Karat Gewicht Umrechnen: Alles, was Sie Wissen Müssen

Das Wort "Karat" ist in verschiedenen Kontexten anzuwenden, insbesondere wenn es um Edelsteine und Gold geht. Die Bedeutung von "Karat" variiert je nach Kontext. Während "Karat" bei Edelsteinen das Gewicht misst, bezieht es sich bei Gold auf den Reinheitsgrad. Bei Edelsteinen beschreibt es das Gewicht, während es bei Gold die Reinheit misst.

Was ist ein Karat?

Karat - Die Einheit, mit der überall auf der Welt das Gewicht von Mineralien angegeben wird. Das Karat (englisch: carat) ist die international gültige Einheit, um das Gewicht von Mineralien bzw. Edelsteinen anzugeben, oder wie es im Allgemeinen Real-Lexicon aus dem Jahr 1796 beschrieben wird: Karat ist "ein kleines Gewicht, dessen sich Münzmeister und Wardeine (...) und die Juwelirer bey Abwgung und Schätzung der Perlen, Diamante und andrer Edelsteine bedienen".

Karat (abgekürzt "ct") ist eine Maßeinheit für das Gewicht von Edelsteinen und Perlen. Wenn man von Gold spricht, beschreibt Karat (abgekürzt "K" oder "kt") den Goldanteil in einer Legierung.

  • Ein Karat entspricht 0,2 Gramm oder 200 mg.
  • Die Abkürzung der Einheit Karat lautet K oder ct. (vom Englischen Carat).

Geschichte des Karats

Das Karat als Einheit ist bereits seit Jahrhunderten in der Welt der Edelsteine von Bedeutung. Von einer Einheitlichkeit des Wertes war bis ins 19. Jahrhundert nur zu träumen. Von Land zu Land, teilweise auch von Stadt zu Stadt bzw. mit den Worten des Mineralogen Johann Blum (1802 bis 1883), hat das "Karat nicht an allen Handelsplätzen denselben Wert", gab es Unterschiede hinsichtlich der genauen Grammzahl eines Karats.

Folglich kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Abweichungen bei der Angabe des Gewichts von Mineralien. So wurde für das Florenzer Karat beispielsweise ein Gewicht von 0,1972 g angeben, während das Pariser Karat mit 0,2055 g und das Leipziger Karat mit 0,2055 g geringfügig schwerer war.

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Ein erster Akt der Vereinheitlichung fand im späten 19. Jahrhundert statt. Der Mineraloge Cornelius Doelter y Cisterich (1850 bis 1930) schreibt: "Im Jahre 1871 fixierte die Pariser Syndikatskammer der Edelsteinhändler das Karat genau mit 0,205 Gramm, und dieses Gewicht ist nunmehr ziemlich allgemein adoptirt".

Einige Jahre später wurde der Wert erneut aktualisiert, um einen internationalen Standardwert zu schaffen, bis im Jahr 1907 das Metrische Karat eingeführt wurde. Das Comité International des Poids et Mesures legte für das Metrische Karat einen auf der ganzen Welt gültigen Wert von 0,2 g bzw. 200 mg fest.

Die Grundlage für die Zahl 0,2 stellen die Samen des Johannisbrotbaums dar. Johannisbrotbaumsamen wiegen nahezu immer 0,2 g. Angelehnt an die hörnchenartige Form der Johannisbrotbaumsamen wurde schließlich auch der Name Karat geboren. Der ursprünglich aus dem Lateinischen stammende Name für Hörnchen lautet Carratus.

Ein Blick in historische Mineralogiebücher verrät, dass die Samen des Johannisbrotbaumes als Gewicht schon lange eine wichtige Rolle in der Geschichte des Gold- und Edelsteinhandels spielten. Doelter hält 1893 fest: "Der Name Karat soll von dem Namen einer Art Bohne, Kuara, herrühren, welche in Schangallas (Afrika) zum Goldhandel benützt, später nach Ostindien gebracht und zum Wägen der Diamanten benutzt wurde". Ähnliches schreibt der Chemiker Otto Linné Erdmann (1804 bis 1869): "im Orient wurden ursprünglich die Kerne der Johannisbrodhülsen (Keration, arab.

Karat und Diamanten

Wussten Sie, dass Diamanten in (nicht der Maßeinheit von Gold entsprechendem) Karat gewogen werden? Mit steigendem Karat-Gewicht eines Diamanten nimmt auch seine Größe zu, jedoch nicht proportional. In einem Diagramm abgebildet, würde das Verhältnis als Kurve erscheinen.

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Beim Vergleich von Diamanten mit ähnlichem Gewicht ist es sinnvoll, die Maße genau zu überprüfen. Diamanten mit demselben Karat-Gewicht können ganz unterschiedliche Dimensionen haben. So ist es möglich, einen größeren Diamanten zum gleichen Preis zu erhalten, da er das gleiche Karat-Gewicht hat.

Diamanten mit einem Gewicht von 0,50 ct, 0,75 ct und 1,0 ct sind sehr beliebt, und obwohl es keinen großen Gewichtsunterschied gibt, können die Preise sich erheblich unterscheiden. So kann ein 0,90-ct-Diamant beispielsweise zehn bis 20 Prozent günstiger sein als ein 1,0-ct-Diamant, der genau dieselbe Qualität aufweist.

Das Karat-Gewicht ist eine Maßeinheit für das Gewicht eines Diamanten und einer der wichtigsten Faktoren bei der Bestimmung seines Wertes. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm, also dem Gewicht einer Büroklammer.

Form und Schliff

  • Die Form: Auch wenn Diamanten das gleiche Karat-Gewicht haben, können verschiedene Diamantformen sie größer oder kleiner erscheinen lassen.
  • Der Schliff: Auch der Schliff eines Diamanten kann die Wahrnehmung seiner Größe beeinflussen.

Karat-Gewicht und Diamant-Schliff sind gleichermaßen relevant und beeinflussen das Aussehen eines Diamanten auf unterschiedliche Weise. Während das Karat-Gewicht die Größe beeinflusst, wirkt sich der Schliff darauf aus, wie ein Diamant im Licht funkelt.

Karat und Preis

Das Karatgewicht ist einer der Hauptfaktoren bei der Bestimmung des Preises eines Diamanten, wobei größere Diamanten in der Regel höhere Preise pro Karat erzielen. In der Regel liegt die Größe irgendwo zwischen 1 und 2 Karat. Diese Steine sind beeindruckend anzusehen, aber auch vergleichsweise erschwinglich.

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Das Karat ist vor allem auf dem Edelsteinmarkt von Bedeutung, denn wie auch schon der Mineraloge Johan Gottschalk Wallerius (1709 bis 1785) wusste: "man bestimmt den Werth der Edelsteine ferner nach Karatgewicht". Auch heute noch wird der Preis von Edelsteinen zu einem großen Teil vom Gewicht bestimmt.

Einst wurden eigens für den Handel mit Diamanten die 4C eingeführt - Kriterien, mit denen man die Qualität und damit den Preis von Diamanten objektiv festlegt. Neben der Farbe (Color) und Reinheit (Clarity) der Edelsteine wird auch der Schliff (Cut) sowie das Gewicht (Carat) eingehend betrachtet. Da sich dieses System bewährt hat, werden auch andere Mineralien nach den 4C bewertet.

Umrechnung von Karat

Es ist schwierig, anhand der Größe eines Minerals auf das Karatgewicht zu schließen. Eine Ausnahme stellen Diamanten dar, die im Brillantschliff gehalten sind. Da sowohl die Maße wie auch die Anzahl der Facetten eines Brillants genau definiert und festgelegt sind, kann aufgrund des Durchmessers eines Diamanten im Brillantschliff das Gewicht in Karat ohne Berechnung ermittelt werden.

Brillanten mit einem Durchmesser von:

  • 2,2 mm weisen ein Gewicht von 0,04 Karat auf
  • 6,5 mm wiegt 1 Karat
  • 8,2 mm Durchmesser bringt 2 Karat auf die Waage
  • 9,3 mm Durchmesser sind es 3 Karat
  • 11 mm im Durchmesser misst ein 5-karätiger Brillant

In Karat angegeben erscheint das Gewicht von kleinen Steinen größer als in Gramm. Neben dem vollen Karat werden Mineralien auch in Viertel-, Halb- und Dreiviertelkaräter eingestuft, wobei das viertel Karat den Bereich von 0,23 bis 0,26 Karat abdeckt. Ein halbes Karat liegt im Bereich von 0,47 bis 0,57 Karat und das Dreiviertelkarat wiegt zwischen 0,70 bis 0,79 Karat. Ein volles Karat bringt zwischen 0,95 bis 1,05 Karat auf die Waage, wobei die Zahl vor dem Komma mit steigendem Karatgewicht um die jeweilige Zahl ergänzt wird (z.B. 5 Karat - 4,95 bis 5,05 Karat).

Mineralien von sehr geringer Größe finden ebenfalls Berücksichtigung. Beträgt das Gewicht 0,01 Karat, ist die Bezeichnung Punktdiamant geläufig. Mit steigendem Gewicht bis zu 0,05 Karat werden jene kleinen Diamanten jeweils als 2-Punktdiamant (0,02 Karat), 3-Punktdiamant (0,03 Karat), 4-Punktdiamant (0,04 Karat) sowie 5-Punktdiamant (0,05 Karat) bezeichnet. Die nächst größeren Diamanten mit einem Gewicht von 0,06 bis 0,14 Karat sind unter dem Name Melé bekannt.

Werkzeuge zur Messung

Ein Werkzeug, das Juweliere und Goldschmiede verwenden, um das Gewicht von Edelsteinen zu messen, sind Brillantlehren. Brillantlehren sind ausgestanzte Schablonen, mit denen das Gewicht von Edelsteinen angegeben werden kann, wobei die Brillantlehren in verschiedenen Ausführungen angeboten werden, die unterschiedlichen Schliffen entsprechen. Der wesentliche Vorteil der Brillantlehre: ein in Schmuck eingefasster Stein muss nicht aus der Fassungen genommen werden. Der Nachteil: ein 100 Prozent korrektes Ergebnis ist nicht möglich und die gängigen Brillantlehren beziehen sich auf Diamanten.

Dass die Messergebnisse von Brillantlehren nicht einfach so auf andere Edelsteine und Mineralien übertragen werden können, wird mit dem individuellen Gewicht bzw. der Dichte der Steine begründet. Ein Diamant weist eine andere Dichte auf als bspw. Amethyst, Saphir oder Smaragd.

Faktoren zur Bestimmung des Karatgewichts

Um das Gewicht von Mineralien zu ermitteln, werden fünf verschiedene Parameter in die Berechnung des Karats einbezogen. Von wesentlicher Bedeutung ist zunächst das Mineral. Die weltweit über 5300 bekannten Mineralien unterscheiden sich nicht nur in der chemischen Zusammensetzung und Farbe, der Kristallstruktur, Härte, dem Bruch und der Spaltbarkeit sowie dem Glanz, sondern auch im spezifischen Gewicht.

Aus diesem Grund sind Mineralien prinzipiell nicht miteinander vergleichbar. Ein Diamant hat eine andere Dichte/anderes spezifisches Gewicht als ein Bergkristall, Smaragd, Saphir oder Rubin. Weiterhin werden bei der Ermittlung des Gewichts sowohl Länge und Breite des Minerals, respektive der Durchmesser bei runden Schliffen, ausgemessen. Als letzten Schritt wird die Höhe des Steins angegeben.

Da die manuelle Berechnung mitunter aufwendig ist, existieren online spezielle Karatrechner, bei denen die genannten Parameter nur noch eingetragen werden müssen (Karat berechnen bei www.diamanten-infos.com). Wichtig ist jedoch, dass nur der Stein gemessen wird! Nicht die Fassung, in die der Stein eventuell eingefasst wurde.

Pauschale Aussagen, wie hoch der Preis pro Karat eines Minerals ist, sind nicht möglich. Vielmehr gestaltet sich der Wert eines Karats durch das Zusammenspiel vom Mineral, ob qualitätsmindernde Einschlüsse oder oberflächliche Kratzer vorhanden sind und wie intensiv die Farbe ist.

Besonders wertvolle Edelsteine wie Diamanten, Rubin, Saphir, Morganit oder Topas sowie seltene Mineralien, z.B. Tansanit oder Larimar erzielen einen höheren Preis als häufig vorkommende Mineralien wie Achat, Rosenquarz oder Amethyst in der gleichen Gewichtsklasse.