon noch mit einem finalen Title-Run geehrt, als sie bei der nordamerikanischen Indy-Promotion Great Lakes Championship Wrestling den Frauentitel gewann und diesen in ihrem letzten Match verteidigte, sodass sie sich als Champion der Promotion zur Ruhe setzte.
Sie verdiente daraufhin ihre Brötchen als Fahrerin eines Abschleppwagens. In der Weihnachtszeit 2009 folgte ein schwerer Schicksalsschlag, als das Haus von Luna Vachon niederbrannte.
Zwar kam dabei keiner zu Schaden, aber sie verlor ihre gesamte Habe. Darunter viele ihrer zweifelsohne sehr teuren Erinnerungsstücke, die sie in ihrer Zeit als Wrestlerin gesammelt hatte.
Mick Foley und andere Wrestler initiierten anschließend einen Aufruf an die Fans, entsprechende Erinnerungsstücke, die sie entbehren wollten, an Luna Vachon zu schicken.
Im Sommer 2010 kam dann die traurige Nachricht, dass Luna Vachon, die zwischenzeitig bei ihrer Mutter untergekommen war, an einer Überdosis Medikamenten (ein Cocktail aus Benzodiazepinen und Schmerzmitteln) gestorben war.
Luna Vachon hatte schon vorher mit einer bipolaren Störung zu kämpfen gehabt und das Feuer rund ein halbes Jahr zuvor muss eine schlimme persönliche Krise eingeleitet haben.
Luna Vachon war der schwarze, schrille Paradiesvogel im Frauen-Wrestling der 80er und vor allem 90er. Doch vor allem war sie eine Pionierin unter den Wrestlerinnen, die in dieser Zeit immer noch damit zu kämpfen hatten, extrem marginalisiert zu werden.
Als gelernte Wrestlerin, die das Gewerbe aus freien Stücken ergriffen und direkt von ihrem Stiefvater gelernt hatte, war sie ihrer Zeit definitiv voraus gewesen. Doch wie so oft wird so etwas leider immer erst hinterher gebührend gewürdigt.
Storylines und Beziehungen im Wrestling
Liebesgeschichten finde ich meist mies.Beste Geschichte war Raven der Sandmans Familie klaute. Das war Drama, so geile Szenen als Sandmans Sohn die Raven Pose machte. Auch die Kreuzigung war toll.
Dreamer, Kimono und Beulah war auch typisch ECW, sowas würde heute (zurecht) zerrissen werden. Beziehungen haben mMn heutzutage nichts mehr On-Air zu suchen.
Beziehungen haben mMn heutzutage nichts mehr On-Air zu suchen. Deswegen funktioniert das auch alles nicht mehr. Siehe Rusev und Lana. Wenn zwei verheiratet sind kann man das natürlich gerne On Air zeigen.
Ich hoffe, es gibt im Wrestling keine Liebesstory mehr. Sowas gehört da nicht hin. Ich hoffe, es gibt im Wrestling keine Liebesstory mehr. Sowas gehört da nicht hin.
Mir gefiel die Story um Otis und Mandy aber echt gut. War am Anfang vermutlich gar nicht so geplant, aber alle beteiligten haben das extrem gut gespielt und schlussendlich hat es ja auch zu einem großen Push für Otis (vermutlich sogar zu groß xD) geführt. Ich fand die InDex-Story nice. Anfangs dachte ich, dass die zwei nicht passen, aber gerade die Interaktionen zwischen Lumis und Gargano inkl.
Ich hoffe, es gibt im Wrestling keine Liebesstory mehr. Sowas gehört da nicht hin. Gewöhn dich dran, die wird es immer geben. Manchmal beginnt eine Fehde wegen verschüttetem Kaffee, oder weil ein Wrestler sich über das Outfit eines anderen Wrestlers lustig macht, oder einfach weil : Du Titel, ich wollen. Und immer wieder wegen einem Love Interest.
Die Lana Sache mit Lashley war halt Scheiße. Test/Steph - mit dem Match gegen Shane beim Summerslam und mit dem Highlight als dann HHH Steph entführte und heiratet. Tommaso Ciampa mit seiner Goldie. Das waren noch echte Gefühle Aber im Ernst: Die meisten On-Air Romanzen sind eher zum Fremdschämen.
Die Handschrift von Ex-ECW-Boss Paul Heyman wird bei WWE Monday Night RAW gut sichtbar - unter anderem mit der Story um Maria Kanellis' Schwangerschaft.
