Weniger als ein Jahr nach dem letzten Event in Ozeanien kehrte die UFC mit UFC 305 nach Australien zurück. Mit im Gepäck: Ein heiß erwartetes Comeback.
Der Titelkampf im Mittelgewicht: Du Plessis vs. Adesanya
Im Hauptkampf stieg Superstar Israel Adesanya zum ersten Mal seit knapp einem Jahr wieder in den Käfig. Das Ziel: Seinen alten Titel zurückholen. Sein Gegner war der amtierende Champion Dricus du Plessis aus Südafrika.
Vor dem Comeback-Fight von Adesanya gab es bereits mächtig Zoff. Hintergrund: Weltmeister Dricus Du Plessis behauptete immer wieder, dass er der erste echte UFC-Champion aus Afrika sei - und brachte dabei den Ex-Champ so richtig auf die Palme. Zwar haben Adesanya, Kamaru Usman und Francis Ngannou schon vor Du Plessis UFC-Titel gewonnen. Alle haben aber ihren Wohnsitz außerhalb Afrikas.
Adesanya schimpfte vor dem Kampf: „Was ist das für eine Denkweise, wenn man drei afrikanische Weltmeister sieht und der vierte sein will? Du hättest sagen können, dass es eine große Ehre ist, zu den legendären afrikanischen Champions zu gehören, die in der UFC gekämpft haben. Er versucht, alles für sich zu beanspruchen. Das ist eine kolonialistische Mentalität. Er begreift nicht, dass er auf dem Holzweg ist, aber ich werde ihm den Weg zeigen."
Eigentlich sollte der Ex-Champ schon damals gegen Du Plessis kämpfen, der war allerdings noch nicht fit. So wurde Strickland auf den letzten Drücker als Adesanya-Herausforderer ausgewählt - und schockte mit einem Punktsieg die MMA-Welt. In seiner ersten Titelverteidigung verlor der US-Amerikaner den Gürtel allerdings gegen Du Plessis.
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Der Kampf sollte deutlich hochklassiger und spannender werden als die Fehde um die Herkunft der beiden Protagonisten. Adesanya fand in Runde eins gleich zu seinem guten Gefühl für die Distanz. Viele Legkicks und Schlagkombinationen des Champions gingen zunächst ins Leere. Der Neuseeländer dagegen landete Kicks und Schläge zum Körper. Die stürmischen Vorstöße von Du Plessis wurden aber gegen Rundenende besser, aus den Drei- und Vierschlagkombinationen landete am Ende meistens doch eine Hand im Ziel.
Die zweite Runde startete wild: Du Plessis packte Adesanya während eines Kickversuchs und rang ihn zu Boden. Er setzte zweimal zum Würgegriff an, zweimal wandte sich der Ex-Champ geschickt heraus und verlagerte den Kampf wieder in den Stand. Du Plessis blieb seiner Linie aber treu und presste Adesanya an den Käfigzaun. Er kontrollierte das Geschehen, ohne jedoch echten Schaden zu verursachen. Das Ringen kostete Du Plessis aber ordentlich Energie.
Entsprechend langsam wirkte der Südafrikaner in Runde drei. "Izzy" Adesanya war von seinen Bewegungen deutlich flexibler und fand bessere Winkel für Schlagkombinationen. Auch Uppercuts durch die Deckung und Schläge zum Körper setzten Du Plessis zu, der aber mit wilden Schwingern gefährlich blieb. Vor allem, was die Schlagfrequenz anging, konnte er nicht mit Adesanya mithalten. Alles sah danach aus, als könnte der Neuseeländer seinen Titel zurückerobern.
Ein fataler Fehler leitete dann die Entscheidung in einem spannenden Kampf ein. Ein kraftvoller linker Haken Du Plessis' schüttelte "Izzy" durch. Als der 35-Jährige in den Rückwärtsgang schaltete, drehte er seinem Gegner leicht den Rücken zu, während Du Plessis nachsetzte. Die zwei kräftigen Haken des Südafrikaners sah er daher nicht kommen und ging zu Boden. Hier eroberte der Champion den Rücken und setzte zum Würgegriff an - der Adesanya letztlich zur Aufgabe zwang.
Beide Kontrahenten umarmten sich nach dem Kampf, tauschten noch ein paar Worte aus und zollten einander Respekt. Er habe das Duell nie auf die Ebene der Herkunft schieben wollen, so Du Plessis nach dem Fight. "Afrika hat an diesem Abend ohnehin gewonnen. Aber es war eine Ehre für mich, gegen diesen Mann im Octagon antreten zu dürfen. Ich will nicht noch einmal von ihm getreten werden. Izzy, wenn du dich dazu entscheidest, heute deine Karriere zu beenden - Danke!" Adesanya sagte anschließend, dass er weitermachen wollen und "nirgendwo hingehen" werde.
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Weitere Kämpfe der Main Card von UFC 305
Neben dem Titelkampf im Mittelgewicht gab es weitere spannende Kämpfe bei UFC 305:
- Fliegengewicht: Kai Kara-France vs. Steve Erceg
- Leichtgewicht: Mateusz Gamrot vs. Dan Hooker
- Schwergewicht: Tai Tuivasa gegen Jairzinho Rozenstruik
- Weltergewicht: Li Jingliang gegen Carlos Prates
Kara-France vs. Erceg
Der zweite Hauptkampf des Abends sollte sein Ende deutlich schneller finden. Kai Kara-France hatte bereits seine Chance auf den Interimtitel im Fliegengewicht, Steve Erceg forderte zuletzt sogar Champion Alex Pantoja heraus - und unterlag knapp nach Punkten. Das Duell des Neuseeländers und des Australiers sollte daher für einen der beiden Fighter ein neuer Anlauf auf die Titelchance werden.
Mehrere Minuten tasteten sich beide Käfigkämpfer ab, ehe Kara-France seinen Rhythmus fand und seine Spitznamen "Don't Blink" ("Nicht blinzeln") alle Ehre machte. Die Kombination aus Finte-Eins-Zwei setzte er mehrfach im Kampf an, beim vierten Versuch war die Deckung Ercegs unten und Kara-France traf genau ans Kinn. Der Australier ging zu Boden, konnte sich aber fix wieder aufrichten. An den Käfig gedrängt landete der Neuseeländer jedoch eine saubere rechte Gerade, die Erceg erneut zu Boden schickte. Der Ringrichter griff ein, der Kampf war entschieden. "Das war der Statement-Sieg, den ich mir gewünscht hatte", sagte Kara-France nach dem Fight. Nun wolle er um den Titel kämpfen.
Gamrot vs. Hooker
Sowohl Mateusz Gamrot als auch Dan Hooker wollten sich mit einem Sieg in Stellung für einen Titelkampf im Leichtgewicht bringen. Für den Australier Hooker wäre es der vierte Sieg in Serie. Auf Taktieren verzichteten beide Fighter und vor allem der Pole setzte erst einmal auf Striking. Damit überraschte er Hooker und verpasste ihm einige starke Haken, die mehrere Cuts bei seinem Kontrahenten öffneten. Hooker hatte in dieser Runde auch einige gute Schlagkombinationen, doch Gamrot schaltete rechtzeitig in den Rückwärtsgang oder hielt die Deckung oben.
Das gelang ihm in Runde zwei allerdings nicht mehr so gut. Hier war Hooker aktiver. Er schüttelte seinen Gegner mit mehreren Schwingern kräftig durch, streute Bodykicks ein und brachte den Polen damit in Bedrängnis. Gamrot versuchte dann, den Kampf auf den Boden zu verlagern, klammerte sich an die Beine des Australiers. Das konnte ihn zwar vor schwerem Schaden bewahren, dürfte ihn aber die Runde nach Punkten gekostet haben. In der dritten Runde ging Gamrots Plan besser auf. Hier stimmte die Balance zwischen Striking und Takedowns. Der Polen hatte Hooker zwischenzeitlich am Boden, landete aber auch saubere Treffer. Sein Gegner traf zwar, aber in der Frequenz etwas weniger.
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Nach drei Runden hatten die Punktrichter ein schweres Urteil zu fällen und entschieden sich etwas überraschend für Dan Hooker. "Du gehst rein in den Kampf und am Ende hebst du siegreich die Hand. Nur das zählt", so Hooker im Interview nach dem Kampf. "Ich will einen Titel-Eliminator, den BMF-Titel und Conor McGregor. Ich will alles", grölte er anschließend ins Mikrofon.
Weitere UFC Termine 2025
Die Ultimate Fighting Championship (UFC) ist die Königsklasse im Mixed Martial Arts - und erfreut sich auch in Deutschland sehr großer Beliebtheit.
Hier eine Übersicht weiterer UFC Termine im Jahr 2025:
UFC Fight Night 260 am 27. September
Der nächste UFC Kampf 2025 findet am Samstag, den 27. September statt. Der Hauptkampf der Fight Night 260 lautet Carlos Ulberg vs. Dominick Reyes. Beginn ist in der Nacht auf Sonntag (28.9.) um 4:00 Uhr deutscher Zeit. Die beiden Protagonisten sind im Halbschwergewicht beheimatet.
Carlos Sao Murry Ulberg, 35-jähriger Neuseeländer, hat seinen letzten acht UFC-Fights allesamt gewonnen. Zuletzt gewann Ulberg im März dieses Jahres gegen Ex-Champion Jan Błachowicz nach Punkten. Dominick Reyes hält bei drei Siegen am Stück.
UFC 320 am 4. Oktober in Las Vegas
Bei UFC 320 am 4. Oktober in Las Vegas (USA) steigt das Duell zwischen Magomed Ankalaev und Alex Pereira um die Krone im Halbschwergewicht. Ankalaev vs. Pereira ist direkt der Rückkampf von ihrem ersten Aufeinandertreffen im März dieses Jahres. Ankalaev ist seit 2018 in 14 Kämpfen unbesiegt und ist in Sportwetten Apps auch der große Favorit. In dieser Zeit holte er zwölf Siege bei einem Unentschieden und einer „No Contest“-Wertung. Pereira hatte vor seiner Niederlage eine Serie von fünf Siegen hintereinander.
| Duell | Gewichtsklasse |
|---|---|
| Magomed Ankalaev (c) vs. Alex Pereira | Halbschwergewicht |
| Merab Dvalishvili (c) vs. Cory Sandhagen | Bantamgewicht |
| Jiří Procházka vs. Khalil Rountree Jr. | Halbgewicht |
| Josh Emmett vs. Youssef Zalal | Federgewicht |
| Abusupiyan Magomedov vs. |
UFC Fight Night 261 am 11. Oktober in Rio de Janeiro
Am 11. Oktober findet in Rio de Janeiro die UFC Fight Night 261 statt. Der Headliner kommt aus dem Leichtgewicht und lautet Charles Oliveira vs. Rafael Fiziev. Oliveira liegt im Leichtgewicht-Ranking auf Rang 4, Fiziev wird an der 10. Stelle geführt.
Charles Oliveira ist ein hoch dekorierter UFC-Veteran, der 2021 der Champion im Leichtgewicht war. Seit der Niederlage gegen Islam Makhachev im Oktober 2022 gab es für den 35-jährigen Brasilianer jedoch abwechselnd Höhen und Tiefen. Rafael Fiziev hat nach drei Niederlagen in Folge zuletzt wieder in die Erfolgsspur gefunden.
Das Comeback von Conor McGregor
Das Comeback von Conor McGregor sollte bei UFC 303 in Las Vegas (USA) am 29. Juni 2024 gegen Michael Chandler stattfinden. Aufgrund einer Verletzung konnte der Ire aber nicht antreten. Nun wird sich das McGregor Comeback aber auf unbestimmte Zeit verzögern. Wann der Comeback-Kampf von McGregor vs. Chandler stattfindet, wurde noch nicht bekannt gegeben.
