Warum es im Judo zwei Bronzemedaillen gibt

Im Judo gibt es in jeder Gewichtsklasse zwei Bronzemedaillen. Judoka Laura Vargas Koch hat bei den Olympischen Spielen die Bronzemedaille gewonnen. Die zweite Bronze-Plakette gewann die Britin Sally Conway.

Der ursprüngliche Grund für die zwei Bronzemedaillen war die fehlende Trostrunde bei Japanischen und Weltmeisterschaften.

Olympische Geschichte des Judo

Judo feierte 1964 in Tokio sein olympisches Debüt und wurde ab den Spielen 1972 in München zu einem festen Bestandteil des Olympischen Programms. Der Frauenwettbewerb wurde bei den Olympischen Spielen 1988 als ein Demonstrationswettbewerb und 1992 bei den Olympischen Spielen in Barcelona als offizieller Medaillenwettbewerb eingeführt.

Seit der Einführung dieser Disziplin bei den Olympischen Spielen hat sich Judo weltweit sehr stark entwickelt - 128 Nationale Olympische Komitees schickten Ihre Judokas, um bei den Wettkämpfen bei den Olympischen Spiele 2020 in Tokio teilzunehmen. Japan stand häufig an der Spitze dieses Olympischen Sports.

Die deutschen Judoka konnten bisher 40 Medaillen bei Olympischen Spielen gewinnen. Darunter fünf Olympiasiege, 10 Silber- und 25 Bronzemedaillen.

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Mannschaftswettbewerb im Judo

Seit Tokio 2021 gehört im Judo ein Mixed-Wettbewerb zum Olympia-Programm. Bei der Premiere in Tokio musste Olympia-Gastgeber Japan eine Schmach erdulden. Ausgerechnet im berühmten Kampfkunst-Tempel Nippon Budōkan entrissen die Franzosen mit ihrem Star Teddy Riner den Erfindern des Judo die Goldmedaille. Deutschland gewann Bronze.

Der Teamwettbewerb findet am Tag nach Abschluss der Einzel-Wettbewerbe statt, für die pro Land und Gewichtsklasse jeweils nur ein Athlet startberechtigt ist. Für das Mixed werden 16 Teams zugelassen. Dabei treten Männer und Frauen abwechselnd in insgesamt sechs Gewichtsklassen gegeneinander an. Es werden nicht zwangsläufig die jeweils schwersten Judoka auf die Matte geschickt. Jeder gewonnene Kampf bringt einen Punkt. Ziel ist es, so schnell wie möglich vier Punkte einzusammeln, damit ist die Runde gewonnen.

Bei Olympia geht es nach einer Vorrunde mit Achtelfinale und Viertelfinale weiter. Neben den Halbfinals gibt es auch eine Hoffnungsrunde, deren Sieger gegen die beiden Halbfinal-Verlierer die Kämpfe um Bronze bestreiten. Endet ein Mixed nach den sechs vorgesehenen Kämpfen 3:3 unentschieden, wird ein Entscheidungskampf durchgeführt. Welche Gewichtsklasse noch einmal ran muss, wird jeweils per Los ermittelt. Genau wie im Einzel wird im Mixed jeweils maximal vier Minuten gekämpft. Ist bis dahin keine Entscheidung gefallen, geht es in den sogenannten Golden Score, in dem die nächste Wertung den Sieg bringt.

Regeln im Judo kurz erklärt

Beim Judokampf ist das Ziel, den Gegner oder die Gegnerin auf den Rücken zu Boden zu werfen, die Person auf dem Rücken liegend festzuhalten, den Arm am Ellbogengelenk zu hebeln oder sie mit einer Würgetechnik zu bezwingen und so die Unterwerfung zu erreichen.

Es gibt zwei Arten von Wertungen im Judo:

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  • Ein Ippon (sofortiger Sieg) wird vergeben, wenn die gegnerische Person mit Kraft, Geschwindigkeit und Kontrolle auf dem Rücken auf die Matte geworfen wurde. Ein Ippon kann auch durch die Unterwerfung oder durch 20 Sekunden langes Festhalten der gegnerischen Person am Boden vergeben werden. Wer ein Ippon erhält, gewinnt sofort den Kampf.
  • Ein Waza-Ari wird für einen Wurf vergeben, welcher nicht klar genug ausgeführt wurde, um ein Ippon zu sein. Beispielsweise hat die Geschwindigkeit oder Kraft gefehlt, die gegnerische Person landete nicht hauptsächlich auf dem Rücken oder konnte für weniger als 20 Sekunden (aber länger als 10 Sekunden) festgehalten werden.

Judo-Wettkämpfe werden in verschiedene Gewichtsklassen und je nach Geschlecht unterteilt. Alle Kämpfe können bei den Olympischen Spielen bis zu vier Minuten dauern, bei einem Gleichstand nach Ablauf der Zeit wird der Kampf verlängert werden. Es kann eine Strafe für Passivität während des Kampfes vergeben werden oder für negatives Verhalten, welches nicht dem Geist des Judo entsprechen würde.

Deutsche Erfolge im Judo

Vargas Koch, die dreimal nationale Meisterin war, ist die erste deutsche Judoka, die in Rio eine Medaille holt.

Mit Bronze im Mixed feiern die deutschen Judoka einen gelungenen Abschluss starker Olympischer Spiele. Immenser Teamspirit und große Leidensfähigkeit waren die Schlüssel zum Erfolg.

Mit einem 4:2 über die Niederlande bescherte das Mixed-Team dem Deutschen Judo-Bund die dritte Medaille zum Abschluss der Kämpfe in Tokio, nach dem entscheidenden Punkt durch Seidl gab es kein Halten mehr. „Wir haben dank unseres Teamspirit diese Medaille geholt“, sagte Weltmeisterin und Sportsoldatin Stabsunteroffizier Anna-Maria Wagner, die schon Einzel-Bronze gewonnen hatte - und von Seidl schlichtweg zum „Super Hero“ erklärt wurde.

Die deutschen Athleten kommen mit vier Medaillen nach Hause.

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Tabelle: Deutsche Medaillen bei Olympischen Spielen im Judo

Medaillentyp Anzahl
Gold 5
Silber 10
Bronze 25
Gesamt 40