Olympische Sommerspiele Taekwondo Regeln

Seit mehr als 20 Jahren finden Wettkämpfe in der koreanischen Kampfkunst Taekwondo im Rahmen der Olympischen Spiele statt. Der Name des koreanischen Kampfsports setzt sich aus den Silben „tae“, „kwon“ und „do“ zusammen.

Die ersten beiden stehen für die Fuß- und Handtechnik, die dritte Silbe heißt übersetzt in etwa „Lehre“ oder „Weg“. Taekwondo oder Tae-Kwon-Do beziehungsweise Taekwon-Do ist eine koreanische Kampfkunst, hierzulande ausgeübt als Kampfsport. Das Wort Taekwondo kann also mit „Der Weg des Fuß- und Faustkampfes“ oder „Der Weg mit Fuß und Faust“ übersetzt werden.

Die Kampftechnik im Taekwondo ist stärker auf Schnelligkeit und Dynamik ausgelegt als andere asiatische Kampfsportarten. Es gibt Unterschiede zu anderen asiatischen Kampfsportarten. Taekwondo setzt auf Schnelligkeit und Dynamik und es dominieren die Fußtechniken.

Taekwondo entwickelte sich nach 1945 aus dem japanischen Karate, gleich nach Ende der japanischen Herrschaft in Korea. Techniken und Formenlauf ähneln daher der Karatetechnik. Der Name Taekwondo wurde erstmals 1955 verwendet.

Später entwickelten sich Taekwondo-Unterstile: ITF traditionell, ITF reformiert und WT. Sie unterscheiden sich in Formausübung (Hyeong, Tul und Pumsae) und im sportlichen Kampf. Im olympischen Wettkampfsystem gibt es das Verbot, mit der Faust den Kopf zu treffen.

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Das Taekwondo hat sich vom koreanischen Volkssport zu einem modernen Wettkampfsport entwickelt und in der Welt verbreitet. Es gibt internationale Wettkämpfe und dieser Sport im WT Stil ist seit 2000 auch olympische Disziplin. Weltweit trainieren geschätzte 40 Millionen Menschen diesen dynamischen Vollkontakt-Wettkampfsport.

Wettkampfbestimmungen

In einer Wettkampf-Situation treten die Kämpferinnen und Kämpfer auf einem abgegrenzten Feld gegeneinander an. Sie kämpfen über mehrere Runden. Die olympischen Regeln sehen drei Runden von jeweils zwei Minuten vor. Bei Olympischen Spielen gibt es drei Runden über jeweils zwei Minuten mit jeweils einer Minute Pause.

Ziel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist es, mit Taekwondo-Techniken den Gegner zu treffen. Je nach getroffener Körperstelle gibt es Punkte: Torso zwei Punkte, Kopf 3 Punkte. Ein Zusatzpunkt wird für Drehtechniken gegeben, Punktabzüge gibt es als Strafe bei unsportlichem Verhalten. Ein Wettkampf kann auch durch ein K.O. entschieden werden.

  • Torso: zwei Punkte
  • Kopf: drei Punkte
  • Zusatzpunkte für Drehpunkte
  • Punktabzug bei unsportlichem Verhalten

Vollkontakt bedeutet Fußtechniken zum Körper und Kopf. Handtechniken zum Kopf sind aufgrund erhöhter Verletzungsgefahr nicht erlaubt, lediglich Fausttechniken zum Rumpf. Tiefe Fußtechniken auf die Beine sind verboten.

Gewichtsklassen

Wie bisher wird auch 2021 in acht Gewichtsklassen gekämpft, aufgeteilt auf jeweils vier bei den Männern und den Frauen. Olympische Wettkämpfe finden in vier der sonst üblichen acht Gewichtsklassen für Männer und Frauen statt.

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Männer

  • bis 58 kg (Fliegengewicht)
  • bis 68 kg (Federgewicht)
  • bis 80 kg (Weltergewicht)
  • über 80 kg (Schwergewicht)

Frauen

  • bis 49 kg (Fliegengewicht)
  • bis 57 kg (Federgewicht)
  • bis 67 kg (Weltergewicht)
  • über 67 kg (Schwergewicht)

Ausrüstung

Der Kampfanzug namens Dobok besteht aus einer Art Jacke (Sang-I), Hose (Hang-I) und Gürtel (Ty). Dieser Anzug ist auch die einzige Bekleidung, die Füße bleiben unbekleidet. Jegliche Form von Schmuck (Ringe, Uhren, Ohrringe) muss aufgrund der Verletzungsgefahr ebenfalls auch im Training abgelegt werden.

Im WT Wettkampf sind Schutzausrüstungen gestattet, da es sich um Vollkontakt-Kampf handelt: Weicher Helm, Schutzweste, Zahnschutz, Tiefschutz, Handschützer, Unterarm- und Schienbeinschoner sowie je nach Altersklasse auch mit Spannschutz.

Bei Wettkämpfen ist das Oberteil meist geschlossen und über den Kopf zu ziehen. Die Hose ist weit, reicht bis zur halben Wade und so gearbeitet, dass ein seitlicher Spagat möglich ist.

Die Farben des Gürtels geben überdies Auskunft über den Rang oder den Trainings- und Wissensstand. Jedoch ist dieses Gürtelsystem erst seit dem 19. Jahrhundert beim Judo entstanden.

Wertungssystem

Gekämpft wird seit den Olympischen Spielen in Rio 2016 erstmals mit einem voll elektronischen Wertungssystem, wo Westen- und Kopftreffer elektronisch ausgelöst werden. Fausttreffer werden weiterhin manuell von Kampfrichtern gedrückt. Das Wertungssystem ändert sich gelegentlich, um die Attraktivität der Sportart zu steigern.

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Deutsche Taekwondo Union (DTU)

Lediglich einen Kämpfer schickt die Deutsche Taekwondo Union (DTU) nach Tokio: Der Stuttgarter Ex-Weltmeister Alexander Bachmann (über 80 Kilogramm) hatte sich bereits im Dezember 2019 über die Weltrangliste das Ticket gesichert. Die Deutsche Taekwondo Union wurde im Jahr 1981 gegründet und zählt aktuell ca. 60.000 eingetragene Mitglieder.

Der Verband ist der einzig anerkannte Fachverband für olympisches Taekwondo. Seit den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, zählt die Sportart offiziell zum Olympischen Programm, nachdem sie 1998 in Seoul als Demonstrationssportart überzeugte. Bisher konnte die DTU bei den Olympischen Spielen zwei Medaillen gewinnen. Silber durch Faissal Ebnoutalib und Bronze durch Helena Fromm.